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| PfWB Arsch (Bd. 1, Sp. 335) | PfWB Hummel (Bd. 3, Sp. 1224) | PfWB Biene (Bd. 1, Sp. 889) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. 'Gesäß, Steiß', beim Rindvieh, in manchen RA. u. SprW. auch beim Menschen, insbes. 'After', Aarsch [allg.]; je nach Bildungsgrad des Sprechenden und des Hörenden als mehr oder weniger derb empfunden; in gemäßigter Rede in der Bed. von 'Gesäß' durch Hinnere und Boboo, scherzhaft auch durch Doges ersetzt. Das Wort erscheint in vielen festen Prägungen: a. den A. selbst u. andere Körperteile [Bd. 1, Sp. 336] des Menschen sowie Menschliches überhaupt betreffend. Er hot e A. wie e Schubkarch [ LU-Limbghf], wie e Furerwand 'Futterwanne' (vgl. A. wie en Wann, Rhein. I 259) [ KU-Kaulb], wie e Fulerkorb 'Futterkorb' [ KU-Blaub]. Er hot e (a) Gesicht wie en A. oder de(n) A. im Gesicht 'dickes Gesicht' [allg.]; vgl. PfWB Arschgesicht. Sei Gesicht is e A. mit Ohre 'ein Vollmondgesicht' [ KB-Bischh NW-Haßl]. Er es glatt (blott) wie e(n) Aff am A. [verbr.]. Der kennt de Mond am A. lecke, von einem Großen [Pirmas, verbr.]. Dem hot de Guguck de A. ausgesuckelt 'ausgesaugt', von einem Mageren [KU-Kaulb, verbr.]. Er steit uf wie die Bosebacher Kih — mitm A. serscht 'zuerst' [KU-Diedkpf]. Der esch allegebott am A. erzwää 'entzwei' (oft krank) [ LA-Nd'hochstdt]. Mer mennt, er hätt em Silzer 'Salzarbeiter' am A. geleckt, von einem, der oft Durst hat [ KU-Blaub]. Der hot Blei im A., von einem Phlegmatiker [ KB-Bischh Gal-Dornf]. Loß die Finger bißje im A. erumgeh! 'Beeile dich'! [KB-Gauh, verbr.]. Der schlooft, bis 'm die Sunn uf de A. scheint [ GH-Nd'lustdt]. Ich mach der Feier unner de A., anspornendes Drohwort [LU-Neuhf, verbr.]. Er hot die Schleck 'Schnecke' am A., wer zu spät kommt [ WD-Niedkch]. Der es met 'm A. ins Botterhäbche 'Buttertopf' gefall, bei einem Glücksfall [ KU-Adb]. Er hot e kalder A. kriet 'ist gestorben', aus der Soldatenspr. [allg.]. Der dät noch de A. veliere, wann er nit aangewachse wär, von einem Vergeßlichen [LA-Nußd, verbr.]. Mer määnt, er hätt e Ei im A., von einem Zappeligen [verbr.]. Er laaft sich die Bään am A. ab 'macht viele Wege, um etwas zu erreichen' [WPf, verbr.]. Dem geht de A. mit (uf) Grundeis, wer Angst hat, aus der Soldatenspr. [verbr.]. De A. bebbert 'm denoh 'vor Verlangen' [ NW-Kallstdt]. Die hot Peffer im A., von einer Feurigen [KB-Bischh, verbr.]. Der kocht's Feier im im A., dass. [ NW-Freinsh]. Die hot ihre Mann mit 'm A. gewunne [ LU-Opp]. Em in de A. nei schluppe 'ihm schmeicheln' [verbr.]. Der is am A. gescheiter wie e annerer am Kopp [NPf, verbr., auch Don Gal]. Er macht sei Maul zu me A. 'redet einmal so und das anderemal anders' [ Don]. Die hängen alles an de A. 