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 PfWB Amen (Bd. 1, Sp. 199)   PfWB Leder (Bd. 4, Sp. 861) 
   Amen n.:
1. 'letztes Wort des Gebetes und der Predigt', Ame(n) [allg.], oft scherzweise am Enn 'am Ende' gesprochen. RA.: Das Amen isch dem 's Liebscht an der ganze Kerch [ ZW-Battw]. Das is so sicher wie 's Ame(n) in de Kerch (oder: im Gebet), Bekräftigung der Voraussage eines kommenden Ereignisses [allg.]. KR.: Ame, die Gääs geht im Same, im Same geht die Gääs, die Supp, die isch hääß, hääß isch die Suppe, die Kuh hot de Schnuppe, de Schnuppe hot die Kuh, vun Lärrer macht mer Schuh, die Schuh sin vun Lärrer, die Gans hot e Färrer, e Färrer hot die Gans und de Fuchs e langer Schwanz, en Schwanz hot der Fuchs, dem spring no, awwer flugs [ BZ-Hofstätt, ähnlich HB-Kirrbg]. —
2. übertr.
a. 'das Letzte überhaupt'. 's is aus un Ame 'Die Sache ist erledigt' [ ZW-Battw NW-Frankeck LU-Oggh Opp LA-Gommh]. Der Herr Parre hot's Ome (Ame) 'das Ende der Predigt' net gefunn [WPf NPf]. —
b. 'Einverständnis'. Der dut zu allem jo un Ame sa(che) [ KU-Schmittw/O WD-Niedkch LU-Friesh BZ-Dierb]. —
c. 'kürzeste Zeit'. Er hot nit

[Bd. 1, Sp. 200]
so lang Ruh als mer Ame sa(g)t [ NW-Frankeck Haßl Spey LA-Nd'hochstdt]; vgl. PfWB amenslang. — F.: mə, amə herrschende Formen; selten: mən, āmən; nur in Einzelfällen ōmə [ KU-Schmittw/O Don-Schowe]. In Penns und Gal fast durchweg āmən, mən; doch vgl. ōmeslaŋ für amenslang; bez. und ā s. PfWB an Adv. — RhWB Rhein. I 163/64; Saarbr. 6; ElsWB Els. I 36; Bad. I 40.

 

   Leder n.:
1.
a. wie schd., Ledder (lędər, -Ä) [mancherorts östl. VPf Zweibr Pirmas (Otterstetter 50) PS-W'fischb LU-Muttstdt Karch Jockgr/Nd'horb 134 Bergz (Kamm 39) Lambert Penns 98 Don-Schowe Torscha Krämer Gal 140 Buch-Onufry], (lęðÄr) [Christmann Kaulb 12, 51 KU-Rothsbg], (lęðər) [ Gal-Brig Dornf Josbg], Ladder (lądər) [ GH-Neubg], Lerrer (lęrər, -Ä) [verbr. WPf NPf LU-Neuhf Dannstdt NW-Kallstdt Meckh Land Mang 93 Müller Dietschw 47 Gal-Neu-Kalusz], (lärər)

[Bd. 4, Sp. 862]
[ RO-Rehborn], (lęrə) [mancherorts WPf NPf FR-Bockh NW-Iggb KL-Lind (Höh 52, 76, 86, Alte über 70 noch -e-)], (lärə) [KL-Queidb (Höh 26)], (ląrə) [PS-Busbg (Heeger Nachl.)], Lerer (lrər) [ PS-Erfw], (lrə) [ RO-Falkst], Läller [IB-Ensh (Glass 56) KU-Erdb LU-Altr]; Zs.: PfWB Bocks-, PfWB Geißen-, PfWB Hirsch-, PfWB Hunds-, PfWB Kalbs-, PfWB Reh-, PfWB Rinds-, PfWB Sau-, PfWB Schaf(s)-, PfWB Schweinsleder; PfWB Gamaschen-, Handschuh-, PfWB Jucht(en)-, PfWB Ober-, PfWB Schuh-, Sohl(en)leder; e Schnippel L. [ PS-Erfw]. 's Schneewasser dringt dorch's L. in de Schuh [ ZW-Gr'bundb]. Hol 's L. erunner, daß de Schuhmacher die Schuh zuschneire kann! (Früher hatten die Bauern je eine Rolle Sohl-, Rinds- und Kalbsleder im Hause. Der Schuhmacher schnitt sich hier das Leder für das bestellte Schuhwerk zurecht und nahm es für die Fertigung mit nach Hause) [ KU-Schmittw/O]. 's Flääsch is zäh wie L. [LU-Neuhf, verbr., auch Don Gal Buch]. Der isch zäh wie L., noch kä Penning pumpt er ääm, von einem Geizhals [ GH-Vollmw]. RA.: Freßt de Hund ball L.? 'Wird die Wahrheit jetzt bekannt?' [Weber 131]. Wemmer an de Hund will, horrer Lerrer g'fresse 'Wenn einer Streit sucht, findet er auch einen Vorwand' [S. Brandstätter in: PfMus. 1925 175, Gal-Dornf]. Wortspiel: Wann's Hait rechent, werd 's Ledder billich; wann's Morche rechent, isch 's Land nix mäh wert; wann's aber Malz rechent, gibt's genug Bier (Wortspiel mit gleichklingendem Hait Häute / heit heute, Morgen 'Ackermaß' / morgen, aber Malz / abermals) [Bergz (Kamm 39)]. SprW.: Aus annerleits L. is gut Rieme schneide 'Zu Lasten anderer läßt sich gut leben', 'Es ist angenehm, sich mit Verdiensten anderer Lob zu erwerben' [Krieger 13, verbr., auch Don Gal Buch]; vgl. PfWB Haut 1 b. Var.: Der hat gut Rieme reiße vun anner Leit L., dass. [Hebel 21]. Aus'm schlechte L. is bees Schuh mache [Pirmas u. Umg. (Krieger 38)]. L. un Rädder muß mer deck schmeere 'Wenn etwas erreicht werden soll, muß man oft (mit Gefälligkeiten) nachhelfen' [ BZ-Dierb]. VR. s. PfWB Amen 1, PfWB blau 4 i, PfWB Euter.
b. aus L. hergestellte Gebrauchsgegenstände oder Geräteteile.
α. Teil des Hosenträgers, Lerrer [ WD-Niedkch RO-Schweisw]. —
β. vgl. die Zs. PfWB Brust-, PfWB Fenster-, PfWB Hinter-, PfWB Hosen-, PfWB Joch-, PfWB Scheu-, PfWB Sichel-, PfWB Sitz-, PfWB Wischleder. —
c. (zu L. in der früheren Bed. 'Haut'); vgl. PfWB Sitzleder; eem 's L. abziehe (anstreiche) 'einen verhauen' [ RO-Falkst], 's L. gerwe, dass. [ KU-Erdb Heinzhs Obw/Tiefb NW-Kallstdt]. Dem versohle mer 's L. [Krieger 61]. —
d. 'älterer, lederähnlicher Tuchstoff; englisch Leder (Ledder, Lerrer) [ RO-Schiersf LU-Muttstdt GH-Kand]. —
2. verhüllend in Flüchen s. die Zs. PfWB Donner-, PfWB Donnererden-, PfWB Herrgottdonnerleder.

[Bd. 4, Sp. 863]
Südhess. IV 229/30; RhWB Rhein. V 279 ff.; LothWB Lothr. 332; ElsWB Els. I 558.