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 PfWB alle-gebot (Bd. 1, Sp. 164)   PfWB Ge-bot (Bd. 3, Sp. 92) 
  alle-gebot Adv.:
1. 'alle Augenblick, immer wieder, sehr oft'. Oft mit dem Nebenton des Lästigen gebraucht: Der Einnehmer kummt (kommt) allegebott [allg.]. Un' allgebott so grammelt er: »Och wanns nor blō-e Mondach wär!« [Schandein Ged. 69]. Gesteigert in: allegebott un gleich wirrer (widdar) [verbr., auch Gal, Penns (Lambert Danner)]. Journ. 3. Jg. (1786), 7.-12. Stück. S. 235: Alle gebott.
2. Ruf beim Zutrinken in Alle Gebott santee 'Zur Gesundheit', Umbildung aus frz. à votre santé [Zweibr NPf Pirmas NW-Kallstdt Neustdt], allebott santee [Kühn Schnitze PfId]; scherzhaft (Wilms Alph. 2) allebott Zahnweh [Zweibr SOPf]. — Syn.: allefinger(s)lang, PfWB -furzlang, PfWB -ritt, PfWB -wupp, PfWB allgemach, PfWB alsfort. — F.: ̩aləgəˈbǫt [allg.], ̩aləˈbǫt, alˈbǫt. Aus 'alle Gebott', d. h. alle Aufgebote, so oft das Aufgebot erging; vgl. Schwäb. I 135. — RhWB Rhein. I 115; Saarbr. 5; LothWB Lothr. 6; ElsWB Els. II 117; Bad. I 31 allbot u. allegebot; Nass. 41.

 

   Ge-bot n.:
1.
a. 'Gebot, Gesetz', besonders von den Zehn Geboten, Gebot (gəbōd) [verbr., bes. bei Jüngeren und in Städten], Gebott (gəbǫd) [verbr., bes. bei Älteren und auf dem Lande], Pl. entspr. dem Sing. Gebode, Gebodde [allg.], Gebodder [RO-Winnw, Lambert Penns 60 verbr. Gal]. De Parre hat uns heit 's vierte G. ufgebb [Kaislt, verbr.]. Mer missen die Zehn Gebodder lerne [RO-Winnw, verbr.]. RA.: Die kenne kään Gott un kään G., von rücksichtslosen und gewissenlosen Menschen [KL-Landstl]. SprW.: Gottes G. geht iwwer Herregebott [ PS-Erfw]. 's elft G. hääßt: Loß dich net verwische, sunscht kummscht dezwische! [ LU-Friesh]. Er hot in der Schul g'fehlt, wie se 's siwwet G. gelernt hun, von einem Dieb [ Gal-Dornf]. (Mer) dun sei zeh Gebote halle un sin die brävschte Leit vun alle [Münch Weltgesch. 157]. —
b.
α. 'Befehl, Auftrag des Gebietsherrn'. a. 1331: die heten wider vnsern willen, gebot vnd hude gedan [OttbgUrkb. 383]. a. 1485: dem oberstenn gerichtsherren des gerichts Munchweiller gehorsam sein, gebodt vnnd verbodt leidenn vnnd leistenn [PfWeist. II 653 (KU-Glanmünchw)]. a. 1537: Item alle gewaltbrüch vnnd consperacion, die wider vnser genedige herschaft oder die irrenn furgenommen werden mochten, als verachtung irrer gebotter ... [Pf-Weist. II 610 (RO-Gaugrw)]. —
β. 'Ladung

[Bd. 3, Sp. 93]
zur Gemeindeversammlung'. a. 1717: So ein gemeinen gebott geschicht und die gemeinde über das halbe bey einander ist, welcher dann ... nicht erscheinet, der soll der gemeinde verfallen sein 2 bazen [PfWeist. I 1 (KU-Adb)]. —
2. 'Gebot bei Versteigerungen'; e Gebott dun [KU-Kaulb, verbr.]. Zs. PfWB Doppelgebot. Worte des Versteigerers: De Staat all, meine Herrn! Sie hän 's G. [PfRSch. 4.2.1934]. RA.: Der tut keen Gebot, wenn die Ärwet verstägt werd, von einem Faulen [Hebel 21]. —
3. 'im Kinderspiel der abgegrenzte Platz, den man beim Beerenpflükken für sich in Anspruch nimmt'. Das es mein G. [ KU-Kaulb Kaislt]. Syn. s. PfWB Bott 1. —
4. s. PfWB allegebot. — Südhess. II 1145; RhWB Rhein. I 884; Saarbr. 74/75; LothWB Lothr. 186; ElsWB Els. II 117; Bad. II 314.