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| PfWB an-wachsen (Bd. 1, Sp. 295) | ElsWB an wachseⁿ (Bd. 2, Sp. 785b) | PfWB an-wachsen (Bd. 1, Sp. 295) | |||||||||||||||||||||||||||||||||
1. 'anfangen zu wachsen'. Die Wiß wachst schun aan 'beginnt grün zu werden' [KU-Kaulb, verbr.]; e aangewachsener Wald 'ein (vorher abgehauener) Waldbezirk, der nur aus Büschen besteht' [ KU-Kaulb]. — 2. 'festwachsen'. Die Planze 'Setzlinge' sin schun aangewachs(e) 'haben schon Wurzeln geschlagen', ebenso: De Zwacke 'Zweig' is wirre a., wenn er abgerissen war [allg.]. RA.: Mei Hand is net a. 'fährt leicht aus zum Schlag' [RO-Semb, verbr.]. Der dät noch de Kopp vegesse, wanner net a. wär, von einem Vergeßlichen [LA-Herxh, verbr.]. Dem is die Zung a., wer eine schwere Zunge hat [verbr.]. Der steht do wie a., wer stur dasteht und nicht aus dem Wege geht [verbr.]. Die Vorstellung des Festwachsens scheint auch vorzuliegen in dem Regelspruch der Altriper Fischerzunft Daut(?) muß (er) aanwachse. Der Fischer mußte, wenn er beim Anlegen mit der Kette aus seinem Nachen sprang, diesen Spruch ausrufen, weil er sonst mit einer Buße belegt wurde. — 3. Das Wort wird als Verb und als Subst. (aanwachse, Aanwachs) im bes. von gewissen Krankheiten, die man als Folge des Anwachsens der Lunge an die Rippen auffaßt, gebraucht: 's Kind is aangewachs 'ist kurzatmig, leidet unter Atemnot' [HB-Kirrbg Ingb LU-Altr GH-Kand verbr. Don Gal Buch]. Medizinisch gesehen handelt es sich hier um rachitische Veränderungen am Brustkorb, die mit Atemnot, Bronchialkatarrhen und Herzvergrößerung verbunden sind [Heeger Vhk. 83]; andere volkstüml. Bezeichnungen dafür: PfWB Herzgesperr, Herzge- [Bd. 1, Sp. 296] spann. Nach volkstüml. Auffassung droht das Anwachsen dem Kind, wenn es zuviel lache oder weine [ KU-Bechb Don-Schowe Torscha]; desgleichen, wenn es zum Fenster hinausgereicht werde [PfH 1931 Nr. 16 KU-Bechb] oder wenn man eine leere Wiege schaukele [Fogel Beliefs Penns Nr. 36]. Gegen das Anwachsen (Rippenfellentzündung) wird das Kind dreimal durch die Stuhlstempel oder drei Leitersprossen gesteckt, unter Nennung der drei höchsten Namen und mit dem Spruche: »N. N. hast du's Anwachsen, so soll es weichen von deinen Rippen wie Jesus von der Krippen« [Bav. IV, 2, 346; vgl. Heeger a. a. O. 84/85]. Andere Arten der Besprechung: Man streicht das Kind mittels der Daumen unterhalb der Rippen und spricht dazu: »Herzsperr und Anwachs weichen aus meines Kindes Rippen wie Jesus aus der Krippen; im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes« [HB-Kirrbg (1930), NW-Lambr]. Das Kind wird angeblasen und mit den zwei angefeuchteten Daumen von der Bauchgegend nach rückwärts bestrichen, und dabei werden die krankheitsvertreibenden Worte gesprochen: »Du hast willen (wollen) — hier der Name — begraben,so begrab du in den drei höchsten Namen« [IB-Alschb (Dimel 153)]. Das angewachsene Kind wird unter Gebet und Besprechung von der Mitte des Zimmers aus nach den vier Ecken hin geschlenkert, wobei man es unter seinen Ärmchen hält; danach wird die enge Brust des Kindes mit heißem Gänsefett eingerieben und warm umwickelt, bis die Erkältung weicht [BZ-Dernb, ähnl. Umg. Germh (Heeger Vhk. 84)]. En aangwaxe Kind legt mer uf die Direschwell un meßts. Wanns mol iber sell Mooß nausgwaxe is, waxts nimmi aan [Fogel Beliefs Penns Nr. 45]. Fer'n Kind, as aangewachse iss, do hot mer'n Mittel, helft gewiss' — des muß mer daerrich en Kummet stecke; wann's bissel kreischt, duh net verschrecke! [Birmelin Penns Gezw. 68]. — 4. 'zunehmen', von Zinsen, Schulden u. dgl., nach dem Schd. — Saarbr. 223; LothWB Lothr. 11; ElsWB Els. II 785; Bad. I 65; Schwäb. I 281.
