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| PfWB Bein (Bd. 1, Sp. 668) | PfWB Weck (Bd. 6, Sp. 1116) | |||
1. 'Knochen'. De Kamm es vun Baan 'ist beinern' [ KB-Albish]. Diese Bedeutung erscheint sonst nur noch in festen Prägungen. RA.: Hals un Baa breche [ KU-Rothsbg, allg.]. a. 1567: ein carstvogt ... über hals und bein 'über Leben und Tod' [PfWeist. I 70 (KL-Baalbn)]. a. 1569: unsere ... oberste Gerichtsherren ... über Hals und Bein [Weist. von Heimkirchen (Prot-KArch.)]. Das geht aam dorch Mark un Baan [ FR-Bockh, allg.]; e Kält, daß Stään un Bään zammefreere [ ZW-Gr'bundb, allg.]. VR.: Äne, däne, Dore, die Geiß geht im Kore, der Hirt leit im Loch, hat Hals oun Bään gebroch [ WD-Niedkch]. Volksbrauch: Wenn Kinder die Milchzähne verlieren, werden diese unter die Bettlade geworfen, wobei man sagt: Mäusel, Mäusel, da hab ich ään Bäänl, gib mer ään Zähnl [ PS-Erfw FR-Lambsh BZ-Mühlhf]. S. auch bei Maikäfer. Zs.: PfWB Eis-, PfWB Elfen-, Kinn-, [Bd. 1, Sp. 669] PfWB Schien-, PfWB Steiß-, PfWB Zungenbein. — 2. 'untere Gliedmaßen beim Menschen, vordere und hintere Gliedmaßen des Tieres'. 's Been dut mer weh [westl. WPf, allg.]. Er hot sich 's Baan gebroch [NPf, allg.]. Ich schlaa der die Been am Aasch ab, Drohung gegenüber einem Kind, das sich zu weit entfernt hat [ZW-Stamb, allg.]. Die Bäin gihn noch 'tun noch ihren Dienst' [ KU-Schmittw/O, KB-Gauh]. Spöttisch von Beinen: Hääse s. Hächsen, Lääf s. Läufe. Dicke Beine bezeichnet man scherzhaft als Stempel, B. wie Butterfässer, B. wie e Elefant; lange Beine sind Bee bis uf d'r Bodem [Fogel Prov. Penns. Nr. 104]. Einem Langbeinigen ruft man zu: Mach e Knopp in dein Been! [Hebel 20]. Dünne Beine sind Stecke, Reffestecke, Helzer. Von einem Dünnbeinigen sagt man: Dem schlenkere die Bęin en de Hose wie e Nähtsfarem em Rahmhawe [ WD-Niedkch]. Ulkruf nach der Melodie des Posthorns: Pafie - pafäh - hot die paar Bään! [Kaislt]. Beinschäden: B. wie e Bäcker 'X-Beine' [NW-Frankeck, verbr.]; vgl. Bäckerbein; B. wie e Dachs 'O-Beine' [NPf WD-Niedkch]; vgl. PfWB dachsbeinig; Baan, daß mer e Bierfäßche dedorch scheiwele kann [KB-Bennhs, verbr.]; Bään wie Wagelääf (gebogener Lauf der Wiege) [ PS-Erfw]. Sie hot's in de B. 'hat eine Beinkrankheit' [allg.]. Zs.: Kinds-, PfWB Manns-, PfWB Weiberbein; PfWB Tanzbein; Hammel-, PfWB Schafs-, PfWB Hinter-, PfWB Vorderbein; Bierfäßchen-, PfWB Dachs-, Fäßchen-, PfWB Haken-, PfWB Lang-, PfWB O-, Reiter-, Roman-, PfWB Säbel-, PfWB Salon-, Schepp-, PfWB Stampfel-, Stekken-, PfWB Stempelbein; PfWB Hickel-, Knapp-, PfWB Schnärr-, PfWB Stinkbein; Gummi-, PfWB Holz-, PfWB Stelz-, Stütz(el)bein. — RA.: Auf die Frage, wie es gehe, wird geantwortet: Immer noch uf zwää Been [ ZW-Hornb, allg.], auch mit Zusätzen, wie z. B. ... wie e Gans, nor net so wacklich [ HB-Kirrbg]. Alles uf de Baan 'in Bewegung, arbeitet kräftig mit' [ FR-Bockh, allg.]. Er macht sich uf die Been 'begibt sich auf den Weg' [ ZW-Ixh, allg.]. Er nemmt de Weg zwische de Bään, dass. [ LU-Friesh]. Wart, ich mach der gleich Bään! [ ZW-Battw, allg.]. Die Bään iwwer de Aarm nemme 'schnell laufen' [ LA-Nußd]; die Bään ufhewe, dass. [ KU-Herschw/Petth]; de Schwanz zwische die Bään nemme 'Reißaus nehmen' [ZW-Bottb, verbr.]