bauchen schw.: 1. 'Leinenwäsche, auch Leinwand in Holzaschenlauge einweichen, um sie später zu waschen, bzw. zu bleichen', bauche (bauxə) [fast allg.], buche (buxə) [lothr. SWPf], (būxə) [LA-Nußd (Bertram)]. Das Bauchen geschah in folgender Weise: Man legte die Wäsche (die Leinwand) in die Bauchbütte und breitete das Bauchtuch darüber. Dieses bestreute man dick mit Holzasche und goß kochendes Wasser auf. Nach einiger Zeit wurde die Lauge durch das Spundloch abgelassen, neu kochend gemacht und abermals aufgegossen. Dieser Vorgang wurde mehrere Male wiederholt. War die Lauge schmutzig geworden, so erneuerte man das Wasser. Nach einigen Tagen entfernte man das Bauchtuch mit den Aschenrückständen und wusch die Wäsche in frischem Wasser bzw. legte die Leinwand zum Bleichen auf den Rasen. Mit dem Gebrauch von Waschmitteln kam das Bauchen mehr und mehr ab. — RA.: Er hot's [Bd. 1, Sp. 613] Backe un 's Bauche beisamme, sagt man, wenn jemand zwei schwere Arbeiten gleichzeitig tun muß oder wenn beim Kartenspielen der Verlierer die Karten ausgeben muß, also wenig Aussicht hat, ins Spiel zu kommen [KU-Kaulb verbr. VPf]. a. 1460: Gerlachs frauwen ym dalle hat den meden ... helffen buchen vnd weschen [KellR Lichtenberg]. a. 1679: 5 tage wäschen und bauchen helfen [GgHospR]. — 2. 's Kind hot ins Bett gebaucht 'das Bett genäßt' [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB Bettbaucher. — Zu PfWB Buche (Baum), da die Lauge urspr. aus Buchenasche hergestellt wurde, Kluge-Mitzka17. — RhWB Rhein. I 526; Saarbr. 20; LothWB Lothr. 70; ElsWB Els. II 10; Bad. I 127. | | PfWB ElsWB LothWB Wäsche wę, –- (usf.); Berg węə; Klevld w u. w Mörs, Geld; sonst was f.: 1. Sg. t. a. das Waschen von Zeug; morn hammer W.; mer hale nächste Woch de W.; en schwer W. dohn; mer han höck (heute) grusse W.; klen W. wenn etwa allwöchentl. od. alle vierzehn Tage ein kleiner Teil gebrauchter, aber dringend nötiger W. gewaschen wird; et Doch muss en de W. Rip, Allg. [Sg. t. m., s. Wasch]. RA.: Um die Wäscherinnen zu ärgern: Dröu (trockne) W.! Neuw-Dattenbg, Sieg-Honnef; die Hühner halen drüg W. baden sich im Sande Ahrw-OWinter. Nommedagsdreisch un Samstagsw. es necks wert Dür-Pier; samsdags W. on sonndags drüg, wie hasde mich bedroge! Stossseufzer eines Ehemanns Grevbr-Otzenr. Driwt de Eike vür de Esche, häult der Summer grute W. es regnet dann sehr; dr. de Esche vür de E., h. de S. gr. Bleike (Bleiche) es wird trocken Sol, NBerg, May-Kollig. A.: Mer hon heit gross W.! B.: Jo, in der Suppeschissel! Saarbr. Wenn de Frauwlüj grote W. häwwe, sin se niet te spreke Klevld, Allg. Dat giht bei der W. widder eraus! zu dem, der sich verletzt hat Kobl. Völl en der W.ən on wenneg om Tun (Zaun) viel prassen u. wenig besitzen NBerg; he het ömmer so grote W. on min Lewen nicks om Tun Elbf. — S. Hämmelwäsche. — b. zu waschendes od. gewaschenes Zeug (m. s. bei Wasch); Mannsleits-, Fraleits-, Kinner- (u. Kindswäsch, zeig), Bett-, Weiss-, Blo-, Bauchw. (die gebaucht wurde) Rhfrk, Allg.; wīsse W. Leinenzeug; bonte W. gedrucktes Zeug; dreckige W. W., die gewaschen werden muss; de W. ensetzen (-stechen), — en de Wek (Weiche) setten, — ensēfen, — büchen (s. bauchen), — kochen, — wäschen, bleueln, kloppen, riven, uswäschen, fringen, ent Hete setten, spreiden, bleichen, recken, ophangen, afdohn, falen (falten), bügeln, streichen (s. d. W.). RA.: Knöselige [Bd. 9, Sp. 286]
W., em Pesspott gewäschen on em Schornsten gedrugt Elbf. Sein dreckig W. wäschen seine Verfehlungen erzählen Trier, Allg. Rein W. un Höflichkeit zert (ziert) der Minsch zo aller Zeit Köln-Stdt. En kotte (kurze) Laug on langk Spülwater, dann wörd de W. reng Elbf. Würd de W. beim Kochen nit wīss, dann blifft se gris; et Kochen es ävver got für Lüs on Flüh Sol. Ös en Frau noch esuə schleət, se lett (legt) doch ömmer de W. reət Kemp-SPeter. Et git schen Were, de Spinne hon W. ufgehong Simm-Laub. — De Dalener (MGladb-Rheind, im Westen gelegen) drügen de W., dann dörve vör net enfahre (das Getreide) dann ist der Himmel klar Kemp-Waldniel. Haben die Mädchen gutes Wetter zum Trocknen der W., dann sagen sie wohl: Wej halden os ok gut met de Jonges Mörs, Verbr.; wann de Mädcher de W. dofür hänt hange für ze drüge, un et rent dodrop, dann hänt se kene treue Karessant Köln-Pulh, Verbr. In der Zeit zwischen Weihnacht u. Neujahr (bzw. Dreikönig) vermeiden es die Frauen, W. zum Trocknen aufzuhängen, da sie glauben, dass jeder, der diese W. anlege, davon sterben müsse Wend, Saarbr. Volksbr. Wenn die Brautwäsche schon gewaschen war, wurde die Brutsmande bekränzt; alle im Hause, bes. aber Braut u. Bräutigam, die dabei nicht fehlen durften, mussten mit den Waschdames einen Ringeltanz um die Mande machen; dabei war es das Bestreben der W.frauen, Braut u. Bräutigam in die Mande zu stecken; die Nachbarn suchten aber die bekränzte Mande zu stehlen; gelang es, dann bedeute dies Unglück in der Ehe Rees. — c. übertr. verächtl. Klatscherei, unsinniges Geschwätz; dat as dreckig W. Wittl-Monzel; dat es Klapp en W. Eup; sich net a Klaf en W. ophaue (aufhalten) auf üble Nachrede nicht achten Aach. — 2. mit Pl. -ə(n). a. grosser, platter Sandstein am Bach, auf dem die Wäscherschen die W. bleueln Trier, Bitb. — b. die Halde, wo der noch unaufbereitete, ungeröstete Eisenstein (u. jedes Erz) mit Wasser bespritzt wird, damit kenntlich ist, was gorer (guter) Stai u. was Berg ist Siegld, Allg. in der Bergmspr. — c. Spülstein in der Küche WMosfrk in Merz-Losh Neumünster Stdt, Saarbg, Trier, Wittl, Bernk (auch auf dem Hunsr in Gonzerath Rapperath), Zell-Enkirch, Bitb, Prüm-Büdesh Ihren Wawern. RA.: Die Zopp as net op der W. gehocht sie ist heiss Trier-Schleidw. — d. Bleichholz(?) Heinsb-Karken 1880. |