'treiben großen Aufwand mit Kleidung' [verbr.]. Er hot de A. voll Schulde [verbr.], schämt sich in de A. enin [verbr.]. Hand am A. 'Feigling' [Schandein Sprachsch.]. Er meent, er wär 'm Kaiser am A. abgefall, von einem Eingebildeten [Gal-Dornf, verbr. Gal Don Buch]. Er kennt sich selwa am Aasch lecke, wer bei schlechter Laune ist [Pirmas ältere Gener.]. Die sin e Kopp un e A. 'ein Herz und eine Seele' [KU-Bedb, verbr.]. Scherzhaft-unwillige Antwort auf ungelegene Fragen: Wie geht es? Zum A. enaus [ GH-Nd'lustdt], oder: Dorch de A. wie Nähts, e bissel [Bd. 1, Sp. 337] dicker [ LU-Limbghf]. Wo fahrschde hie? Mit 'm A. iwwer 's Leinduch 'Bettlaken' [ Gal-Dornf], oder Mit de Hand an de A. [ NW-Frankeck]; vgl. PfWB Alexanderplatz. Auch: Noh Bocksbummere, wo die Hunn aus em A. gauze [KU-Ulm (1925)]. Als Symbol der Geringschätzung: Du armer A.! [verbr.]. Den guck ich net emol mit 'm A. aan [verbr.]. Wann ich dich im A. hätt, dät ich dich in de Rhein scheiße [WD-Niedkch KB-Bischh verbr. Don Gal]. Leck mich am (im) A.! [allg.]. Du kannscht mer die Blos 'Blase' im A. verdricke! [ Gal]. Ich schlaa der die Bään am A. ab [verbr. WPf]. Ich tret der glei in de A.! [allg.]. Hall 's Maul zum A.! 'Schweige!' [verbr.]. — b. Dinge und Sachliches betreffend. Do es es dunkel wie im A. [verbr. NPf Gal Buch]. Das is net aus'm A. gepeff 'ist nicht so einfach' [RO-Callb, verbr. NPf]. Das es im A. 'entzwei' [NWPf, verbr.]. Des zieht em 's Hemd in de A., von etwas sehr Saurem [ NW-Lambr]. Do werd noch e manches Vegelche scheiße, was jetzt noch kee A. hot [ Don-Schowe]. SprW.: Morjestunn hat Gold im Mund un Blei im A. [KU-Diedkpf ZW-Battw PS-Erfw KB-Bischh NW-Kallstdt LA-Gommh Wollmh]. Viel Kepp, viel Sinn, viel Ärsch, viel Winn 'Winde' [ Buch-A'Fratautz]. Wer kee Glick hot, kann de Finger im A. breche [verbr.]. Die zwett Fraa hot e goldne A. 'begründet den Reichtum des Mannes' [ Gal-Brotschk]. Wann de Kopp ab is, hot de A. Feierowend [verbr.]. Rätsel: Wer laaft ums Haus erum un hot e Sichel im A.? (Hahn) [ KU-Kaulb Gal-Dornf Brotschk]. VR.: Heinrich, Heinrich, bembembem, hot sei(n) Himb am A. ve(r)brennt [ KU-Kreimb]. Lui, fui, Hinkelsdreck, beiß de Katz de A. eweg ... Spottvers auf einen, der Louis heißt [ KU-Kaulb]. Leck mich im A. is aach e Danz, Awer kän franzesischer ... [Schandein Sprachsch. 2]. Volksgl.: Wammerme Kind, as juscht uf di Welt kumme is, net en alti Windel andut, krigts en weher Arsch [Fogel Beliefs Penns 53]. — 2. übertr. a. 'Hosenboden'. In die Hosse muß e neier A. [allg.]. Die Hosse han e doppelte A. [ KU-Körbn, allg.]; vgl. PfWB arschen. — b. 'das stumpfe dicke Ende eines Dinges', und zwar α. des Eies [verbr., auch Gal] A. uf A. und Spitz uf Spitz, beim Eierkippen an Ostern [Frankth]. — β. der Kartoffel [ KU-Schmittw/O LU-Böhl Limbghf]. — γ. der Garbe [verbr.]