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 PfWB aus-heben (Bd. 1, Sp. 449)   PfWB heben (Bd. 3, Sp. 736)   PfWB weg-gehen (Bd. 6, Sp. 1136) 
   aus-heben st.:
I. trans.
1. etwas a. 'hebend herausnehmen'.
a. die Deer 'Tür' aushewe [verbr.]. —
b. Neschder a. 'die Eier aus dem Nest nehmen' [allg.]. Dann sin se noch ins Hinkelhaus Un hewe do die Eier aus [Münch Weltgesch. 95]. a. 1751: soll sich Niemand unterstehen ... Nester auszuheben [Zweibr I 671 (Altstadter Dorfordnung)]. KR.: Quack, Quack, unne naus, Quack, Quack, owwe naus! Heb die blotte Vechel aus, die blotte wie die blinne! De Quack, der muß se finne [ZW-Stamb]. —
c. die Frocht a. 'das abgemähte Getreide vor dem Sensenreff oder der Mähmaschine wegnehmen und an einer anderen Stelle ausbreiten' [ KU-Schmittw/O Adb Bedb FR-Gr'niedh]; vgl. PfWB abglecken, PfWB abraffen. —
d. Gräwe, Gräbcher a., bes. beim Putzen der Wiesen, auch im Wingert, auch absol. [allg.]. —
e. es ganz Speelche 'Spielchen' a., 'beim Grenzchens hintereinander alle auf der Grenze aufgereihten Klicker treffen' [ RO-Ruppeck]. —
2. einen a.
a. zum Militärdienst a. [allg.]; jünger: mustern.
b. 'abfassen, erwischen'. Die Schandarme hun ne (in seinem Versteck) ausgehob [KU-Schmittw/O, verbr.]. —
3. einem etwas a.
a. RA.: Heb's 'm aus! 'Du täuschst dich, wenn du meinst, er wisse (könne) das nicht' [ KU-Kaulb]. —
b. em e paar aushewe 'ein paar Hiebe versetzen', auch kurz: Dem hun ich ausgehob [verbr. Gal]. —
II. intrans. Die Uhr hebt aus, auch: 's hot ausgehob (-gehowe), vom Einfallen des Hebels in der Uhr, wodurch das Schlagwerk eingeschaltet wird [allg.]. — RhWB Rhein. III 381; ElsWB Els. I 297; Bad. I 94.

 

   heben st., schw.:
I. 'emporheben', hewe (hēwə) [verbr. NWPf mittl. WPf mancherorts übrige Pfalz], (hewə, seltener hęwə) [verbr. NPf südl. WPf südl. VPf], hiwe (-ī-) [ RO-Rehborn Odh]; Konjugation s. F. Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB be-, PfWB darauf-, PfWB darüber-, PfWB ein-, PfWB er-, PfWB ver-, PfWB herauf-, PfWB heraus-, PfWB herüber-, PfWB herum-, PfWB herunter-, PfWB hinauf-, PfWB hinein-, PfWB hinüber-, PfWB hinunter-, PfWB hoch-, PfWB über-, PfWB wegheben. —
1.
a. etwas h.
α. de Korb h. [PS-Gersb, verbr.]. Ich hun 're e Lascht Blärrer gehob (auf die Schulter oder auf den Kopf, zum Wegtragen) [ KU-Schmittw/O]. Er kann schwer h. [ PS-Erfw]. Do kann mer sich e Bruch (e Leibschade) h. [LU-Opp, verbr.], die Aue vor de Kopp h. [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Stään, die mer nit h. kann, läßt mer lieche [ BZ-Klingmst]. VR.: E jeder Gascht (hier: die Graserin), der hebt sei Lascht. Wer das net kann, der kriet kee Mann. Wer das net dut, der kriet e rode Juddebu [ Gal-Dornf]. —
β. 'Körperteile emporstrecken'. Ich kann kän Arem h. [PS-Erfw, verbr.]. Heb drei Finger! (zum Schwur) [ BZ-Klingmst]. Heb Fuß!, Aufforderung an das Pferd beim Beschlagen [Zweibr, verbr.]. RA.: Heb die Bään e bißche! 'Beeile dich!' [ FR-Kirchh KL-Samb]. Der Kranke kann werrer de Kopp h. [NW-Wachh, verbr.]. Er hebt