. Uf eem Bään geht mer net hääm, scherzhafte Begründung, wenn man noch ein zweites Glas leeren möchte [ KU-Bedb, allg.]. Er lääft sich die Bään am Aarsch ab, 'macht um einer Sache willen viele Wege' [ GH-Hatzbühl, allg.], ... reißt sich kään Bään aus 'strengt sich nicht an' [KB Kerzh, allg.]. Stell dich uf de Kopp un verwunner dich mit de Baan, wenn einer seine Bewunderung übertreibt [ KU-Kaulb]. Er is mit'm linkse Been ufgestann 'ist schlecht gelaunt' [ KU-Diedk, <]. Er ging geern mit 'm große Hund pisse, bringt awwer 's Bään net in die Heh [Kaislt]. Der hot Nodle im Been 'ist verrückt' [ ZW-Bottb]. Der steckt soim Vatter die Bään unner de Disch 'lebt noch im Elternhaus' [NW-Freinsh, verbr.]. Er kummt wirrer uf die Bäin 'wird wieder gesund' [ KU-Schmittw/O, allg.]. Er steht nimmi fescht uf de Bään 'ist hinfällig' [ ZW-Gr'bundb]. Er geht uf de letschde Been 'ist todkrank' [ LA-Nd'hochstdt], steht mit äm B. im Grab, hot die B. gestreckt, dass. [verbr.]. Der bringt nix uf die Bee [GH-Schwegh, verbr.]; aam uf die Baan helfe [ FR-Bockh, allg.]. a. (o. D.): soll ihm die gemein ein behaußung uf die bein stellen [PfWeist. I 385 (NW-Elmst)]. Reiß mer 's Baan aus, daß ich lache muß [ KU-Hefw, BZ-Dierb]. Das is besser wie e Been gebroch [verbr. Gal Buch Don Rußl]. 's werd schun werre, der Orschel ehr Bään 'Es wird alles wieder gut', scherzh. [Kaislt]. SprW.: Was mer nit im Kopp hot, des muß mer in de Bään han [BZ-Dierb, verbr.]. Wanns em Esel so wuhl eß, gerer ufs Eis un bricht e Baa [RO-Steinb, verbr.]. Die Lüge hen korze Bee un laafe sich glei müd [Daniel Miller, Pennsylvania German Vol. II, Reading 1911]. Morjestunn had Gold im Mund, awwer Blei in de Bään [ LU-Maudach]. Volksgl.: Wammer Reddich steckt, muß mer sage: So lang as mei Aarm, so dick as mein Been [Fogel Beliefs Penns Nr. 954]. Rätsel: 's kummt eppes mit vier Ohre un sechs Bään zum Dor rein (Reiter) [ GH-Zeisk]. 's hängt ebbes an de Wand un streckt die Bään auseinand (Schere) [Hebel 115]. KR.: Stork, Stork, Steene, mit de lange Beene, mit de korze Kniee, Jungfrau Mariee. Hot e Kind gfunne, war in Gold gebunne, flieg übers Bäckerhaus, hol drei Weck raus, mer een, der een un dem annere gar keen [Heeger Tiere 2. T., 23]. Var. s. bei PfWB Bäckerhaus u. Weck. Ame, die Gäß geht im Same, de Bock geht im Gras, kummt de Bauer mit me Stään, werft em Bock zwische die Bään [ LU-Limbghf]. Weitere VR. s. u. PfWB Bauer 1, PfWB Lauterbach u. Wagner. — 3. 'Beinähnliches', an Geräten, bes. Tisch, Stuhl, Bank, Windmühle; Zs. PfWB Schank-, PfWB Tischbein usw.; an der Hose, Zs. PfWB Hosenbein. — 4. Mangel am Bän, scherzhafte Verunstaltung von Magnum bonum, einer Kartoffelsorte [Wilde 116]. — F. s. K. 30: bēn, bn, bān, Penns.: be:. Pl. fast allg. wie Sg.; ZW-Battw.: Sg. bn, Pl. bn; FR-Tiefth: Sg. bē, Pl. bn; SP-Heiligst:. Sg. bn, Pl. bnər; Gal-Obl: Sg. bn, Pl. bn u. bnər; Pl. mit -er auch in manchen VR, z. B. Storch, Storch, Steener, mit de lange Beener. Dim. WPf u. nördl. VPf mit -χə (bnχə usw.), mittl. u. südl. VPf mit -(e)l (bnl); LA-Nd'hochstdt bęχl, Pl. bęχliχ. — RhWB Rhein. I 589 ff.; Bad. I 139/40; ElsWB Els. II 51.
