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 PfWB apart (Bd. 1, Sp. 304)   PfWB simulieren (Bd. 6, Sp. 122)   PfWB sammeln (Bd. 5, Sp. 737) 

[Bd. 1, Sp. 304]
   apart, apartig:
1. Adj. 'eigenartig, außergewöhnlich'.
a. in gutem Sinne 'etwas Besonderes, Auserwähltes'; eppes ganz Abardes [verbr.], Abardiches (-isches) [verbr. vorn. südl. VPf]. Ich will ebbes ganz abbardiches mit eich schwetze [Reichard Penns 419]. Mit Bliemle druff so recht apatt 'hübsch, fein' [Hartmann Teemaschin 96, ähnlich Don Gal Buch Rußl]. Will mer ganz abbaddisch 'vornehm' sei, Lad mer mol der (Akk.) Parre 'Pfarrer' ei [Penns Deitsch Eck 16. 5. 1936]. —
b. ohne deutlichen Gefühlston 'sonderbar, eigentümlich'; uf e ganz abarti Weis [Kühn Hamet 84]. —
c. in tadelndem Sinne.
α. Das is (es) e(n) abarter Mensch 'ein Sonderling' [KU-Umg. Potzberg KL-Obernh Kühn Hamet 95], en abardicher Mensch, dass. [verbr. SOPf Keiper 49]. —
β. 'genau, pedantisch', abart [ KL-U'sulzb], abardich [ KL-Katzw], abattich [ PS-Kröpp]. —
2. Adv.
a. 'sonderbar'. Das schmackt so abart [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'allein für sich, getrennt von andern, extra', abart [KU-Umg. Potzbg RO-Lettw BZ-Dörrb]; vgl. PfWB Sonderapart. —
c. 'bei Seite'. Spaß abart! [lothr. SWPf]. —
d. 'zumal, besonders'. Wammer dramt vun Katze, bringt ebber 'jemand' en äriger Ligestreit uf wegich em, abärtich, wann sie em beiße [Fogel Beliefs Penns 253]. —
e. 'sehr'. Dort gaits ne net juscht so abbordich (abaddich) goot [Reichard Penns 69]. — F.: Äbard, Äbad [verbr., selten südl. VPf], Äbardiχ, Äbadiχ [verbr. vorn. südl. VPf Penns Don Gal Buch], Äbärdiχ u. badiχ [Penns]; apart ist seltener als apartig. — Aus frz. à part 'bei Seite'; apartig mit deutscher Nachsilbe -ig. — RhWB Rhein. I 204/05; LothWB Lothr. 12; ElsWB Els. I 57; Bad. I 67.

 

