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| PfWB Bauern-bollen (Bd. 1, Sp. 619) | PfWB Bollen (Bd. 1, Sp. 1090) | PfWB Bolle (Bd. 1, Sp. 1089) | |||||||||||||||||||||||||||||||||
1. sachl. 'Klumpen, runder Körper', Bolle (bǫlə) [verbr.]. Wie e Bolle leit sei Priemche hinnerm hohle Backezahn [Kühn Hamet 70]. Insbesondere: a. 'Erdscholle' [KU-Reipkch Ginsw NW-Wachh Ungst Speyd verbr. LA]. Zs. PfWB Erdbollen. Syn. s. PfWB Schollen. Sie hen mit Bolle ufnanner g'schmesse [ LA-Nußd]. — b. 'getrockneter Kot am Körper des Rindviehs' [südl. VPf]; vgl. PfWB Knottel. Zs. PfWB Kuhbollen. — c. 'Pferdemist' [NW-Haßl Spey BZ-Schweig O'ottb (PfId. 24)]. Zs. PfWB Roßbollen. — d. 'großer Klicker' [ BZ-Sarnst Germh]. Syn. s. PfWB Schießklicker. — e. 'volle Weintraube' [NW-Hamb Neustdt (neben PfWB Klotz)]; vgl. PfWB Bull. Syn. s. PfWB Traubenklotz. — f. 'dicke Beule am Kopf' [ KU-A'glan W'mohr ZW-Bechhf GH-Büchbg]. Syn. s. PfWB Bause u. K. 28. — g. Samenkapsel des Flachses' [ZW-Hornb KL-Fischb verbr. VPf Lambert Penns 31]; vgl. PfWB Knoten. Nach Wilde 61 vertreiben die Flachsbollen durch ihren Geruch den schwarzen Kornwurm vom Kornboden. — h. 'Schwarzkümmel (Nigalla damascena)', nach den kugeligen Samenkapseln dieser Pflanze [ SP-W'see]. — i. 'grüne Kartoffelfrucht' [Germh]; vgl. PfWB Boper. Zs. PfWB Grundbirnenbollen. — j. Pl. 'Hoden'. Hinne dran wie die Bolle am Eber [Fogel Prov. Penns Nr. 1960]. — k. 'Fettklumpen auf der Milch' [ PS-Th'eischw]. — l. weitere Bed. in den Zs. PfWB Paternoster-, PfWB Eis-, PfWB Gras-, PfWB Klee-, PfWB Krähenaugen-, PfWB Schmelz-, PfWB Wasembollen. — 2. vom Menschen: 'kurze, dicke Person', auch Schimpfwort [ KU-Schmittw/O]; 'überaus große weibliche Person' [ LA-Edk]; 'schmutziges Frauenzimmer' [ GH-Rh'zab]; 'ungeschickte Person' [BZ-Schweig [Bd. 1, Sp. 1091] u. Umg.]. Mer Mannsleit sinn doch steife Bolle! [Siebenlist 109]. Zs. PfWB Bauern-, Hambollen. — Aus ahd. bolla, mhd. bolle 'Knoten des Flachses', s. oben 1 g, allg. 'Knotenartiges' (Kluge-Mitzka19). Daraus die Bed. 'Schale, Gefäß', s. PfWB Bolle. Bei uns sind die beiden Bed. durch das verschiedene Gen. geschieden. — Südhess. I 1003/04; RhWB Rhein. I 856 ff; Saarbr. 33; ElsWB Els. II 35; Bad. I 286.
| 1. 'große Schöpfkelle', vgl. PfWB Pfuhl-, PfWB Saubolle. Der is voll wie e Boll (bǫl) 'schwer betrunken' [KU-Schmittw/O, verbr. WPf]; Syn. s. PfWB betrinken. Der nemmt sich gleich e B. voll, von einem Unbescheidenen [ KB-Niefh]. Der kann e B. voll vertrage [T. Geiger in Feierowend v. 14. 1. 1956]. Schimpfwort: Du Boll, du Sauboll [ KU-Schmittw/O]. BR.: Wann die Wingert verfriere in der Woll, no saufe mer de Woin aus de Boll, d. h. Spätfröste schaden den Reben nicht, solange die Triebe noch wenig [Bd. 1, Sp. 1090] entwickelt und die Blütenstände (die Gescheine) durch die Wolle geschützt sind, in der sie stecken [FR-Bockh, RO-Rehborn NW-Forst LU-Alsh/Gr Land]. KR.: Roter Fuchs, dei Hoor gehn an, schitt e Boll voll Wasser dran! [Zweibr (Wilms 15)]. a. 1525: Item ein grosse messene boll (B. aus Messing) [SpeyDomKl.]. a. 1597: eine kupferne Boll [L. Eid, Inventarium aus RO-O'mosch]. a. 1767: samt einer Bolle von Kopfer [Kurpf. 940-42 (Inventarium aus KU-Einöll)]. — 2. 'hölzerne Wurfschaufel zum Schöpfen von Kartoffeln, Obst u. dgl.' [ IB-Bliesmg/Bolch KL-Matzb]. — 3. FlN für kuppenförmige Hügel bei PS-Hintwdth, die spitz B., die bräät B., die groß B. — Das Wort ist engl. bowl 'Napf' (< ags. bolla) an die Seite zu stellen und geht wie PfWB Bollen auf ahd. bolla, mhd. bolle 'Knollenartiges' zurück. Die Bed. 'Schale' schon ahd. in hirnipolla 'Hirnschale', Graff III 96. — Südhess. I 1003/04; RhWB Rhein. I 856 ff.; Saarbr. 33; LothWB Lothr. 55; ElsWB Els. II 34; Bad. I 286/87.
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