| 1. 'Weißbrötchen mit Längsrille', Weck (węg, weg) [allg., Bernhard 187 Castleman Zweibr 30 Christmann Kaulb 66 Mang 88 Müller Dietschw 71 Schneckenburger 33 Lambert Penns 174 Danner Penns 108 Krämer Gal 239], Wecke [Klein Prov. 228 Stoll 37]; Pl. Weck [ges. Pf], Wecke [Beam Penns 106]; Dim. Weckche [WPf], Weckle [VPf], Weckele [ PS-Erfw], Dim. Pl. Weckcher [vereinzelt, Beam Penns 106]; Zs.: PfWB Batzen-, PfWB Pfennigs-, PfWB Pfetter-, PfWB Prüfungs-, PfWB Butter-, PfWB Tabaks-, PfWB Doppel-, PfWB Eier-, PfWB Examen-, PfWB Fizen-, PfWB Halbkreuzer-, PfWB Hoden-, PfWB Königs-, Kreuz-, PfWB Kümmel-, PfWB Leichen-, PfWB Lücken-, PfWB Milch-, PfWB Mohn-, PfWB Neujahrs-, PfWB Oster-, PfWB Roten-, PfWB Salz-, PfWB Schlitz-, PfWB Semmel-, PfWB Spitz-, PfWB Stahl-, PfWB Staub-, PfWB Steigungs-, PfWB Stollen-, PfWB Stutzen-, PfWB Wasser-, PfWB Zeil-, Zukker-, PfWB Zweipfennigsweck; s. Abb. 110: traditionelle Weckformen; Weck austroon 'Brötchen austragen' [ KU-Schmittw/O]; en halwe (doppelde, merwe 'mürber') W. [vereinzelt]. Beim Bäcker sin se ingedrung / Un hannem all die Weck verschlung [Münch Werke I 84]. Morgens drag ich Weck rum vor de Schul [Karl Räder: Verlowung im Pälzer- [Bd. 6, Sp. 1117] wald. Neustadt/Haardt 1913 16]. Die Weck daaft se in Brödcher um [Sommer Hausapothek 27]. Sinn die Weck wegg? - Die Weck sinn all all [PS-Rodalb (Bernhard 211)]. Ich hett gärn neuneneunzich Weck! [Damm Nawwel 69]. Jesses, was han mir do alles fer Weck! [Kröher Lyoner 99]. RA.: Der hot keen Kreizer (drei Penning) mehn vor 'n Weck 'ist verarmt' [ NW-Weish/S]. Die Aajer gehn alleweil wie die Weck uf em Lare 'Die Eier verkaufen sich zur Zeit gut' [ ZW-L'wied]. Es geht so schnell (so wolfel 'wohlfeil') wie e Weck vom Lade [Rockhs, Schandein Sprachsch.]. Des koscht's, wie de Weck uf em Lade [ LU-Muttstdt]. Er harem (hat dem) Bäcker e Weck gestohle, sagt man bei Schluckauf [ PS-Erfw, KU-Bedb LA-Nußd]. Mei Döchder gehn ab wie frische (warme) Weck 'heiraten rasch' [Krieger 32, KU-Kaulb Münch Werke I 231]. Bohne dun mich krone, Weck un Weißbrot is mei bitterer Dod [ KU-Kaulb, KL-Weilb Gal-Dornf]; Var. s. PfWB bitter 2. Unbestimmte Antwort auf die Frage, was es Neues gibt: Frische Weck un kleene Kinner [Land]. Wette: Ich hab' eher 'n Schobbe Bier durch de Strohhalm getrunke, als du 'n Weck gesse hoscht [LU-Muttstdt (Wilde 148)]. Volksbr.: Der W. ist ein Gebildbrot zu verschiedenen Festen oder Anlässen: Neujahr [HB-Breitft NW-Ellstdt Stoll 37]; Fastenzeit [Zweibr]; Ostern [RO-Höring