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 PfWB Perme (Bd. 1, Sp. 711)   PfWB Weg (Bd. 6, Sp. 1125)   PfWB Mühl-weg (Bd. 4, Sp. 1453) 
   Perme, Bermef., Permen m.:
1. 'der für Fußgänger bestimmte Seitenteil der Landstraße', Perm (pärm, pärəm) [fast allg. NPf östl. der Linie RO-Feilbg—Gehrw—KL-H'spey, VPf bis zur Linie PS-Weidth—LA-Herxh—SP-W'see (die genannten Orte haben P.)]; selten vorkommende Formen: Berm (bärm) [ LU-Muttstdt Altr LA-Venn], Perme (pärme) [ BZ-Albw], Parm (parm) [ NW-Gönnh GH-Vollmw], Barm (barm) [ LA-Roschb Böching], Pirm (pirm) [ LA-Wollmh], Bern (bärn) [ NW-Speybn], Berb (bärb) [ BZ-Apphf]; vgl. K. 34. Doo hot uns newe uff de Perme deß Glickere mihlig Spaß gemacht [Kühn Schnitze II 34]. Syn.: PfWB Bankett, PfWB Pavei, PfWB Pfad, PfWB Fußperme, -pfad, -bahn, -bank, -bankett, -weg, Nebengässel, PfWB Trottoir, PfWB Wegel. —
2. 'Abhang, Böschung, bes. an einer Straße', die Perm [ KU-Wolfst PS-Schmalbg KB-Kriegsf NW-Lambr Elmst Lindbg Esth BZ-V'weidth]; dafür meist PfWB Rain, PfWB Rech. Zs.: Chaussee-, PfWB Straßenperme. An den Bermen der Chaussee gearbeitet [KL-Gerhardsbn (Tagebuch des Adam Müller, 29. 11. 1859)]. — Das Wort war in beiden Bedeutungen vielerorts schon 1938 nur noch den Alten geläufig; den Pennsylvania-, Donau-, Galizien- und wohl auch den Buchenland- und Rußlandpfälzern ist es unbekannt. — F.: Genus zumeist f. Ausnahmen: der Perm in KL-Schneckhs Hoheck KB-Kerzh Kirchhbol FR-N'lein LA-Siebdg Nußd BZ-Queichhmb, sonst der Perme. Aus frz. berme 'Wallabsatz'. Wechsel von p und b im Anlaut sind auch sonst zu verzeichnen, vgl. z. B. Papst, Pavei, Pazem.

 

   Weg m.:
1. 'befahrbarer Weg, Feldweg', Weeg, Wääg (wēg, wg) [verbr. mittlere WPf NPf nördl. VPf vereinzelt übrige Pf Christmann Kaulb 12, 66, 69 Mang 145 Lambert Penns 176 Krämer Gal 239], Wäig (wig) [ BZ-Gräfhs], Weech, Wääch (wēχ, wχ) [verbr. nordwestl. WPf südl. VPf vereinzelt übrige Pf, Heeger Südostpf. 15 PfMus. 10/1920], Wee, Wää (wē, w) [verbr. lothr. SWPf Westrand der WPf, Glass 128 Hussong Kirkel 169], Waag (wāg) [ PS-Erfw Bruchw/Bärb Bundth Busbg Schönau], Waaj (wāj) [ PS-Hirschth], Waich (wāiχ) [ BZ-Dörrb], Wäag (wag) [ PS-Busbg], Weesch, Wääsch (wē, w) [ NW-Lambr Spey BZ-Queichhmb GH-Zeisk], Wegg (węg) [ HB-Bliesdlh Peppk LA-Essing], Wḁḁ (w) [ GH-Neubg]; zur Verbr. s. K. 383; Pl. Weech [Karch Jockgr/Nd'horb 146], Wää, Wee [ KU-Bedb Schmittw/O], Wääje, Weeje (wjə, wējə) [ RO-Schweisw], Waaje (wājə) [ PS-Schönau]; Dim. Wägel [ LA-Nd'hochstdt GH-Kuhdt]; Zs.: PfWB Ab-, PfWB Aus-, PfWB Privat-, PfWB Burg-, PfWB Dieb-, PfWB Dings-, Trift-, PfWB Drittgewannen-, PfWB Eigentums-, PfWB Esels-, PfWB Fahr-, PfWB Faulenzer-, PfWB Feld-, PfWB Vieh-, PfWB Floz-, Flöz-, PfWB Fuhr-, PfWB Fuß-, PfWB Garten-, PfWB Geh-, PfWB Gemeine-, PfWB Gewannen-, PfWB Gras-, PfWB Heer-, PfWB Heim-, PfWB Her-, PfWB Heu-, PfWB Hin-, PfWB Hohl-, PfWB Holz-, PfWB Hunds-, PfWB Irr-, PfWB Kirch(en)-, PfWB Kirchhof(s)-, PfWB Kreuz-, PfWB Kühunter-, PfWB Lands-, PfWB Mittel- 1, PfWB Not-, PfWB Orts-, PfWB Richt-, PfWB Rück-, PfWB Sau-, PfWB Schlau- 1, PfWB Schleich-, Schleif- 1, PfWB Schlitt- 1, PfWB Schul-, PfWB Seiten-, PfWB Sommer-, PfWB Spazier-, PfWB Stell-, PfWB Um-, PfWB Wald-, PfWB Wingertsweg; stejle Wähe (Pl.) enoff [Kraus Arwed 12]; latze Waag 'falscher Weg' [ GH-Wörth]; de schlaue W. 'der ansteigende Weg' [ KL-O'arnb PS-Saalstdt]; de lange (brääde) W. zackere 'der Länge (Breite) nach pflügen' [KU-Kaulb, Hussong Kirkel 25, 169]; e Stunn (Stick) Wegs Genit. [KU-Kaulb Kreimb HB-Kirrbg NW-Haßl, Kühn Kumödi 87]; de anner Wää luue 'in eine andere Richtung schauen' [Vogelgesang Bliesmg 172]. Die Gemeen geht Wee mache, von Ausbesserungsarbeiten am Wegenetz [ KU-Brück WD-Niedkch]. Un was em in de Weg komm is, / Das hat er dapper dotgebiß [Münch Werke I 67]. Ich wäß genau, es gibt kän Wäh redour [Kraus Arwed 39]. Ich muß de onnere W. luhe, wennich dassellich siehn, sunschd kimmd mass Kotze! [Glass 128]. RA.: gute W. mache 'für einen anderen sprechen' [ BZ-Apphf]; im W. sin (stehe) 'hinderlich sein' [vereinzelt Lambert Penns 177]; 'tratschen, schwätzen' [ PS-Erfw]; seine (aajene) Weeg gehn 'sich um nichts, nicht um fremde Angelegenheiten kümmern' [mancherorts, PfRSch. 10. 2. 1927]; (einem, ebbes, de Arwet) aus em W. geh'e 'Abstand halten, jemanden meiden, nicht behindern' [verbr.]. Er is (steht) sich selbscht im W. [vereinzelt]. Heit is em alles im W. 'Heute ist er schlecht gelaunt' [ ZW-Battw]. Schaff dich aus em W.! 'Verschwinde!' [ NW-Lach/Speyd]. Er geht 'm uff de W. 'Er lauert ihm auf, beobachtet ihn' [ KU-Bedb

