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 PfWB Baum (Bd. 1, Sp. 626)   PfWB Mai-baum (Bd. 4, Sp. 1127)   PfWB birken (Bd. 1, Sp. 931) 
   Baum m.:
1. Baum im botanischen Sinne, Baam, Boom, Boum, Bääm, Beem, Bäim, s. F. u. K. 26. Zs. mit Baum als Grundwort: Apfel-, Arles-, Palm-, Band(en)-, Pappel-, Bellen-, Pfirsich-, Pflaumen-, Bieg-, Bienen-, Birn(en)-, Praumen-, Buchs-, Putsch-, Tannen-, Eichel-, Fichten-, Flügelsamen-, Forlen-, Haselnuß-, Holunder-, Kastanien-, Kästen-, Kätzlein-, Kauten-, Kiefern-, Kirschen-, Knaller-, Knallerbsen-, Laub-, Lebens-, Linden-, Lorbeer-, Mandel-, Maulbeer-, Mutter-, Nägelches-, Nasen-, Nuß-, Obst-, Ohren-, Quasten-, Quetschen-, Rosen-, Rusten-, Sade-, Samen-, Schalks-, Schatten-, Schieß-, Schneeballen-, Schneeblätter-, Segen-, Seifen-, Seihen-, Setz-, Sperben-, Stand-, Weiden-, Weinblumen-, Wilgen-, Zapfel-, Zasel-, Zettelbaum; weitere Zs. s. unter 2., 4. u. 6. Vergleiche und RA.: E Kerl wie e Baam [KL-Alsbn, verbr.]. Des Kind is wie e Fischel uf em Bam, von einem Kind, das elend aussieht [Land]. Der kann noch Bäm ausreiße, ein Alter, der noch gut bei Kräften ist [verbr.]. Der sieht vor lauder Bääm de Wald nit [GH-Büchbg, verbr.]. Uf die Bääm, sie kummen! (scherzh. Warnruf) [Kaislt] Er hot geloo, daß sich die dickschte Bääm geboo han [WPf]. Ich schlach der ufs Kabidal, daß de die Beem im Oorewald (Odenwald) wachse heerscht [LA-Impfl]. SprW.: De Appel fallt net weit vum Baam (parodistisch: ... vum Beerebaam 'Birnbaum') [RO-Sippf, verbr.]. Uf äin Streich fillt käin Bäim [KU-Schmittw/O, verbr.]. Wie de Baam fallt, so leirer 'liegt er' [ KU-Herschw/Petth]. Unser Herrgott sorcht, daß die Bääm ned in de Himml wachsen [ GH-Kuhdt]. E alte Baam soll mer net versetze [Hebel Humor 47]. WR.: Märzeschnee tut alle Bäum un Frichte weh [ IB-Rubh, allg.]. Wann die Beem winters mit Eis sin, gebts viel Obscht 's nechscht Johr [Fogel Beliefs Penns Nr. 1084]. Volksgl.: Wenn ein Baum verdorrt, stirbt jemand [ KL-Wörsb]. Der Baum, an dem sich jemand erhängt hat, wird umgemacht und auf dem Platz verbrannt, nicht zu Haus im Ofen [ KU-Diedk]. Abendgebet: Im Himmel steht e Bäämche, do schirrl (schüttle) ich mer e Träämche (Träumchen), do leh ich ab mei Sinn (Sünden), in Gottes

[Bd. 1, Sp. 627]

