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 PfWB aus-halten (Bd. 1, Sp. 448)   PfWB ver-tragen (Bd. 2, Sp. 1302)   PfWB ver-werfen (Bd. 2, Sp. 1315) 
   aus-halten st.:
1. etwas a.
a. 'durchhalten, ausharren', auch absol. Dort hawwich's net lang ausg'hall [ PS-Lu'wink, allg.]. Du hosch awwer lang ausghalde, zu einem, der nach längerer Abwesenheit heimkehrt [südl. VPf]. Du hallscht awwer lang aus!, Grußformel beim Vorübergehen an einem Arbeitenden [ GH-Schwegh]. Hallen mol aus! 'Wartet jetzt eine Weile' [ Gal-Dornf]. —
b. 'ertragen'. Er halt's Marschiere, die Hitz, die Kranket net aus [verbr.]. Auf die Frage nach dem Ergehen wird geantwortet: Mer kann's so (oder noch) aushalle, 's is zum Aushalle [verbr.]. Das halt kaa Gaul aus, die Schmerzen [ZW-Bechhf, verbr.]. 's is negscht (nächst = fast) net zum Aushalde [Hebel 109]. Der muß viel aushalle (-halde), von einem Schwerkranken [verbr.]. Wanns besser geng, kennt mer's nimmi aushalle, scherzh. [KU-Diedk, verbr.]. Mit em Hungriche hall ich's jetz aus u. ä., scherzh. nach einer ausgiebigen Mahlzeit [Gal-Dornf, verbr.]. —
2. sich etwas a. 'ausbedingen'. Ich hall mer das aus [allg.]; de Platz (etwa Sitzplatz) a.; dafür häufiger: reservieren.
3. einen a., ein Mädchen a., 'unterhalten um den Preis geschlechtlichen Umgangs' [allg.]. — RhWB Rhein. III 160/61; ElsWB Els. I 330; Bad. I 94.

 

   ver-tragen st.:
I. trans.
1. sachl.
a.
α. 'ertragen', ve(r)traa(e), -traache, -trage, s. PfWB tragen [verbr.]; vgl. PfWB aushalten 1, PfWB ertragen 1. Des Zahnweh kann ich nimmi vertraa [KL-Enkb, verbr.]. Werreredd (Widerrede) kann ich net v. [KL-Reichb, verbr.]. Mer muß Kummer vetraache kenne [PS-Erfw, verbr.]. —
β. 'sich etwas Bestimmtes zumuten können', insbes. 'essen und trinken können, ohne daß es schadet'. Ich kann Hitz un Kält vertraan [ ZW-Battw, allg.]. Dem sein Maa vertraat alles [ KB-Kriegsf, allg.]. Der kann en Faß (e Bitt, e Stitz) voll v. [ NW-Kallstdt, allg.]. — RA. (zu α und β): Der kann's vetraa 'Es trifft keinen Armen' [FR-Bockh, verbr.]. Er kann die gure Daa net vertroon, von einem, der leicht übermütig wird [KU-Schmittw/O, verbr.]. Do kann's der Judd net leide un der Krischt net vertrage, von der empfindlichen Stelle am Ellenbogen [LU-Opp, verbr.]. SprW.: En guder Mage kann alles vetrage [LU-Friesh, verbr.]. Mer muß kalt un warm vertraa [KB-Bischh, verbr., auch Gal]. —
b. Kleider v. 'abnutzen'. Des Klääd is schun ganz vertraa [ RO-Odh KU-Schmittw/O KB-Kriegsf]. —
c.
α. 'an den falschen Ort tragen'. 's Hinkel vertraacht die Eier [ BZ-Dernb]. Klage der Geschäftsleute über

[Bd. 2, Sp. 1303]
untreue Kunden: Die vertragen 's Geld [ LU-Opp, WD-Niedkch]. —
β. 'ausplaudern'. Der vertraat alles [ ZW-Battw, KU-Schmittw/O]. Syn. s. PfWB verraten 1 c. —
2. persönl. 'ausstehen können'. Den kann ich nimmi vertraache [Land]; vgl. PfWB ausstehen 1, PfWB verknusen.
II. refl. sich mit jemand v.
1. 'mit jemand harmonieren'. Geschwischder sollen sich v. [ FR-Tiefth, allg.]. RA.: Die vertraae sich wie Hunn un Katz [ RO-Rehborn, allg.]. SprW.: Pack schlaat sich, Pack vertraat sich [KL-Matzb, verbr.]. —
2. 'einig werden, übereinkommen'. a. 1566: so sich der beclagt in der zit nit mit dem cleger verdret, so seczt im der schultes einen dag [Grimm Weist. V 638]. —
III. intrans. 'eine Fehlgeburt haben', von Tieren. Die Kalwin hot vertraa [KU-Schmittw/O, verbr.]. Syn. s. PfWB verwerfen 3. Scherzh. Anwendung auf den leeren Geldbeutel: De Portmonnee hot v. [ KU-Reipkch Hüffl]. Volksgl.: Wann die Kuh zum Farre g'fihrt werd, därf mer se net uf's Maul schlache, sunscht vertracht se [ LU-Neuhf]. Vgl. auch das Beispiel bei Täsche 2 b ε. — Südhess. II 651/52; RhWB Rhein. VIII 1273/74; LothWB Lothr. 155; ElsWB Els. II 744/45; Bad. II 119.

 

   ver-werfen st.:
1.
a. 'bewerfen'; mit Schnee verwerfe [ BZ-Dernb]. —
b. 'auseinanderwerfen'; (das abgemähte Gras) verwerfe [ GH-Schwegh]. Syn. s. PfWB verzotteln 1 b. a. 1751: daß die Maulwurffs Hügel im Früh-Jahre zerschlagen und verworffen werden [Zweibr I (Altstadter Dorfordnung)]. —
2. einen Plan v. 'zurückweisen, ablehnen' [Land BZ-Dernb]. —
3. 'eine Fehlgeburt haben', von Tieren [verbr.]. Syn.: PfWB abwerfen 2, PfWB verbosen 2, PfWB verkalben, PfWB vermachen 1 a α, PfWB vertragen III. Die Kuh hot ('s Kalb) verworf(e) [verbr., auch Gal], -warf [ KU-Erdb Don-Schowe Torscha]. — Südhess. II 663/ 64; RhWB Rhein. IX 439; Saarbr. 221; LothWB Lothr. 156; ElsWB Els. II 848; Bad. II 125/26.