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| PfWB Pelz-nickel (Bd. 1, Sp. 693) | PfWB Mädchen (Bd. 4, Sp. 1097) | PfWB pumpen (Bd. 1, Sp. 1347) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. 'vermummte Gestalt der Zeit vom 5. bis 24. Dezember', Belz-, Belzenickel, zur Verbr. s. K. 32; Belsnickel [Horne Penns 231 Lambert Penns 26], Pelznickel [Don-Tscherwk, verbr. Gal]. Syn.: PfWB Andreas, PfWB Beelzebub, PfWB Pelzmartin, PfWB Benzenickel, PfWB Besenmichel, Bolze-, Boze-, Bumpenickel, PfWB Hansel, PfWB Hanstrapp, PfWB Himmelsgeiß, PfWB Katzenmartel, PfWB Knecht PfWB Ruprecht, Kollmackes, PfWB Kollemolkes, PfWB Kolwes, PfWB Markolfus, PfWB Nikolaus, PfWB Rupel (Ruhpelz), Schuhputzer, Stuckert, Stutzesel. Der P. geht vielerorts am Abend des 6., in NW-Forst SP-Berghs [Bd. 1, Sp. 694] und Spey schon am Abend des 5. 12. um. Er examiniert die Kinder, belohnt die Braven und bedroht die Schlimmen. In den Tagen nach dem 6. 12. trägt er als dienender Begleiter des Christkindes den Gabensack. Während das Christkind sich gegenüber den Kindern freundlich zeigt, schüchtert sie der P. durch Poltern und Drohen ein. Vielerorts werden Christkind und P. nach der Gabenverteilung selbst beschenkt. In manchen Orten bringen die beiden keine Gaben; sie singen Lieder und führen Tänze vor, wofür sie Geld und Eßwaren erhalten. In KL-O'mohr Weltb Steinwd und BZ-Albw gehen am Nikolaustag gabenheischende Pelznickel um; es sind dies gewöhnlich Knaben und junge Burschen. Ähnlich ist es in Annw, wo sie kleine Pelznickel genannt werden. S. auch Christmann Vk. 54ff. — KR.: Belzenickel, Belzenickel, bum bum bum, haag (hau) die beese Buwe rum, awer net die Mädle mit de scheene Klädle [ LU-Neuhf, ähnlich PS-Geisbg Schmalbg KB-Kerzh O'wies LU-Alsh NW-Haßl Gimmdg BZ-Annw]. Belzenickel, bum bum bum, schlach die beese Määre rum, awer die brave Buwe nit; Belzenickel, Belzenickel, kriegscht mich nit [GH-Hatzbühl, verbr.]. Heit Owend kummt de Belzenickel. Was schafft er dann bei mer? Ich nemm ehne an de Zippelkapp un werf ehne vor die Der [ KL-Siegb]. S. auch bei Christkind. — Der P. gilt auch sonst als Schreckgestalt für Kinder. Um sie beim Dunkelwerden im Haus zu halten, droht man ihnen: De B. kummt [KL-Einsdhf, verbr.]. — 2. 'Vogelscheuche in Gestalt und Aussehen des P.' [verbr., vorn. VPf]. — 3. 'unfreundlicher Mensch' [Pirmas bei Arbeitern (Otterstetter 262)]; 'eigensinniger Knabe' [ KB-Mauchh]; 'geschmacklos gekleideter Bursche' [ PS-Geisbg]. — 4. 'Weihnachtsgebildbrot in Gestalt des P.' [ PS-Lu'wink]; solche Gebildbrote als Christbaumschmuck [ LU-Alsh GH-Kuhdt]. — F.: fast allg. belds-, beldsə- (s. K.), beldsər- [ BZ-Dörrb Steinf]. Das Grundw. ist fast allg. -nigl; -negl gilt mancherorts in der SWPf. — RhWB Rhein. VI 612; Bad. I 145.
