aus-lassen st., schw.: 1. Butter, Schmalz, Speck a. 'durch Erhitzen zerlassen und von allem, was nicht Fett ist, befreien', auslosse [fast allg., bes. VPf], -lorre, -lolle [westl. WPf], -lonn [ WD-Niedkch]. Rohes Schmalz und Speck werden dabei meist in kleine Würfel geschnitten; die Rückstände sind die Griewe 'Grieben'. Bei Butter heißt das Ergebnis des Auslassens: ausgelossener, seltener ausgekochter und ausgesottener Butter [mittl. u. südl. WPf VPf], Schmelzbutter [NPf u. Westteil der nördl. VPf], Butterschmalz [mittl. u. südl. WPf]. Auch Honig wurde, ehe man die Schleuder kannte, ausgelassen. Zu diesem Zweck zerschnitt man die Honigwaben und ließ sie in einer irdenen Seihe und dann im warmen Backofen auslaufen. — 2.a. Loß mich aus mit dem! 'Laß mich damit in Ruhe' [SPf]. — b. Er loßt sei Zorn (an einem) aus [allg.]. — c. Adj. ausgelassen s. d. — 3. sich a. 'sich äußern'. Er loßt sich net gern aus iwwer die Sach [verbr.]. — 4. etwas a. 'weglassen', z. B. ein Wort beim Lesen [allg.]. — RhWB Rhein. V 143/44; LothWB Lothr. 523; ElsWB Els. I 611; Bad. I 95. | | aus -lassen: 1. herausl. a. Vieh a., aus dem Stalle auf die Weide, austreiben; lot de Kuh ut SNfrk, Klevld. RA.: Peter, P., Pup, lot et Ferke ut; P., P., Penn, lot et F. en! Heinsb-Karken. Et Kof (Kalb) utl. kälbern, Lärm machen Heinsb. De hät et Ferken utgeloəte mich überfordert Selfk. Hornessen a. Unfug treiben Saarbr-Sulzb. — Sonst herausl. — b. den Weiher, Bach a., das Wasser ausströmen lassen Allg. — c. Fett, Speck, Butter a., sieden Allg. — d. ein Schlachttier a., ausweiden Goar. — e. etwas a., auslosen Klev-Asperden. — f. den Zorn, Ärger an einem a.; he löt emmer an mir (an andere) sengen Ärger us Rip, Allg. — g. sich a. α. sich über eine Sache a., sich äussern; he hät sech net drüvver usgelosse; he let sech us, als wenn he dat Hus kofe wöll Rip, Allg.; de lett sech ut, wat e en hät SNfrk. — β. seinem Ärger Luft machen, über einen herhalten; he let sech us wie net ganz geschet Rip. — γ. poltern, lärmen, ausgelassen sein; do hat ühr üch ävver widder emol gehüreg usgelosse Rip, Allg. — Dazu das Part. ausgelassen, wild, ungestüm, übermütig; usgelosse spille; ühr sid usg. Pänz (Blage); Subst. Usgelossenhet Rip, Allg. — 2. etwas a. a. weglassen; he hät en Wort (beim Schreiben) usgelosse; du löss jo en ganze Reih [Bd. 5, Sp. 144]
(beim Lesen) us; bei dem warme Wedder kammer de Ongerbotz (Unterhose) usl. (auch sech usl. sich nicht ankleiden Rip); Stech usl. beim Stricken Rip, Allg.; en Faul (Falte) utl. Elbf; loss de Ovve (de Pif) us zünde ihn (sie) nicht an Rip, Allg. RA.: Lott et Let (Licht) doch us, vir verbrenne ose Herrgott der Dag on os den Ollig! Aach-Warden. — b. stehen lassen, vergessen, z. B. Schirme, Stöcke Elbf, Mettm-Cronenbg. |
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