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 PfWB Bellen-baum (Bd. 1, Sp. 688)   PfWB Pfad (Bd. 1, Sp. 780)   PfWB Pfädel-treter (Bd. 1, Sp. 781) 
   Bellen-baum m.: 'Pappel (Populus nigra u. alba)', vgl. PfWB Belle; Bellebaam, -boom, -bääm [verbr., vorn. nördl. VPf u. südl. WPf, zur Lautform des Grundwortes s. PfWB Baum], Bellebaam [ KL-Fischb FR-Beindh Flomh]; bei den Galizienpfälzern allg. für 'Pappel' gebräuchlich, Lautform zumeist Belleboom, selten -baam. Volksbr.: Einer Verstorbenen von schlechtem Ruf soll man einen Bellenbaum auf das Grab pflanzen [Umg. Land]. VR.: Dort unne, dort owe, wu der Belleboom steht, wu er in's Huwers Hof neisieht: dort laaft die Marie mit schnellem Mut und steckt ehrem Ludwig e Strauß an de Hut [ Gal-Obl]. — RhWB Rhein. I 609; Saarbr. 23; LothWB Lothr. 34; ElsWB Els. II 43; Bad. I 144.

 

  Pfad m.:
1. 'Pfad zwischen zwei Beeten im Garten', Pad, Padd, s. F. [allg.]; oft im Dim. Pädche, Pädelche, Päddel; Pädcher trede 'durch Fußtapfen das Gartenland in Beete einteilen' [nördl. VPf]. RA.: Der hot Fieß (Schuh) for Pädcher se trede, von großen, breiten Füßen (Schuhen) [Kaislt, allg.]; vgl. PfWB Pfädeltreter. Sie guckt sich e Pädche noo'm aus 'hält lange vergeblich nach ihm Ausschau' [Kus]. In KU-Liebsth nennt man auch die beim Bohnenlegen mit der Hand gezogenen Furchen Pädcher (Angaben für 1930); vgl. PfWB Bohnenfurche. — Zs. PfWB Gartenpfad. —
2. 'unbefestigter Fußgängerweg durch Feld, Wiese, Wald' [allg.]; de Pad (Padd) gehe 'einen bestimmten Pfad entlang gehen' [allg.]. Zs.: PfWB Wald-, PfWB Wiesenpfad. Vgl. auch PfWB Sau-, PfWB Lauspfad. a. 1329: den pat hinvz (hinaus) [Niedhammer 51]. a. 1448: die phade sollen han drittehalben fusz in der breiden [Grimm Weist. V 601 (Rechte der Abtei Limburg)]. a. (nach 1485): ein pfadt für vnd für [PfWeist. I 226 (NW-Dackh)]. — VR.: Dort unne, dort owwe, wo de Linnebaam steht, dort wo der des Pädche an Hannarems annegeht, dort steht der das Gretche in frohem Mut, un steckt der dem Hannes e Sträußche an de Hut. Ach Gretche, ach Gretche, des dät ich doch net, er roppt dich un zoppt dich un maan dich doch net [F. Heeger in Feierowend 1950 Nr. 8]; Var. s. bei PfWB Bellenbaum. —
3. 'der für die Fußgänger bestimmte Seitenteil der Straße' verbr., s. K. 34 bei Perme. Zs.: PfWB Nebenpfad. —
4. FlN einer sehr fruchtbaren Gewanne in LA-Nd'hochstdt; mit Anspielung darauf die RA.: Er esch gut 'zahlungsfähig', er esch vun Hauscht, er hot e Äckerle am Pad. a. 1612: wingart ... geforrcht oben der Padt [DisibSchR (RO-Odh)]. — Das Wort erscheint in vielen zusammengesetzten und zweigliedrigen FlN: Allmend-, Bangerts-, Berg-, Bernel-, Born-, Brot-, Buben-, Ebers-, Eberts-, Enten-, Esels-, Faul-, Finken-, First-, Franzosen-, Fuß-, Gäßchens-, Geißels-, Gerichts-, Gerings-, Geroldis-, Gerolds-, Gippen-, Golden-, Grund-, Hagen-, Hälden-, Hart-, Hasen-, Häuser-, Hecken-, Heer-, Herren-, Hohlbaum-, Hunds-, Hünkels-, Hut-, Hütten-, Jakobs-, Juden-, Karle-, Katzen-, Kiesel-, Kirchen-, Klausen-,

[Bd. 1, Sp. 781]
Kloster-, Kreuz-, Kuckucks-, Lechen-, Lein-, Letten-, Liß-, Loch-, Lohe-, Lucies-, Mandel-, Mark-, Mühl-, Nacker-, Nonnen-, Not-, Olig-, Pilger-, Reit-, Reiter-, Renn-, Rinds-, Roß-, Scheid-, Schild-, Schlee-, Schmalen-, Schmidten-Schnecken-, Schweins-, Stecken-, Steigel-, Stickel(s)-, Stiegel-, Tretschen-, Trompeters-, Warten-, Wein-, Wiesen-, Wingerts-, Zwerchpfad; Gottesacker-, Kloster-, Kriegs-, Woogpfädlein; Bänninger, Berschweiler, Bexbacher, Bierbacher, Bolander, Bornheimer, Freinsheimer, Freundisch, Glashütter, Häsler, Heuchelheimer, Kirkeler, Kleiner, Pfriemer, Reformierter, Reinharder, Römischer, Roter, Seebacher, Simter, Sprenger, Steigener, Sulzhofer Pfad. — F.: WPf, nördl. u. mittl. VPf haben gedehnten Vokal; in der südl. VPf einschl. Ostteil von PS ist die alte Kürze erhalten; nördl. Außenorte der Kürze für 1937 sind nach Bertram 21: GH-Lingf Weingt LA-Kl'fischl Gr'fischl Venn Maik Mart. Die Dehnung ist im Vordringen, vgl. Bertram a. a. O. Im größten Teil der WPf und in der nördl. u. mittl. VPf (ebenso fast durchweg bei den Auslandspfälzern) gilt pd, in Kaislt u. Umg. pād, in der südl. VPf pad. Pl.: pd bzw. pęd. Dim. Sing.: pdχə, pędl (pęðl, pęrl), Pl.: pędχər, pędəlχər, pędliχ, pędlə, Verbr. wie bei Bäumchen, s. K. 27. — RhWB Rhein. VI 643 ff.; ElsWB Els. II 132; Bad. I 182; Hess.-Nass. II 573/74.

 

   Pfädel-, Pfad-treterm.:
1. scherzh. Bez. für große Füße, Padtreder [ RO-Obd], für einen Menschen mit breiten, großen Füßen, vgl. PfWB Pfad 1, ðeltreder (pðəldredər) [ LU-Alsh], Pädels- [ LA-Gommh], Päddel- [ LA-Flemling]. —
2. Uzname für die Bewohner von NW-Niedkch, Pädeltreter [Krieger]. —
3. 'Wegerich (Plantago)', Pädelsträter [NW-Duttw LA-Böbing (Wilde Nachträge)]; Syn. s. PfWB Spitzwegerich. — RhWB Rhein. VI 644/45; Hess.-Nass. II 574.