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| PfWB Arsch (Bd. 1, Sp. 335) | PfWB Nack-arsch (Bd. 5, Sp. 40) | RhWB Nacktarsch (Bd. 6, Sp. 33) | |||||||||||||
1. 'Gesäß, Steiß', beim Rindvieh, in manchen RA. u. SprW. auch beim Menschen, insbes. 'After', Aarsch [allg.]; je nach Bildungsgrad des Sprechenden und des Hörenden als mehr oder weniger derb empfunden; in gemäßigter Rede in der Bed. von 'Gesäß' durch Hinnere und Boboo, scherzhaft auch durch Doges ersetzt. Das Wort erscheint in vielen festen Prägungen: a. den A. selbst u. andere Körperteile [Bd. 1, Sp. 336] des Menschen sowie Menschliches überhaupt betreffend. Er hot e A. wie e Schubkarch [ LU-Limbghf], wie e Furerwand 'Futterwanne' (vgl. A. wie en Wann, Rhein. I 259) [ KU-Kaulb], wie e Fulerkorb 'Futterkorb' [ KU-Blaub]. Er hot e (a) Gesicht wie en A. oder de(n) A. im Gesicht 'dickes Gesicht' [allg.]; vgl. PfWB Arschgesicht. Sei Gesicht is e A. mit Ohre 'ein Vollmondgesicht' [ KB-Bischh NW-Haßl]. Er es glatt (blott) wie e(n) Aff am A. [verbr.]. Der kennt de Mond am A. lecke, von einem Großen [Pirmas, verbr.]. Dem hot de Guguck de A. ausgesuckelt 'ausgesaugt', von einem Mageren [KU-Kaulb, verbr.]. Er steit uf wie die Bosebacher Kih — mitm A. serscht 'zuerst' [KU-Diedkpf]. Der esch allegebott am A. erzwää 'entzwei' (oft krank) [ LA-Nd'hochstdt]. Mer mennt, er hätt em Silzer 'Salzarbeiter' am A. geleckt, von einem, der oft Durst hat [ KU-Blaub]. Der hot Blei im A., von einem Phlegmatiker [ KB-Bischh Gal-Dornf]. Loß die Finger bißje im A. erumgeh! 'Beeile dich'! [KB-Gauh, verbr.]. Der schlooft, bis 'm die Sunn uf de A. scheint [ GH-Nd'lustdt]. Ich mach der Feier unner de A., anspornendes Drohwort [LU-Neuhf, verbr.]. Er hot die Schleck 'Schnecke' am A., wer zu spät kommt [ WD-Niedkch]. Der es met 'm A. ins Botterhäbche 'Buttertopf' gefall, bei einem Glücksfall [ KU-Adb]. Er hot e kalder A. kriet 'ist gestorben', aus der Soldatenspr. [allg.]. Der dät noch de A. veliere, wann er nit aangewachse wär, von einem Vergeßlichen [LA-Nußd, verbr.]. Mer määnt, er hätt e Ei im A., von einem Zappeligen [verbr.]. Er laaft sich die Bään am A. ab 'macht viele Wege, um etwas zu erreichen' [WPf, verbr.]. Dem geht de A. mit (uf) Grundeis, wer Angst hat, aus der Soldatenspr. [verbr.]. De A. bebbert 'm denoh 'vor Verlangen' [ NW-Kallstdt]. Die hot Peffer im A., von einer Feurigen [KB-Bischh, verbr.]. Der kocht's Feier im im A., dass. [ NW-Freinsh]. Die hot ihre Mann mit 'm A. gewunne [ LU-Opp]. Em in de A. nei schluppe 'ihm schmeicheln' [verbr.]. Der is am A. gescheiter wie e annerer am Kopp [NPf, verbr., auch Don Gal]. Er macht sei Maul zu me A. 'redet einmal so und das anderemal anders' [ Don]. Die hängen alles an de A. 'treiben großen Aufwand mit Kleidung' [verbr.]. Er hot de A. voll Schulde [verbr.], schämt sich in de A. enin [verbr.]. Hand am A. 'Feigling' [Schandein Sprachsch.]. Er meent, er wär 'm Kaiser am A. abgefall, von einem Eingebildeten [Gal-Dornf, verbr. Gal Don Buch]. Er kennt sich selwa am Aasch lecke, wer bei schlechter Laune ist [Pirmas ältere Gener.]. Die sin e Kopp un e A. 'ein Herz und eine Seele' [KU-Bedb, verbr.]. Scherzhaft-unwillige Antwort auf ungelegene Fragen: Wie geht es? Zum A. enaus [ GH-Nd'lustdt], oder: Dorch de A. wie Nähts, e bissel [Bd. 1, Sp. 337] dicker [ LU-Limbghf]. Wo fahrschde hie? Mit 'm A. iwwer 's Leinduch 'Bettlaken' [ Gal-Dornf], oder Mit de Hand an de A. [ NW-Frankeck]; vgl. PfWB Alexanderplatz. Auch: Noh Bocksbummere, wo die Hunn aus em A. gauze [KU-Ulm (1925)]. Als Symbol der Geringschätzung: Du armer A.! [verbr.]. Den guck ich net emol mit 'm A. aan [verbr.]