| 1. a. 'ledige weibliche Person', Sg. Mädche (mdχə, mdə; -ǟ-), Pl. Mädcher [verbr. westl. Teil der nördl. VPf vereinzelt übrige VPf (in der NPf u. WPf als Dim. zu Mäde, Märe u. a., s. unten)], Pl. Mädercher [Schandein Ged. 242 Müller Luscht un Lewe]; Sg. Madche [ HB-Altstdt RO-Lettw]; Sg. Mädel (mdəl, mdl, -ǟ-), Pl. Mädle [verbr. VPf O-PS Bertram 135 Schandein Bav. IV,2 229], Pl. Mädlich [Umg. Land], Mädele [SP-Mechth Schandein Ged. 242], Dim. Mädelche, Pl. Mädelcher [NW-Lach/Speyd LA-Gommh Land]; Sg. Madel [ GH-Neubg Wind], Mädil [ GH-Westh], Märel (mrəl) [KL-Lind Rodb NW-Elmst Speybn LU-Muttstdt LA-Essing Mörzh BZ-O'ottb Rinnth Wilgws Bertram 135], Pl. Märle [ NW-Neidfs]; Dim. Märelche, Dim. Pl. Märelcher [Schandein Ged. 242]; Sg. Marl [ PS-Bruchw], Mälel [südl. VPf (PfL 27. 1. 1923)]; Sg. Malel, Pl. Malele, Dim. Malelche [ LU-Altr], Mäl [PS-Hintwdth NW-Wachh LA-Burrw Frankw Göckling Hainf Roschb Venn BZ-Albw Dierb Eußth Hergw Ingh Stein Bertram 135], Pl. Mälich u. Dim. Pl. Mälcher [ BZ-Dernb]; Sg. Mäle [ LA-Rhodt]; Sg. Mäle, Pl. Mälich [ BZ-Steinf Nd'ottb]; Sg. Mäde, Pl. Mäd u. Mäde, Dim. Mädche [KU-Diedk Kus HB-Einöd Mimb Schwarzack Seyw IB-Habkch ZW-Hornb Ixh RO-Dörrmosch PS-Lu'wink Ruhbk Ruppw Pirmas BZ-Schwarzb Schandein Ged. 242 PfId. 90]; Sg. Mäde, Dim. Mädelche [lothr. SWPf (Keiper Nachl.)]; Sg. Mäðe (alte Gener.) Märe (junge Gener.) [KU-Kaulb (Christmann Kaulb 48, 82)], Made [ PS-Schönau]; Märe (mrə, mǟrə), Pl. Mäd (md, -ǟ-), Dim. Mädche [verbr. WPf NPf FR-Heuchh Schneckenburger 21 Schandein Bav. IV,2 229]; Sg. Märe, Pl. Märe u. Mäd [ ZW-Battw]; Sg. Mere [ RO-Duchr/O'hs, vereinzelt], Mare [ KU-Herchw Körbn WD-Hoof Ostbr PS-Bundth]; Sg. Mäle, Pl. Mäd [ KU-Bedb Erdb Jul Patb IB-Ensh]; Sg. Mäire [ WD-Niedkch], Maire [ KU-Konk]; vgl. F.; Auslandspfälzer: Mädche, Mädsche, Pl. -er u. Mädel, Pl. Mäd [Lambert Penns 101]; Medel, Pl. Med [Beam Penns 69]; Medelche, [Bd. 4, Sp. 1098] Pl. -r [Birmelin Penns Poems 25]; Mädche, Medche, Pl. -er; Mädel [Krämer Gal 145]; Mädche [Don-Tscherwk Gert verbr. Buch], Mädel [verbr. Don, Rußl-Katht Land Spey Sulz Worms]; Mäde, Mede [Don-Schowe Torscha Bulkes Hatzf Liebling verbr. Gal (Krämer Gal 145) Buch-Illisch St. Onufry]; (mēðə) 'erwachsenes, geschlechtsreifes Mädchen', Pl. (mēd), Dim. (mēdχə) 'kleines Mädchen' [ Gal-Dornf Josbg]. Der hier bezeugte Bedeutungsunterschied ist in der Pf weitgehend verblaßt. Zs.: PfWB Blitz-, PfWB Braut-, PfWB Tanz-, PfWB Juden-, PfWB Kirbe-, PfWB Konfirmanden-, PfWB Lade-, PfWB Laus-, PfWB Lehr-, PfWB Nachbars-, PfWB Neben-, PfWB Schul-, Sonntags-, PfWB Staats-, PfWB Stadtmädchen, (-mädel, -mäden); e jung, e klaan (klään) e schään, e hibsch (bildhibsch), e sauwer M. [RO-Dielkch, verbr.]; e leddich, e ausgewachse M. [Beam Penns 69]; e wiischt M. [ IB-Wolfh]; e alert (e wild) 