. — δ. des Baumstammes [verbr.]. — ε. des Rebstockes [ NW-Kallstdt]. — ζ. des Schiffes [ LU-Altr]. — c. in Flurnamen, die gesäßähnliche Erhöhungen (mit Einkerbungen in der Mitte) bezeichnen [verbr.]. »In Zusammensetzungen, in denen das Wort Bestimmungswort ist, liegen amtliche Umbildungen zu Asch..., Ar..., Arius... u. ä. vor, während der Volksmund unverblümt bei der ursprünglichen Form bleibt, ebenso in Zusammensetzungen wie Streck-, Daul-, Zerrarsch [Bd. 1, Sp. 338] usw., und hier sind mir auch keine amtlichen Umbildungen begegnet« (Briefl. Mitteilung von Prof. Dr. Ernst Christmann). — d. Klickerspiel Kopp un A. [ LU-Opp]. — Zs.: PfWB Affen-, PfWB Back-, PfWB Bampel-, PfWB Pappel-, PfWB Baum-, PfWB Pech-, PfWB Pfuhl-, PfWB Blech-, PfWB Bloß-, PfWB Breit-, PfWB Brüh-, PfWB Brut-, Teller-, PfWB Dick-, PfWB Dreck-, PfWB Dreh-, PfWB Trottel-, Drudel-, PfWB Tüpfel-, PfWB Dürr-, PfWB Enten-, PfWB Fein-, Fett-, PfWB Fürcht(e)-, PfWB Glucks-, PfWB Gold-, PfWB Grau-, Grips-, PfWB Hampert-, PfWB Hemd-, PfWB Hohl-, PfWB Hosen-, PfWB Irr-, PfWB Kalt-, PfWB Kinder-, PfWB Kinds-, PfWB Kipp-, PfWB Kitzel-, PfWB Krabbel-, PfWB Krangel-, Krattel-, PfWB Krumm-, Kuckucks-, PfWB Lahm-, PfWB Latter-, Läuf-, Lehm-, PfWB Lumpen-, PfWB Maikäfer-, PfWB Matt-, PfWB Meimel-, Nack(t)-, PfWB Näsel-, PfWB Naß-, PfWB Qualler-, PfWB Rot-, PfWB Schleif-, PfWB Spitz-, PfWB Stadt-, PfWB Stolz-, Verrat-, PfWB Wackel-, PfWB Wadel-, PfWB Wasser-, PfWB Weiß-, Zettel-, Zuckerarsch. — F.: fast allgemein r ḁÄr ḁÄ mit unmerklichen Übergängen von r zu Är und Ä. Helles a vorn. mittl. WPf; ǟr [KU-Rothsbg (Mang 83)]. In Schmittw/O und KU-Diedk ist der Stammselbstlaut ein sehr dunkles , vielleicht sogar . Pl. ǟr äÄr äÄ. — RhWB Rhein. I 259 ff.; Saarbr. 10; Lothr. 13/14; ElsWB Els. I 68; Bad. I 72/73.
| 1. 'das Insekt Bombus', Hummel (huməl) [verbr., s. K. 206, Lambert Penns 84 Don (Banat) verbr. Gal Buch], Hommel [ Gal-Burczyce], (hūməl) [ HB-Alth ZW-Dellf Rieschw], (hōməl) [ ZW-Battw], Umel (uməl) [ HB-Einöd], (ūməl) [ PS-Fehrb]. Syn.: PfWB Biene 2 b, PfWB Pferdsbiene, PfWB Bremse1 3, PfWB Brumme 2, PfWB Brummel 1 a, Brummelochs 1, PfWB Brummer 1 a, PfWB Brummes, PfWB Brummhummel, PfWB Brummler 1 a, PfWB Brummsel, Brummser, PfWB Honigmummel, PfWB Hornisse 1 c, Hummelbiene, PfWB Hummler, PfWB Hummsler, PfWB Mummel, Mummler, PfWB Summser. Du fliegscht jo do rum wie'n H. in're Lutzer 'Laterne' [Reichard Penns 430], wie e besoffeni H. [ ZW-Gr'bundb]. — 2. 'sehr lebhaftes Mädchen'. Du bischt e wildi H. [ PS-Erfw]. — Genus m. belegt für [ LU-Friesh LA-Mörzh]. — Südhess. III 779; RhWB Rhein. III 936; ElsWB Els. I 338; Bad. II 789/90.