. Wann ich dich im A. hätt, dät ich dich in de Rhein scheiße [WD-Niedkch KB-Bischh verbr. Don Gal]. Leck mich am (im) A.! [allg.]. Du kannscht mer die Blos 'Blase' im A. verdricke! [ Gal]. Ich schlaa der die Bään am A. ab [verbr. WPf]. Ich tret der glei in de A.! [allg.]. Hall 's Maul zum A.! 'Schweige!' [verbr.]. — b. Dinge und Sachliches betreffend. Do es es dunkel wie im A. [verbr. NPf Gal Buch]. Das is net aus'm A. gepeff 'ist nicht so einfach' [RO-Callb, verbr. NPf]. Das es im A. 'entzwei' [NWPf, verbr.]. Des zieht em 's Hemd in de A., von etwas sehr Saurem [ NW-Lambr]. Do werd noch e manches Vegelche scheiße, was jetzt noch kee A. hot [ Don-Schowe]. SprW.: Morjestunn hat Gold im Mund un Blei im A. [KU-Diedkpf ZW-Battw PS-Erfw KB-Bischh NW-Kallstdt LA-Gommh Wollmh]. Viel Kepp, viel Sinn, viel Ärsch, viel Winn 'Winde' [ Buch-A'Fratautz]. Wer kee Glick hot, kann de Finger im A. breche [verbr.]. Die zwett Fraa hot e goldne A. 'begründet den Reichtum des Mannes' [ Gal-Brotschk]. Wann de Kopp ab is, hot de A. Feierowend [verbr.]. Rätsel: Wer laaft ums Haus erum un hot e Sichel im A.? (Hahn) [ KU-Kaulb Gal-Dornf Brotschk]. VR.: Heinrich, Heinrich, bembembem, hot sei(n) Himb am A. ve(r)brennt [ KU-Kreimb]. Lui, fui, Hinkelsdreck, beiß de Katz de A. eweg ... Spottvers auf einen, der Louis heißt [ KU-Kaulb]. Leck mich im A. is aach e Danz, Awer kän franzesischer ... [Schandein Sprachsch. 2]. Volksgl.: Wammerme Kind, as juscht uf di Welt kumme is, net en alti Windel andut, krigts en weher Arsch [Fogel Beliefs Penns 53]. — 2. übertr. a. 'Hosenboden'. In die Hosse muß e neier A. [allg.]. Die Hosse han e doppelte A. [ KU-Körbn, allg.]; vgl. PfWB arschen. — b. 'das stumpfe dicke Ende eines Dinges', und zwar α. des Eies [verbr., auch Gal] A. uf A. und Spitz uf Spitz, beim Eierkippen an Ostern [Frankth]. — β. der Kartoffel [ KU-Schmittw/O LU-Böhl Limbghf]. — γ. der Garbe [verbr.]. — δ. des Baumstammes [verbr.]. — ε. des Rebstockes [ NW-Kallstdt]. — ζ. des Schiffes [ LU-Altr]. — c. in Flurnamen, die gesäßähnliche Erhöhungen (mit Einkerbungen in der Mitte) bezeichnen [verbr.]. »In Zusammensetzungen, in denen das Wort Bestimmungswort ist, liegen amtliche Umbildungen zu Asch..., Ar..., Arius... u. ä. vor, während der Volksmund unverblümt bei der ursprünglichen Form bleibt, ebenso in Zusammensetzungen wie Streck-, Daul-, Zerrarsch [Bd. 1, Sp. 338] usw., und hier sind mir auch keine amtlichen Umbildungen begegnet« (Briefl. Mitteilung von Prof. Dr. Ernst Christmann). — d. Klickerspiel Kopp un A. [ LU-Opp]. — Zs.: PfWB Affen-, PfWB Back-, PfWB Bampel-, PfWB Pappel-, PfWB Baum-, PfWB Pech-, PfWB Pfuhl-, PfWB Blech-, PfWB Bloß-, PfWB Breit-, PfWB Brüh-, PfWB Brut-, Teller-, PfWB Dick-, PfWB Dreck-, PfWB Dreh-, PfWB Trottel-, Drudel-, PfWB Tüpfel-, PfWB Dürr-, PfWB Enten-, PfWB Fein-, Fett-, PfWB Fürcht(e)-, PfWB Glucks-, PfWB Gold-, PfWB Grau-, Grips-, PfWB Hampert-, PfWB Hemd-, PfWB Hohl-, PfWB Hosen-, PfWB Irr-, PfWB Kalt-, PfWB Kinder-, PfWB Kinds-, PfWB Kipp-, PfWB Kitzel-, PfWB Krabbel-, PfWB Krangel-, Krattel-, PfWB Krumm-, Kuckucks-, PfWB Lahm-, PfWB Latter-, Läuf-, Lehm-, PfWB Lumpen-, PfWB Maikäfer-, PfWB Matt-, PfWB Meimel-, Nack(t)-, PfWB Näsel-, PfWB Naß-, PfWB Qualler-, PfWB Rot-, PfWB Schleif-, PfWB Spitz-, PfWB Stadt-, PfWB Stolz-, Verrat-, PfWB Wackel-, PfWB Wadel-, PfWB Wasser-, PfWB Weiß-, Zettel-, Zuckerarsch. — F.: fast allgemein r ḁÄr ḁÄ mit unmerklichen Übergängen von r zu Är und Ä. Helles a vorn. mittl. WPf; ǟr [KU-Rothsbg (Mang 83)]. In Schmittw/O und KU-Diedk ist der Stammselbstlaut ein sehr dunkles , vielleicht sogar . Pl. ǟr äÄr äÄ. — RhWB Rhein. I 259 ff.; Saarbr. 10; Lothr. 13/14; ElsWB Els. I 68; Bad. I 72/73.
