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 PfWB Band (Bd. 1, Sp. 548)   PfWB Schaub (Bd. 5, Sp. 893) 
   Band1 n.:
1. 'schmales Gewebe oder Lederstreifen, zum Binden oder als Schmuck', Band [allg.]; oft im Dim. Bändche, Bändel. Vgl. PfWB Bändel. Volksgl.: Mer kaft rot Band im Stor (engl. store = Laden) aber mer bezahlts net; no binnt mers um en Fingerhut, wu 'n Spinn drin is, un henkts me Kind an, as der blo Huschte hot [Fogel Beliefs Penns Nr. 1794]. Zs.: PfWB Arm-, PfWB Bruch-, Trag(e)-, PfWB Einfaß-, Flegel-, PfWB Florett-, PfWB Gelenk-, Gelenkknopf-, PfWB Haar-, PfWB Hals-, Hundshals-, PfWB Hut-, Katzen-, PfWB Kopf-, PfWB Mittel-, PfWB Naht-, PfWB Nasen-, PfWB Stirn-, PfWB Stoß-, PfWB Strumpf-, PfWB Sturm-, PfWB Ver-, PfWB Zopf-, PfWB Zungenband. —
2. 'Beschläg, mit dem Türen und Fensterflügel eingehängt werden' [allg.]. a. 1668: 1 thürschloss und 4 bandt [Groh Wörschw 92]. a. 1701: Stubenthür ... fensterladen ... mit ... banden versehen [Godramsteiner KellR S. 242]. Zs.: PfWB Gewerbe-, Ort-, Winkel-, PfWB Zwerchband. —
3. 'Eisenband an Fahrzeugen und Ackergeräten', s. PfWB Achsen-, PfWB Backen-, PfWB Bride-, PfWB Eck-, PfWB Schellen-, Schrannen-, PfWB Schrauben-, PfWB Schwing-, PfWB Unterband. —
4. 'Faßreifen'; 's Band aanleche [BZ-Heuchh, verbr.]; dafür gew. Reif. RA.: 's geht aus Rand un B. 'löst sich in seine Teile auf' [LU-Alsh, verbr.]; außer Rand u. B. 'außer sich (vor Übermut)' [ KB-Bischh, KU-Kaulb Bedb ZW-Bottb LU-Alsh Böhl Gal-Dornf]. —
5.
a. 'Weidenband zum Befestigen der Reben', Ban (bḁn) [NPf], Bann (ban) [südl. VPf]; davon Bane [NPf (Wilde 256)] u. Banne [südl. VPf], auch 'Weide (Salix)' [verbr. SOPf]; vgl. Band(en)baum, PfWB Bandkätzchen. E Schäb Bann

[Bd. 1, Sp. 549]
'ein Bündel Weidenruten' [LA-Mörzh u. Umg.]. Die Ranken an den Ruten der Reben Bandercher [KB-Zell u. Umg.]. Zs. PfWB Biegband. Volksgl.: Bei Vollmaand soll mer kään Banne schneire, schunscht derre se [ BZ-Münchw]. a. 1425: bande zü snyden [LeinArch. (Löhne)]. —
b. 'Bastband zum Befestigen der Tabakpflanzen' [ SP-Heiligst]. — F.: 1-4: band u. bḁnd (bez. a u. s. PfWB an Präp.), Pl. bęnər u. bęnÄ(r) [allg.]; 5.: ban u. bn, Pl. banə u. bnə. RhWB Rhein. I 429/30; Bad. I 113.

 


Aus den Nachträgen

 

   Schaub m., f., n.:
1.
a. 'Gebund, Garbe (allg.)', der Schääb [Lambert Penns 131 PSA, K. 76]. Mer hen der Flachs geroppt un uf Scheebcher gebunne [Beam Penns 90]. Im bes. 'Bündel (von Strohseilen zum Anbinden der Reben)', Schääb [ NW-Bobh]; 'kleinstes Gebund (Weiden zum Anbinden der Reben)', im Ggs. zum größeren Busche (s. PfWB Busch 3) und der noch größeren Beerd (s. PfWB Bürde 1aβ)', der Schääb [LA-Edk (aus: Peter Graeber 1200 Jahre Edenkoben, Mannheim 1969, S. 254)]; vgl. PfWB Band 5 a, PfWB Schütte; dagegen: die Schääb Bann 'großes Bündel (Kammertweiden zum Anbinden der Reben)' [LA-Mörzh u. Umg. (Wilde Notizen) LA-Frankw]; e Schääb Bänne 'eine Bürde Weiden' [ BZ-Kling]. a. 1583: 29 schaub wingart Bandt, für jeden 9 Pf. [GgHospR]. —
b. 'glattes, langes Stroh, gew. Roggenstroh (für die Dacheindeckung, für die Fertigung von Seilen zum Binden der Getreidegarben, zum Anbinden der Reben, als Unterlage in Betten usw.)'; in heutigen und in versch. hist. Belegen ist auch 'Gebund' Begriffsbestandteil, Schaab [Mang 133, verbr. Don Gal Buch, Krämer Gal 282]. a. 1530: 250 schaub boßen ('Gebund', s. PfWB Boßen1 2) zu seyln inn der Ern [GgHospR]. a. 1579 (Abschrift zw. 1601 u. 1629): Zwanzig gebundt stroh Vnd Zwey gebundt schaube [DirmstAWeist. (NW-Dackh)]. a. 1634: dem strohe deckhern ... welcher 350 schaub vff dem pfertsstall verdeckt [WerschwSchR Bl. 95].

