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 PfWB aus-halten (Bd. 1, Sp. 448)   PfWB be-gatten (Bd. 1, Sp. 651)   PfWB bocken (Bd. 1, Sp. 1061) 
   aus-halten st.:
1. etwas a.
a. 'durchhalten, ausharren', auch absol. Dort hawwich's net lang ausg'hall [ PS-Lu'wink, allg.]. Du hosch awwer lang ausghalde, zu einem, der nach längerer Abwesenheit heimkehrt [südl. VPf]. Du hallscht awwer lang aus!, Grußformel beim Vorübergehen an einem Arbeitenden [ GH-Schwegh]. Hallen mol aus! 'Wartet jetzt eine Weile' [ Gal-Dornf]. —
b. 'ertragen'. Er halt's Marschiere, die Hitz, die Kranket net aus [verbr.]. Auf die Frage nach dem Ergehen wird geantwortet: Mer kann's so (oder noch) aushalle, 's is zum Aushalle [verbr.]. Das halt kaa Gaul aus, die Schmerzen [ZW-Bechhf, verbr.]. 's is negscht (nächst = fast) net zum Aushalde [Hebel 109]. Der muß viel aushalle (-halde), von einem Schwerkranken [verbr.]. Wanns besser geng, kennt mer's nimmi aushalle, scherzh. [KU-Diedk, verbr.]. Mit em Hungriche hall ich's jetz aus u. ä., scherzh. nach einer ausgiebigen Mahlzeit [Gal-Dornf, verbr.]. —
2. sich etwas a. 'ausbedingen'. Ich hall mer das aus [allg.]; de Platz (etwa Sitzplatz) a.; dafür häufiger: reservieren.
3. einen a., ein Mädchen a., 'unterhalten um den Preis geschlechtlichen Umgangs' [allg.]. — RhWB Rhein. III 160/61; ElsWB Els. I 330; Bad. I 94.

 

  be-gatten ungebräuchlich. Syn. (vom Tier): pecken, picken, belegen, beschälen, beschlagen, bespringen, bocken, decken, eiern, gockeln, göckeln, hurren, kaubeln, mausen, rammeln, reihern, reiten, rindern, rollen, sprengen, springen, steigen, stieren, traten, treten, vögeln, zulassen.

 

[Bd. 1, Sp. 1061]
   bocken schw.:
1. = PfWB begatten, von der Ziege, selten vom Schwein, abwertend auch vom Menschen, bocke (bǫgə) [verbr.]. Die Gääß hat gebockt 'hat den Bock angenommen' [KL-Fischb, verbr.]. RA.: Do dei Gääß gebockt, wo mei Batze? Aufforderung zum Zahlen [ KU-Bedb LA-Nd'hochstdt BZ-Dernb]; Var. s. PfWB Batzen2. Du kannscht de Igl bocke! scherzh. etwas Unangenehmes wünschend [ Don-Schowe]. Bei dem Knabenspiel Herrsau (s. Hurr-, PfWB Hußsau) wirft der Sauhert, d. i. derjenige, der die Sau in den Kessel bringen soll, diese in die Höhe und ruft: Bock mei Sau! [ KU-Erdb]. —
2. 'störrisch sein'.
a. De Gaul bockt 'bäumt sich auf, schlägt aus' [verbr.]. —
b. 'stoßen (wie ein Bock)' [ NW-Iggb BZ-Dernb]. —
c. Der Bu bockt 'trotzt, widersetzt sich' [ BZ-Dernb]. — Bezügl. der Bed. 1 u. 2 s. auch PfWB bockig. —
3. de Ärmel bocke 'wenden' [ BZ-Dernb]. —
4. 'lernen', um 1900-05 Ausdruck der Schülersprache für das Auswendiglernen, zumal von Unverstandenem [Kaislt]; vgl. PfWB Bock 2 e. Syn. s. PfWB ochsen. — Südhess. I 978; RhWB Rhein. I 828; LothWB Lothr. 54; ElsWB Els. II 29; Bad. I 277.