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| PfWB an-strämmen (Bd. 1, Sp. 286) | PfWB spannen (Bd. 6, Sp. 197) | PfWB reiteln (Bd. 5, Sp. 493) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. 'straff ziehen'; 's Seel 'Seil' aansträmme (-dręmə) [ BZ-Dernb]. Die Haut esch aangesträmmt, durch eine Geschwulst [ebd.]. — 2. die Hosse a. 'eine Tracht Prügel auf das Gesäß verabfolgen' [ PS-H'einöd Hintwdth BZ-Gossw Stein]; vgl. PfWB anspannen 3. Syn. s. PfWB verhauen. — 3. 'sich anstrengen'. Er hot sich angesträmmt [ GH-Berg, 1962 nur noch selten]. — Zu PfWB stramm. — RhWB Rhein. VIII 781.
| 1. a. 'etwas straff anziehen, mit Spannung befestigen, auseinanderziehen', spanne (banə, bḁnə) [verbr., Schneckenburger 17 Lambert Penns 139], spane (bnə) [Christmann Kaulb 88]; Zs.: PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB darüber-, PfWB einspannen; e Wäschsääl 'Wäscheleine' sp. [ GH-Schwegh]; die Säg sp. [ KU-Schmittw/O]; de Wißbääm sp. 'den Wiesbaum auf dem beladenen Wagen mit der Winde festziehen' [ BZ-Dernb]; de Wache sp. 'den Wagen mit Kette und einem Knebel spannen' [ LA-Siebdg, mancherorts]; de Hahne am Gewehr sp. [ LA-Mörzh]. Mer spannt de Droht un kloppt die Pehl (Wingertsarbeiten) [Burgey Keschte 24]. RA.: die Hosse sp. 'verhauen, züchtigen' [KL-Nanzdzw, verbr.]; eem ääni sp. 'eine Ohrfeige geben' [ LU-Muttstdt]; uf die Folder sp. 'jemanden ungeduldig auf etwas warten lassen' [Krieger 18, Kühn Kumödi 15]; in de bolische Bock sp., auf besondere Weise fesseln, s. PfWB Bock 7 [mancherorts Don Gal Buch]. Der (Die) spannt sich wie e alt Sääk (Säge) mit ere neie Kordel 'brüstet sich, ist stolz, wirft sich in Positur' [PfMus. 1925 175]. Dei Hossebeen, die spanne mer (Androhung von Prügeln) [Münch Werke I 52]. Volksbr.: Kommt das Brautpaar nach der Trauung aus der Kirche, so spannen Kinder einen Strick über den Weg und halten den Brautzug auf. Erst nach einer kleinen Gabe wird der Strick niedergelegt und der Zug kann passieren [ KB-Kriegsf, vereinzelt]. — b. 'Zugtiere einspannen' [mancherorts]; Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB aus-, PfWB daran-, PfWB ein-, PfWB ver-, PfWB vorspannen; die Gail vor de Schlidde sp. [Krämer Gal 201]; die Gail hinner de Waa sp. [ FR-Bockh]. — c. 'aufstauen'; Wasser spanne [ LA-Göckling Hainf Mörzh Siebdg BZ-Annw GH-Bellh Schaidt]; vgl. PfWB strämmen 3 a; Wisse wässere durch Bach spanne [ GH-Vollmw]. — d. 'Tiere mit einem Seil um die Beine fesseln' [mancherorts Gal]; vgl. PfWB spannseln 1. Uf der Hutweed hun ich mei Gail gespannt [ Gal-Dornf]; RA.: gehe wie e gespanntes Hinkel, von Frauen in zu engem Rock [ Gal-Dornf]. — e. 'einen Pferch aufschlagen'. »Kein Wunder, daß sich die Bauern darum reißen, den Pferch, der gegen Abend aufgeschlagen, gespannt wird, auf ihren Stoppelacker zu bekommen. Der Schäfer kann ihn eng oder weit, also hart oder weich spannen« [Feierowend 2/1959]. a. 1581 (Abschr. 1630): Wo ein frimbter in vnßer aufftweid bey nacht oder tag spannen oder etzen wird, der ist die eining schulttig, nemlich zwei daller [PfWeist. 48 (KU-A'glan)]. a. 1581 (Abschr. 1630): Item wann die Aufftweid noch nit aufgethan ist vnd einer muthwillig darein spahnet, der ist der gemeinen 15 albus verfallen [PfWeist. 44 (KU-A'glan)]. — f. 'ein Klicker- [Bd. 6, Sp. 198] spiel spielen, bei dem mit der Handspanne der Abstand der Spielkugeln zueinander gemessen wird' [ LU-Alsh], auch subst. das Spanne [ KL-Gimsb]; vgl. PfWB Spannchens. — 2. 'einen festen Sitz haben, unter Spannung stehen' [mancherorts]. De Anzug (Kiddel, 's Klääd) spannt 'Der Anzug (Kittel, das Kleid) ist zu eng' [ KB-Eisbg]. Du muscht dich einkreme, sunscht spannt die Haut [Kaislt]. — 3. a. 