'temperamentvolles' M. [ LU-Opp]; e stolz M. [LU-Oggh, verbr.]; e beduucht 'reiches' M. [ RO-Lettw]; e scheen mocklich 'molliges' M. [Krieger 37]; e Bild vum'e M. [ KU-Schmittw/O]; e M. wie gemolt [ LU-Opp]; e schään M., ironisch von einer bösen Frau [ KB-Gauh]. Des M. hot Backe wie Äppelcher (auch: wie Milch un Blut) [ RO-Dielkch]. Was hot des M. rore Backe! [ KU-Krottb]. Des M. is schick angezooh [Krieger 16], is ganz bläächsichdich (bleich) [ KL-Reichb], is arich blutarm, dass. [ NW-Freinsh], bringt 's Maul nimmi zamme (vor Lachen) [ PS-Burgalb]. Ei, der is e M., der hot noch kä Hosse oon!, von einem kleinen Buben, der noch Röckchen trägt [ KU-Schmittw/O]. Das M. esch en nettes, butziges Ding [ BZ-Dernb]. Vorderpfälzisch: Dess isch (d'esch) d'r emol e bitterbeis Mädel, dess hot mich unn mei Peter was ar'ch gescholte! Westrich: Das is (ess) d'r mol e birrerbes Märe (Märelche), das hot mich (meich) un unser Perer ebbes arig verscholl! [Schandein Bav. IV,2 229]. 's is schrecklich, norre dran zu denke, / Wie do die Mädcher un Madame / Han brotzle misse in de Flamme [Münch Weltgesch. 104]. Lob an ein tüchtiges M.: So e M. kennde mer aa brauche! [NW-Wachh, verbr.]. Die Borsch fehre die Mäd zum Danz (fehre se hääm) [ KU-Schmittw/O]. Der Borsch geht bei die Mäd [ RO-Dielkch], met eme M. [ ZW-Bechhf], geht dem M. zu Gefalle [ KU-Diedk]. Er dut die Mädle dricke (knotsche, kisse, bussiere) [NW-Frankeck, verbr.], de Mäd de Kopp vedrehe [KU-W'mohr, verbr.]. Er hätt gere e M., wo dausend Woche alt is [ KU-Schmittw/O, PS-Erfw]. For des M. geb ich mein Middagesse oun e gut Nachtesse drum [ LA-Wollmh]. Er kommt nit vun dem M. (los) [ KU-Diedk]. Das M. will ne net (zum Mann) [ PS-Schmalbg]. Werbung: Guck, des wär so e M. for dich! [ NW-Freinsh]. Ich wißt e M. for dich; auch: Ich kinnt der e M. verrore (verraten) [ LA-Nd'hochstdt]. [Bd. 4, Sp. 1099] RA.: Der ißt wie e M. (wenig) [ KL-Wörsb]. Er wääß nit, esch er e Bu oder e M. 'Er ist verwirrt, verlegen' [verbr.], auch von einem Betrunkenen [ NW-Haardt]. Das M. geht uf de Strich 'ist mannstoll' [ BZ-Dernb]. 's hot'n e M. gebesse (gekißt) 'Er hat aufgesprungene Lippen (Ausschlag an den Lippen)' [ GH-Zeisk]. Der had'n an dem raulich (schlechten) M. vebrennt 'Er ist geschlechtskrank' [ KL-Reichb]. Wenn man sich mit etwas weniger Zufriedenstellendem schließlich doch abfindet, sagt man: Als das!, saat das M., wie's mir'm (buckelige) Schneirer gedanzt hat (weil es keinen anderen Tänzer gefunden hat) [KU-Bechb, Hebel 50]. SprW.: Langes Fädche, faules M. [verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. E Bub wie e Laus packt e M. wie e Haus [LU-Oggh, verbr., auch Don Gal Buch]. E M. wie e Maus packt e Bu wie e Haus mit'm Maul [ebd.]