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| PfWB Arsch (Bd. 1, Sp. 335) | PfWB Pfuhl-arsch (Bd. 1, Sp. 875) | |||||||||||
1. 'Gesäß, Steiß', beim Rindvieh, in manchen RA. u. SprW. auch beim Menschen, insbes. 'After', Aarsch [allg.]; je nach Bildungsgrad des Sprechenden und des Hörenden als mehr oder weniger derb empfunden; in gemäßigter Rede in der Bed. von 'Gesäß' durch Hinnere und Boboo, scherzhaft auch durch Doges ersetzt. Das Wort erscheint in vielen festen Prägungen: a. den A. selbst u. andere Körperteile [Bd. 1, Sp. 336] des Menschen sowie Menschliches überhaupt betreffend. Er hot e A. wie e Schubkarch [ LU-Limbghf], wie e Furerwand 'Futterwanne' (vgl. A. wie en Wann, Rhein. I 259) [ KU-Kaulb], wie e Fulerkorb 'Futterkorb' [ KU-Blaub]. Er hot e (a) Gesicht wie en A. oder de(n) A. im Gesicht 'dickes Gesicht' [allg.]; vgl. PfWB Arschgesicht. Sei Gesicht is e A. mit Ohre 'ein Vollmondgesicht' [ KB-Bischh NW-Haßl]. Er es glatt (blott) wie e(n) Aff am A. [verbr.]. Der kennt de Mond am A. lecke, von einem Großen [Pirmas, verbr.]. Dem hot de Guguck de A. ausgesuckelt 'ausgesaugt', von einem Mageren [KU-Kaulb, verbr.]. Er steit uf wie die Bosebacher Kih — mitm A. serscht 'zuerst' [KU-Diedkpf]. Der esch allegebott am A. erzwää 'entzwei' (oft krank) [ LA-Nd'hochstdt]. Mer mennt, er hätt em Silzer 'Salzarbeiter' am A. geleckt, von einem, der oft Durst hat [ KU-Blaub]. Der hot Blei im A., von einem Phlegmatiker [ KB-Bischh Gal-Dornf]. Loß die Finger bißje im A. erumgeh! 'Beeile dich'! [KB-Gauh, verbr.]. Der schlooft, bis 'm die Sunn uf de A. scheint [ GH-Nd'lustdt]. Ich mach der Feier unner de A., anspornendes Drohwort [LU-Neuhf, verbr.]. Er hot die Schleck 'Schnecke' am A., wer zu spät kommt [ WD-Niedkch]. Der es met 'm A. ins Botterhäbche 'Buttertopf' gefall, bei einem Glücksfall [ KU-Adb]. Er hot e kalder A. kriet 'ist gestorben', aus der Soldatenspr. [allg.]. Der dät noch de A. veliere, wann er nit aangewachse wär, von einem Vergeßlichen [LA-Nußd, verbr.]. Mer määnt, er hätt e Ei im A., von einem Zappeligen [verbr.]. Er laaft sich die Bään am A. ab 'macht viele Wege, um etwas zu erreichen' [WPf, verbr.]. Dem geht de A. mit (uf) Grundeis, wer Angst hat, aus der Soldatenspr. [verbr.]. De A. bebbert 'm denoh 'vor Verlangen' [ NW-Kallstdt]. Die hot Peffer im A., von einer Feurigen [KB-Bischh, verbr.]. Der kocht's Feier im im A., dass. [ NW-Freinsh]. Die hot ihre Mann mit 'm A. gewunne [ LU-Opp]. Em in de A. nei schluppe 'ihm schmeicheln' [verbr.]. Der is am A. gescheiter wie e annerer am Kopp [NPf, verbr., auch Don Gal]. Er macht sei Maul zu me A. 'redet einmal so und das anderemal anders' [ Don]. Die hängen alles an de A. 'treiben großen Aufwand mit Kleidung' [verbr.]. Er hot de A. voll Schulde [verbr.], schämt sich in de A. enin [verbr.]. Hand am A. 'Feigling' [Schandein Sprachsch.]. Er meent, er wär 'm Kaiser am A. abgefall, von einem Eingebildeten [Gal-Dornf, verbr. Gal Don Buch]. Er kennt sich selwa am Aasch lecke, wer bei schlechter Laune ist [Pirmas ältere Gener.]. Die sin e Kopp un e A. 'ein Herz und eine Seele' [KU-Bedb, verbr.]. Scherzhaft-unwillige Antwort auf ungelegene Fragen: Wie geht es? Zum A. enaus [ GH-Nd'lustdt], oder: Dorch de A. wie Nähts, e bissel [Bd. 1, Sp. 337] dicker [ LU-Limbghf]. Wo fahrschde hie? Mit 'm A. iwwer 's Leinduch 'Bettlaken' [ Gal-Dornf], oder Mit de Hand an de A. [ NW-Frankeck]; vgl. PfWB Alexanderplatz. Auch: Noh Bocksbummere, wo die Hunn aus em A. gauze [KU-Ulm (1925)]. Als Symbol der Geringschätzung: Du armer A.! [verbr.]. Den guck ich net emol mit 'm A. aan [verbr.]. Wann ich dich im A. hätt, dät ich dich in de Rhein scheiße [WD-Niedkch KB-Bischh verbr. Don Gal]. Leck mich am (im) A.! [allg.]