[Bd. 3, Sp. 737]
de Kopp wie e Pohahn (Pfauhahn) [ BZ-Albw]. —
γ. gehowe voll 'überfüllt' [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB gehaufte. —
b. jemanden h. Kumm, ich heb dich uf de Gaul [NW-Kallstdt, verbr.]. Ich soll 's Kind aus der Daaf (Taufe) h. [ RO-Dielkch LA-Gommh]. Den muß mer in de Sarrel (Sattel) h., von einem Hilfsbedürftigen [ KU-Schmittw/O], uf die Stang h., dass. [ PS-Geisbg]. Den han se (bis) in de Himmel gehob 'über Gebühr gelobt' [ KU-Hefw, allg.]. —
2.
a. 'etwas zutage fördern'; e Schatz h. [ FR-Bockh]. —
b. 'Gebühren erheben'. Heit werd 's Holzgeld gehob [ KU-Kaulb]. Die RA. Backowezins h. s. PfWB Backofenzins. a. 1498: bueßen vnd frewell ..., wer die zu heben vnd zu nehmen hab [PfWeist. I 455 (IB-Eschring)]. a. 1568: die beet allein zue heben [Grimm Weist. V 567 (LA-Gleisw)]. —
c. einen h. 'einen Schoppen, einen Schnaps trinken'; äne h. [KL-Enkb, verbr.]; änner h. [HB-Webh, verbr.]. Syn. s. PfWB trinken 1 a. Mer dun e bißche h. [Kirchhbol]. Er kann ganz gut h. 'viel Alkohol vertragen' [ KB-Bennhs]. —
d. ohne Obj. 'heftig atmen'. De Gaul hebt [ RO-Obd KU-Bedb]. —
e. 's hebt mich, vom Brechreiz [SOPf (Nachlaß Heeger)]. 's hot mer gehob [KU-Kaulb, südl. VPf]. Do hebt's aam jo, wann mer das sieht [ KU-Kaulb]. 's hot sich alles in mer gehob [ KU-Schmittw/O]. —
f. refl.
α. Der Newwel hebt sich [NW-Freinsh, verbr.]. —
β. Heb dich! 'Geh weg!' [ Don-Schowe Gal-Waldd]. —
γ. De Daaig ( Teig) hot sich gehob [ KU-Adb]. —
δ. De Wein hot sich gehob 'ist trübe geworden' [ KB-Zell]. —
ε. 'sich bessern'. 's Geschäft hebt sich, von der Wirtschaftslage [ KU-Schmittw/O]. Die Kranket hot sich gehob [ FR-Bockh]. Verleicht hebt sich mein Iwel (Übel) noch [Kühn Schnitze I 145]. —
II. 'halten'. Zs.: PfWB ab-, PfWB ane-, PfWB an-, PfWB auseinander-, PfWB daran-, PfWB darauf-, PfWB dawider-, fest-, PfWB vor-, PfWB hin-, PfWB zu-, PfWB zurück-, PfWB zusammenheben. —
1. trans. 'festhalten', hewwe u. hewe [südl. WPf südl. VPf], häiwe (hęiwə) [um Land, Danner Penns 50]; vgl. K. 186.
a.
α. Heb emol das Ding! [Zweibr]. Er hebt de Kopp (vor Schmerzen) [ KU-Schmittw/O]. Er hot de Unkel am Rockzippel g'howe [Hartmann Unkel 10]. Im Scherz zu Kindern: Morge metzle mer, un du muscht der Sau 's Schwänzel h. [LA-Nd'hochstdt, Keiler 134]. RA.: Er hebt sich am Strohhalm [ KU-Schmittw/O]. Ich hab de Bauch g'hebt vor lauter Lache [ PS-Erfw LA-Gommh GH-Kand]. 's geht so, als wann's der änt hebt un der anner loßt's net gehn [ BZ-Dernb]. Er gebt her, was er net h. kann [ PS-H'einöd]. SprW.: 's isch immer eppes, was de Himmel hebt [ GH-Vollmw]. —
β. 's Kind h. 'auf dem Arm halten', auch als Taufpate [ NW-Geinsh, mancherorts]. Das Kind hun ich gehob [ KU-Adb], iwwer (die) Dääf gehob [KU-Bedb, mancherorts WPf NPf]. Wann mer konfermeert is, därf mer kläine Kinner h. [ KU-Schmittw/O]. —
γ. 'zurückhalten'; de

