Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB Armeleute-schinder (Bd. 1, Sp. 332)   PfWB Schinder (Bd. 5, Sp. 980)   PfWB Ochsen-schinder (Bd. 5, Sp. 218) 
  -schinder m.: wie schd., Aameleitschinner [ KL-Lind].

 

   Schinder m.:
1.
a. 'Abdecker', Schinner [verbr., auch Auslandspfälzer], Schenner [ WD-Niedkch], Schinger [ GH-Neubg]; vgl. PfWB Schindmeister: Zs.: PfWB Viehschinder 1; Syn.: PfWB Abdecker, PfWB Schinderhannes 2 a, PfWB Wasemmeister. Em verreckt Stick Vieh zieht de Schinner die Haut ab [ KL-Reichb]. De Sch. kriet en (den alten Gaul) [ KU-Schmittw/O]. Verwünschung: Der Sch. soll dich hole! [ Gal-Obl]. Krieg de Sch.! [Hebel 34]. Ausruf der Verwunderung: Was de Sch.! [Kühn Hamet 142]. RA.: Der is em Sch. devungeloffe (fortgeloff), von einem dürren Pferd [ NW-Frankeck KL-Stelzbg]. Mer meent, den hot de Sch. schun g'hatt, dass. [ LA-Gommh]. Einen VR. s. PfWB Wurst. SprW.: De Dokder un de Sch., das sin Geschwischderkinner [verbr. Don Gal Buch Rußl]. —
b. 'Henker'. 18. Jh.: Als einst ein Mähder sagte: Ich häbb' mei Fiess in die Bach ghenkt, mußte er 2 Fuder Wein zahlen, denn nur der Schinner henkt [Mähderbuch von NW-Mußb (in: MHVPf. IV 11ff.)]. —
2.
a. 'wer (Menschen, Tiere) quält, anstrengt, schikaniert', z. B. vom Handwerker gegenüber den Lehrlingen, mehr scherzh. auch vom Arzt, bes. vom Zahnarzt [verbr.]; Zs.: PfWB Armeleute-, PfWB Vieh- 2, PfWB Gauls-, PfWB Katzen-, PfWB Leute- 1, PfWB Menschenschinder.
b. 'altes, mageres, abgetriebenes Pferd' [ KU-Diedk ZW-Battw RO-Ruppeck FR-Flomh BZ-Apphf]; Syn. s. PfWB Mähre 1 b. —
c. s. die Zs. PfWB Krotten-, PfWB Leute- 2, PfWB Ochsen-, PfWB Schabbes-, PfWB Stundenschinder. Südhess. V 303/04; RhWB Rhein. VII 1138; Lothr. 442/43; ElsWB Els. II 420.

 

  -schinder m.: FlN, mda. -schinner [ KU-Albess]; es handelt sich um steiles, schwieriges Gelände, in dem man die Fuhrochsen stark anstrengen (= schinden) mußte. —