| 1. a. f.: 'Honigbiene (Apis mellifica)', Bien, Bien usw., s. F., zur Verbr. s. K. 47. Die Biene summen, brummen, schwärmen, stechen, traan in, butzen sich, sin bees, wild, wie schd. Zs.: PfWB Arbeits-, Holm-, PfWB Leib-, PfWB Mummelbiene. Syn.: PfWB Imme. RA.: Der is fleißich wie e Bien [ KU-Krottb, allg.]. Der sauft wie e Bien [verbr. Don Gal Buch]. SprW.: Wer sein Geld will siehn fliehe, der hall sich Bien unn Feddervieh [ KU-Kaulb, Gal-Königsbg]. Die Biene un die Schoof bringen's im Schloof [KU-Diedk, verbr., auch Don-Gottlob]. Wer Glick hat mit Bien un Schoof, der leg sich hin un schloof [ GH-Schaidt, ähnlich GH-Zeisk KL-Alsbn]. Wem soll gerore Bien un Schoof, der leg sich hin un schloof [ KU-Friedhs]. [Bd. 1, Sp. 890] Hinne steche die Bie 'Ende gut, alles gut' [PfMHk. 1925, S. 179]. WR.: Summen viel Biene im Klee, gibts im Winter viel Schnee [ KU-Krottb]. Auf einen frühen und harten Winter deutet es, wenn die Bienen ihre Behausung früh verkitten [LA-Impfl]. Brummt die Kuh un summe die Beine, werd die Sunn gar scheine [ KU-Krottb]. Volksgl.: Wenn die Bienen schwärmen, brennt es bald im Ort [ KL-Wörsb]. Um das Schwärmen der jungen Bienen zu unterbinden, lege man einen Laib Brot auf die Oberseite und pfeife dazu. Hat sich ein Schwarm an einen Baum gehängt, so hänge man Älschkraut daneben; der Schwarm geht dann in den Korb [Schandein Bav. IV 2, S. 378]. Bei Todesfällen wurden früher in KU-Diedk und HB-Jägbg die Bienen, Blumen und das Gesäms gerückt. Um 1920 ging in RO-Gonb eine Frau nach dem Tode ihres Mannes sofort zum Bienenstand und sprach: Ehr Biene, ich melle eich de Tod vum Herr. a. 1538: 13 maß vnd 1 schoppen honigs ... von den binen jm Ampt gefallen [SSp., Mgr. Baden 2½ Gräfenst. Amtsgefälle]. — b. m., selten f.: 'Bienenvolk'; der Bien, Bien usw., s. K. [vorherrschend im Biene-Gebiet], der Biene [ PS-Münchw NW-Weish/S LA-Herxh GH-Zeisk], die Bien [verbr. westl. WPf], die Bie [ ZW-O'hs], die Bään [ RO-Schiersf]. Der Bien stoßt 'das Bienenvolk schwärmt' [Feierowend 1957 Nr. 24]. Zs. Korb-, PfWB Stockbiene. a. 1536: Finde jemand einen wilden bienen, so soll er zu des abts maier oder nächsten schöffen gehen, und den bienen zur hälfte fordern [Grimm Weist. I 777 (PS-W'fischb)]. a. 16. Jh.: Von 10 Bienen einen Bien, hat einer nit mehr denn 7 Bien, so soll er auch ein geben [NPfGV 1907, S. 12]. — 2. a. 'wilde Biene' in Zs. PfWB Erd-, PfWB Gartenbiene. — b. 'Hummel', dicki Bien, auch wildi Bien [verbr. Don Gal]. Zs. PfWB Hammel-, Hummelbiene. — c. 'bienenähnliche Fliege' in den Zs. PfWB Abtritts-, PfWB Pfuhl-, PfWB Dreck-, PfWB Mist-, PfWB Mistpfuhlbiene. — d. 'Laus', aus der Gaunersprache, vgl. Wolf 52. RA.: Er hat Biene uff'm Kopp [ ZW-Battw]. — 3. im Dim. 'liederliches Mädchen, Dirne', Bienche [Kaislt Pirmas]. — F.: bīn, bīn, bēn, bēn, s. K. 47; für ZW-Wiesb und BZ-Hofstätt gilt bī, für RO-Schiersf bn; Don Gal Buch haben meistens bīn, nur in wenigen Orten bīn. — Die pfälzischen Formen setzen fast allg. mhd. bin voraus; nur in dem einen Zitat aus KU-Krottb spiegelt sich mhd. bīn (woraus bain werden mußte). — Südhess. I 828 ff; RhWB Rhein. I 582 Beie; Saarbr. 26; LothWB Lothr. 32 Bei; Bad. I 223/24.
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