[Bd. 6, Sp. 1126]
Herschw/Petth, KL-Hütschhs]. Denne W. misse mer all gihn 'sterben' [ KU-Schmittw/O KB-Kerzh GH-Schwegh]. Dem kammer nit iwwer de W. traue [Kamm 95]. Er nemmt de W. unner die Fieß (zwische die Bän) 'Er geht, bricht auf' [mancherorts, Kühn Kumödi 105]. Sich bei Zeite uff de W. mache 'rechtzeitig aufbrechen' [ KB-Kerzh]. Ich muß mich uff der W. schaffe [Beam Penns 107]. Die kann anhalle wie e Krippel am W. 'Sie bleibt hartnäckig in ihrem Vorhaben' [RO-Schweisw PS-Fehrb Vinn, Bayerland 1933 S. 480 Kamm 88 Kraus Naube 32 PfL 5. 9. 1924]. Dem is de W. net bräät genunk 'Er ist betrunken' [KL-Reichb Hebel 25]. Er findt de W. nimmi, dass. [ KU-Bedb]. War'scht am W. g'hockt?, sagt man zu jemandem mit einer Augenentzündung, mit einem Wegschisser [ LU-Böhl]. 's hot sech en de W. gesetzt, dass. [ KB-Kriegsf]. Er is so frech (schlecht) wie de Dreck am W. [ KU-Kaulb Trahw]. Die is schlecht wie de W., von einem leichtfertigen Mädchen [Land, Hebel 16]. Der macht die krumme Weje aach net all grad [ KB-Bischh]. Der es uff em verkehrte W. [ RO-Als]. Ich hunnem noch käin Stäin in de W. geleet 'ihn nicht behindert' [ KU-Schmittw/O]. Du bisch merr en Stään im W., sagt ein Wahlkandidat zu seinem Gegner [ PS-Erfw]. Wann se enanner begeene (begegnen), guckt jerer e annere W. 'Sie sind böse miteinander' [ KU-Schmittw/O]. 's isch änner W.! 'Es ist die gleiche Entfernung; es ist egal' [Glass II 80]. Er kennt W. un Steg 'kennt sich gut aus' [ KU-Schmittw/O]. Do geht kan W. un kan Steg hen 'ist weit abgelegen' [HB-Limb (PfId. 150)]; einem W. un Steg verstelle 'eine Begegnung mit jemandem herbeiführen', z. B. mit einem geliebten Menschen [mancherorts, Kleeberger 101]. Den W. hat der Fuchs gemess un de Schwanz dreingebb 'doppelt so lang wie angegeben', von einer Strecke [Land, RO-Obd]. 's is so grad wie de W. uff Krummbach, von einem krummen Weg [ KU-Schmittw/O]. De Deiwel steck d'r die Kerz aan, wann de mer in de W. laafscht, scherzhafte Warnung [ NW-Weish/S]. Er geht sei alter W. weirer 'Er ist nicht sehr für Neuerungen' [ ZW-Battw]. Do geht kaa W. driwwer 'Das ist unvermeidlich' [PfMHk. 7/8 1925 176]. Iwwer Machulle geht kee W. 'Der Konkurs ist unabwendbar' [ FR-O'sülz]. Es schneidt so schlecht wie der Weg, von einem stumpfen Messer [RO-Sippf]. Bauer aus dem W.!, wenn sich beim Kartenspiel Hurrsau 1 b β die zwei roten Bauern folgen, gibt es einen Schlag [ FR-Mühlh]. SprW.: Eme beese Hund soll mer aus'm W. gehe [vereinzelt, auch Don Gal Buch]. Wasser sucht sei W. [Danner Penns 169]. Es Geld laaft äner Wäh [Kraus Arwed 19]. Eine Scherzfrage s. PfWB Bruchsal. Volksgl.: Wenn einem ein Hase über den W. läuft, bedeutet das Glück [ PS-Fehrb], Unglück [ RO-Dielkch]. Wann der 'n schwärzi Katz iwer der W. lḁft, gebt's en Unglick [Fogel Beliefs Penns Nr. 443]. KR.: Do geht e Weechel naus, / Do springt e Häsel raus / Der (Daumen) schießt's / Der (Zeigefinger) träigt's hääm / Der (Mittelfinger)