'aufmerksam hinsehen oder zuhören, lauern, auf etwas reflektieren' [verbr., Klein Prov. 159]; vgl. PfWB spännen, PfWB überspannen; Zs.: PfWB ab- 2, PfWB herüber-, PfWB hinüberspannen; Syn. s. PfWB laustern 1. Die Katz spannt 'Die Katze lauert auf Mäuse' [ ZW-Käshf, mancherorts]. Die Katz spannt uf e Maus, dass. [ FR-Bockh]. De Hund spannt 'Der Hund verharrt in Aufmerksamkeitsstellung' [ LU-Alsh]. Er spannt uf ebbes [ NW-Hardbg]. Ich spann schun lang dodruff [ LU-Opp]. Uf das hot er gespannt [ BZ-Dernb]. Uf den hawwich (habe ich) gespannt [ LU-Opp]. Er spannt als druf, bes der Acker emol erauskimmt 'Er wartet begierig darauf, daß der Acker eines Tages zum Verkauf ansteht' [ KU-Kaulb]. E Heer von Bombe wart un spannt un droht [Kraus Pädcher 26]. Die Zwäbricker hann schun gespannt / Uffs schäne, reiche Pirminsland [Kieffer Bilderb. 15]. RA.: sp. wie e Luchs 'hellwach und äußerst konzentriert achtgeben, auf der Lauer liegen' [ KU-Kaulb], wie e Hechelmacher, dass. [ NW-Haßl Spey LA-Gommh]. Das (Kind) spannt wie e Katz uf die Maus, dass. [ KB-Kriegsf]. — b. 'wahrnehmen, in Erfahrung bringen'. Die Modder, die hott schunn waß gschbannt [Kunnrädel 52]; Syn. s. PfWB auskundschaften. — c. nur Part. Perf., vom Zustand gespannter Erwartung, Neugier [verbr.]. Do bin ich awwer gespannt uf die Neiigkeede [Kaislt]. Ich bin doch emol g'spannt, wann's losgeht! [ GH-Kand]. RA.: Ich bin gespannt wie e Scherm (Räjescherm, Flitzeboo) [Kaislt, mancherorts, auch Don Gal Buch]. — d. 'beargwöhnen, feindlich gesonnen sein'. Die sinn gespannt iwwerenanner [ LU-Opp]. — RhWB Rhein. VIII 251 ff.; LothWB Lothr. 483; ElsWB Els. II 542, ALA II 153.
| 1. 'die Bindkette des beladenen Wagens mit dem Reitel 1 a spannen', auch: 'den beladenen Wagen mit Bindkette und PfWB Reitel 1 a spannen', räädle [verbr. mittl. u. südl. VPf mancherorts nördl. VPf vereinzelt südl. WPf], räädele [verbr. nördl. VPf vereinzelt mittl. u. südl. VPf NWPf], räddele [ PS-Rodalb], räärele [vereinzelt WPf RO-Bayf KB-Dreis FR-Carlsbg Gr'karlb O'sülz Tiefth NW-Freinsh LA-Mörzh BZ-Dimb], rääerle [ KU-Haschb/G RO-Winnw KL-Frankst KB-Eisbg NW-Dürkh], räärle [vereinzelt WPf FR-Bissh N'lein Saush NW-Hardbg LA-Essing BZ-Bindb GH-Hay], räälele [ LA-Leinsw Roschb], rääele [ ZW-Dietriching KL- [Bd. 5, Sp. 494] Drehthhf Trippstdt NW-Ungst GH-Zeisk], rääle [ KU-Eisb Nerzw Rutsw/G HB-Webh PS-Erfw LU-Fußgh LA-Böching Ilbh Nd'hochstdt BZ-Barbr Darst Dernb Dierb Gleisz/Gleishb Nd'ottb Pleisw/O'hf Steinf Völkw Wilgws BZ-Wind], reedele [ IB-Bebh], raadele [ FR-Bobh NW-Ellstdt], raadle [ GH-Wörth], raarele [RO-Sippf KB-Albish FR-Albsh Bockh], raarle [ KU-Adb Bechb Obw/T WD-Bub RO-Münchw], rarrele [ KB-Marnh], raalele [ LU-Altr], raaele [ KU-Kreimb RO-Gundw KL-Niedkch], raale [KU-Rathskch RO-Börrstdt Dörnb Teschmosch PS-Bundth KB-Biedh Gauh Harxh Jakobsw Lauth Marnh Niefh Rams Stauf Zell FR-Colgst Hettldh Kindh Mühlh]; Zs.: PfWB zusammenreiteln; Syn.: PfWB aufbinden 1aδ, -brechen2, -brüchen, -pritschen, -reiteln, -rummen, -rungen, -rüsten 1, -sprenkeln, -sprießen, -wiegen 2, PfWB binden 3dα, PfWB brücken 1, PfWB gurten, PfWB knebeln 2 b, PfWB rummen, PfWB rungen, PfWB spannen, PfWB sprengeln, PfWB sprenkeln, PfWB stellen, PfWB zusammenreiteln; de Waa r. [KB-Albish, verbr.]. Wammer Puhl fährt, muß mer e Faß räärele [ KU-Schmittw/O]. RA.: Ich bin grad wie geräädelt 'wie eingeschnürt', von zu engen Kleidern, nach einer üppigen Mahlzeit [BZ-Dernb, verbr.]. — 2. a. = PfWB verhauen 1, räädele [ ZW-Bottb]; Abl.: PfWB verreiteln. — b. s. die Zs. PfWB schnappreiteln. — Südhess. IV 1353/54; RhWB Rhein. VII 285; ElsWB Els. II 235.
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