| Netz-Navigator | ||||||||||||||||||||||||||||
| PfWB angeln (Bd. 1, Sp. 239) | PfWB greinen (Bd. 3, Sp. 427) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'stechen', von Bienen und anderen Insekten, angele [allg.]. — 2. 'mit der Angel fischen' [allg.]. a. 1480: Item hait ein jiglicher armer recht jn dem alt rin zu angeln [Hagb Weist. 3]. Nach dem in den Brunnen gefallenen Eimer wird mit dem Wolf oder Brunnenwolf, einem angelähnlichen Gerät, geangelt [verbr. vorn. ältere Gener.]. — 3. 'durch allerlei Künste für sich gewinnen'. Die hat sich denne (den Mann) geangelt [Kaislt, allg.]. — 4. 'stehlen, entwenden' [verbr. bes. VPf]. Syn. s. PfWB stehlen. — 5. 'quälen' [verbr. bes. NPf]; vgl. PfWB Angel 3; dafür auch: PfWB türangeln. Von einem, der durch das Gericht schwer bestraft worden ist, heißt es auch: Der is geangelt worr [ KU-Adb]. — 6. 'kläglich weinen' (oder zu PfWB angeln2 gehörend?) [ RO-Kalkof]. — F.: aŋlə, ḁŋlə, vgl. PfWB Angel1. — RhWB Rhein. I 190/91; Saarbr. 8; LothWB Lothr. 9; ElsWB Els. I 53; Bad. I 50; Nass. 44.
| 1. a. 'weinen', greine (grainə) [SOPf mancherorts übrige Pfalz verbr. Don Gal Buch], (grḁinə, grǫinə) [mittl. u. nördl. VPf östl NPf vereinzelt übrige VPf, vgl. Bertram § 91], grine (-ī-) [lothr. SWPf PfId. 58], zur Verbr. s. [Bd. 3, Sp. 428] K. 167. Zs.: PfWB aus-, PfWB vergreinen. Syn.: PfWB angeln1 6, PfWB bäksen, PfWB bläksen 2, PfWB brüllen 2, PfWB piensen, PfWB plärren 2 a, PfWB flennen, PfWB grinsen 2, PfWB heulen, PfWB kreischen, PfWB maunzen, PfWB schnipsen, PfWB surbeln, PfWB surren, PfWB weinen, PfWB wimmern. Das Kind geht g. [PfId. 50], dut bitterlich g. [ NW-Kallstdt], hot so arich gegreint [verbr. Gal], greint sich die Aage rot [ NW-Frankeck], greint sich die Aage vor de Kopp [ ZW-Battw]. Er greint Aaewasser 'Tränen' [ KB-Weihf]. Sie greint un kriegt kän Aagewasser [ LU-Alsh]. Sie greinen Rotz un Wasser [ Gal-Dornf]. Groin doch net de ganze Dag! [ LU-Opp]. Ich bin so glicklich, ich kennt grad g. [Münch Höll. u. Himmf. 62]. RA.: Die lachen, wie die Speyerer greinen [ LU-Neuhf [Bd. 3, Sp. 429] Oggh NW-Erph Kaislt]. Die hot 's Lache un 's Greine in eem Sack [ LU-Muttstdt], in eem Säkkelche [Kaislt verbr. Don Gal Buch]. Do kennt mer g. un weit fortlaafe [ KB-Bischh]. Kumm, grein net, ich binn der aach e Schlopp in de Zopp, scherzh. Trost für ein weinendes Kind [ Gal-Dornf]. SprW.: Wammer de Kinner de Wille dut, greinen se net [verbr. NPf LU-Muttstdt Don-Alexanderhs verbr. Gal Buch Rußl-Worms]. Als gegreint! Was de greinscht, brauchscht net se brunze [ SP-Schiffstdt]. Wann die Engel reisen, greint de Himmel [ FR-Bockh]. BR.: Die Sunn, die morjens so frih lacht, sieht mer am Middag g. [ GH-Vollmw]. Das Rätsel von der Zwiebel s. PfWB ausziehen 1 a. VR.: Die Sunn scheint, de Paff greint, de Miller leit em Lare (Laden); wann mein Mudder Budder steeßt, krie ich aa e Flare (Fladen) [ KB-Bennhs]; Var. s. PfWB Sonne. — b. 'klagen' [PfId. 56 PfL 27.11.1922]. Syn.: PfWB anstellen 6, PfWB papern 2, PfWB brummeln 1 b, PfWB grammeln1 2, PfWB greinern, PfWB jammern, PfWB jängern, PfWB kräcksen, PfWB lamentieren, PfWB nängern, PfWB nörgeln, PfWB stöhnen. — c. 'heulen', vom Hund [ LU-Alsh NW-Geinsh]. Volksgl.: Wann der Hund greint, sterbt ball jemand [ NW-Geinsh]. — 2. a. Die Rewe greine, von der Saftabsonderung beim Rebenschnitt [ KB-Zell]. — b. Die Grumbeere greine, wenn sie wässerig sind [KL-Landstl]. — Südhess. II 1456 ff.; RhWB Rhein. II 1383/84; LothWB Lothr. 216 grinen; ElsWB Els. I 275; Bad. II 468.
| |||||||||||||||||||||||||||
|
| |||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ||||||||||||||||||||||||||||