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 PfWB Baum (Bd. 1, Sp. 626)   PfWB Gasse (Bd. 3, Sp. 53)   PfWB Frosch(en)-gasse (Bd. 2, Sp. 1611) 
   Baum m.:
1. Baum im botanischen Sinne, Baam, Boom, Boum, Bääm, Beem, Bäim, s. F. u. K. 26. Zs. mit Baum als Grundwort: Apfel-, Arles-, Palm-, Band(en)-, Pappel-, Bellen-, Pfirsich-, Pflaumen-, Bieg-, Bienen-, Birn(en)-, Praumen-, Buchs-, Putsch-, Tannen-, Eichel-, Fichten-, Flügelsamen-, Forlen-, Haselnuß-, Holunder-, Kastanien-, Kästen-, Kätzlein-, Kauten-, Kiefern-, Kirschen-, Knaller-, Knallerbsen-, Laub-, Lebens-, Linden-, Lorbeer-, Mandel-, Maulbeer-, Mutter-, Nägelches-, Nasen-, Nuß-, Obst-, Ohren-, Quasten-, Quetschen-, Rosen-, Rusten-, Sade-, Samen-, Schalks-, Schatten-, Schieß-, Schneeballen-, Schneeblätter-, Segen-, Seifen-, Seihen-, Setz-, Sperben-, Stand-, Weiden-, Weinblumen-, Wilgen-, Zapfel-, Zasel-, Zettelbaum; weitere Zs. s. unter 2., 4. u. 6. Vergleiche und RA.: E Kerl wie e Baam [KL-Alsbn, verbr.]. Des Kind is wie e Fischel uf em Bam, von einem Kind, das elend aussieht [Land]. Der kann noch Bäm ausreiße, ein Alter, der noch gut bei Kräften ist [verbr.]. Der sieht vor lauder Bääm de Wald nit [GH-Büchbg, verbr.]. Uf die Bääm, sie kummen! (scherzh. Warnruf) [Kaislt] Er hot geloo, daß sich die dickschte Bääm geboo han [WPf]. Ich schlach der ufs Kabidal, daß de die Beem im Oorewald (Odenwald) wachse heerscht [LA-Impfl]. SprW.: De Appel fallt net weit vum Baam (parodistisch: ... vum Beerebaam 'Birnbaum') [RO-Sippf, verbr.]. Uf äin Streich fillt käin Bäim [KU-Schmittw/O, verbr.]. Wie de Baam fallt, so leirer 'liegt er' [ KU-Herschw/Petth]. Unser Herrgott sorcht, daß die Bääm ned in de Himml wachsen [ GH-Kuhdt]. E alte Baam soll mer net versetze [Hebel Humor 47]. WR.: Märzeschnee tut alle Bäum un Frichte weh [ IB-Rubh, allg.]. Wann die Beem winters mit Eis sin, gebts viel Obscht 's nechscht Johr [Fogel Beliefs Penns Nr. 1084]. Volksgl.: Wenn ein Baum verdorrt, stirbt jemand [ KL-Wörsb]. Der Baum, an dem sich jemand erhängt hat, wird umgemacht und auf dem Platz verbrannt, nicht zu Haus im Ofen [ KU-Diedk]. Abendgebet: Im Himmel steht e Bäämche, do schirrl (schüttle) ich mer e Träämche (Träumchen), do leh ich ab mei Sinn (Sünden), in Gottes

[Bd. 1, Sp. 627]

