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| PfWB aus-halten (Bd. 1, Sp. 448) | PfWB halten (Bd. 3, Sp. 611) | PfWB ver-halten (Bd. 2, Sp. 1170) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. etwas a. a. 'durchhalten, ausharren', auch absol. Dort hawwich's net lang ausg'hall [ PS-Lu'wink, allg.]. Du hosch awwer lang ausghalde, zu einem, der nach längerer Abwesenheit heimkehrt [südl. VPf]. Du hallscht awwer lang aus!, Grußformel beim Vorübergehen an einem Arbeitenden [ GH-Schwegh]. Hallen mol aus! 'Wartet jetzt eine Weile' [ Gal-Dornf]. — b. 'ertragen'. Er halt's Marschiere, die Hitz, die Kranket net aus [verbr.]. Auf die Frage nach dem Ergehen wird geantwortet: Mer kann's so (oder noch) aushalle, 's is zum Aushalle [verbr.]. Das halt kaa Gaul aus, die Schmerzen [ZW-Bechhf, verbr.]. 's is negscht (nächst = fast) net zum Aushalde [Hebel 109]. Der muß viel aushalle (-halde), von einem Schwerkranken [verbr.]. Wanns besser geng, kennt mer's nimmi aushalle, scherzh. [KU-Diedk, verbr.]. Mit em Hungriche hall ich's jetz aus u. ä., scherzh. nach einer ausgiebigen Mahlzeit [Gal-Dornf, verbr.]. — 2. sich etwas a. 'ausbedingen'. Ich hall mer das aus [allg.]; de Platz (etwa Sitzplatz) a.; dafür häufiger: reservieren. — 3. einen a., ein Mädchen a., 'unterhalten um den Preis geschlechtlichen Umgangs' [allg.]. — RhWB Rhein. III 160/61; ElsWB Els. I 330; Bad. I 94.
| I. trans. 1. 'gefaßt haben und nicht loslassen', halle (halə, seltener -ḁ-, vgl. hierzu PfWB alt, PfWB all) [verbr. WPf NPf nördl. VPf, vgl. K. 186, allg. Don Gal Buch], halde (haldə, seltener -ḁ-) [verbr. bes. mittl. u. südl. VPf Ost-PS, Lambert Penns 77]. Syn. s. PfWB festhalten. Er loßt sein Bu die Lein h. [KB-Bischh, verbr.]. 'm kranke Kind muß mer 's Hännche h. [ZW-Battw, verbr.]. Der Hausmetzger beim Schlachten des Schweines im Scherz zum zuschauenden Kind: Du muscht 's Schwänzche h. [KU-Bedb, verbr. Gal]. Einem, der sich erbricht, de Kopp h. [ZW-Gr'bundb, verbr.]; 's Kind h. 'auf den Armen tragen' [KU-Bedb, verbr.]. RA.: Do kann mer sich vor Lache de Bauch h. [RO-Dielkch, verbr.]. De Herrgott soll'm die Kerz h. [ Don-Schowe]. Dem muß ich die Stang h. 'für ihn eintreten' [KL-Hirschhn, verbr.]. Dem kann ich die Wooch (Waage) h. 'es ihm gleichtun' [ NW-Frankeck, LA-Wollmh GH-Kand]. Wenn Kindern das Spielzeug weggenommen wird, rufen sie: halle-halle! [NPf]. SprW.: Der de Sack halt, esch so gut, wie der wu neinschitt [ BZ-Dierb]. Eppes es immer, wo de Himmel hält 'Auch in der größten Not findet sich ein Ausweg' [ KU-Kaulb Kreimb]. — 2. jemand, etwas h. 'zurück-, festhalten'. Sie hun'n om Orem (am Arm) gehall [KU-Schmittw/O, verbr.]. Er kann 's Wasser (den Urin) nimmi h. [RO-Dielkch, verbr.]. Hall emol Gedanke! 'Paß auf!' [Rockhs]. Halt dein Maul! [Beam Penns 49, verbr.]. De Oonzug hält käin [Bd. 3, Sp. 612] Farb [KU-Schmittw/O, verbr.]. RA.: Denne hallen kee zehn Gail [Gal-Brig, verbr.]