. Du kannscht mer die Blos 'Blase' im A. verdricke! [ Gal]. Ich schlaa der die Bään am A. ab [verbr. WPf]. Ich tret der glei in de A.! [allg.]. Hall 's Maul zum A.! 'Schweige!' [verbr.]. — b. Dinge und Sachliches betreffend. Do es es dunkel wie im A. [verbr. NPf Gal Buch]. Das is net aus'm A. gepeff 'ist nicht so einfach' [RO-Callb, verbr. NPf]. Das es im A. 'entzwei' [NWPf, verbr.]. Des zieht em 's Hemd in de A., von etwas sehr Saurem [ NW-Lambr]. Do werd noch e manches Vegelche scheiße, was jetzt noch kee A. hot [ Don-Schowe]. SprW.: Morjestunn hat Gold im Mund un Blei im A. [KU-Diedkpf ZW-Battw PS-Erfw KB-Bischh NW-Kallstdt LA-Gommh Wollmh]. Viel Kepp, viel Sinn, viel Ärsch, viel Winn 'Winde' [ Buch-A'Fratautz]. Wer kee Glick hot, kann de Finger im A. breche [verbr.]. Die zwett Fraa hot e goldne A. 'begründet den Reichtum des Mannes' [ Gal-Brotschk]. Wann de Kopp ab is, hot de A. Feierowend [verbr.]. Rätsel: Wer laaft ums Haus erum un hot e Sichel im A.? (Hahn) [ KU-Kaulb Gal-Dornf Brotschk]. VR.: Heinrich, Heinrich, bembembem, hot sei(n) Himb am A. ve(r)brennt [ KU-Kreimb]. Lui, fui, Hinkelsdreck, beiß de Katz de A. eweg ... Spottvers auf einen, der Louis heißt [ KU-Kaulb]. Leck mich im A. is aach e Danz, Awer kän franzesischer ... [Schandein Sprachsch. 2]. Volksgl.: Wammerme Kind, as juscht uf di Welt kumme is, net en alti Windel andut, krigts en weher Arsch [Fogel Beliefs Penns 53]. — 2. übertr. a. 'Hosenboden'. In die Hosse muß e neier A. [allg.]. Die Hosse han e doppelte A. [ KU-Körbn, allg.]; vgl. PfWB arschen. — b. 'das stumpfe dicke Ende eines Dinges', und zwar α. des Eies [verbr., auch Gal] A. uf A. und Spitz uf Spitz, beim Eierkippen an Ostern [Frankth]. — β. der Kartoffel [ KU-Schmittw/O LU-Böhl Limbghf]. — γ. der Garbe [verbr.]. — δ. des Baumstammes [verbr.]. — ε. des Rebstockes [ NW-Kallstdt]. — ζ. des Schiffes [ LU-Altr]. — c. in Flurnamen, die gesäßähnliche Erhöhungen (mit Einkerbungen in der Mitte) bezeichnen [verbr.]. »In Zusammensetzungen, in denen das Wort Bestimmungswort ist, liegen amtliche Umbildungen zu Asch..., Ar..., Arius... u. ä. vor, während der Volksmund unverblümt bei der ursprünglichen Form bleibt, ebenso in Zusammensetzungen wie Streck-, Daul-, Zerrarsch [Bd. 1, Sp. 338] usw., und hier sind mir auch keine amtlichen Umbildungen begegnet« (Briefl. Mitteilung von Prof. Dr. Ernst Christmann). — d. Klickerspiel Kopp un A. [ LU-Opp]. — Zs.: PfWB Affen-, PfWB Back-, PfWB Bampel-, PfWB Pappel-, PfWB Baum-, PfWB Pech-, PfWB Pfuhl-, PfWB Blech-, PfWB Bloß-, PfWB Breit-, PfWB Brüh-, PfWB Brut-, Teller-, PfWB Dick-, PfWB Dreck-, PfWB Dreh-, PfWB Trottel-, Drudel-, PfWB Tüpfel-, PfWB Dürr-, PfWB Enten-, PfWB Fein-, Fett-, PfWB Fürcht(e)-, PfWB Glucks-, PfWB Gold-, PfWB Grau-, Grips-, PfWB Hampert-, PfWB Hemd-, PfWB Hohl-, PfWB Hosen-, PfWB Irr-, PfWB Kalt-, PfWB Kinder-, PfWB Kinds-, PfWB Kipp-, PfWB Kitzel-, PfWB Krabbel-, PfWB Krangel-, Krattel-, PfWB Krumm-, Kuckucks-, PfWB Lahm-, PfWB Latter-, Läuf-, Lehm-, PfWB Lumpen-, PfWB Maikäfer-, PfWB Matt-, PfWB Meimel-, Nack(t)-, PfWB Näsel-, PfWB Naß-, PfWB Qualler-, PfWB Rot-, PfWB Schleif-, PfWB Spitz-, PfWB Stadt-, PfWB Stolz-, Verrat-, PfWB Wackel-, PfWB Wadel-, PfWB Wasser-, PfWB Weiß-, Zettel-, Zuckerarsch. — F.: fast allgemein r ḁÄr ḁÄ mit unmerklichen Übergängen von r zu Är und Ä. Helles a vorn. mittl. WPf; ǟr [KU-Rothsbg (Mang 83)]. In Schmittw/O und KU-Diedk ist der Stammselbstlaut ein sehr dunkles , vielleicht sogar . Pl. ǟr äÄr äÄ. — RhWB Rhein. I 259 ff.; Saarbr. 10; Lothr. 13/14; ElsWB Els. I 68; Bad. I 72/73.
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