[Bd. 1, Sp. 629]
Name schloof ich in [ KU-Kaulb Kreimb, ähnlich Gal-Dornf]. VR.: 1, 2, 3, geht e Gässl nein. Im Gässl esch e Gäärdl, im Gäärdl esch e Bääml, im Bääml esch e Neschdl, im Neschdl esch e Eile, im Eile esch e Dodderle, im Dodderle esch e Häsl. Geh weg, ich schlach d'r ufs Näsl! [ LA-Edh.]. a. 1307. Sie sollent auch me hauwen dri baume alle iare [MüPfUrk. Fasz. 86 Nr. 1407]. a. 1552-1557: hatt mein gnediger herr die öpfel von den bawmen [LeinSb. Bl. 29]. —
2. 'Christbaum', bes. im Dim. Häufiger als das Simplex verwendet man die Zs. PfWB Christ-, Christkindchen-, Weihnachsts-, PfWB Zuckerbaum. Ehr hun awwer e scheene Baam! (bm) [KB, PS-Gersb LU-Friesh]. Hunner schun e Bäimsche? [KU-Schmittw/O, verbr.]; 's Bäämel butze 'schmücken' [PS-Ruppw, verbr.], das Baaml abmache 'seines Schmuckes entkleiden' [PS-Schönau, verbr.]; 's Bäämche schillele (schütteln), dass. [KU-Bedb, verbr. westl. WPf, älteste Gener. (1930)]. KR.: Chrischkindche kumm in unser Haus, leer dei golde Säggelche aus, stell dei Beemsche uff de Disch, daß mer sieht, daß Weihnachde is [RO-Schweisw, verbr.]. In früheren Zeiten verfertigte man den Christbaum selbst, indem man in einen entsprechenden Stab Löcher bohrte und in diese kleine Tannenzweige steckte, so in KB-Bennhs. S. Chrisrtmann Vk. 61 ff. — Als Brauchtumselement erscheint der Baum auch in PfWB Pfingst-, Hagel-, Kirben-, PfWB Kletter-, PfWB Kranich-, PfWB Maibaum. —
3. 'Rispengras (Poa)', Bäämche u. Bäumche [verbr. VPf (Wilde 78)]. —
4. Teil eines Gerätes.
a. des Schubkarrens; zwei, in Handgriffe auslaufende Bäume, die die Last tragen, die Baam, Bääm, auch Dim. Bäämelcher [verbr.]; dafür auch die Zs. Karch-, PfWB Schubkarch-, PfWB Scherbaum. —
b. des Wagens, de unnerscht Bäim, de owwerscht B. 'der untere, der obere Leiterbaum' [ KU-Schmittw/O]. Siehe auch die Zs. PfWB Leiter-, PfWB Heu-, PfWB Heuleiter-, PfWB Langbaum, Lannen-, PfWB Ober-, PfWB Rund-, PfWB Unter-, PfWB Wein-, PfWB Wies(en)baum. —
c. an der Kelter, s. Zs. PfWB Kelter-, PfWB Spindel-, PfWB Zwingbaum. —
d. an sonstigen Geräten s. Zs. PfWB Eggen-, PfWB Sensen-, Webe-, PfWB Zeug-, PfWB Zitterbaum (die drei letzten am Webstuhl), Zoge(t)-, Zugbaum (am Pflug). Vgl. auch PfWB Hebe-, Lade-, PfWB Mast-, PfWB Wellbaum. —
5. zum griene Baam, Gasthausname [ NW-Frankeck LU-Maud]. —
6. Weiteres ist zu ersehen aus Abrahams-, Hüt-, Lach-, Loch-, Los-, Mal-, Regen-, Wetterbaum. F.: Sing. bām, bm, bōm, bēm, bm, bęim, baum, bḁum, bǫum; die Verbr. zeigt K. 26. Pl. fast allg. bm; bēm wurde angegeben für: HB-Einöd, ZW-Ernstw Hornb RO-Sippf KB-Albish FR-Hettldh Bobh NW-Dürkh (neben bm); bām für KU-Reichsth Hefw Kaulb/Kreimb Obw i. T. RO-Bistschd

[Bd. 1, Sp. 630]
Obd KL-Erzhs PS-Busbg KB-Kriegsf (neben bm) Mörsf GH-Neubg; bęim für KU-Schmittw/O. Das Dim. Sg. wird in der WPf und nördl. VPf mit -che (Bäämche, Beemche, Baamche, Boomche), in der mittl. u. südl. VPf (einschließlich Ostteil von PS) mit -(e)l (Bäämel, Baamel) gebildet; im Pl. erscheinen in der WPf u. im westl. Teil der mittl. u. südl. VPf -cher (Bäämcher, Beemcher, Baamcher, Boomcher, Bäämelcher), im Raum um Land und Bergz -ich (< ahd. ahi, eine Menge bezeichnend) (Bäämlich) und im übrigen Teil der mittl. u. südl. VPf -le (Bäämle Baamle); im einzelnen s. K. 27. — RhWB Rhein. I 549 ff;, Saarbr. 13; LothWB Lothr. 21; ElsWB Els. II 43 ff.

