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 PfWB Altweiber-tanz (Bd. 1, Sp. 191)   PfWB Tanz (Bd. 2, Sp. 78)   PfWB Spiegel-tanz (Bd. 6, Sp. 271) 
  Altweiber-tanz m.: 'das Tanzen alter Frauen'. WR.: Frieher Morjetreen un Aldeweiwerdänz dauern net lang (auch: Friereeche un ... oder: Morjereeche un ...) [verbr., bes. Don Gal Buch]. RhWB Rhein. I 151; Schwäb. I 163.

 

   Tanz m.:
1.
a. wie schd., Danz, Pl. Dänz [allg.], Dim. Dänzche [WPf (außer Ost-PS) NPf nördl. VPf], Dänzel [mittl. u. südl. VPf Ost-PS]; de Danz aanfehre (-fihre) [verbr.]; e Mädel zum Danz fihre [LA-Impfl, verbr.]. Er loßt kee D. aus (bei Tanzveranstaltungen) [ Gal-Dornf]. Ken Danz hot se annerscht vergewwe als an sellen [VPf]. RA.: Er hot sein mehrschde Dänz gemach 'ist alt und gebrechlich' [KU-A'glan, verbr.]. SprW.: E Dänzche in Ehre kann niemand verwehre [KL-Kindsb, verbr.]. VR.: Leck mich am Arsch is aach e Danz, awer kän franzesischer; unser Kuh hot aach e Schwanz, awer kän vun de greschde [Schandein Sprachsch. 2]. Aus esch 's Liedl, aus esch de Danz; Siwile (Sybille), geh hääm un fieder dein Gans [ LA-Nußd]. Die drei ersten Tänze der Kirbe werden am Kirbesamstag versteigert [ HB-Beed], sie sind den Straußbuben vorbehalten [ KL-Enkb]. a. 1630: Auch sollen die Dänz bei den Hochzeiten im Winter bis umb 4 und Sommerszeiten umb 6 Uhre und länger nit währen [Kuseler Chronik 100]. Zs. PfWB Altweiber-, PfWB Bauern-, PfWB Braut-, PfWB Ernte-, PfWB Extra-, Hammel-, PfWB Hasen-, PfWB Hexen-, PfWB Hörner-, Katzen-, PfWB Kirbe-, PfWB Kissen-, PfWB Konter-, PfWB Lock-, PfWB Schnecken-, Schuster-, PfWB Spiegel-, PfWB Vortanz. Tanzarten: Polka, Buchelklopfer, Dreher, Dritthalb, Francaise, Galopp, Kehraus, Lancier, Quadrille, Rheinländer, Rütscher, Schieber, Schmiedchen, Schottisch, Siebenschritt, Walzer, Winneweh.
b. 'Tanzveranstaltung', im VR.: Mädche, gehschde net zum Danz?Mutter, ich han kän Schuh.Zieh die alde Schläppelcher aan, danz die Lecher zu [Wilde 212]. —
c. s. PfWB Veitstanz. —
2. übertr.
a. 'Streit, Zank' in den RA.: Do eß de Danz werre von vorne angang [WD-Niedkch, verbr.]. Oun do war de Danz aus [ebd.]. —
b. 'Spaß, Vergnügen, Freude' in den RA.: Selle Dänz sin vorbei (sin gedanzt, hän ufgeheert, hän jetzt e Enn) [NW-Frankeck, verbr.]. VR.: Die Metz un die Maad hun 'm Kaiser de Danz versaat 'Metz und Magdeburg haben dem Kaiser den Gehorsam versagt' [ KU-Schmittw/O]. —
c. 'Dummheiten, Flegeleien' in den RA.: Heer mer uf mit denne Dänz! [ LU-Friesh]. Was macht dann der widder for Däns? [ LU-Opp]. Die Dänz gehn bei uns nit! [ GH-Kand]; vgl. PfWB Tanzmärsche. —
d. 'Mühe, Arbeit' im SprW.: Korze Dänz un lange Brotwärscht 'Wenig gearbeitet, aber viel gegessen' [ KU-Schmittw/O]. —
e. in der Wend. Dänz mache 'prahlen' [ LU-Opp], 'viel reden' [NW-Hardbg u. Umg.]. — F.: WPf NPf u. nördl. VPf

[Bd. 2, Sp. 79]
haben vorn. dḁnds; in der SWPf klingt -ḁ- sehr dunkel, so daß von den Gewährpersonen vielerorts -o- (-ǫ-) geschrieben wird. Normales -a- wird vielerorts im West- und Südteil von KU sowie im Westteil der NPf gesprochen. In der mittl. VPf herrschen nach Bertram 18 vor Nasalen verdumpfte Formen des -a-: dḁnds im Elmsteiner Tal oberhalb NW-Appth, an der Mittelhaardt in NW-Niedkch Deidh Ruppbg Königsb Gimmdg, im Süden in SP-Mechth LA-Edh Maik Mart; dǫnds im übrigen Gebiet, also im größten Teil der mittl. VPf. Die südl. VPf hat nach Heeger Südostpf. 32 von Süden her bis zur Linie LA-Rhodt — LA-O'hochstdt — GH-Nd'lustdt — GH-Hördt Verdumpfung, die im Süden -ǫ- erreicht und nach Norden zu heller wird. Mitteloffenes u. offenes -a- gilt im Übergangsbereich von der südl. zur mittl. VPf und vielfach in Städten und Stadtnähe. Die Verdumpfung des -a- vor dem Nasal -n- ist nach Bertram 18 als eine junge Bewegung aufzufassen. Mit dieser Feststellung läßt sich das bei den Pfälzern in Gal (und wohl auch Don u. Buch) herrschende mittlere und helle -a- in Einklang bringen. Auch die Nasalierung des (kurzen) Vokals vor -n, die in der Pfalz in schwächerem oder stärkerem Maße weithin zu beobachten ist, dürfte verhältnismäßig jung sein; es ist jedenfalls auffallend, daß sie bei den Auslandspfälzern kaum zu beobachten ist. Das auslautende -z empfinden die Sprecher nicht selten als -s (Schreibung Dans), meist aber als -ds. Südhess. I 1356/57; RhWB Rhein. VIII 1054/55; Saarbr. 43; LothWB Lothr. 79; ElsWB Els. II 695; Bad. I 418.

 

 -tanz m.: 'ein Tanz zur Kirchweih, bei dem abwechselnd Burschen und Mädchen ihre Tanzpartner, die hinter ihnen vorbeiziehen und die sie nur im Spiegel sehen, durch Nicken oder Kopfschütteln auswählen oder ablehnen (um 1930)', -danz [ LU-Ruchh LA-Gommh]. RhWB Rhein. VIII 328. —