| Netz-Navigator | ||||||||||||||||||||||||||||
| PfWB be-legen (Bd. 1, Sp. 686) | PfWB legen (Bd. 4, Sp. 872) | |||||||||||||||||||||||||||
1. etwas b., nach dem Schd. a. einen Weg, den Hof mit Platten b., belee, beleeche (s. F.) [verbr.]; dafür auch (mit Platten) zulegen; vgl. auch PfWB plätteln. — b. Brot mit Wurst, Fleisch u. dgl. b.; beleechdes Breedl [ PS-Erfw.]; dafür gew. Wurstbrot u. dgl. — c. einen Platz b.; dafür häufiger PfWB reservieren, PfWB aushalten. — d. Die Zung is beleet [Kaislt, allg.]; belechde Mandele [ RO-Lohnsf, allg.]. 2. ein Muttertier b. lassen 'decken lassen', allg. vom Pferd, vielerorts auch vom Hund, in FR-Bockh auch von der Katze. Die Auslandspfälzer wenden das Wort nur auf das Pferd an. Syn. s. PfWB begatten. — F.: WPf u. NPf allg. lē(ə), oft lējə. Der westl. Teil der mittl. VPf und die südl. VPf sprechen fast allg. leχə; in und um Neustadt sowie am Rhein von LU-Altr bis Germh ist nach Bertram 117 — χ in — — gewandelt (leə). Der östl. Teil der mittl. sowie der nördl. VPf haben leöə; in und um Lu'haf hört man auch legə. Im westl. Teil dieser Gebiete gelten lējə u. lēə. Vgl. Bertram a. a. O. — RhWB Rhein. V 298/99; ElsWB Els. I 573; Bad. I 143.
| I. gegenst. 1. trans. a. α. 'in eine waagrechte Lage bringen', lege (lēgə) [verbr. nördl. VPf], leche (leχə, -ē-; --) [verbr. mittl. u. südl. VPf, vereinzelt übrige Pf Bertram § 201, 203 Christmann in: PfMus. 1925 161], (leöə, -ē-) [mancherorts nördl. VPf (neben -g-) vereinzelt mittl. u. südl. VPf], le(j)e (lē(j)ə, -e-; lē) [verbr. WPf NPf vereinzelt VPf Christmann Kaulb 9 Mang 152, 88 Otterstetter 48 Henn Mda.-Int. 114, 294 Höh 92 Lambert Penns 99 Don-Schowe Torscha Gal Buch Rußl], lää [ Gal-Beckersd], leen [ PS-Kröpp Merzalb O'simt Ruppw Schweix]; zur Verbr. in der Pf s. K. 275; Part. Perf. gelegt, gelecht, geleet; die Ohre l., von bissigen Pferden [ KU-Schmittw/O]. — β. 'in eine bestimmte Form bringen, ordnen'. Mädchen, die aus der Volksschule entlassen wurden, dun de Zopp um de Kopp l. [ LU-Alsh]. Er leet die Stern (Stirn) in Falde [ KU-Schmittw/O]. — γ. 'ausbreiten, bereitstellen'; zum Zusammenbinden der Glecke Strick l. [ KB-Kriegsf], Strohsääler l. [LU-Opp, verbr., auch Don Gal]; zum Fangen des Wildes e Schlupp (Schlopp, Pl. Schlipp, Schlepp) l. [verbr.]; Gift l. [verbr.]. — δ. 'irgendwohin bringen'; Hei l. 'Heu laden' [verbr.]; eppes aus de Hand l. [ KU-Schmittw/O]; 's Bää in Gipsverband l. [ LA-Gommh, WD-Niedkch NW-Kallstdt]; 's Flääsch in die Lack l. [ NW-Kallstdt LU-Altr], in de Essich l. [KU-Bedb Land BZ-Dierb]; de Wein in de Keller l. [ BZ-Heuchh]; 's Kind ins Bettche l. [Zweibr]; den Toten en die Lad l. [ WD-Niedkch], ins Grab l. [ BZ-Dernb]. Leg's nar! 'Leg's nur hin!' [ SP-Mechth]. Der hat Schwääßfieß, der muß sich Strohsohle in sei Schuh l. losse [ KL-Reichb]. Einem Kind, das einen Hasen fangen möchte, empfiehlt man: Du musch'm Salz uf's Schwänzel (uf die Pritsch) l. [ NW-Freinsh, Wachh LA-Gommh]. VR. s. PfWB abtrocknen, PfWB ausziehen 1 a, PfWB Bach 1, PfWB heimtragen. — ε. 'anbringen, befestigen'; de Fußboddem l. [ LU-Opp, RO-Dielkch KB-Kerzh NW-Frankeck LA-Mörzh]; e Tritt l. [ KU-A'glan]. a. 1574: Item 4½ schilling ist auff ganen alß sey den Schlußsteyn han gelachten [SSp, Kirchenrechnungen Bl. 66 (BZ-Wernbg)]. — b. α. 'Furchen für die Aussaat mit der Hand ziehen'; Stufe l. [ KB-Niefh]. — β. 'Samen in den Boden bringen'; Bohne, Grumbeere l. [verbr.]. a. 1837: mann konnte nichts [Bd. 4, Sp. 873] ![]() γ. Feier l. 