. Er schafft, als wann 'ne eener h. dät [ KU-Trahw Bechb]. De een halt's un de anner loßt's net gehn [ KU-Trahw]. Er kann die Finger net h., vom Dieb [ PS-Geisbg]. Unser Geldbeidel hält kään Geld [ BZ-Dernb]. SprW.: Eher halt mer e Hand voll Fleh als wie e Mädel, wann's 17 Johr alt is [ LU-Limbghf]. — 3. 'einer Verpflichtung nachkommen'; die Gebodder (Gebote) h. [Gal-Josbg, verbr.]. Er hot Wort gehall [KL-Hirschhn, verbr.]. Er halt net, was er verspricht [KB-Bischh, verbr.]. — 4. 'durchführen, veranstalten'; e Redd h. [RO-Mannw, verbr.]; en Leichims h. (nach der Beerdigung) [LA-Nd'hochstdt, verbr.]; Kerch, Schul h. [GH-Kand, verbr.]; Handsträäch h. 'Verlobung feiern' [ KL-Weilb]; Hochzet h. [ PS-H'einöd, allg.]. a. 1529: so möge er sein jhargeding anheben vnnd haltten [PfWeist. I 112 (IB-Bierb)]. a. 1563: Und wird gemeinlich mit erwählung des gerichts gehalten wie folgt [ebd. I 87 (FR-Beindh)]. — 5. 'beachten'; Ordnung h. [allg.]. Er halt sein Klääder in de Reih [KL-Neukch, verbr.]. Ich muß heit noch Randewoo h. 'aufräumen' [ RO-Duchr, KU-Rathsw]; Ränzefuhr h., dass. [ KU-Konk KL-Olsbr]; Randekuh h. [ RO-Potzb]. WR.: De April kann rase, wann nore de Mai hält Maße [ KU-Nerzw]. — 6. a. 'für etwas ansehen'; ääm for e Freind h. [PS-Dahn, verbr.]. ('s Evekätt) is do im Haus als Mad gehall [Schandein Ged. 216]. Ich loß mich net for de Narr h. [BZ-Barbr, verbr.], zum beschde h. [PS-Hermbg, verbr.]. Des hätt ich nie for meeglich gehall [Krieger 39]. — b. 'wertschätzen'. Er halt viel uf sich [KU-Hundh, verbr.]. Er hält viel ufs Esse un Trinke [KU-Bedb, verbr.]. — 7. a. an einen bestimmten Ort h.; die Hand vor die Aue h. [Kaislt, verbr.]. RA.: Er halt'm die Fauscht unner die Nas 'droht ihm' [KB-Bennhs, verbr.]. Der Geizhals halt die Hand uf'm Sack [ GH-Schwegh]. Iwwer denne muß mer die Hand h. [NW-Kallstdt, verbr.]. — b. in einem bestimmten Zustand h.; de Kopp steif h. [ NW-Kallstdt]. RA.: Er muß 's Maul h. [FR-Bockh, verbr.]. Do muß mer die Ohre steif h. [ Gal-Königsbg]. Er halt de Kopp wie e Herregaul [verbr. Gal]. Dem muß mer 's Maul sauwer h. [PS-Nd'simt, verbr., auch Don Gal Buch]. a. 1327: allezit in gudem buwe halten [OttbgUrkb. 360]. — 8. 'zum eigenen Nutzen und Vergnügen bei sich haben'; sich e Hund h. [verbr.]; sich e Zeidung h. [verbr.]. SprW.: Wer verderwe will un wääß nit wie, der halt sich nor viel Federvieh [NW-Kallstdt, KL-Hirschhn Don-Alexanderhs verbr. Gal]. — 9. subst., vgl. PfWB Halt 2. Do hot's kään Halle mehr gewwe 'Alle rannten davon' [ NW-Leistdt]. SprW.: 's Verspreche is ehrlich, awwer 's Halte schwerlich [Penns]. — II. refl. 1. 'sich festhalten'. Hall dich, daß de net runnerfällscht [KB-Bischh, [Bd. 3, Sp. 613] ![]() 2. 'sich behaupten'. Er kann sich (geschäftlich) nit h. [PS-Dahn, verbr.]. 's Werrer (Wetter) hält sich [ KB-Bennhs]. Er kann sich vor Lache nimmi h. [Zweibr, verbr.]. RA.: sich uf'm Trapp h. [ KL-Lind]. Abschiedsgruß: Adjee, hallet eich munder! [KU-Körbn, verbr.]