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 PfWB aus-heben (Bd. 1, Sp. 449)   PfWB heben (Bd. 3, Sp. 736)   ElsWB überhebeⁿ (Bd. 1, Sp. 296b) 
   aus-heben st.:
I. trans.
1. etwas a. 'hebend herausnehmen'.
a. die Deer 'Tür' aushewe [verbr.]. —
b. Neschder a. 'die Eier aus dem Nest nehmen' [allg.]. Dann sin se noch ins Hinkelhaus Un hewe do die Eier aus [Münch Weltgesch. 95]. a. 1751: soll sich Niemand unterstehen ... Nester auszuheben [Zweibr I 671 (Altstadter Dorfordnung)]. KR.: Quack, Quack, unne naus, Quack, Quack, owwe naus! Heb die blotte Vechel aus, die blotte wie die blinne! De Quack, der muß se finne [ZW-Stamb]. —
c. die Frocht a. 'das abgemähte Getreide vor dem Sensenreff oder der Mähmaschine wegnehmen und an einer anderen Stelle ausbreiten' [ KU-Schmittw/O Adb Bedb FR-Gr'niedh]; vgl. PfWB abglecken, PfWB abraffen. —
d. Gräwe, Gräbcher a., bes. beim Putzen der Wiesen, auch im Wingert, auch absol. [allg.]. —
e. es ganz Speelche 'Spielchen' a., 'beim Grenzchens hintereinander alle auf der Grenze aufgereihten Klicker treffen' [ RO-Ruppeck]. —
2. einen a.
a. zum Militärdienst a. [allg.]; jünger: mustern.
b. 'abfassen, erwischen'. Die Schandarme hun ne (in seinem Versteck) ausgehob [KU-Schmittw/O, verbr.]. —
3. einem etwas a.
a. RA.: Heb's 'm aus! 'Du täuschst dich, wenn du meinst, er wisse (könne) das nicht' [ KU-Kaulb]. —
b. em e paar aushewe 'ein paar Hiebe versetzen', auch kurz: Dem hun ich ausgehob [verbr. Gal]. —
II. intrans. Die Uhr hebt aus, auch: 's hot ausgehob (-gehowe), vom Einfallen des Hebels in der Uhr, wodurch das Schlagwerk eingeschaltet wird [allg.]. — RhWB Rhein. III 381; ElsWB Els. I 297; Bad. I 94.

 

   heben st., schw.:
I. 'emporheben', hewe (hēwə) [verbr. NWPf mittl. WPf mancherorts übrige Pfalz], (hewə, seltener hęwə) [verbr. NPf südl. WPf südl. VPf], hiwe (-ī-) [ RO-Rehborn Odh]; Konjugation s. F. Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB be-, PfWB darauf-, PfWB darüber-, PfWB ein-, PfWB er-, PfWB ver-, PfWB herauf-, PfWB heraus-, PfWB herüber-, PfWB herum-, PfWB herunter-, PfWB hinauf-, PfWB hinein-, PfWB hinüber-, PfWB hinunter-, PfWB hoch-, PfWB über-, PfWB wegheben. —
1.
a. etwas h.
α. de Korb h. [PS-Gersb, verbr.]. Ich hun 're e Lascht Blärrer gehob (auf die Schulter oder auf den Kopf, zum Wegtragen) [ KU-Schmittw/O]. Er kann schwer h. [ PS-Erfw]. Do kann mer sich e Bruch (e Leibschade) h. [LU-Opp, verbr.], die Aue vor de Kopp h. [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Stään, die mer nit h. kann, läßt mer lieche [ BZ-Klingmst]. VR.: E jeder Gascht (hier: die Graserin), der hebt sei Lascht. Wer das net kann, der kriet kee Mann. Wer das net dut, der kriet e rode Juddebu [ Gal-Dornf]. —
β. 'Körperteile emporstrecken'. Ich kann kän Arem h. [PS-Erfw, verbr.]. Heb drei Finger! (zum Schwur) [ BZ-Klingmst]. Heb Fuß!, Aufforderung an das Pferd beim Beschlagen [Zweibr, verbr.]. RA.: Heb die Bään e bißche! 'Beeile dich!' [ FR-Kirchh KL-Samb]. Der Kranke kann werrer de Kopp h. [NW-Wachh, verbr.]. Er hebt

