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| PfWB aus-halten (Bd. 1, Sp. 448) | PfWB ver-tragen (Bd. 2, Sp. 1302) | PfWB leiden (Bd. 4, Sp. 905) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. etwas a. a. 'durchhalten, ausharren', auch absol. Dort hawwich's net lang ausg'hall [ PS-Lu'wink, allg.]. Du hosch awwer lang ausghalde, zu einem, der nach längerer Abwesenheit heimkehrt [südl. VPf]. Du hallscht awwer lang aus!, Grußformel beim Vorübergehen an einem Arbeitenden [ GH-Schwegh]. Hallen mol aus! 'Wartet jetzt eine Weile' [ Gal-Dornf]. — b. 'ertragen'. Er halt's Marschiere, die Hitz, die Kranket net aus [verbr.]. Auf die Frage nach dem Ergehen wird geantwortet: Mer kann's so (oder noch) aushalle, 's is zum Aushalle [verbr.]. Das halt kaa Gaul aus, die Schmerzen [ZW-Bechhf, verbr.]. 's is negscht (nächst = fast) net zum Aushalde [Hebel 109]. Der muß viel aushalle (-halde), von einem Schwerkranken [verbr.]. Wanns besser geng, kennt mer's nimmi aushalle, scherzh. [KU-Diedk, verbr.]. Mit em Hungriche hall ich's jetz aus u. ä., scherzh. nach einer ausgiebigen Mahlzeit [Gal-Dornf, verbr.]. — 2. sich etwas a. 'ausbedingen'. Ich hall mer das aus [allg.]; de Platz (etwa Sitzplatz) a.; dafür häufiger: reservieren. — 3. einen a., ein Mädchen a., 'unterhalten um den Preis geschlechtlichen Umgangs' [allg.]. — RhWB Rhein. III 160/61; ElsWB Els. I 330; Bad. I 94.
| I. trans. 1. sachl. a. α. 'ertragen', ve(r)traa(e), -traache, -trage, s. PfWB tragen [verbr.]; vgl. PfWB aushalten 1, PfWB ertragen 1. Des Zahnweh kann ich nimmi vertraa [KL-Enkb, verbr.]. Werreredd (Widerrede) kann ich net v. [KL-Reichb, verbr.]. Mer muß Kummer vetraache kenne [PS-Erfw, verbr.]. — β. 'sich etwas Bestimmtes zumuten können', insbes. 'essen und trinken können, ohne daß es schadet'. Ich kann Hitz un Kält vertraan [ ZW-Battw, allg.]. Dem sein Maa vertraat alles [ KB-Kriegsf, allg.]. Der kann en Faß (e Bitt, e Stitz) voll v. [ NW-Kallstdt, allg.]. — RA. (zu α und β): Der kann's vetraa 'Es trifft keinen Armen' [FR-Bockh, verbr.]. Er kann die gure Daa net vertroon, von einem, der leicht übermütig wird [KU-Schmittw/O, verbr.]. Do kann's der Judd net leide un der Krischt net vertrage, von der empfindlichen Stelle am Ellenbogen [LU-Opp, verbr.]. SprW.: En guder Mage kann alles vetrage [LU-Friesh, verbr.]. Mer muß kalt un warm vertraa [KB-Bischh, verbr., auch Gal]. — b. Kleider v. 'abnutzen'. Des Klääd is schun ganz vertraa [ RO-Odh KU-Schmittw/O KB-Kriegsf]. — c. α. 'an den falschen Ort tragen'. 's Hinkel vertraacht die Eier [ BZ-Dernb]. Klage der Geschäftsleute über [Bd. 2, Sp. 1303] untreue Kunden: Die vertragen 's Geld [ LU-Opp, WD-Niedkch]. — β. 'ausplaudern'. Der vertraat alles [ ZW-Battw, KU-Schmittw/O]. Syn. s. PfWB verraten 1 c. — 2. persönl. 'ausstehen können'. Den kann ich nimmi vertraache [Land]; vgl. PfWB ausstehen 1, PfWB verknusen. — II. refl. sich mit jemand v. 1. 'mit jemand harmonieren'. Geschwischder sollen sich v. [ FR-Tiefth, allg.]. RA.: Die vertraae sich wie Hunn un Katz [ RO-Rehborn, allg.]. SprW.: Pack schlaat sich, Pack vertraat sich [KL-Matzb, verbr.]. — 2. 'einig werden, übereinkommen'. a. 1566: so sich der beclagt in der zit nit mit dem cleger verdret, so seczt im der schultes einen dag [Grimm Weist. V 638]. — III. intrans. 'eine Fehlgeburt haben', von Tieren. Die Kalwin hot vertraa [KU-Schmittw/O, verbr.]. Syn. s. PfWB verwerfen 3. Scherzh. Anwendung auf den leeren Geldbeutel: De Portmonnee hot v. [ KU-Reipkch Hüffl]. Volksgl.: Wann die Kuh zum Farre g'fihrt werd, därf mer se net uf's Maul schlache, sunscht vertracht se [ LU-Neuhf]. Vgl. auch das Beispiel bei Täsche 2 b ε. — Südhess. II 651/52; RhWB Rhein. VIII 1273/74; LothWB Lothr. 155; ElsWB Els. II 744/45; Bad. II 119.