. Begrüßung nach längerer Abwesenheit: Du hoscht dich awwer gut g'halde [ GH-Kand]. SprW.: Eß, was d'r schmackt, un hall dich gut, dann brauchschde kään Dokder [ ZW-Battw, mancherorts]. — III. intrans. 1. 'im gleichen Zustand verharren'. a. mit sachl. Subj. α. 'haltbar sein'. Der Strick hält (net) [RO-Obd, verbr.]. Mein Zähn halten ganz gut [Zahn Pläsier 34]. RA.: Das halt vun elfe bis es lait (läutet) 'Das hält überhaupt nicht' [ KL-Fischb]. Das halt aach vun zwelf bis Mittag, dass. [ Gal-Dornf]. Er hot kriet, was 's Zeich hält [KU-Schmittw/O, [Bd. 3, Sp. 614] verbr.]. (Sie hot) gekrische, was d' Gorgel halt [Zahn Pläsier 228]. SprW.: Doppelt genäht halt besser [verbr. Don Gal Buch]. — β. 'andauern, nicht wechseln', vom Wetter. 's hält vun owwerunner, von einem heftigen Regen [ KB-Bennhs]. WR.: 's Wedder halt nit, die Schwalwe flien se dief [ ZW-L'wied]. — γ. 'von Dauer sein'. Die halt, von einer Ohrfeige [ GH-Zeisk]. — b. mit persönl. Subj. Die Feldhinkel halle gut 'lassen den Jäger herankommen' [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er hält wie e Lämmche [ RO-Dielkch LU-Maud]. — 2. 'behalten'. a. mit sachl. Subj. Das Faß halt (halt nit), vom dichten (undichten) Faß [GH-Schaidt, verbr.]. — b. mit persönl. Subj. Die Kuh hält nimmi 'ist unfruchtbar' [ GH-Leimh]; vgl. PfWB behalten 2 a. — 3. 'anhalten, rasten', vgl. PfWB haltmachen. Der Zug [Bd. 3, Sp. 615] halt vor der Station [verbr.]. Hall mol! [ZW-Marthh, verbr.]. RA.: hinner'm Berg h. 'verheimlichen' [ KU-Bedb]; hinner Hehl h., dass. [ KL-Neukch]. — Zs.: PfWB an-, PfWB auf-, PfWB auseinander-, PfWB aus-, PfWB be-, PfWB bei-, PfWB daran-, PfWB darauf-, PfWB ein-, PfWB feil-, PfWB ver-, PfWB vor-, PfWB frei-, PfWB haus-, PfWB hehl-, PfWB herunter-, PfWB hin-, PfWB hinter-, PfWB hoch-, PfWB mit-, PfWB sauber-, PfWB stand-, PfWB über-, PfWB unter-, PfWB warm-, PfWB wider-, PfWB zu-, PfWB zusammenhalten. — F.: Part. Perf. gehall [WPf NPf mancherorts nördl. VPf], g(e)halde [mittl. u. südl. VPf Ost-PS mancherorts nördl. VPf]. Präs. Sing. 1. hall bzw. halt [weithin herrschend], halle [mancherorts NWPf]; Sing. 2. hallscht bzw. haltscht [weithin herrschend], hällscht [verbr. NWPf teilweise NPf], hältscht [mancherorts VPf]; Sing. 3. halt bzw. hält, vgl. Sing. 2; Pl. hallen, seltener halle [herrschend WPf NPf mancherorts nördl. VPf], halden, seltener halde [herrschend mittl. u. südl. VPf Ost-PS mancherorts nördl. VPf]. Imp.: hall bzw. halt. — Südhess. III 68 ff.; RhWB Rhein. III 146 ff.; LothWB Lothr. 225; ElsWB Els. I 329; Bad. II 542/43.
| 1. wie schd.; sich ruhich ve(r)halle [verbr.]; vgl. PfWB aufführen 6 b. — 2. 'wehklagen'. Die han sich heit ärich verhall (am Grab) [ WD-Niedkch, KU-Bedb]. Der verhalt sich 'äußert einen Schmerz oder sein Leiden in übertriebener Weise' [Gal-Dornf u. Umg.]; vgl. PfWB aufführen 6 a. — 3. 'sich (einer Tat) enthalten'. Er hat sich verhaalde far sell du 'das zu tun' [Danner Penns 101]. — Südhess. II 500/01; RhWB Rhein. III 164/65; Bad. II 64.
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