[Bd. 3, Sp. 737]
de Kopp wie e Pohahn (Pfauhahn) [ BZ-Albw]. —
γ. gehowe voll 'überfüllt' [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB gehaufte. —
b. jemanden h. Kumm, ich heb dich uf de Gaul [NW-Kallstdt, verbr.]. Ich soll 's Kind aus der Daaf (Taufe) h. [ RO-Dielkch LA-Gommh]. Den muß mer in de Sarrel (Sattel) h., von einem Hilfsbedürftigen [ KU-Schmittw/O], uf die Stang h., dass. [ PS-Geisbg]. Den han se (bis) in de Himmel gehob 'über Gebühr gelobt' [ KU-Hefw, allg.]. —
2.
a. 'etwas zutage fördern'; e Schatz h. [ FR-Bockh]. —
b. 'Gebühren erheben'. Heit werd 's Holzgeld gehob [ KU-Kaulb]. Die RA. Backowezins h. s. PfWB Backofenzins. a. 1498: bueßen vnd frewell ..., wer die zu heben vnd zu nehmen hab [PfWeist. I 455 (IB-Eschring)]. a. 1568: die beet allein zue heben [Grimm Weist. V 567 (LA-Gleisw)]. —
c. einen h. 'einen Schoppen, einen Schnaps trinken'; äne h. [KL-Enkb, verbr.]; änner h. [HB-Webh, verbr.]. Syn. s. PfWB trinken 1 a. Mer dun e bißche h. [Kirchhbol]. Er kann ganz gut h. 'viel Alkohol vertragen' [ KB-Bennhs]. —
d. ohne Obj. 'heftig atmen'. De Gaul hebt [ RO-Obd KU-Bedb]. —
e. 's hebt mich, vom Brechreiz [SOPf (Nachlaß Heeger)]. 's hot mer gehob [KU-Kaulb, südl. VPf]. Do hebt's aam jo, wann mer das sieht [ KU-Kaulb]. 's hot sich alles in mer gehob [ KU-Schmittw/O]. —
f. refl.
α. Der Newwel hebt sich [NW-Freinsh, verbr.]. —
β. Heb dich! 'Geh weg!' [ Don-Schowe Gal-Waldd]. —
γ. De Daaig ( Teig) hot sich gehob [ KU-Adb]. —
δ. De Wein hot sich gehob 'ist trübe geworden' [ KB-Zell]. —
ε. 'sich bessern'. 's Geschäft hebt sich, von der Wirtschaftslage [ KU-Schmittw/O]. Die Kranket hot sich gehob [ FR-Bockh]. Verleicht hebt sich mein Iwel (Übel) noch [Kühn Schnitze I 145]. —
II. 'halten'. Zs.: PfWB ab-, PfWB ane-, PfWB an-, PfWB auseinander-, PfWB daran-, PfWB darauf-, PfWB dawider-, fest-, PfWB vor-, PfWB hin-, PfWB zu-, PfWB zurück-, PfWB zusammenheben. —
1. trans. 'festhalten', hewwe u. hewe [südl. WPf südl. VPf], häiwe (hęiwə) [um Land, Danner Penns 50]; vgl. K. 186.
a.
α. Heb emol das Ding! [Zweibr]. Er hebt de Kopp (vor Schmerzen) [ KU-Schmittw/O]. Er hot de Unkel am Rockzippel g'howe [Hartmann Unkel 10]. Im Scherz zu Kindern: Morge metzle mer, un du muscht der Sau 's Schwänzel h. [LA-Nd'hochstdt, Keiler 134]. RA.: Er hebt sich am Strohhalm [ KU-Schmittw/O]. Ich hab de Bauch g'hebt vor lauter Lache [ PS-Erfw LA-Gommh GH-Kand]. 's geht so, als wann's der änt hebt un der anner loßt's net gehn [ BZ-Dernb]. Er gebt her, was er net h. kann [ PS-H'einöd]. SprW.: 's isch immer eppes, was de Himmel hebt [ GH-Vollmw]. —
β. 's Kind h. 'auf dem Arm halten', auch als Taufpate [ NW-Geinsh, mancherorts]. Das Kind hun ich gehob [ KU-Adb], iwwer (die) Dääf gehob [KU-Bedb, mancherorts WPf NPf]. Wann mer konfermeert is, därf mer kläine Kinner h. [ KU-Schmittw/O]. —
γ. 'zurückhalten'; de