PS-Bundth O. Bertram: Pfälzische Gebildbrote. In: Westmärkische Abhandlungen 5/1941/42 S. 281]; Erntedankfest backen die Bäcker Wecken und verteilen sie an die Kinder [ FR-Ebertsh]; zum Totenmahl [ NW-Gönnh]. Der W. als Abgabe für ein Stück Land s. PfWB Weckakker [Carl Pfalz im Jahr 94/95]. KR.: Hupp, Hupp, geh eraus! / Flieg iwers Bäckerhaus, / Hol drei Weck eraus. / Mer ener, / Der ener, / Un dem annere ah enner! [PS-Lembg (Wilde 259), KU-Schmittw/O J. Hoffmann: Chronik des rheinpfälzischen Dorfes Kriegsfeld 1897, 71 Kamm 100 Schandein Bav. IV,2 352]. Hannsgebiebche (Johannisboben) flieh', / Flieh in Beckers Garte, / Hol mer e Weck un der e Weck, / Die annere kennen warte [J. Sprissler in: Der Trifels 24. 12. 1933]; weitere KR. s. PfWB Anna-Maria, PfWB Bein 2, PfWB Emil 1, PfWB Herrgottsvogel, PfWB Huppe, PfWB Huppert 1 a, PfWB Rübe 1 a, PfWB Storch 1. a. 1541: zweyen schulern zwo maß wein vnd zween weck geben [GgHospR]. a. 1549: Item welicher bekker eyn eynunge mit wecken oder brott bricht [MHVPf. 83/1985 (LA-Maik)]. a. 1550: vnd soll denn hubenern ... zu jeglichem gericht gebenn ein maß weins vnd ein weck [PfWeist. 61 (HB-Alth)]. a. 1570: befielt der Rat den Bäckern, die weck nicht mehr an einander zu stossen [StArch. Kaislt Ratsprotokoll S. 279]. a. 1590: Item die Becker sollen die Weck ... zu 1 vnd 2 Pfennig werthen [ZweibrUrkb. 130]. a. 1759: So viel aber die Mahlzeit bey Kindtaufen betrifft, soll nur die Auftischung von Brod, Wecken, Kuchen oder Bretzeln ... erlaubt sein [NPfGV 1906 S. 80: Verfügung gegen Mißbräuche bei Hochzeiten und Kindtaufen]. — 2. 'keilförmiges Werkzeug aus Eisen'. a. [Bd. 6, Sp. 1118] 1596: 1 Eyßen wecken [WerschwSchR Bl. 613]. — 3. a. 'weibliches Geschlechtsteil' [ BZ-Dernb]; Syn. s. PfWB Bunz. — b. 'Hoden des Ebers' [Heeger Tiere I 18]. — 4. a. 'die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)', bes. ihre Frucht [NW-Geinsh LA-Böbing Marzell I 1094]; vgl. PfWB Weckrupfen; Syn. s. PfWB Nackarsch 3 a. — b. 'weibliche Blüte oder Frucht der Erle', Dim. Weckle [Germh], Dim. Pl. Weckelcher [Germh, LA-Venn (Wilde 54)]. — 5. 'wer viel ißt' [ LA-Wollmh]; Syn. s. PfWB Dicksack. — 6. eine weitere Zs.: PfWB Tollweck. — In Bed. 2 ist noch die urspr. Bed. erhalten: mhd. wecke 'Keil' ( Lexer Lexer III 721), das Gebäck hat seinen Namen von der urpr. keilförmigen Gestalt. — RhWB Rhein. IX 327 ff.; LothWB Lothr. 533; ElsWB Els. II 808; DWB DWb. XIII 2784 ff.; Eichhoff WA 59 Brötchen.
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