an-halten st.: 1. einen oder etwas a. a. 'zum Stehen veranlassen, zum Stehen bringen', von Menschen, Tieren, Geräten gesagt, aanhalle [WPf NPf nördl. VPf]; vgl. PfWB anheben. 's Wasser aanhalle 'stauen' [ FR-Assh]. RA.: Halt emol de Gaul aan! 'Übertreibe nicht!' [VPf, allg.]. Hall mol die Luft aan!, dass. [WPf, verbr.]. — b. 'anbehalten', von Kleidungsstücken [verbr.]; vgl. PfWB anlassen. — 2. etwas an jemand (oder etwas) a. 'anlegen'. Hall (Halt) der's mol aan, ob's baßt [verbr.]. — 3. sich a. (anderswo: sich dranhalten), bei der Arbeit, beim Essen, 'tüchtig anpacken, zulangen'. Hall 'n eich bißche (bissi) aan! Grußformel beim Vorübergehen an Arbeitenden [verbr. WPf, KB-Kriegsf Bubh NW-Niedkch Frankeck]. Er halt sich aan wie eener, wo drei Dach nix kriet hot [KU-Bedb, verbr.]. Als gekloppt un aangehall!, Aufforderung zum Essen [ RO-O'mosch]. — 4. sich an etwas a. 'festhalten' [verbr.]; vgl. PfWB anheben I 5. — 5. absolut. a. sachlich 'andauern'. 's gure Werrer halt noch e paar Daach aan [ LA-Edh, allg.]. WR.: Frieh am Morge Rege halt net lang aan [ LU-Alsh]. Auch Morjeräche und Altweiwerdänz, die halten nit lang aan [FR-Mörsch, Gal Buch, ähnl. Penns]. 's Esse halt net aan 'sättigt nicht anhaltend' [WPf NPf nördl. VPf]; vgl. PfWB anheben I 4. — b. persönlich. α. gegenst.; braat (schmal) aanhalle, 'beim Pflügen breite (schmale) Furchen pflügen' [KU-Kaulb, verbr.]. — β. übertr. 'inständig bitten' [allg.]. Syn. s. PfWB bitten. RA.: Der kann aanhalle wie e Krippel am Weg [allg.], ... wie e kananäisch Weib [ LU-Neuhf SP-Heiligst LA-Gommh], ... wie e Berrelgääs 'Bettelgeiß' [ PS-H'einöd], ... wie e halbverrecktes Scheierdor [ PS-Münchw]. SprW.: Wer aanhalt, gewinnt [Fogel Prov. Penns 29]. a. 1570: auff der andern geräider instandiges anhalten [PfWeist. I 100 (Bergz)]. RA.: Er halt um gut Werrer aan 'bittet um Nachsicht, um Verzeihung' [ KU-Obw/Tiefb, allg.]. — 6. um jemand a., bes. 'um ein Mädchen freien'. Er hot ums Kattche aangehall [allg. ält. Gener.]. — 7. zu etwas a. 'ermahnen, antreiben'; zu de Aarwet (Äärwet) a. [allg.]. — RhWB Rhein. III 156 ff.; ElsWB Els. I 329; Bad. I 52. | | an -halten: 1. in sinnl. Bed. a. etwas an etwas (einen) a., hinhalten; halt es (einmal) dat Fürspönchen an dat Strüh an Rip, doch meist das Simpl.; aber sech an jet (enen) a. festhalten Allg. RA.: He hält sech an der Karen an lässt nicht los, will bezahlt sein Remschd; sech an der Fleiten (Flechte) a. Sol. Halt dech an de Wegge (Weiden) an! ruft man dem Stürzenden (eigentl. dem Ertrinkenden) zu Rip. He steiht do en hölt sech a gen Loət (Luft) an ist ganz kopflos Eup. — Ohne Bez.; du moss got a. (dich an das Seil udgl.), soss fällste Rip, Allg., — Absol. a. (den Pflug an die zu durchfurchende Stelle) rechte Furchen pflügen; schmal a. on net ströppe Rip; mer muss brät (breit) anh. Wittl; drä (untief) a. May-Luxem; die bescht Zackerei ist, wenn mer schmal anhält Kreuzn, Birkf, Simm; hal nit so brät an, sust git's e Ritsch Simm-Schlierschd; auch dief Fir (Furchen) a. Zell-Raversbeuren. Auch beim Mähen; der Mähder hält brät an nimmt eine breite Bahn Mosfrk. RA.: De hält br. on er prahlt Trier, Birkf. — Rufe beim Klickersp.; ahaldens! Aach-Eschw; anhaldəmər! Köln-KlKönigsd; anhauens mich! Aach; wenn der Klicker des Gegners fest an der Mauer liegt u. der Spieler ihn nicht von seiner Stelle aus treffen kann, erhält er mit diesem Rufe das Recht, eine günstigere Wurfstelle zu suchen, ‘dranzuhalten’, falls der andere nicht vorher [Bd. 3, Sp. 157]