[Bd. 5, Sp. 894]
a. 1634: hott der Hoffmann 150 schaub welche zu Deckung der Scheffereyen verbraucht [ZweibrLSchR]. —
c.
α. 'Strohwisch als Gebots- oder Verbotszeichen auf Märkten'. a. 1590: Schaub vff dem Frucht markh soll bleibenn [ZweibrUrkb. 162]; vgl. PfWB Schaubstecken. Bei aufgestecktem Sch. auf dem Markt durfte nichts verkauft werden [J. Minig Zweibrücker Stadtverordnung 1590, in: Bei uns daheim 17. 2. 1926, vgl. auch: HRG 30. Lfg. 1365 ff.]. —
β. 'brennender Strohwisch als Zeichen des Schankrechts'. a. 1448: Alleine zu winachten, wan ein huber oder gotshusmann von dem bannwin nachts geit, dem soll man geben einen burnen (brennenden) schob in sine hant und ein geschelten stab [Grimm Weist. V 599 (Rechte der Abtei Limburg)]. —
d. vgl. PfWB Schaupe. —
2. 'Totenbett, Totenbahre'; ursprünglich wurde der Tote vor seiner Aufbahrung auf Sch. gelegt (s. Brauchtum), Schaab [KU-Bechb Kaulb Kus Rutsw/L Trahw WD-Niedkch IB-Ommh ZW-Battw RO-Mannw Rockhs PS-Fehrb Gersb KB-Kriegsf BZ-Hofstätt Christmann Kaulb 63, 89 Kühn Hamet 131, verbr. Don Gal Buch Krämer Gal 182], Schaw [HB-Limb (PfId. 121)], Schääb [KU-A'glan Bedb Bosb Eisb Eschau Hundh Kollw Patb Schmittw/O Wolfst RO-Als Dielkch Feilbg Odh O'mosch Rehbn, Thielen 96], Scheeb [ HB-Alth KL-Gimsb], Schoob [ Gal-Augustdorf Bagbg Königsau]. Er leit uf em Schaab [ ZW-Battw], uf Schaab [ KB-Kriegsf], uf der Schaab [ PS-Trulb]. Gell, äier Großbabba, der wo gestorb isch, läit schun uf em Schaab un wann die Läicht isch, kummt er in die Lad [ IB-Ommh]. Wann sei Fra uffem Schab geleh hät (gestorben gewesen wäre), er hät net vertels so arig gedun (gewehklagt) [WPf (PfId. 176)]. RA.: Wenn jemand im Ort stirbt, wird mit der kleinen Glocke noch am selben Tag Schaab gelett (geläutet) [ KB-Kriegsf]. Er kriet uf's Schaab gelett [ KU-Rutsw/L]. 's leit Schaab (uf Schaab) [verbr. mittl. u. östl. NPf, Pirmas], Schääb [RO-Odh, Thielen So rerre mer 107], uf's Schaaub [ RO-Schiersf]. Vgl. PfWB Zeichenläuten. Brauchtum: Der Tote wird von den Verwandten angezogen und bleibt, bis der Sarg kommt, auf dem abgeräumten Bett liegen. Man sagt: Er leit uf Schaab. Auf einem Tisch daneben steht eine brennende Kerze, bei den Katholiken auch Weihwasser. Der Leichenschauer kommt sofort nach dem Tod und kurz vor der Beerdigung, dann wird der Leichenschein ausgestellt. Abends kommen die Nachbarn und Verwandten und halten betend die Totenwache [ PS-Fehrb]. In KL-Gimsb wurde der Tote früher (vor 1930) nach dem Anziehen vom Sterbebett herabgenommen und auf das Schääb, ein schmales Brettergerüst, auf das Stroh (s. Bed. 1b), worüber ein weißes Laken gelegt wurde, gebettet. Zum Brauchtum s. auch Schandein Bav. IV,2 407 Becker Vk. 123 Ecker 134 Feier-

[Bd. 5, Sp. 895]
owend 1/1955 1. — Genusangaben zu Bed. 2: n.: KU-Patb Rutsw/L HB-Limb ZW-Battw Don-Gert vereinzelt Gal, f.: Kus PS-Trulb Don-Alexhs, m.: verbr. Don Gal Buch. —
3. s. die Zs. PfWB Rainschaub. — Mhd. schoup, schoub 'Gebund, Bündel' (Lexer II 755/76). — Südhess. V 210; RhWB Rhein. VII 952 ff., 979; LothWB Lothr. 435; ElsWB Els. II 386; DWB DWb. VIII 2294 ff.