[Bd. 3, Sp. 738]
Gaul häiwe [ LU-Altr]. Heb de Has! [ BZ-Billh, mancherorts]. Manchmol hebt die Kuh die Milch [ ZW-Battw NW-Frankeck]. RA.: Heb'n am Frack! [ BZ-Albw]. Ehr Leit, hewen mich, ich bring'n um [ BZ-Dernb]. Dem Niesenden ruft man zu: Heb se! [ PS-Lu'wink]; dass. mit Zusatz: wenn se hascht [ PS-Busbg]; vgl. PfWB hatzi. Heb mol, was de net in d'r Hand hoscht, vom entweichenden Darmwind [Fogel Prov. Penns Nr. 1987]. SprW.: Was mer net h. kann, loßt mer läife (laufen) [ KU-Schmittw/O]. —
b. sich h. 'sich festhalten'. Heb dich! [PS-Dahn, verbr.]. Er hebt sich am letze Griff 'am verkehrten Griff im Eisenbahnabteil' [ LA-Edk]. Hebb dich an meim Rock, daß ich dich net verleer [Kühn Schnitze II 89]. Er hot sich an'm gehob 'hat sich durch ihn Vorteile verschafft' [ ZW-L'wied]. RA.: Du kannscht dich an de Weide h. 'Deine Sache, deine Forderung ist verloren' [ KU-Schmittw/O]. —
2. intrans.
a. 'von Dauer, haltbar sein'. Der Strick häibt net [ PS-Busbg, mancherorts]. (In de Zeidung lest se), die Mode dhed nit h. [Hartmann Teemaschin 76]. Die häibt, von einer Ohrfeige [ GH-Zeisk]. An äim Enn hebt's noch, vom letzten Hindernis [ KU-Schmittw/O]. RA.: Das hebt un dreht net 'Das ist nichts Rechtes' [ KU-Adb, Kaislt]. —
b. 'haltmachen, stehenbleiben'. Heb emol! [ BZ-Klingmst]. — F.: Präs. Sing. 1. hēb/ heb/hęib; 2. hēb(d)/heb(d)/hęib(d); 3. hēbd/ hebd/hęibd; Pl. 1 - 3. hēwə(n)/hewə(n)/hęiwə(n); Länge und Kürze des Vokals entspricht dem Inf. Das Part. Perf.: gəhōb mittl. u. nördl. WPf mancherorts NPf, gehob südl. WPf, gəhōwə/kōwə mancherorts mittl. VPf, gəhowə NOPf, kowə südl. VPf; gəhebd ZW-Gr'bundb, kebd PS-Erfw Hintwdth. — Südhess. III 198 ff.; RhWB Rhein. III 375 ff.; LothWB Lothr. 238 heppen, 241 hewen; ElsWB Els. I 294/95; Bad. II 587/88.

 