| 1. a. 'nacktes oder nur ein kurzes Hemd tragendes kleines Kind', seltener von einem nackten Erwachsenen, scherzh., Nackaarsch, -aasch, -oorsch, s. PfWB Arsch [verbr., Schandein Sprachsch. 45], Dim. Nackäärschel [LU-Altr, mancherorts VPf O-PS]; vgl. PfWB Hemdarsch. Guck emol do, e Nackäärschel! [ PS-Erfw]. — b. Neckname der Bewohner von KU-Hinzw, Pl. Nackäärsch [ KU-Obw/T]. — c. 'Schreckgestalt, die Kinder ängstigen soll' [ ZW-Hornb]; Syn. s. PfWB Butzenmann 1 a, PfWB Nachteule 1. — 2. a. 'armer, unvermögender Mensch' [ Gal-Dornf]. — b. 'wirtschaftlich ruinierter Mensch' [ LU-Opp]. — c. 'Mädchen ohne Mitgift' [KU-Bedb Krämer Gal 154]; vgl. PfWB Bettelmensch 2. Er hot e N. geheirat [ebd.]. — 3. a. 'Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)', Nackaarsch, meist Pl., Nackäärsch [verbr. WPf NPf vereinzelt nördl. u. südl. VPf O-PS, PfId. 99 Wilde 102 Mang 52], Dim. Nackäärschel [ PS-Lu'wink], -ärschelche [Wilde 102], Dim. Pl. Nackäärschcher [ IB-Blickw], -äärschelcher [ HB-Alth], -äärschle [ HB-Kirk PS-Hilst]; Syn.: PfWB Arschkitzel 3, PfWB Bettschisserblume 2, PfWB Bettseicher 2e, PfWB Totennagel 2a, -zwiebel, PfWB Farr 2b, PfWB Farrensäckel, PfWB Farren(s)beutel 2a, PfWB Viehtod, PfWB Fleischblume 6, PfWB Fottenbeutel, PfWB Frühaufständer, PfWB Geldbeutel 2c, PfWB Geldbeutelblume, PfWB Giftblume 1, PfWB Herbstblume, PfWB Herbstlose, PfWB Herbstzeitlose, PfWB Hünkelsverrecke, PfWB Hure 2, PfWB Hurenpuppe, PfWB Jungfer 2gβ, PfWB Juchtenzwiebel, PfWB Kiebitz 2a, PfWB Kuhmarder, -motze, -panz(en) 2a, -schlotte, -tütz 2a, -wampen 2b, PfWB Lose2, PfWB Moze 2, PfWB Nackarschblume, -puppe 2, PfWB Nackert, PfWB Oktoberzwiebel, PfWB Schlangenblume, PfWB Schlotte, PfWB Spätjahrsblume, PfWB Storchenbrot, Susanne, PfWB Wiesenblume, -hure, -kuh, PfWB Wintergrau, PfWB Zeitlose, PfWB Zwiebel. — b. eine völlig glattschalige Pfirsichsorte, Pl. Nackärschelcher [mittl. VPf (Wilde 190)]. — c. 'Bohnen, die halb rot und halb weiß sind' [NPf (Wilde 25)]. — d. 'dürres (nadelloses, daher nacktes) Kiefernholz' [Wilde 122]. — e. 'Dampfnudeln', Nackärsch [Pirmas (Kieffer 56)]. — Südhess. IV 897/98; RhWB Rhein. VI 33/34; LothWB Lothr. 376; ElsWB Els. I 69.
| [Bd. 6, Sp. 34]
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