. E M. wie e Faust packt e Bu wie e Haus [ BZ-Dernb]. Eher halt mer e Hand voll Fleh als wie e M., wann's Flääsch un Hoor kriet (wann's siebzeh Johr alt is) [ LU-Limbghf]. Var.: Mer kann leichter e Sack (e Korb, e Stubb) voll Fleh hiete wie e veliebtes M. [Krieger 26, RO-Dielkch BZ-Dierb]. 's is schwerer e M. zu hiede wie e Sack voll Fleh [verbr. Don Gal Buch]. Mäd sin net for in de Glasschrank se stelle [ Gal-Dornf]. 'n anner Städtche, 'n anner Mädche [Horne Penns 103]. Geheirat is kä Perd vekauft, M., mach die Aue auf! [ KU-Rammb]. E Rieb noch de Weihnachde, e Appel noch de Ouschdere un e M. noch de Dreißich sin nimmi begehrt [ LA-Herxh]. Mädcher, wu peife un Hinkel, wu krähe, denne soll mer beizeide de Hals erumdrehe [verbr., auch Penns Don Gal Buch]; Var. s. PfWB Pfarrer 1, PfWB hinausjagen. Volksgl.: Wann en M. peift, muß sie schur (engl. sure 'sicher') en Hurekind ufziege [Fogel Beliefs Penns Nr. 321]. Die Med in're Familie kriege ken Menner, wammer Pohahnefedre ('Pfauenfedern') im Haus hot [ebd. Nr. 180]. Den Mädchen soll man bei abnehmendem Monde die Haare stutzen [ NW-Frankeck]. Brauchtum: E M. kann heirade, wann's Brot backe kann [verbr. Don Gal Buch], wann's Brot backe un e Mannshemd mache kann [ Gal-Slawitz], wann's Pannkuche rumschnicke kann [mancherorts Gal Buch Don-Alexhs], wann's de Zopp dreimol um die Nos wickle kann [ Don-Gottlob], wann's de Mamlicke 'Maisbrei' koche kann [ Buch-Illisch]. Am Sonntag vor der Kerwe werden im Wirtshaus die Märe verstäägt (versteigert) [ PS-Erfw]; s. Mädchenversteigerung. Die Mädchen treffen sich Sonntags abends mit ihren Burschen in der Gastwirtschaft, wo sie sich unterhalten und singen [ LU-Limbghf]. Scherzfrage: Was ist unnötige Arbeit? Scholle kloppe un de Mädcher die Ditz roppe [ NW-Kallstdt]; Var.: Scholle kloppe un Märe wecke is unneerig (denn die Schollen [Bd. 4, Sp. 1100] zerfallen, wenn es regnet und die Mädchen stehen auf, wenn sie ausgeschlafen haben) [ BZ-Dierb, Albw]. Ein Rätsel s. PfWB Krug 1. VR.: Rege, Rege, Troppe, / Die Buwe muß mer kloppe; / Die Mädcher muß mer traa, / Die Buwe muß mer schlaa [ Gal-Neudorf]; Var. s. PfWB Bube 1, PfWB Federbett, PfWB Kaffeebohne 1, PfWB Kopf I 1, PfWB Schloße, PfWB Weide. Was batt mich mein Grase, / Wenn d' Sichel net schneidt; / Was batt mich mein M., / Wenn's bei mir nit bleibt [ SP-Harths]. Danz, M., danz, / So lang die Schuh sin ganz; / Brauchscht dich net se reie, / De Schuster macht der neie [ Gal-Brunndorf]. Daß ich e luschtig Mädel bin, / Des sieht ma an unserm Haus, / Die vorderscht Wand, die wackelt schun, / Die hinnerscht fallt ball raus [BZ-Wernbg (Feierowend 2/1950 1)]. Un 's Märe werft un wippt die Be', / Sei' Röckelche dut bamble, / Dann freilich is die Ehr net kle', / Die erschte Drei ze strample! [Schandein Bav. IV,2 385]. M., dreh die Locke, sunscht bleibscht hocke! [Pirmas]. Var.: M., brenn