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 PfWB Bertram (Bd. 1, Sp. 715)   PfWB Ruß-tute (Bd. 5, Sp. 667)   PfWB Tute (Bd. 2, Sp. 698) 
   Bertram m.: scherzh. Bezeichnung für 'Spengler', Berdram (bärdram) [ KB-Stett].

 

  -tute f.:
1. 'unsauberer Mensch'. Dreckichi Rußdutt, wäsch der emol dein Hals! [ NW-Gimmdg]. —
2. scherzh. Bez. für den Spengler [ KB-Harxh Otth Zell]; Syn.: PfWB Bertram, PfWB Pfannenflicker 2, PfWB Blech 4, PfWB Blecharsch, -atzel,

[Bd. 5, Sp. 668]
-buckel, -deckel, PfWB Blecher, PfWB Blechfilipp, -futte, -georg, -hannes, -henkel, -kasten, -knörzel, -kopf 1, -matratze, -mops, -nabel, -nase, -neffe, -rat, -spengler, -spitz, -sterz, -stumpfen, PfWB Potchen, PfWB Potenflicker, -gießer 1, -knupper, PfWB Potler, PfWB Tute 3 b, PfWB elektrisch 2 b, PfWB Hafenflicker, PfWB Kannenflicker, PfWB Kesselflick, Scherenschleiferlöffelgießer, PfWB Zinnenbube. Südhess. IV 1543.

 

   Tute1, Tüte f.:
1. 'Papiertüte', früher trichterförmig gerollt, jetzt meist rechteckig geklebt, Tutt (tud), Tut (tūd), Tout (toud), Dutt (dud), Ditt (did), Dott (dod), Dut (dūd) [zur Verbr. s. K. 110]; Auslandspfälzer: Tutt [ Don-Schowe Torscha Gal-Josbg Dornf], Tutt u. Dutt [Penns, Lambert Penns 46 PSA K. 35]. Zs. PfWB Feder-, Gutsel-, Mehl-, PfWB Zuckertute. Bring mer e Tutt voll Zuckerbohne 'Bonbons' [verbr. Gal]. RA.: Er muß Tutte mache 'im Gefängnis Tüten kleben' [KL-Wörsb, verbr.]. Mach d'r Tutte an die Ohre, damit du besser hörst [ KU-Diedk]. Er war so voll wie e Dutt 'besoffen' [LA-Nd'hochstdt,

[Bd. 2, Sp. 699]
verbr.]; vgl. PfWB betrinken. Er macht Mailer (Mäuler) for Tutte, vom Müßiggänger [Hebel 25]. Die hän angebb wie e Tutt voll Micke [Sunndag Nr. 34/1965, Bassler 30]. Er is so hell uf der Platt 'im Kopf' wie e Tutt voll Ruß, von einem Dummen [ RO-Winnw]. SprW.: For Geld un gute Worte kriecht mer Zucker un aach e Dutt 'Mit Geld und guten Worten erreicht man viel' [LA-Gommh, verbr.]. In der letschte Dutt findt sich alles, Trost beim Suchen [FR-Bobh, verbr., auch

Don-Alexanderhs Gal-Josbg Kaisersd Königsbg Buch-St-Onufry]; auch: 'Einmal kommt alles ans Tageslicht' [PfMHk. 1925 S. 173], 'Ende gut, alles gut' [Krieger 43], 'Beim Erben zerstreiten sich die Verwandten' [Pirmas]. VR.: Proscht Neijohr! E Bretzel wie e Scheierdor, un e Dutt voll Fläich (Flöhe), do huppse mer all in d'Häich (Höhe) [ LA-Edk]; Var. s. bei PfWB Brezel, PfWB prosit. Das Kinderfangspiel Tutt is leer hat folgenden Verlauf: Von zwei Parteien (Bayern und Preußen) versteckt sich die eine, die andere sucht. Von der Suchpartei bleibt einer bei der Kaute, um die Gefundenen laut anzusagen. Sobald sich alle versteckt haben, ruft einer »Tutt is leer!« Gelingt es denen, die sich versteckt haben, einen von den Suchenden zu fangen, dann gewinnen sie einen Punkt. Mit drei Punkten entscheiden sie das Spiel für sich, d. h. sie dürfen sich wieder verstecken. Andernfalls müssen sie das nächste Mal suchen. [ KU-Hachb]. —
2. 'Tütenförmiges'.
a. bei Mensch und Tier.
α. 'Nase', scherzh. [ RO-Duchr GH-Büchbg]. Zs. PfWB Kupfertute. Syn. s. PfWB Nase. —
β. 'Kopf', scherzh. RA.: Er hot's in de Dutt 'ist betrunken' [Neustdt NW-Haardt]. —
γ.

[Bd. 2, Sp. 700]
'Geschlechtsteil der Kuh' [KU-Obw/Tiefb IB-Eschring]; 'Geschlechtsteil der Stute' [ ZW-L'wied], vgl. PfWB Butte2, Futt; 'Gebärmutter', vulgär [ KB-Kriegsf]. —
δ. 'Haarknoten' [Zweibr]. —
b. bei Pflanzen.
α. 'Blüte der Winde' [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Tutenblume 2. —
β. 'Herbstzeitlose', Pl. Dutte [BZ-Pleisw (Wilde 103)]. —
γ. andere Pflanzennamen in Pfaffen-, Kaffeetute. —
c. an Geräten.
α. 'Brause an der Gießkanne', Tud [ IB-Rohrb Aßw], Tittche [ Gal-Brig]. Syn. s. PfWB Zotte. —
β. 'tütenförmiger Verschluß der Wagenachse' [KL-Fischb Klein Wag 109]. —
γ. 'Blechhütchen (mit Spalt), das über die Lichtflamme der Petroleumlampe gedeckt wird', Duttche [ Gal-Josbg Dornf]. Zs. Lampentutchen. —
δ. 'mit dem Schäleisen abgeschältes Stück Eichenrinde' [Feierowend Nr. 19/1955]. —
3. Berufs- und andere Bezeichnungen für Menschen.
a. 'Kaufmann', Tutt [ PS-Winz]; vgl. PfWB Pfeffertütchen. —
b. scherzh. für 'Spengler', s. PfWB Rußtute. —
c. e langi Tutt 'großes Frauenzimmer' [ ZW-Ixh]; e alti T., verächtlich für 'ältere Person' [Zweibr]; e dummi Dutt 'ungeschicktes Frauenzimmer' [ BZ-Dernb]; vgl. auch Lumpentute. — Südhess. I 1920/21; RhWB Rhein. VIII 1495 ff.; LothWB Lothr. 115; ElsWB Els. II 727; Bad. I 618/19.