'Brand stiften' [ KB-Kriegsf]. — c. 'in einen anderen Zustand bringen'; luck l. 'auflockern' [ BZ-Dernb]; trocke l., von einer sumpfigen Wiese [mancherorts]. — d. 'ein Ei hervorbringen' (mit und ohne Auslassung des Obj.). Unser Hinkel le'e noch net [KU-Kaulb, verbr.]. Wann die Gäns le'e, därf mer se net roppe (sonst legen sie nicht mehr) [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er will e Aai l. 'Er hat etwas vor' [ KL-Wörsb]. Der laaft erum wie e Hinkel, wo l. will, von einem unruhigen Menschen [ KU-Kaulb]. Mer määnt, der wollt e Aai l., dass. [KU-Hundh, mancherorts NPf], 'Er stottert' [ ZW-Bechhf]. Spöttisch zu einem, der nicht [Bd. 4, Sp. 874] mittun will: Geh hääm un lech e Ei! [ BZ-Albw FR-Tiefth]. Mer Pälzer lechen jo vor jedem Satz immer erscht e Ei [Pfälz. Volkszeitung 39/1968 23]. Der hat sein Ei geleet, scherzh. vom Stuhlgang [ ZW-Schmitshs]. Was nie stattfindet, tritt ein, bis de Gockel (die Katz) e Ei legt [ NW-Kallstdt SP-Heiligst]. Der bekemmert sich emmer oum oungeleete Äier 'um nutzlose Dinge' [ WD-Niedkch]. Sie gäckst un lecht nimmeh, scherzh. von einer älteren heiratswilligen Frau, die keine Kinder mehr bekommt [LA-Impfl]. Ich wollt, ich wär e Hinkel, morgens dät ich mein Ei le'e un ging dann de ganze Dag met'm Gockel spazeere [NPfGV 1926 18]. Grußformel an Ostern: Hat de Has schun geleet? [ RO-Ebbg, <]. Ich will gucke, ob de Has geleet hat [ NW-Bobh]. Am Ostersonntag kommen arme Kinder zu wohlhabenderen Leuten und sprechen: Ich wollt emol fro'e, ob de Has geleet hätt. Sie bekommen dann ein Osterei, Kuchen oder Geld [ KB-Kriegsf]. Wunsch an den Osterhasen: Lechscht mer ellää all dei Eier [Runck Gucke 16]. Der hat newer's Nescht geleet 'einen Fehler gemacht, falsch spekuliert, eine schlechte Partie gemacht' [Krieger 20, KB-Kriegsf NW-Freinsh]. SprW.: Gescheite Hinkel leje aa als näwe's Nescht, dass. [PS-Windsbg, so u. in Var. verbr., auch Don Gal Buch]. Wer gäckst, muß leche 'Wer A sagt, muß auch B sagen' [ LA-Nd'hochstdt, mancherorts]. Var.: Hoscht gegackst, dann lee aach! [KU-Trahw, verbr., Gal-Obl]. VR.: Eich waaß, was ich waaß: / 's Hinkl es de Has; / Die Modder färbt die Aajer, / De Vadder leet se ins Gras [ KU-Kaulb, Diedk KB-Bennhs Biedh Kerzh LU-Alsh Friesh]; weitere VR. s. PfWB Bib 1, PfWB eins 1, PfWB Osterhase. — 2. refl. a. 'sich in die waagrechte Lage begeben'. α. Die Hoor legge sich [LU-Neuhf, verbr.]. 's Korn leet sich [mancherorts]. Befehl an den Hund: Lee dich! [ KU-Schmittw/O KL-Hütschhs PS-Gersb Schmalbg KB-Biedh Kriegsf FR-Bockh]. Leg dich! [ KL-Reichb LA-Edh]. Legscht dich! [ BZ-Gossw]. Lischde dich! [ RO-Lettw]. — β. 'sich ins Bett legen, schlafen gehen'; sich l., sich uf's Ohr l., sich ins Bett l., uf die Seit (de Buckel, de Bauch) l. [verbr.]. Leg dich! 'Geh schlafen!' [verbr.]. Geh hääm un legg dich uf's Ohr! [ LU-Alsh]. Der leet sich mit Schuh un Strimp ins Bett [ KU-Schmittw/O]. Wann dein Hosse verreß sein, muschde dich so lang ins Bett le'e, bes se geflickt sein! [ebd.]. SprW.: Mer zieht sich net ehnder aus, bis mer sich leet 'Man soll sein Vermögen behalten, bis man stirbt' [ Gal-Josbg, Var. Gal-Reichb]. Legscht dich gut, so liegschde gut [ BZ-Dernb]. — γ. 'sich infolge von Krankheit ins Bett legen (müssen), krank werden'. Er hot sich gelecht [LA-Gommh, verbr.], hat sich l. misse [ PS-Erfw, WD-Niedkch BZ-Albw]. Er hot sich vor e Dager achte (vor etwa acht Tagen) gelegt [ NW-Freinsh]. Er hot sich gelegt un steit nimmer uf, von einem Schwerkranken [ LU-Opp]. — δ. Wenn die Braugerste verhagelt, muß mer sich krumm lege (damit der Magen zusammengepreßt und der Hunger unterdrückt wird, weil nichts zum essen da ist) [PfRh. H. 3, März 1960]. — ε. Aufforderung beim Klickerspiel: Lee dich! 