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 PfWB Augen-schein (Bd. 1, Sp. 428)   PfWB Schein (Bd. 5, Sp. 910) 
   Augen-schein m.:
1. 'wie etwas dem Auge erscheint'. Se hun nooch 'm Aueschein geordeilt [ KU-Schmittw/O]. —
2. 'Besichtigung'; eppes in Aueschein nemme [RO-Lettw, verbr.]. a. 1563/64: Kein besser vnd richtiger Wegk ... dan der augenschein, das ist, das mans selbst besichtiget vnd erkundiget [Zweibr I 255]. — Im bes. 'amtliche Besichtigung an Ort und Stelle'. a. 1537: Alle Eckere Wiesen vnd Gerthen, welche alle ... im augenschein besichtigt ... worden [StArch. Spey A. 800]. a. 1751: Gebühren des Meyers ... von einem Augenschein ... 5 albus [Zweibr I 671]. —
3. 'die besichtigende Kommission'. Der Aueschein war do [ RO-Lettw KU-Glmünchw IB-Heckdh]. — RhWB Rhein. I 328/29; Saarbr. 11; LothWB Lothr. 4; ElsWB Els. II 416; Bad. I 89.

 

   Schein m.:
1.
a. 'Lichtausstrahlung', Schein, Schoi(n), Schein [verbr. (zur Verbr. s. PfWB Wein), Christmann Kaulb 16 Mang 122 Müller Dietschw 60 Schneckenburger 50 Höh 54], Schinn [IB-Ensh (Glass 102), lothr. SWPf]; Zs.: PfWB Licht-, PfWB Sonnen-, PfWB Sternen-, PfWB Wetterschein. —
b. 'Mond, Mondschein' [verbr. mittl. u. südl. VPf mancherorts O-PS]; Zs.: PfWB Voll-, PfWB Hornungs-, Mond(en)- 1, PfWB Neuschein; als Simplex und in attr. Wend. zur Bez. der Mondphasen. Neumond: neie Sch. [ LA-Ranschb], leere Sch. [ LA-Birkw Burrw Roschb BZ-Dierb GH-Nd'lustdt]; Zunehmender Mond: Schei [ BZ-Apphf]; neie Schei(n) [ PS-Bundth NW-Haardt LA-Frankw Hainf O'hochstdt BZ-Ingh Klingmst GH-Hay Kand Schaidt Vollmw]; frische Sch. [ GH-Kand]; junge Sch. [ NW-Mußb]; gude (gure) Sch. [ NW-Lach/Speyd SP-Harths LA-Roschb]; zunemme(n)de Sch. [verbr. mittl. u. südl. VPf]. De Schein nemmt zu [ GH-Max'au]. Vollmond: gude Sch. [ SP-Harths]. 's esch Schein [ BZ-Albw Pleisw/O'hf]. Abnehmender Mond: abnehme(n)de Sch. [ SP-Harths LA-Roschb Maik]. Nooch Meddernacht kimmt de Sch. an Himmel 'Nach Mitternacht geht der Mond auf' [ GH-Leimh]. RA.: 's esch leerer Sch. 'Mir ist das Geld ausgegangen' [LA-Mörzh, Roschb Walsh BZ-Schweighf PfL 12. 9. 1925]. 's isch Sch. in de Kaß, dass. [ PS-Erfw]. BR.: Kraut oder Winterkopfsalat im alde Schein des Spätherbstes gepflanzt, schießt im kommenden Jahr nicht [NW-Hamb u. Umg. (Wilde Notizen)]. Wann de Weistock im leere Schei blieht, nemmt er ab bis ins Faß (dann gibt es wenig Wein) [ BZ-Albw]. Fällt die Baumblüte in den leere Schein, so gibt es wenig Früchte [Wilde 9]. Die Weiden soll man im zunemmede Sch. (im gude Sch.), die Reben im Vollschein schneiden [ BZ-Albw, SP-Harths]. D' Räwe schneidt mer, wann Schei isch, bloß nit, wann er im letschde Verdel steht [ GH-Vollmw]. Ich schneid kän Rewe, 's isch leer Sch. [ LA-Birkw]. WR.: Wann nei Schei kummt, ännert sich 's Weder [ LA-Maik]. Bei zunehmende Schei gibt's besser Wedder, bei leere Sch. gibt's Rechewedder [ LA-Freimh]. Volksgl.: Sou geht's ähm hald, wammer im abnemmende Schei(n) uff d' Weld kummt unn Bech hott [Kunnrädel 106]. —
c. 'Schatten' in der WR.: Sieht de Dachs uf Lichtmeß sein Schein, geht er noch vier Woche in sein Loch nein [ LU-Alsh/Gr]. —
2.
a. 'Fruchtknospe, Blütenstand der Reben', Schein, auch Pl. die Schein, die Scheine [verbr. Weinbaugebiete, Wilde 246, Don-Schowe Torscha], Schän [ FR-Kl'niedh]; vgl. PfWB Traubenblut; Abl.: PfWB Geschein; nach Wilde 202 auch: 'hervorbrechende junge Triebe des Weinstocks'. Die Schein kummen [ NW-Kallstdt, BZ-Heuchh].

[Bd. 5, Sp. 911]
De Stock hat Schein [ RO-Schiersf]. De Schein kummt in die Blut 'Die Rebknospen platzen auf' [ KU-Wolfst]. Die Schein fangen an zu blihe [Rockhs]. Winzerregel: Viel Schein, wenich Wein [KB-Zell, Gauh RO-Odh LA-Impfl]. —
b. s. die Zs. PfWB Mond- 2, PfWB Rotschein.
3. 'Bescheinigung, Quittung, Urkunde, Papiergeld' [KB-Rams, verbr.]; Zs.: PfWB Tauf-, PfWB Tausendmark-, PfWB Toten-, PfWB Fahr-, PfWB Führer-, PfWB Fünfzigmark-, PfWB Gewerbe-, PfWB Impf-, PfWB Leichen-, PfWB Leseholz-, PfWB Schuldschein. —
4.
a. 'Anschein' [vereinzelt]; Zs. PfWB Augen-, PfWB Vorschein; 'm Schein nooch lache [Lu'haf]. —
b. 'Ahnung, Vorstellung' [Kiefer 23, mancherorts]. RA.: Der hat kä Schei vun erer Ladern 'hat keine Ahnung vom Fach' [Krieger 20]. — Südhess. V 225/26; RhWB Rhein. VII 1013; LothWB Lothr. 442; ElsWB Els. II 416.