bähen schw.: 1. 'durch Wärme weich machen'. a. Holz (Stockgriffe, Rechengabeln) bähe 'langsam erhitzen, daß sie sich biegen lassen' [verbr.]. 's Haai es nore gebäht 'nur stark welk (also nicht ganz dürr)' [KU-Kaulb, verbr. WPf]. Volksmed.: Beh en Krautblatt, bis es weech is, reib's iwwern Warz un gebs noh me Gaul oder re Kuh zu fresse [Fogel Beliefs Penns Nr. 1705]. — b. die Hand b. 'in heißem Wasser baden' [ NW-Kallstdt Elmst LU-Opp]. — 2. 'wärmen'. 's Esse isch nore gebäht 'gewärmt, nicht heiß gemacht' [ GH-Wörth]; en Himb b. 'ein Hemd durchwärmen' (ehe man es dem Kranken anzieht) [ BZ-Dernb GH-Kand]; sich bähe »lange beim Ofen sitzen« [Journ. 1787, 7.-12. St. 211], »sich durch Wärme gütlich tun« [Klein Prov. 35]. — 3. 'rösten'; Zwieback, Brot b., gewöhnlich auf der Herdplatte oder im Backofen des Herdes, bes. als Suppeneinlage [KU-Kaulb Rothsbg RO-Mannw LU-Friesh Opp SOPf]; Zwiwwle b., dass. [ NW-Frankeck LU-Böhl LA-Nd'hochstdt]; Hanf, Flachs b. [KU-Kaulb u. Umg.]. — 4. Die Kuh is gebäht 'hat Fleisch angesetzt' (ohne richtig fett zu sein) [ RO-Dielkch, WD-Niedkch KL-Weilb]. — F.: bēə bējə. — Aus idg. *bhē- 'erwärmen', Kluge-Mitzka17. — RhWB Rhein. I 395; LothWB Lothr. 20; ElsWB Els. II 22; Bad. I 108. | | NRhWB bähen Rhfrk bēən; OMosfrk b·ə.n [b:jə Kobl-SSebastian; b:(n) Siegld]; WMosfrk innerhalb des Winkels Malm-Zell-Trier bī·ə.n [bə·i.ən, biχt, jəbiχt neben bī:dən Prüm-Ihren, Malm-Amel; bī:gən Bitb-Dudeld, Trier-Heidenbg; bē:kən Bernk-Winterich Neumag; bā:jən Bitb-Speicher, Trier]; LRip bis Eusk, s. Zülp, Gemünd, Schleid, s. Monsch b·ə.n; dann bī·ə. von Zülp über Dür, Aach-Eschw, Jül-Aldenhv, Geilk-Hünshv; nw. dieser Linie bī:nə; in der Aach, Erk Gegend bī·ə.nə [Bergh-Blatzh bijə]; RRip im Kr. Sieg b:nə; OBerg, NBerg durchweg b·ə.(n) [Wippf-Biesf b:jən]; SNfrk bis einschl. Birgelen Fronderath Myhl KlGladb Gerderhahn Grambusch Örath Granterath Kalzem Holzw (dann ein kleiner Sreifen um Wanlo mit Schwanken zwischen bī·ə. u. bī·ə.nə) Schaan Kamphsn Dürselen Waat Wallr Damm Grefr Neusserweyhe bī·ə.; n. davon bī·ə.nə(n) bis einschl. Geld-NDorf usf. (s. baden) [w. Kemp-Born Kaldenk bīən; innerh. [Bd. 1, Sp. 396]
Mörs-Friemersh usf. (s. baden) bī·ə.n]; n. im Klevld bęə, bə, bai()ə schw.: 1. zum Schutze gegen Fäulnis, Schimmel mit heissem Wasser oder durch Hitze, Dampf abbrühen. a. Geschirre b., durch heisses Wasser oder Sodalauge ausbrühen oder sie nach dem Spülen auf den Ofen legen. RA.: Dat Mädche es esu feng (fein), dat seck (seicht) blos en e gebiht Milchbüttche Bergh-Hüchelhv. — b. grünes Holz leicht anbrennen, damit es schwitzt, die Rinde sich löst, so dass es zu Stielen, Gabelstöcken, Spazierstöcken udgl. leicht gebogen werden kann, ohne zu brechen; man hält es über glühende Kohlen u. dreht es stets herum, bis die Rinde aufspringt; auch legt man es in den nachheizenden Backofen. Baumpfähle werden gebäht, indem sie an der Spitze leicht angebrannt werden, damit sie im Boden leichter der Fäulnis widerstehn. — Bretter b., über Feuer halten u. dann biegen, die zum Bau von Holzschiffen dienen Saar, Trier (Schöffsbajer). Ein geschlachtetes Schwein b., damit die Borsten leichter abgeschabt werden können Wippf-Herschd. RA.: Sich der Küll (Stock mit keulenförmigem Ende) biəhne hinterm Ofen sitzen, sich wärmen u. sich einen guten Tag antun, eine Beschäftigung treiben, die keine Anstrengung kostet Aach, Eup. Auch e biəhnt se sech Aach-Merkst. — c. Heu oder Grummet b., zum Futtern mit heissem Wasser begiessen Prüm-Ihren. — Gebäck b., rösten Saarbr; Brot ist nur gebäht, wenn es nicht ausgebacken ist Wend-OReidenb. Speisen b., nur halbgar kochen (im Ärger gesagt) MüEif. — d. übertr. auf Menschen; sich b., sich hinterm Ofen wärmen Allg. Ein starker, zäher Mensch es en gebähte Jong Neuw-Datzeroth. — 2.a. kranke, geschwollene, schwärende Glieder b., durch Auflegen von heissen oder feuchtwarmen Tüchern oder durch Baden in heissem Wasser oder Kräuteraufgüssen Allg. — An einem b., einen Kranken päppeln, pflegen Dür, Aach. RA.: Dat biht der de Boəsch (Brust) dies Mittel tut dir gut Eusk-Dirmerzh. Enem et Röüsch (de Boəsch) b. den Podex verhauen ebd. Kning (Kanin) b. coire Köln. — Den Fuss b., baden ohne dass eine Geschwulst vorliegt, gründlich reinigen Rip, Nfrk. — b. übertr. α. se enem b., einen verprügeln Dür; einen beiə schlagen Ruhr-Werden. — β. Obst b., mit Knütteln herunterwerfen Sieg-Siegbg Mond; stehlen Bo-Endenich, Sieg-Oberlahr, Köln-Meschenich. — Die MA. von Prüm-Ihren unterscheidet bī:dən = b. 1 a von bə·i.ən = b. 1 c. Abl.: die Bäherei, dat Gebähs, sech zerb. |
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