[Bd. 1, Sp. 629]
Name schloof ich in [ KU-Kaulb Kreimb, ähnlich Gal-Dornf]. VR.: 1, 2, 3, geht e Gässl nein. Im Gässl esch e Gäärdl, im Gäärdl esch e Bääml, im Bääml esch e Neschdl, im Neschdl esch e Eile, im Eile esch e Dodderle, im Dodderle esch e Häsl. Geh weg, ich schlach d'r ufs Näsl! [ LA-Edh.]. a. 1307. Sie sollent auch me hauwen dri baume alle iare [MüPfUrk. Fasz. 86 Nr. 1407]. a. 1552-1557: hatt mein gnediger herr die öpfel von den bawmen [LeinSb. Bl. 29]. —
2. 'Christbaum', bes. im Dim. Häufiger als das Simplex verwendet man die Zs. PfWB Christ-, Christkindchen-, Weihnachsts-, PfWB Zuckerbaum. Ehr hun awwer e scheene Baam! (bm) [KB, PS-Gersb LU-Friesh]. Hunner schun e Bäimsche? [KU-Schmittw/O, verbr.]; 's Bäämel butze 'schmücken' [PS-Ruppw, verbr.], das Baaml abmache 'seines Schmuckes entkleiden' [PS-Schönau, verbr.]; 's Bäämche schillele (schütteln), dass. [KU-Bedb, verbr. westl. WPf, älteste Gener. (1930)]. KR.: Chrischkindche kumm in unser Haus, leer dei golde Säggelche aus, stell dei Beemsche uff de Disch, daß mer sieht, daß Weihnachde is [RO-Schweisw, verbr.]. In früheren Zeiten verfertigte man den Christbaum selbst, indem man in einen entsprechenden Stab Löcher bohrte und in diese kleine Tannenzweige steckte, so in KB-Bennhs. S. Chrisrtmann Vk. 61 ff. — Als Brauchtumselement erscheint der Baum auch in PfWB Pfingst-, Hagel-, Kirben-, PfWB Kletter-, PfWB Kranich-, PfWB Maibaum. —
3. 'Rispengras (Poa)', Bäämche u. Bäumche [verbr. VPf (Wilde 78)]. —
4. Teil eines Gerätes.
a. des Schubkarrens; zwei, in Handgriffe auslaufende Bäume, die die Last tragen, die Baam, Bääm, auch Dim. Bäämelcher [verbr.]; dafür auch die Zs. Karch-, PfWB Schubkarch-, PfWB Scherbaum. —
b. des Wagens, de unnerscht Bäim, de owwerscht B. 'der untere, der obere Leiterbaum' [ KU-Schmittw/O]. Siehe auch die Zs. PfWB Leiter-, PfWB Heu-, PfWB Heuleiter-, PfWB Langbaum, Lannen-, PfWB Ober-, PfWB Rund-, PfWB Unter-, PfWB Wein-, PfWB Wies(en)baum. —
c. an der Kelter, s. Zs. PfWB Kelter-, PfWB Spindel-, PfWB Zwingbaum. —
d. an sonstigen Geräten s. Zs. PfWB Eggen-, PfWB Sensen-, Webe-, PfWB Zeug-, PfWB Zitterbaum (die drei letzten am Webstuhl), Zoge(t)-, Zugbaum (am Pflug). Vgl. auch PfWB Hebe-, Lade-, PfWB Mast-, PfWB Wellbaum. —
5. zum griene Baam, Gasthausname [ NW-Frankeck LU-Maud]. —
6. Weiteres ist zu ersehen aus Abrahams-, Hüt-, Lach-, Loch-, Los-, Mal-, Regen-, Wetterbaum. F.: Sing. bām, bm, bōm, bēm, bm, bęim, baum, bḁum, bǫum; die Verbr. zeigt K. 26. Pl. fast allg. bm; bēm wurde angegeben für: HB-Einöd, ZW-Ernstw Hornb RO-Sippf KB-Albish FR-Hettldh Bobh NW-Dürkh (neben bm); bām für KU-Reichsth Hefw Kaulb/Kreimb Obw i. T. RO-Bistschd

[Bd. 1, Sp. 630]
Obd KL-Erzhs PS-Busbg KB-Kriegsf (neben bm) Mörsf GH-Neubg; bęim für KU-Schmittw/O. Das Dim. Sg. wird in der WPf und nördl. VPf mit -che (Bäämche, Beemche, Baamche, Boomche), in der mittl. u. südl. VPf (einschließlich Ostteil von PS) mit -(e)l (Bäämel, Baamel) gebildet; im Pl. erscheinen in der WPf u. im westl. Teil der mittl. u. südl. VPf -cher (Bäämcher, Beemcher, Baamcher, Boomcher, Bäämelcher), im Raum um Land und Bergz -ich (< ahd. ahi, eine Menge bezeichnend) (Bäämlich) und im übrigen Teil der mittl. u. südl. VPf -le (Bäämle Baamle); im einzelnen s. K. 27. — RhWB Rhein. I 549 ff;, Saarbr. 13; LothWB Lothr. 21; ElsWB Els. II 43 ff.