'Lege einen Klicker hin!' [ KL-Siegb]. — b. α. 'sich niedersenken, herabfallen'. De Newwel lecht sich [ BZ-Albw, KL-Stelzbg]. — β. 'nachlassen, aufhören'. De Wind leet (lecht) sich, hot sich geleet (gelecht) [verbr.]. WR.: Wann de Wind sich lecht, gebt's Rechewerrer [ BZ-Annw, Dierb LA-Gommh]. — II. übertr. 1. trans. Er hot Hand an sich (selbscht) gelecht 'hat Selbstmord [Bd. 4, Sp. 876] begangen' [LA-Gommh, verbr.], an aane geleet 'hat eine Gewalttat an jemandem begangen' [ KU-Kaulb]. De Lehrer hot'n iwwer's Knie (die Bank, de Stuhl) gelegt 'hat ihn verhauen' [BZ-Dernb, verbr.]. Die hun en uf's Stroh geleet 'haben ihn betrunken gemacht' [ KB-Zell]; Syn. s. PfWB betrinken. Er legt die Händ in de Schoß 'tut nichts, faulenzt' [LU-Alsh, verbr.]. Dem hun ich nix in de Weg geleet 'Ich habe ihn nicht in seinem Vorhaben gehindert' [KU-Schmittw/O, verbr.]. For dene lee ich die Hand ins Feier 'verbürge ich mich' [Krieger 16, mancherorts]. Ich lee der eppes uf die Stää (Stiege) 'Ich tu dir einen Gefallen', ironisch vom Gegenteil [ FR-Ebertsh], mit dem Zusatz: daß de dich net se bicke brauchscht, dass. [ ZW-Krähbg], 'Ich möchte von dir in Ruhe gelassen werden' [ KL-Steinwd]. Dem werr ich 's Handwerk leche 'Ich werde seinem üblen Treiben ein Ende setzen' [Krieger 40 KU-Schmittw/O]. Er dut'n uf's Kreiz leche 'ihn übertölpeln, hereinlegen' [Bergz, mancherorts]. Mer därf net alles uf die Goldwoo (Woo, Wooch) le'e 'Man darf nicht alles wortwörtlich, übergenau nehmen' [RO-Als, verbr.]. Bei dem muß mer jed Wort uf die Goldwoog lege 'genau überlegen, was man sagt' [ BZ-Dernb]. — 2. refl. Wend. für 'Er macht Bankrott': Er legt sich [ LU-Opp], lecht sich uf de Bauch [ NW-Meckh LA-Birkw Ilbh BZ-Nd'ottb Sarnst], uf de Buckel [ RO-Dielkch], uf die Seit [ KB-Zell LA-Böbing], uf de Leib [ FR-N'lein], uf's Stroh [KU-Schmittw/O PS-Hintwdth LA-Impfl BZ-Sarnst]. Sei Zorn hot sich geleet 'Er ist nach einer Aufregung wieder ruhig geworden' [KU-Rutsw/G, verbr.]; vgl. PfWB verrauchen 2. Er hat sich in de Riß geleet 'Er hat sich (für das Gelingen eines Vorhabens) energisch eingesetzt' [ KU-Trahw]. Was brauch der sich so in de Riß se le'e! 'sich um etwas zu kümmern, was ihn eigentlich nichts angeht' [ebd.]. Die Bas lecht sich ins G'scherr 'gibt sich alle Mühe (um eine Heirat zustandezubringen)' [ LU-Böhl, KU-Schmittw/O]. Sie lecht sich ins Middel 'schlichtet einen Streit' [ LA-Frankw]. Der lecht sich an (in) de Lade 'macht sich wichtig, ist vorlaut, prahlt' [BZ-Dierb, KU-Schmittw/O Krieger 14 Kühn Palz 136 mancherorts Don Gal Buch] 'läßt sich nicht unrecht tun' [Klein Prov. (1792) 269]. Er leet sich liewer uf die Gemään as se schaffe 'Er läßt sich lieber auf Gemeindekosten unterhalten als zu arbeiten' [ KL-Katzw]. — Zs. u. Abl.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB be-, PfWB bei-, PfWB darauf-, PfWB darum-, PfWB ein-, +er-, ver-, vor-, fort-, heraus-, herein-, herüber-, herum-, hin-, hinan-, hinein-, hinter-, lahm-, los-, nieder-, über-, übereinander-, um-, unter-, zu-, zurück-, zusammenlegen. — Südhess. IV 238 ff.; RhWB Rhein. V 291 ff.; ElsWB Els. I 572.
| |||||||||||||||||||||||||||
|
| |||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ||||||||||||||||||||||||||||