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| 1. 'anfangen zu wachsen'. Die Wiß wachst schun aan 'beginnt grün zu werden' [KU-Kaulb, verbr.]; e aangewachsener Wald 'ein (vorher abgehauener) Waldbezirk, der nur aus Büschen besteht' [ KU-Kaulb]. — 2. 'festwachsen'. Die Planze 'Setzlinge' sin schun aangewachs(e) 'haben schon Wurzeln geschlagen', ebenso: De Zwacke 'Zweig' is wirre a., wenn er abgerissen war [allg.]. RA.: Mei Hand is net a. 'fährt leicht aus zum Schlag' [RO-Semb, verbr.]. Der dät noch de Kopp vegesse, wanner net a. wär, von einem Vergeßlichen [LA-Herxh, verbr.]. Dem is die Zung a., wer eine schwere Zunge hat [verbr.]. Der steht do wie a., wer stur dasteht und nicht aus dem Wege geht [verbr.]. Die Vorstellung des Festwachsens scheint auch vorzuliegen in dem Regelspruch der Altriper Fischerzunft Daut(?) muß (er) aanwachse. Der Fischer mußte, wenn er beim Anlegen mit der Kette aus seinem Nachen sprang, diesen Spruch ausrufen, weil er sonst mit einer Buße belegt wurde. — 3. Das Wort wird als Verb und als Subst. (aanwachse, Aanwachs) im bes. von gewissen Krankheiten, die man als Folge des Anwachsens der Lunge an die Rippen auffaßt, gebraucht: 's Kind is aangewachs 'ist kurzatmig, leidet unter Atemnot' [HB-Kirrbg Ingb LU-Altr GH-Kand verbr. Don Gal Buch]. Medizinisch gesehen handelt es sich hier um rachitische Veränderungen am Brustkorb, die mit Atemnot, Bronchialkatarrhen und Herzvergrößerung verbunden sind [Heeger Vhk. 83]; andere volkstüml. Bezeichnungen dafür: PfWB Herzgesperr, Herzge- [Bd. 1, Sp. 296] spann. Nach volkstüml. Auffassung droht das Anwachsen dem Kind, wenn es zuviel lache oder weine [ KU-Bechb Don-Schowe Torscha]; desgleichen, wenn es zum Fenster hinausgereicht werde [PfH 1931 Nr. 16 KU-Bechb] oder wenn man eine leere Wiege schaukele [Fogel Beliefs Penns Nr. 36]. Gegen das Anwachsen (Rippenfellentzündung) wird das Kind dreimal durch die Stuhlstempel oder drei Leitersprossen gesteckt, unter Nennung der drei höchsten Namen und mit dem Spruche: »N. N. hast du's Anwachsen, so soll es weichen von deinen Rippen wie Jesus von der Krippen« [Bav. IV, 2, 346; vgl. Heeger a. a. O. 84/85]. Andere Arten der Besprechung: Man streicht das Kind mittels der Daumen unterhalb der Rippen und spricht dazu: »Herzsperr und Anwachs weichen aus meines Kindes Rippen wie Jesus aus der Krippen; im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes« [HB-Kirrbg (1930), NW-Lambr]. Das Kind wird angeblasen und mit den zwei angefeuchteten Daumen von der Bauchgegend nach rückwärts bestrichen, und dabei werden die krankheitsvertreibenden Worte gesprochen: »Du hast willen (wollen) — hier der Name — begraben,so begrab du in den drei höchsten Namen« [IB-Alschb (Dimel 153)]. Das angewachsene Kind wird unter Gebet und Besprechung von der Mitte des Zimmers aus nach den vier Ecken hin geschlenkert, wobei man es unter seinen Ärmchen hält; danach wird die enge Brust des Kindes mit heißem Gänsefett eingerieben und warm umwickelt, bis die Erkältung weicht [BZ-Dernb, ähnl. Umg. Germh (Heeger Vhk. 84)]. En aangwaxe Kind legt mer uf die Direschwell un meßts. Wanns mol iber sell Mooß nausgwaxe is, waxts nimmi aan [Fogel Beliefs Penns Nr. 45]. Fer'n Kind, as aangewachse iss, do hot mer'n Mittel, helft gewiss' — des muß mer daerrich en Kummet stecke; wann's bissel kreischt, duh net verschrecke! [Birmelin Penns Gezw. 68]. — 4. 'zunehmen', von Zinsen, Schulden u. dgl., nach dem Schd. — Saarbr. 223; LothWB Lothr. 11; ElsWB Els. II 785; Bad. I 65; Schwäb. I 281.
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