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| PfWB An-schlagen (Bd. 1, Sp. 274) | PfWB Platte (Bd. 1, Sp. 982) | PfWB Milch-platte (Bd. 4, Sp. 1329) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. Klickerspiel, bei dem der Spieler einen Klicker so gegen ein Brett wirft, daß dieser, vom Brett abprallend, den auf dem Boden liegenden Klicker eines Mitspielers trifft oder ihm so nahe kommt, daß beide mit einer Handspanne erfaßt werden können, Aanschlaae [KB-Bennhs (1930)]; vgl. PfWB Anepickchens, Anpickelns, PfWB Anschmeißchens. Früher wurde das A. als Zeitvertreib auch von Erwachsenen gespielt. — 2. Versteckspiel [Kaislt]. Ein Spieler muß zuhalle (zuhalten); d. h. er stellt sich auf der Platt (Platte) mit dem Gesicht gegen eine Mauer oder einen Baum und hält die Hände vor die Augen. Er zählt, wie vorher ausgemacht, bis zu einer bestimmten Zahl und ruft: Hinne weg, vorne weg, wer näwe 'daneben' steht, der is! Isses? Die Mitspieler, die sich indessen versteckt haben, rufen mit verstellten Stimmen: 's is (das i dehnend). Der Zuhaltende sucht nun die andern. Erspäht er einen, so läuft er schnell auf die Platte, schlägt dreimal an und ruft: Äns, zwää, drei fer ... — er nennt den Namen des erspähten Kindes. Der Erspähte ist nun aangeschlaa und muß beim nächsten Spiel zuhalten. Wem es gelingt, die Platte zu erreichen, ehe er erspäht wurde, der schlägt mit der Hand auf die Platte und ruft: Frei!
| 1. a. 'höher gelegene ebene Fläche im Gelände', Platt, s. F. [ KL-Wörsb NW-Geinsh]. a. 1277: unum iurnale super plattam 'ein Tagewerk über der Platte' [OttbgUrkb. 152 (KB-Rüssing)]. a. 1547: vonn dem Stein zu dem Andern biß vff die blatt [ZweibrOABannb. 30]. FlN in KU-Kaulb und NW-Weish/S.: uf de Platt. — b. 'kahle Stelle im Wald' [ PS-Schmalbg], vgl. PfWB Blöße 1; 'die zur Aufnahme von Waldsamen oder Pflanzen hergerichtete freie Waldfläche', Forstausdruck [ BZ-Lindbn]. — c. 'Malzeichen, nach dem mit dem Klicker geworfen wird', Blatt [ KU-Diedk]. Syn. s. PfWB Kaute. — d. 'Stelle beim Versteckspiel, an der der Suchende die entdeckten Mitspieler »anschlägt«', vgl. PfWB Anschlagen 2 [Kaislt]. — e. die viereckige Stelle, auf der beim Klickerspiel Plattcherns die Einsatz- und Strafklicker niedergelegt werden [Kaislt]. — f. 'flache Pflanzgrube', Platt [ PS-Salzwg]. — g. 'Eisdecke' in der Zs. PfWB Eisplatte. — 2. a. 'Platte zum Auslegen von Wänden und Fußböden, Fliese'; Platte (Plättle, Plättcher) leche [südl. VPf, allg.]. Zs. PfWB Steinplatte. WR.: Nasse Fußbodenplatten im Hausflur künden Regen für den nächsten Tag an [ KL-Wörsb]. — b. 'der für den Fußgänger bestimmte (gepflasterte) Seitenteil der Dorfstraße', Platte (Pl.) [ LA-Nd'hochstdt Gommh]; vgl. PfWB Perme. Zs. Gehplatte. FlN Platt, Name eines Ortsteils in KL-Stelzbg, so genannt nach einem gepflasterten Weg. — c. 'Herdplatte'; die Krischtcher 'Kartoffelscheiben' uf der Platt backe [ Gal-Dornf]. a. 1528: vor yßen Schienen, Steyn, blatten vnd mortell zum ofen [GgHospR]. Zs. PfWB Herd-, PfWB Ofenplatte. — d. 'plattenartiger Teil eines Gegenstandes' in der Zs. PfWB Tischplatte. — e. 'Grammophonplatte'. Lee e Platt uf [Kaislt, allg.]. — f. 'Stoßplatte an der Spitze des Alltagsschuhs' in der Zs. PfWB Schuhplatte; vgl. PfWB Eisen. — 3. a. 'Teller, flache Schüssel'. Ehr Kenn (Ihr Kinder), essen die Platt leer, daß's gut Weder git [ LA-Herxh]. RA.: Er hat die Platt gebutzt 'sich aus dem Staube gemacht' [KU-Trahw, verbr.], urspr.: 'hat (im Wirtshaus) gegessen und nicht bezahlt', vom Zechpreller. Volksgl.: Fer Abnemmes macht mer'm Kind Supp, fiedert (füttert) [Bd. 1, Sp. 983] sie'm aus'me neie Blettche, awwer mer muß der Katz aa Deel gewwe; des dut mer dreimol [Fogel Beliefs Penns Nr. 1472]. Bei Hausschlachtungen wird das Blut in einer flachen Platt aufgefangen [ PS-Erfw]. Zs. PfWB Blutplatte. a. 1558: ein dutzet zinnen deller, 3 großer geschlagener zinnen Blatten [WerschwReg., S. 449]. a. 1571: Item 1 vergilter Kelch mit sein Platten [WerschwSchR]. a. 1775: 2 erdene Blatten und 1 erdene schüssel [Kurpf., Güterversteigerungen]. Zs. PfWB Milch-, PfWB Senf-, PfWB Zinnplatte. — b. 'Untertasse', Plättche, -sche (blędχə, -ə) [NPf WPf (außer SWPf) Westteil der nördl. VPf], Plattche (bladχə) [ RO-Rehbn], Plättel (bledəl) [verbr. mittl. u. südl. VPf PS-Ost]. In der VPf ist das Kompos. PfWB Kaffeeplättel häufiger. Syn.: PfWB Teller, PfWB Kachel, PfWB Kaffeeplättchen, -teller, -schale, -schüssel, PfWB Schale, PfWB Unterplättchen, -tasse, -teller. — 4. a. 'Glatze', Platt [allg.]. Zs. PfWB Plattkopf. RA.: Uf dem seiner Platt kammer (kann man) exerzeere [ KU-Schmittw/O]. Auch 'Tonsur der Mönche' [ KU-Rothsbg]. — b. 'Schädeldecke' [verbr.]; uf die Platt schlaa, die P. treffe [ KU-A'glan ZW-Bottb RO-Semb KL-Siegb PS-Burgalb]. RA.: Er is hell uf de P. (seltener: unner de P.) 'pfiffig, klug' [verbr.]; so hell uf de P. wie e Tutt voll Ruß, wie e Sack voll Klammere [ RO-Winnw]. — 5. 'kleine Pustel', Plättche [ Don-Schowe Torscha]. — 6. Vogelname in der Zs. PfWB Schwarzplättchen. — F.: blad, blḁd wie bei platt. Dim.: blędχə, bladχə, blędl, blęl. — Südhess. I 913/14; RhWB Rhein. VI 952 ff.; Saarbr. 156; LothWB Lothr. 49; ElsWB Els. II 170; Bad. I 251/52.
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