[Bd. 6, Sp. 1127]

[Bd. 6, Sp. 1129]
breet's / Der (Goldfinger) ißt's / Un der klää Stumpernickel (kleiner Finger) schleckt's Pfannel aus, Fingerspiel [ GH-Leimh]. a. 1297: ffe de(n) wec [Lam 1 51r]. a. 1602: ein bach so fast ein meil wegs lang durch den ban luft [ABlieskst 108 (Ingb)]. a. 1655: weist man ein weegel [PfWeist. 154 (LA-Böbing)]. a. 1659: Anderen Tages gab man ihnen zwei Taler uff den Weg [Küchler 245]. a. 1798: nach der französischen Ordnung und Befehl (wurde Anna E. Carius) ohne Klang und Gesang über den Weg begraben [Der Trifels Nr. 17 vom 26. 11. 1933]. —
2. 'der für Fußgänger bestimmte Seitenteil der Straße', Waagel Dim. [ GH-Neubg]; Syn. s. PfWB Perme und K. 34. —
3.
a. Als Bestandteil in FlN: Allmend-, PfWB Bann-, PfWB Pferds-, PfWB Bischofs-, PfWB Born-, PfWB Breiten-, PfWB Breiterden-, PfWB Brombeeren-, PfWB Bruder-, PfWB Diet-, PfWB Trapp-, PfWB Viertgewannen-, PfWB First-, PfWB Flachsgarten-, PfWB Fuchs-, PfWB Galgen-, PfWB Gehren-, PfWB Geißen-, PfWB Gereite-, PfWB Grieß-, PfWB Hagen-, Hart-, PfWB Heide-, PfWB Heier-, PfWB Holder-, PfWB Holländer-, PfWB Holz- 1 c, PfWB Horst-, PfWB Hünkels-, PfWB Kemmel-, PfWB Kirch- 2, Kirsch-, PfWB Knappen-, PfWB Köhler-, PfWB Kreuz- 3, PfWB Krumm-, PfWB Lachen-, PfWB Leich(en)-, PfWB Leicht(en)-, PfWB Mandel-, PfWB Markt-, PfWB Mittel- 2, PfWB Mühlen-, PfWB Mühl-, PfWB Neu-, PfWB Rech-, PfWB Renn-, PfWB Ried-, PfWB Riegel-, PfWB Rind-, PfWB Römer-, PfWB Sack-, PfWB Sand-, PfWB Sau- 2, PfWB Schenkels-, PfWB Schlau- 2, Schleif- 2, PfWB Schlitt- 2, PfWB Schloß-, PfWB Schmal-, PfWB Schnapphahner-, PfWB See-1, PfWB Seiters-, PfWB Serr-, PfWB Setz-, PfWB Steil-, PfWB Steinbrücker-, PfWB Stein-, Stock-, PfWB Stumpfen-, PfWB Sudel-, PfWB Windweg.
b. in weiteren Zs.: PfWB Tret-, PfWB Dürre-, See-2, PfWB Stumpfweg.RhWB Rhein. IX 335 ff.; LothWB Lothr. 534; ElsWB Els. II 799 ff.; Hess.-Nass. IV 546 ff.; WKW 32.

 

  Mühl-weg m.: FlN, amtl. Mühlweg [mancherorts]; vgl. PfWB Mühlpfad, PfWB -gasse, PfWB -straße; a. 1297: an den mulwec [Lam 1 49r]. Südhess. IV 806; RhWB Rhein. V 1366. —