| 1. a. persönl. α. 'körperliche oder seelische Schmerzen ertragen', leide (laidə) [mancherorts VPf SPf, Lambert Penns 98 Don-Schowe Torscha Krämer Gal 140], (laiðə) [Christmann Kaulb 16 (Alte)], leire (lairə) [verbr. WPf NPf mancherorts VPf, Müller Dietschw 47 Schneckenburger 24 Henn Mda.-Int. 98], (lairə u. laijərə) [KL-Lind (Höh 76, 91)], leile (lailə) [ KU-Bedb], lille [IB-Ensh (Glass 59)]; Part. Präs. s. PfWB leidend; Part. Perf. gelitte (gəˈlidə) [Land Beam Penns 65], gelette (gəˈledə) [SOPf (Heeger Nachl.)], gelette u. gelitte [ LA-Venn], gelirre [NW-Kallstdt, mancherorts nördl. u. mittl. VPf], gelerre (gəˈlerə) [Karch Jockgr/Nd'horb 142, mancherorts südl. VPf O-PS], gelitt (gəˈlid) [Rockhs, verbr. WPf, Don-Schowe Torscha Gal-Dornf], gelett (gəˈled) [ KB-Kriegsf]. Was die zwee Mensche gelidde hen, kann niemand ausspreche [PennsDeitschEck 3. 12. 1936]. SprW.: Wer liewe will, muß l. [ KU-Schmittw/O]. Lern l. ohne se kla'e [ebd.]. — β. 'krank sein'; vgl. PfWB leidend. Er leidt an Herzerweirerung [ KU-Schmittw/O]. Auch scherzh., wenn das Geld ausgegangen ist: De Geldbeidel leidt an Schwindsucht [ PS-H'eischw]. — b. sachl. 'Schaden nehmen'. Sein Verstand hot gelitt 'Er hat ein schwaches Gedächtnis' [ NW-Frankeck, mancherorts], hot Not gelitt [Rockhs]. — 2. a. mit Akk.-Obj. 'etwas Widriges ertragen'. α. persönl.; [Bd. 4, Sp. 906] Hunger, Dorscht, Not l. [verbr.]; vgl. auch 1 b. 'm Filipp sein Vadder leidt's net, daß er 's Binche heirat [ KU-Schmittw/O]. Hetzruf an den Hund: Leid's net! [ ZW-Lambsbn KL-Hütschhs LU-Alsh]. SprW.: Wer schun Hunger gelett hot, verunehrt kään Stick Brot [ KU-Schmittw/O]. VR.: Man nennt mich Limmel, e Depp un en Dapp; un ich muß es halt l., weil ich nimmand mehr hab [ KB-Albish]. — β. sachl. SprW.: (Der) Hochmut muß Not l. [Bergz (Kamm 39), verbr. Don Gal Buch], muß 's letscht l. [Sommer Ich frää mich 101]. a. 1340: alle die not, die daz groze dorf hat bit her gelieden [PfWeist. 158 (FR-Bockh)]. — b. (in Verb. mit können) 'gern haben, als angenehm empfinden'; vgl. PfWB vertragen I2, PfWB riechen. α. persönl. Den kann ich gut l. [RO-Dielkch, verbr.]. Ausdrücke feindschaftlicher Gefühle: Sie kinn enanner nit l. [LA-Wollmh, verbr.]. Ich kann den Kerl im Lewe net l. [ NW-Frankeck], im Blut net l. [Pirmas, KU-Bedb ZW-Battw LU-Böhl Limbghf LA-Wollmh], in meiner Seel nit l. [ LU-Opp], in meim Dod nit l. [ KU-Bedb, PS-Erfw Pirmas LA-Gommh]. Denne Säckel hon ich noch nie l. gekinnt [IB-Ensh (Glass 59)]. Wortspiel: Wannde mich net l. kannscht, kannschde mich bämbele ('leiden' u. 'läuten' gleichklingend; bämpeln 1 'mit der kleinen Glocke läuten') [KU-Bedb, verbr.]. Er kann sich selbscht net l., von einem griesgrämigen Menschen [KU-Herschw/Petth, verbr.], von einem Neidischen [ KU-Bedb, Hachb IB-Erfw/Ehling], sich un annere net l., von einem Eifersüchtigen [ IB-Rohrb]. RA.: Die hot net so viel mitgebrocht, as mer uf der Hand l. kann, von einer Braut ohne Aussteuer [ GH-Schwegh]. Ich hun net so viel kriet, als mer im Aau l. kann [ KU-Schmittw/O, NW-Kallstdt]. An der empfindlichen Stelle des Ellenbogens kann's der Judd net l. un de Krischt net vertrage [LU-Opp, verbr.]. SprW.: Een Hund kann de annre nit l. [ Don-Gottlob]. VR.: Schelle, schelle (schelten) gebt kän Flecke; wer micht net l. kann, kammich am Aarsch lecke. Antwort: Häng dein Aarsch uf de Bahnestecke, dann kannscht'n selwer lecke! [ KL-Fischb, KU-Kaulb]; Var. s. Flecken1 1 a. — β. sachl. Des hawwich nie l. kenne! [ NW-Kallstdt]. RA.: Er kann nix uf de Zung l., von einem Vielfraß [ebd.]. — 3. vgl. PfWB verleiden. — Mhd. lîden st. — Südhess. IV 265 ff.; RhWB Rhein. V 352 ff.; LothWB Lothr. 334; ElsWB Els. I 561/62.
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