[Bd. 3, Sp. 738]
Gaul häiwe [ LU-Altr]. Heb de Has! [ BZ-Billh, mancherorts]. Manchmol hebt die Kuh die Milch [ ZW-Battw NW-Frankeck]. RA.: Heb'n am Frack! [ BZ-Albw]. Ehr Leit, hewen mich, ich bring'n um [ BZ-Dernb]. Dem Niesenden ruft man zu: Heb se! [ PS-Lu'wink]; dass. mit Zusatz: wenn se hascht [ PS-Busbg]; vgl. PfWB hatzi. Heb mol, was de net in d'r Hand hoscht, vom entweichenden Darmwind [Fogel Prov. Penns Nr. 1987]. SprW.: Was mer net h. kann, loßt mer läife (laufen) [ KU-Schmittw/O]. —
b. sich h. 'sich festhalten'. Heb dich! [PS-Dahn, verbr.]. Er hebt sich am letze Griff 'am verkehrten Griff im Eisenbahnabteil' [ LA-Edk]. Hebb dich an meim Rock, daß ich dich net verleer [Kühn Schnitze II 89]. Er hot sich an'm gehob 'hat sich durch ihn Vorteile verschafft' [ ZW-L'wied]. RA.: Du kannscht dich an de Weide h. 'Deine Sache, deine Forderung ist verloren' [ KU-Schmittw/O]. —
2. intrans.
a. 'von Dauer, haltbar sein'. Der Strick häibt net [ PS-Busbg, mancherorts]. (In de Zeidung lest se), die Mode dhed nit h. [Hartmann Teemaschin 76]. Die häibt, von einer Ohrfeige [ GH-Zeisk]. An äim Enn hebt's noch, vom letzten Hindernis [ KU-Schmittw/O]. RA.: Das hebt un dreht net 'Das ist nichts Rechtes' [ KU-Adb, Kaislt]. —
b. 'haltmachen, stehenbleiben'. Heb emol! [ BZ-Klingmst]. — F.: Präs. Sing. 1. hēb/ heb/hęib; 2. hēb(d)/heb(d)/hęib(d); 3. hēbd/ hebd/hęibd; Pl. 1 - 3. hēwə(n)/hewə(n)/hęiwə(n); Länge und Kürze des Vokals entspricht dem Inf. Das Part. Perf.: gəhōb mittl. u. nördl. WPf mancherorts NPf, gehob südl. WPf, gəhōwə/kōwə mancherorts mittl. VPf, gəhowə NOPf, kowə südl. VPf; gəhebd ZW-Gr'bundb, kebd PS-Erfw Hintwdth. — Südhess. III 198 ff.; RhWB Rhein. III 375 ff.; LothWB Lothr. 238 heppen, 241 hewen; ElsWB Els. I 294/95; Bad. II 587/88.

 

  PfWB  LothWB  RhWB überhebeⁿ [ewərhèwə Dü. Z. Ndrröd.] trans. zurückhalten, überwinden: s Lacheⁿ ü.; er het d Zäʰn zsamme bisseⁿ, ass er s Brüeleⁿ das Weinen het könneⁿ ü. Dü. refl. 1. sich enthalten: s Wëtter üwerhebt siʰ (sich kann auch fehlen) hellt sich wieder auf, nachdem Regen gedroht hat Z. Ndrröd. 2. eine schwere Last heben, so dass man zu Schaden kommt Hf. intrans. die Uʰr üwerhebt versagt, die Stunden zu schlagen Z. ‘daz er sich nit mocht überheben’ darüber hinaus kommen Geiler HK. LXXXVII. — Schweiz. 2, 892. Bayer. 1, 1037.