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| PfWB aus-halten (Bd. 1, Sp. 448) | PfWB ver-tragen (Bd. 2, Sp. 1302) | PfWB ver-putzen (Bd. 2, Sp. 1237) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. etwas a. a. 'durchhalten, ausharren', auch absol. Dort hawwich's net lang ausg'hall [ PS-Lu'wink, allg.]. Du hosch awwer lang ausghalde, zu einem, der nach längerer Abwesenheit heimkehrt [südl. VPf]. Du hallscht awwer lang aus!, Grußformel beim Vorübergehen an einem Arbeitenden [ GH-Schwegh]. Hallen mol aus! 'Wartet jetzt eine Weile' [ Gal-Dornf]. — b. 'ertragen'. Er halt's Marschiere, die Hitz, die Kranket net aus [verbr.]. Auf die Frage nach dem Ergehen wird geantwortet: Mer kann's so (oder noch) aushalle, 's is zum Aushalle [verbr.]. Das halt kaa Gaul aus, die Schmerzen [ZW-Bechhf, verbr.]. 's is negscht (nächst = fast) net zum Aushalde [Hebel 109]. Der muß viel aushalle (-halde), von einem Schwerkranken [verbr.]. Wanns besser geng, kennt mer's nimmi aushalle, scherzh. [KU-Diedk, verbr.]. Mit em Hungriche hall ich's jetz aus u. ä., scherzh. nach einer ausgiebigen Mahlzeit [Gal-Dornf, verbr.]. — 2. sich etwas a. 'ausbedingen'. Ich hall mer das aus [allg.]; de Platz (etwa Sitzplatz) a.; dafür häufiger: reservieren. — 3. einen a., ein Mädchen a., 'unterhalten um den Preis geschlechtlichen Umgangs' [allg.]. — RhWB Rhein. III 160/61; ElsWB Els. I 330; Bad. I 94.
| I. trans. 1. sachl. a. α. 'ertragen', ve(r)traa(e), -traache, -trage, s. PfWB tragen [verbr.]; vgl. PfWB aushalten 1, PfWB ertragen 1. Des Zahnweh kann ich nimmi vertraa [KL-Enkb, verbr.]. Werreredd (Widerrede) kann ich net v. [KL-Reichb, verbr.]. Mer muß Kummer vetraache kenne [PS-Erfw, verbr.]. — β. 'sich etwas Bestimmtes zumuten können', insbes. 'essen und trinken können, ohne daß es schadet'. Ich kann Hitz un Kält vertraan [ ZW-Battw, allg.]. Dem sein Maa vertraat alles [ KB-Kriegsf, allg.]. Der kann en Faß (e Bitt, e Stitz) voll v. [ NW-Kallstdt, allg.]. — RA. (zu α und β): Der kann's vetraa 'Es trifft keinen Armen' [FR-Bockh, verbr.]. Er kann die gure Daa net vertroon, von einem, der leicht übermütig wird [KU-Schmittw/O, verbr.]. Do kann's der Judd net leide un der Krischt net vertrage, von der empfindlichen Stelle am Ellenbogen [LU-Opp, verbr.]. SprW.: En guder Mage kann alles vetrage [LU-Friesh, verbr.]. Mer muß kalt un warm vertraa [KB-Bischh, verbr., auch Gal]. — b. Kleider v. 'abnutzen'. Des Klääd is schun ganz vertraa [ RO-Odh KU-Schmittw/O KB-Kriegsf]. — c. α. 'an den falschen Ort tragen'. 's Hinkel vertraacht die Eier [ BZ-Dernb]. Klage der Geschäftsleute über [Bd. 2, Sp. 1303] untreue Kunden: Die vertragen 's Geld [ LU-Opp, WD-Niedkch]. — β. 'ausplaudern'. Der vertraat alles [ ZW-Battw, KU-Schmittw/O]. Syn. s. PfWB verraten 1 c. — 2. persönl. 'ausstehen können'. Den kann ich nimmi vertraache [Land]; vgl. PfWB ausstehen 1, PfWB verknusen. — II. refl. sich mit jemand v. 1. 'mit jemand harmonieren'. Geschwischder sollen sich v. [ FR-Tiefth, allg.]. RA.: Die vertraae sich wie Hunn un Katz [ RO-Rehborn, allg.]. SprW.: Pack schlaat sich, Pack vertraat sich [KL-Matzb, verbr.]. — 2. 'einig werden, übereinkommen'. a. 1566: so sich der beclagt in der zit nit mit dem cleger verdret, so seczt im der schultes einen dag [Grimm Weist. V 638]. — III. intrans. 'eine Fehlgeburt haben', von Tieren. Die Kalwin hot vertraa [KU-Schmittw/O, verbr.]. Syn. s. PfWB verwerfen 3. Scherzh. Anwendung auf den leeren Geldbeutel: De Portmonnee hot v. [ KU-Reipkch Hüffl]. Volksgl.: Wann die Kuh zum Farre g'fihrt werd, därf mer se net uf's Maul schlache, sunscht vertracht se [ LU-Neuhf]. Vgl. auch das Beispiel bei Täsche 2 b ε. — Südhess. II 651/52; RhWB Rhein. VIII 1273/74; LothWB Lothr. 155; ElsWB Els. II 744/45; Bad. II 119.
| 1. a. 'mit Mörtel bewerfen', vebutze [ NW-Frankeck LA-Venn BZ-Billh]; vgl. PfWB Verputz, PfWB bestechen 1. — b. die Wies v. 'eben machen, bes. durch Verscharren der Maulwurfshügel' [ PS-Zesbg]; vgl. PfWB putzen 1 o. Syn. s. PfWB verschärren 2. — 2. a. 'verschwenden'; 's Geld (sein Gerschdel) v. [Neustdt, verbr., auch Don Gal Buch]. Syn. s. PfWB vertun 1 b. — b. 'viel essen' [Zweibr Pirmas]; vgl. PfWB verschlingen. — 3. etwas, jemand nicht v. können 'nicht ausstehen können' [verbr.]; vgl. PfWB vertragen I 2. Sie kinn (können) enanner nit v. [LA-Wollmh, verbr.]. Un alles, was'm Schade macht, des kann er net v. [Wüst 20]. Auch vom Gegenteil: Den kann ich gut v. 'gut leiden' [ LU-Opp]. — 4. sich v. 'sich schnell entfernen' [ Don-Torscha]. Syn. s. PfWB weggehen. — Südhess. II 582; RhWB Rhein. I 1191; Saarbr. 220; ElsWB Els. II 130; LothWB Lothr. 139; Bad. II 92.
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