der Locke, bleibschte aach net hocke! [Krieger 24]. M., wu bisch du geschder gewäßt? / Drauß im grüne Gärdel. / Sach mer, wer isch dann bei der gewäßt? / Der mit dem schwarze Bärdel [GH-Berg (Stehle 35)]. Wann die Mäd geheirat hun, geschieht e Wunner: / Vorne werr'n die Reck zu korz un hinne hängen se runner [ Gal-Brotschk]. Weitere VR. s. PfWB ätsch, PfWB Pelznickel 1, PfWB Pfarrer 1, PfWB Brunnen 2, PfWB Bube 1, PfWB pumpen 1 a, PfWB Butelle, PfWB Dotter 1, PfWB drüben, PfWB Grumbach, PfWB Hafersack 1 a, PfWB iks, PfWB Johann-Peter 1, PfWB kaputtärgern, PfWB Katzenschwanz 2 b, PfWB Laden 1 a, PfWB lieben, PfWB Nebelkappe, PfWB Rose, PfWB Saft, PfWB Schublade. Kinderspiel: Willst du wissen, wie's die kleinen Mädchen machen? Beschreibung s. PfWB wissen. a. 1751: Die Buben sollen auf den Esel und die Mägdger in die Trille (zur Strafe) [Zweibr. I 61 (HB-Altstdt)]. a. 1787: Wan einer den Andern Bey einem Mädgen sieht, so soll er seinen weg gehen und keinen Lermen machen [A. Becker Eine Pfälzer Burschenschaft, in: PfW 1906 129]. — b. Im bes. α. 'Tochter', meist in Verb. mit dem Possessivpronomen, familiär; mei(n) M., unser M. [verbr., vorn. WPf]; vgl. PfWB Tochter 1; Zs.: PfWB Brudersmädchen. Die hän e klää M. kriecht 'Ihnen ist eine Tochter geboren worden' [LA-Gommh, verbr.]. Die hot lauder Mäd [ RO-Dielkch]; auch: Do sin die Märe gerore (geraten), wenn es in einer Familie nur Töchter gibt [ PS-Erfw]. RA.: Gib dem Bub das M. un die alt Kescht! (Kleiderkiste, die zur Aussteuer gehörte) 'Gib die Zustimmung zur Verlobung!' [ IB-Bliesmg/Bolch]. Er zieht anner Leit ehr M. groß, scherzh. von einem jungen Ehemann [ FR-Grünstdt]. SprW.: Dem reiche Mann sei M. un dem arme Mann sei Korn werren iwwer Nacht zeidich [JKurpf. 1927 16]. Volksgl.: Wann in're [Bd. 4, Sp. 1101] Familie lauder Buwe sin un noch ken Med, dann heescht (s. PfWB heißen 1 b α) der letscht Bu Adam, noo gebt's Med [Fogel Beliefs Penns Nr. 2024]. a. 1358: der ehrbaren Frau Katherinen, herrn Cunrades mede [HornbReg. n. 270]. — β. 'Freundin, Geliebte'; mein M. [Land, verbr., auch Don Gal Buch Beam Penns 69]; vgl. PfWB Mensch. Er geht zu seim M. [ LA-Gommh]. Du bisch mei M.! [Kaislt, mancherorts]. Neujahrswünsche: Ich winsch der e glicklich neies Johr un e M. mit roude Hoor [ GH-Schwegh]. Prost Neujohr! Ich winsch eich e Märe mit schwarze Hoor. Wann's rore hot, kann ich nix devor [KU-Krottb (Vogelsgesang 5)]. — γ. 'Verlobte, Braut', 's M., mei M. [Ingb HB-Brenschb Walsh KL-Landstl FR-Bobh Schneckhs NW-Forst Gönnh Haardt LU-Altr]. — δ. 'ältere unverheiratete Frau', e M. [ ZW-L'wied], e alt M. [KU-Bedb ZW-Battw RO-Dielkch KB-Kriegsf LU-Limbghf Oggh LA-Ilbh Gommh PfId. 90], e groß M. [ NW-Kallstdt]; vgl. PfWB Jungfer 1 b, PfWB Magd 3 b. Die Anna isch jetz ää schun e aldis M. [ PS-Erfw]. — c. 