schnell ehauens mich! gerufen hat. — b. ein Kleidungsstück a., anbehalten Rip. — c. etwas (einen), das (der) sich bewegt, zum Stehen bringen; den Wage, de Uhr udgl. a. Rip, Allg. RA.: Ver hant os der Buk (Bauch) angehalde för Lache SNfrk, Allg. — Zurückhalten; den Odem a. (auch op-, enh.) Allg.; hal de Loft on! zu einem, der übertreibt Trier, Allg.; de Koh häll de Melch an Rip; halt de Häng (Hände) ens an! SNfrk; hall es die Woərt an! schweige still Sieg-ODollend; wat muss ich a.? fragt die Verkäuferin die Käuferin, die ein grösseres Geldstück für mehrere Waren hingereicht hat Aach; Her as H., Jung, hal die Schwein un! Trier-Mehring; halt in an, he lit do! Zuruf an einen Bezechten Köln-Stdt. — Absol., mit zu ergänzendem Obj.; he moss ech a. (den Fuss) pausieren; he lef (lief), ohne anzehale (den Fuss, Lauf); de Fuhrmann hält gewöhnlech he an (den Wagen). — 2. übertr. a. trans. α. e Löppke a. Anlauf nehmen Kemp-SHubert. — β. et Für (de Lamp udgl.) a. brennen lassen; ech han et Für angehale, für üch noch jet ze koche Rip, Allg. RA.: Ene de Keərz a. jmd. aufhalten Aach-Merkst. — Übertr. ek kann gen Pöggske (Schweinchen) mehr a. aufziehen, unterhalten Rees. — γ. einen zu etwas a., drängen, bestimmen; den fule Streck (Faulenzer) moss mer luter (immer) zor Arbet a. Rip, Allg. — δ. einen um etwas a., bitten; ech well mengen Vatter dröm (öm de Sach) a. Rip, Allg.; mehr, bei einem um etwas a.; hean hat bei him um gut Weader onh. mussen Bitb, Allg.; de kann (bei enem) a. bi en Hond öm en Stöck Brut Sieg-Ägid, Allg. — Auch absol., bes. in Vergleichen; de kann a. wie en Kröppel (Beddeler) am Weg Rip, Allg., — en Köster am W. Sol, — en Kröppel an der Kapell Geld, — 's kanänisch (kanäisch) Weibche (Wif) Saarbr, Schleid-Dottel; su bettwis (betweise) a. Rip; dröcklech (lef, schün) a. Rip, Allg.; de orm Kerl hot gekresch on ongehall vor Gott on no G. Rhfrk; om Goddeswelle a. Rip; om Dud on Deiwel oh. Trier; Himmels ter (zur) Erden anhollen Lennep-Radevormwald. — b. intrans. durchhalten, dauern α. mit persönl. Subj.; beim Saufe hot de Hannes mit angehal bis deletzt Hunsr; e gut Förspannsperd, wat gut op die Kettings treckt (zieht) on stif anhalt, mihr wert es äs et beste Kareperd Geld. RA.: Wen anhält, wennt Rees; a. batt (nützt) Mörs-Xanten. — β. mit sachl. Subj.; et renig (regnerische) Wedder hält noch lang an; dat hält noch an bes en alle Iwegket Rip, Allg.; wenn dat Zeig mol brennt, dann hält et och un Merz, Allg. RA.: Wenn de Kält en de irschte Adventsweich küt, hält se zehn Weiche (Wochen) an Bo-Dransd. Decke Tröppse (Tropfen) on al Weiwersch Dänz h. net lang an May. We gut hirot, dat hölt dat ganze Lewen an Rees-Drevenack. — γ. unpersönl.; et hält at (schon) en Johr an, dat ech nüs van em hüre Rip, [Bd. 3, Sp. 158]
Allg. — δ. Part. Präs.; et hot in der letzt Zeit anhalend gerent (geregnet) Hunsr, Allg. RA.: Den anholdende Märt (März) es Geld wert Rees. |