 

 -baum m.:
1. 'Baum, der zum 1. Mai in der Dorfmitte von den Burschen aufgestellt wird', Ma(a)ibaam, -bääm, s. PfWB Mai u. PfWB Baum [verbr. NPf mancherorts südl. VPf vereinzelt übrige Pf (ohne Pfälzerwald), Feierowend 1957, Nr. 18, S. 1/2 Christmann Vk. 24, 29, 43]; Syn.: Kronenbaum, PfWB Maien 1 b. Der M. ist in der NPf meist ein bis auf den Gipfelbusch entästeter und entrindeter, mit bunten Bändern geschmückter Nadelbaum. An den unteren Ästen ist ein waagrecht hängender Kranz befestigt, der ungefähr den gleichen Umfang wie der Gipfelbusch hat. In anderen Gegenden ist der M. eine Birke. Aufgestellt wird er in KU-Adb u. Roth am Dorfbrunnen, in KU-Einöll an der Kreuzstraße, in ZW-Wintb am Backhaus, sonst, vorn. in der südl. VPf, vor den Wirtshäusern. In LA-Mart werden vor der Ottilienkapelle zwei Maibäume errichtet. In RO-Münstapp ist der M. eine Stange, an deren oberen Ende ein blühendes Fliederbäumchen befestigt ist. In HB-Einöd wird am zweiten Sonntag im Mai zur Maimusik vor jedem Tanzlokal ein M. aufgestellt. In mehreren Orten des oberen Lautertals, der westl. WPf und der mittl. VPf wurde der Brauch um 1930 nicht mehr gepflegt, in KU-Einöll wurde er sogar von der Gendarmerie bekämpft. a. 1674: »Am 21. April wurde den Soldaten, welche Maibäume vor das Rathaus gesteckt hatten, 1 Dukaten verehrt« [Küchler 376 (Kaislt)]. —
2. 'junger Baum (meist Birke, seltener Buche oder Weide), den der Bursch in der Nacht zum 1. Mai am Hause seiner Liebsten aufstellt' [verbr. NPf SOPf mancherorts übrige Pf (außer in Orten des Pfälzerwalds), Krämer Gal 145]; vgl. PfWB Maien 1 a, PfWB Maistrauß 1, PfWB -stock, -stecken. In KB-Boland wird der M. in den Schornstein gesteckt. In LA-Mart bedeutet ein grüner M. Verehrung, ein dürrer Verachtung. —
3. meist Pl. 'Bäume, die aus festlichem Anlaß aufgestellt werden'; vgl. PfWB Kirbebaum 1. In LA-Essing werden an Fronleichnam, zur Fahnenweihe Maibääm aufgestellt. In manchen Orten Galiziens hieß in älterer Zeit die von Ästen und Rinde befreite Tanne, die zur Kirbe aufgestellt wurde, Maaibaam, -boom [Krämer Gal 145]; vgl. Pfingst-, PfWB Kirbebaum 2, -lamm 2. — Südhess. IV 493/ 94; RhWB Rhein. V 756; LothWB Lothr. 350; ElsWB Els. I 637. —

 

   birken Adj.: 'aus Birkenholz', rke (bärgə), s. PfWB Birke [allg.]; rke Holz [ KU-Heinzhs]. De Scharsch plotzt aus dem berkene Masser 'Georg raucht aus dem birkenen Pfeifenkopf' unn macht e Maul aß wie e Krott [Kühn Schnitze II S. 8]. Eine scherzh. Umgestaltung des Adj. werke (s. PfWB wirken) liegt vor in berkene Hosse 'Hosen, wie sie früher aus derber, selbstgewirkter Leinwand getragen wurden' [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB birnbaumen. a. 1425: umb einen grossen birckin reyff acht oder zehen eymerig 3 hlr [LeinArch. (Löhne)]. a. 1465-70: grüne holtz ... Ist alles bercken vnd Buchen [SpeyHochst. Bl. 204]. Südhess. I 864; RhWB Rhein. I 710; Bad. I 235.