  -gehen st.: 'fortgehen, sich entfernen, verschwinden', -gehe, -gihn s. PfWB gehen [verbr., Lambert Penns 174]; Syn.: PfWB abfahren I 2 a, PfWB abgehen I 1 a α, PfWB abhauen 2, PfWB abkommen 1, PfWB abkratzen, PfWB abmachen I 3, PfWB abrücken 1, PfWB abschaffen 1 b, PfWB abschieben 1, PfWB abschlagen, PfWB abtigern, PfWB abtreten 2 a, PfWB abziehen II 1 b, PfWB aufpacken 2, PfWB ausfahren I 4 c, PfWB parti, PfWB putzen 5 c, PfWB davonfahren, PfWB davonhakeln, PfWB trossen 1 b βαα, PfWB durchziehen 2 c, PfWB verkratzen 3, PfWB verlaufen 2 b, PfWB verputzen 4, PfWB verrollen, PfWB vertrollen, PfWB verziehen, PfWB Flatter, PfWB flattern 2 a, PfWB fortgehen I 1 a, PfWB fortkommen 2 a, PfWB fortmachen 1 b, PfWB fortpacken, PfWB fortträppeln, PfWB forttrossen, PfWB forttrotteln, PfWB heben I 2 f β, PfWB hinausbrunzen, PfWB hinauslaufen 1, PfWB hinauspurren, PfWB hinausrankeln, PfWB hinausschaffen 2, PfWB hinausschleichen, PfWB hinausschlupfen, PfWB hinaustappen, PfWB hinausturmeln, PfWB losgehen 1 a, PfWB loskommen 2, PfWB losmachen 2, PfWB lospacken 3, PfWB losrennen 2, PfWB losschieben 2, PfWB lostippeln, PfWB losziehen 1, PfWB loszittern, PfWB loszuckeln, PfWB mitgehen, PfWB mithulchen, PfWB mitkommen 1, PfWB mitmachen 2, PfWB mitnehmen 1 b, PfWB sippen. Die Sunn geht eweg 'geht unter, wird von einer Wolke verdeckt' [mancherorts]. RA.: Geh weg! [mancherorts]; Geh wegger! [ KU-Godhs RO-Hochst Ruppeck KL-Drehthhf NW-Weish/S]; Geh wag! [ GH-Wörth]; Gihn awak! [ RO-Rehborn]; Geh (mer) eweg! 'Mach mir Platz! Hör auf damit! Laß mich damit in Ruhe!', auch als Zuruf an ein Tier [mancherorts]. Wärsche eweg gang!, Höflichkeitsformel zur Entschuldigung, wenn man jemanden angestoßen hat [ PS-Geisbg]. 's esch nit eweggange, noot horrer's mitgenumme 'gestohlen' [ BZ-Nd'horb]. Das geht weg wie frische Weck

[Bd. 6, Sp. 1137]
(warme Semmel) 'verkauft sich gut' [ FR-Bockh, auch Gal]. Dem sein Mäle sin eweggange wie die Weck uf'm Lare 'Seine Töchter haben rasch geheiratet' [ BZ-Dernb]. Geh mer eweg mit deim stinkische Gaulsflääsch! (deim häße Kaffee!) [ NW-Freinsh, LU-Friesh]. Gehsche vorne weg, hinnenunner, scherzh. für den Frack mit langen Rockschößen [Kaislt]; vgl. PfWB Gehstduwegdahinten, PfWB Gehwegdahinten. Geh mer eweg, ich brauch dich net!, scherzhafte Deutung des Fauchens einer Lokomotive [Spey]. BR.: Fallt de Schnee in de Dreck, gehrer net so bal eweg [mancherorts]. Volksgl.: Man zieht einem Kind Ohrringe an, damit die wehe Ääche weggehn [ LA-Herxh]. En Waarz reibt mer mit me kleene Stee un schmeißt ihn no iwwer die links Schulder, awwer mer darf nix schwätze, no geht sie weg [Fogel Beliefs Penns Nr. 1682]. Gwächs, druf spautze var dem Esse; / Do geht's eweg, is bal vergesse [Birmelin Penns Gezw. 69]. KR.: Eens, zwee, drei / Hicka, hocka, hei / Zucker uf der Brei / Salz uf der Speck / Hahne geh weg! [Horne Penns 119, Donnersberg Jahrbuch 1981 167]; Var. s. PfWB Schnee 1. Heischelieder: Steht e Mädche an de Wand, har e Säckelche in de Hand, Eier orrer Speck, sunscht geh ich net vor de Deer eweg [KL-Reichb, ZW-Bechhf Krieger 41]; Var. s. PfWB Quack 1 a. Rhein. IX 346 Z. 53.