'Dienstmagd', 's Mädel [ LU-Oggh, vereinzelt], dafür verbr. Magd 1 a; in berufsbezeichnenden Zs. häufiges Grundwort: Austrag-, Bedien-, Dienst-, Fabrik(s)-, Hacker-, Hanf-, Haus-, Kehr-, Keller-, Kellner-, Kinder-, Kinds-, Kultur-, Laden-, Lauf-, Lehr-, Milch-, Monats-, Näh-, Nähters-, Reitschul-, Schenk-, Servier-, Singer-, Wald-, Wirts-, Zeitungs-, Zimmermädchen, (-mädel, -mäden); Bauernmädchen 1. — 2. übertr. a. 'Klitoris', Mädel [ BZ-Dernb]. — b. α. die Spielkarte Dame, Medche [Beam Penns 69]. — β. die Spielkarten Kreuz- u. Schippendame im Kartenspiel Solo, die Märe [ ZW-Battw]. — γ. das Kartenspiel Kreuzsolo; mit de Mäd [ KU-Diedk]. — 3. 'Wiesenschaumkraut (Cardamine prat.)' in der Zs.: PfWB Bauernmädchen 2. — F.: Die west- u. nordpfälzischen Mäde, Märe, Mäle setzen *meidin (ahd. magatīn) voraus (zur Lautentwicklung d > r, bzw. l s. PfWB Jüdin, K. 215), Mädche, Mädel sind Dim. zu PfWB Magd (Etym. s. d.). Die hist. bezeugte F. megdgen (mit vorhandenem -g-) ist kanzleispr. Der Diminutivgehalt des -l in Mädel, Märel ist verblaßt, weitere Diminuierung mit dem aus dem NW in den vorderpfälzischen Raum vordringenden -che in Mädelche, Märelche. — Südhess. IV 474 ff.; RhWB Rhein. V 697 ff.; LothWB Lothr. 349; ElsWB Els. I 650/51, ALA I, K. 13; Eichhoff WA I, K. 2.
| 1. a. eine Flüssigkeit p., wie schd., bumbe (bumbə) [fast allg.], bombe [verbr. lothr. SWPf], pumfe [GH-Bellh (1930)]. Zs. PfWB aus-, PfWB hineinpumpen. Ein Fingerspiel für Kinder wird von folgenden Worten begleitet: Zwää Mädcher wollen Wasser hole (dabei bewegen sich beide Zeigefinger der gefalteten Hände), un zwää Buwe bumbe (die Daumen bewegen sich); do guckt der Herr zum Dor eraus un saat: Gun Dag, ehr Lumbe (es bewegt sich nur ein Zeigefinger) [ KL-Weilb, ähnlich KU-Diedk KL-Hütschhs]. — b. einen p. 'einen trinken'. Mer bumbe enner [ BZ-Wind]; vgl. PfWB bumpsen 3. Syn. [Bd. 1, Sp. 1348] s. PfWB trinken. — 2. a. Luft p. in der Zs. PfWB aufpumpen. — b. 'atmen'. Der bumbt awwer, wer schwer atmet [verbr.]. Die Kuh bumbt [ LA-Herxhwey Roschb GH-Hatzbühl Leimh]. De Maaikäwwer bumbt 'bewegt vor dem Flug, gleichsam atmend, den Kopf vor und zurück' [Kaislt, verbr.]. Syn. s. PfWB schnaufen. — 3. 'verleihen, entleihen', von Geld, seltener von Gegenständen. Kannscht mer e Mark bumbe ? Gewiß, ich bump der se gern [LU-Neuhf, allg., bei älteren Auslandspfälzern kaum gebräuchlich]; vgl. PfWB borgen. Syn. s. PfWB lehnen. Zs. PfWB anpumpen1. RA.: Do kennt jeder kumme un kennt saache: bump mer emol dei Fraa! [Land]. VR.: O ihr arme Wackeklopper, o ihr arme Lumpe! Wanner 's Geld versoffe han, gehn ehr wieder pumpe [Feierowend Nr. 5/1950]. — Südhess. I 1224; RhWB Rhein. VI 1195/96; LothWB Lothr. 72; ElsWB Els. II 49; Bad. I 368.
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