 

[Bd. 3, Sp. 53]
   Gasse f.:
1.
a. 'Dorfstraße', selten (nur in der Alltagsspr. der Älteren) 'Straße in der Stadt', bei den Jüngeren fast allg. durch Straße ersetzt (ausgenommen schmale Seitenstraßen), Gaß (gas) [verbr. südl. WPf östl. NPf nördl. u. mittl. VPf], (gḁs) [verbr. NWPf westl. NPf Ost-PS südl. VPf]; Pl. Gasse; Dim. Gäßche, Gäßje [WPf (ohne Ost-PS) NPf nördl. VPf], Gässi [ KU-Schmittw/O RO-Feilbg], Gässel [mittl. u. südl. VPf Ost-PS]. Zs. PfWB Vorder-, PfWB Hinter-, Kreuz-, Lang-, PfWB Mittel-, PfWB Neben-, PfWB Neu-, Nieder-, PfWB Ober-, PfWB Oster-, PfWB Sack-, Seiten-, PfWB Unter-, PfWB Wester-, PfWB Zwerchgasse. Ich muß heit noch die G. kehre [KU-Kaulb, verbr.]. Er wohnt in der hinnerscht G. im Dorf, wo die Ärmsten wohnen [ LU-Opp]. RA.: Er braucht die ganz G., vom Betrunkenen [ KU-Schmittw/O]. 's isch Zeit, daß se vun der G. kummt 'daß sie heiratet' [GH-Schwegh, verbr.]. SprW.: Der Hochmut leit uf der G.; dumm is, wer 'ne net ufrafft [ Gal-Dornf]. AR.: 1, 2, 3, geht e Gässel nein, Forts. s. PfWB Baum 1. a. 1430: Das nyman affter winglocken an der gaßen sol gen (ein Glockenzeichen gebot früher das Schließen der Weinstube) [Weist. im StArch. von NW-Deidh]. a. 1538: die gaß die In das nider dorff geet [SSp., SLgb. Leiningen]. —
b. FlN.; In de G. [KU-Kaulb Kreimb (beiderseits der Lauter)]; Am Gässel (a. 1694: am Gaßell) [ NW-Haardt]; a. 1275: an der gaßen [ LA-Burrw]; a. 1682: vff der Gaß [ KL-Erfb]. Zs. PfWB Burg-, PfWB Tränk-, PfWB Vieh-, PfWB Fron-, PfWB Froschen-, PfWB Fuchs-, PfWB Gülden-, PfWB Heide-, PfWB Hirten-, PfWB Hohl-, PfWB Juden-, PfWB Käse-, PfWB Kirch-, PfWB Kloster-, PfWB Kraut-, Kühe-, PfWB Mandel-, PfWB Markt-, PfWB Mittel-, PfWB Mühl-, PfWB Ratzen-, PfWB Sand-, PfWB Schäfer-, PfWB Schlangen-, PfWB Schlau-, PfWB Schloß-, Schul-, PfWB Wasser-, PfWB Weeden-, PfWB Welsch-, PfWB Zwiebelgasse. —
2.
a. Dim. 'schmaler Durchgang zwischen zwei Häusern', Gäßche, Gässel [HB IB]; vgl. PfWB Gang 6 b. Syn. s. PfWB Reuel. —
b. s. PfWB Stallgasse. —
c. s. PfWB Hotter-, PfWB Rappel-, PfWB Scheißgasse. —
d. Die gut G., ein Kinderspiel mit folgendem Verlauf: Man schiebt seine Knöpfe durch die Lücken eines aufrecht stehenden Kartons; zu gewinnen sind so viel Knöpfe, wie dies die über den jeweiligen Lücken stehende Zahl anzeigt [Kaislt]. — Südhess. II 1106/07; RhWB Rhein. II 1041/42; LothWB Lothr. 184; ElsWB Els. I 235; Bad. II 297/98.

 

  -gasse f.: eine Gasse in Don-Schowe, Froschegaß. Südhess. II 971. —