   simulieren schw.:
1. 'nachsinnen, grübeln, abwesend vor sich hin denken', simmeliere (simə- ˈlīrə) [verbr. VPf SPf mancherorts übrige Pf, PfId. 132 Schneckenburger 39 Thielen 104 Glass Klutzkopp 117 Lambert Penns 150], simliere (simˈlīrə) [mancherorts, Heeger Südostpf. 30 Krämer Gal 199], simmeleere (siməˈlērə) [mancherorts MPf NWPf NPf, Höh 133 Müller Dietschw 59 Don-Tscherwk], simleere (simˈlērə) [mancherorts MPf NWPf NPf, Krämer Gal 199], simuliere [mancherorts], simmiliere [ PS-H'einöd LA-Ilbh GH-Freckf], semmeliere [ RO-Lohnsf], semmiliere [ KL-Miesb], semmeleere [ KU-Altkch Frohnhf WD-Marth Niedkch HB-O'bexb Ingb KL-Katzw PS-Donsied], summuliere [KB-Eisbg Weber 135], summuleere [ KU-Eschau], simbeliere [ PS-L'mühl Windsbg], simbliere [ PS-Glashtt Pirmas Schweix LA-Leinsw], simbuliere [Weber 135], simbeleere [ PS-Th'eischw], simmeriere [ KL-Weltb]; Part. Perf.: g(e)simmeliert, gesimmeleert [mancherorts, Mang 196 Lambert Penns 150]; Zs.: PfWB nachsimulieren; Syn.: PfWB ausdenken, -hugen, -klügeln, -kniffeln, -senkeln, -studieren, -tüfteln, -ziffern, PfWB bedenken, PfWB besinnen 1, PfWB betrachten 2, PfWB brühen 2 d, PfWB denken 1, PfWB dösen 2, PfWB träumen 2 a, PfWB tüfteln 1, PfWB dünken, PfWB erdenken, PfWB fabeln 1, PfWB versinnen, PfWB versinnern, PfWB grübeln, PfWB kribbeln 4, PfWB herumknöcheln, PfWB nachgrübeln, PfWB sammeln 2 b, PfWB sinnen, PfWB sinnieren, PfWB spinnen 4 a, daneben jedoch auch Wendungen wie PfWB Kalender machen, in die andere Woche gucken, sich den Kopf verbrechen u. a. Was simmelierschde? [NW-Kallstdt, verbr.]. Was dusche dann s.? [ KB-Biedh]. Wass simmeliersche donn, minn Kennd? [Glass II 61]. Der simmeliert, was er de Sunndag schaffe soll [ LU-Opp]. Er hockt sich e Zejtlang an de Resch un simeleert, wie er das Wähnche de Bersch nunner kriehn kennt [Kraus Herzdrikkerte 19]. Un simmeleer ich dann alleen / So for mich in de Nacht [Müller Butterbärwel 20]. Im Quetscheboom seim Schatte simeleer ich / vom Läwe, Sterbe, Erbe un nix kriehn [Kraus Putscheblum 38]. Iß aaner e Sonderling, un sinnt / Un simmeliert, dann haaßts: Er schpinnt [Kühn Palz 2]. Naachts mach ich kä Au zu un simeleer [Kraus Gutsjer 37]. —
2. 'verrückt sein' [ FR-Flomh]. Er simmeliert [ebd.]; Syn. s. PfWB verrücken 2 a. —
3. 'eine Krankheit vorschützen, sich verstellen' [PS-Rodalb (Bernhard 171) GH-Kand Weber 135]; vgl. PfWB Simulant. — RhWB Rhein. VIII 151; ElsWB Els. II 358; Kluge-Seebold22 673.

 

   sammeln schw.:
1.
a. 'etwas zusammentragen, einsammeln', sammele [verbr. WPf NPf NOPf vereinzelt übrige Pf, Christmann Kaulb 94 Höh 86 Mang 81 Müller Dietschw 58], sammle [verbr. mittl. u. südl. VPf mancherorts SPf nördl. VPf, Lambert Penns 130 Krämer Gal 179]; Zs.: PfWB einsammeln; Geld (Lumpe, Briefmarke) s. [LU-Opp, verbr.]; Geld fer neie Glocke s. [Kaislt]. VR.: Emsich wie d' Bien, / fleißich in de Jugend, / Sammel du de Honichseim / von jerer schäine Tuchend [ LA-Offb]. a. 1435: daß die arme leut, die hier im thal gesessen sind, ... einen tag grommet samlen [PfWeist. 176 (KB-Boland)]. —
b. 'etwas (vom Boden) aufsammeln', Knodd(e)le s. 'Pferdeäpfel als Dünger sammeln' [ NW-Wachh LA-Knöring]. —
c. 'zusammenlegen', nur in der RA.: die Hänn sammele 'ausruhen, nichts tun' [ KU-Obw/T]. —
2. sich s.
a. 'sich an einer Stelle einfinden, versammeln' [verbr.]; Zs.: PfWB an- 2, PfWB versammeln. 's Wasser sammelt sich in de Grub [ BZ-Dernb]. De Schwarm sammelt sich,

[Bd. 5, Sp. 738]
vom Bienenschwarm, der sich niederläßt [ KL-Matzb]. De Trumpeter hot zum Sammle geblose [ BZ-Dernb]. BR.: Die Schwalwe sammele sich, 's werd ball Winder [ LA-Gommh]. —
b. 'seine Gedanken sammeln, sich besinnen' [ KU-Schmittw/O BZ-Dernb]. Du sollscht dich sammele! [ BZ-Dernb]. — Südhess. V 55; RhWB Rhein. VII 724/25; ElsWB Els. II 356.