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 PfWB all (Bd. 1, Sp. 162)   PfWB alle-gar (Bd. 1, Sp. 164) 
   all:
I. Pron. u. Num.
1. Sing.
a. 'ganz, vollständig'.
α. dekliniert.
αα. mit aller Gewalt u. ä. [allg.]. - -
ββ. Neutrum alles: das alles, mei alles [allg.]. —
β. undekliniert.
αα. als nachgestelltes Attrib. der Staat all, von etwas Schönem [verbr.]. - -
ββ. vor Art. u. Pron.: all das viele Geld, all sei Hab un Gut [allg.]. Mhd. allez; a. 1291: vnd verzihen ... offe allez daz recht [OttbgUrk. 193]. —
b. 'jeder'.
α. attrib.: alle. 's is net alle Da(g) Kerb [WPf, allg.]. —
β. sonst: alles. Wann die Ajer mol ufschlaan, dann kreischt glei alles [Kaislt, allg.]. 's is mer alles egal [allg.]. Er hot ne alles gehaaß, was Gott verbott hot 'gab ihm alle Schimpfnamen' [KU-Kaulb, verbr. WPf]. Vum Keller bes zum Speicher 'Dachboden', heert alles, alles meer! [Christmann Grummet 55]. Um alles in de Welt net! 'unter keiner Bedingung' [allg.]. —
2. Pl. 'alle'.
a. attrib. alle. Das spielt in alle Farwe [allg.]. SprW.: In de Nacht sin alle Kih schwarz [verbr.]. Alle neine, beim Kegelspiel [allg.]. Für: alle Äpfel (sind verfault) gilt zumeist alle Äppel [vorn. VPf, SPf, seltener WPf], alli Ä. [ PS-Schönau], all die Ä. [vorn. WPf, NPf, seltener VPf], die Ä. all [verbr. SPf]; vgl. auch PfWB allegar, PfWB allemiteinander. a. 1357: all die gebure [PfWeist. I 55 (HB-Alth)]. Daß mer das Reemerpack ver-

[Bd. 1, Sp. 163]
schla't Un all die Kerl zum Deiwel ja't [Münch Weltgesch. 42]. —
b. sonst: all. All waren do [allg.]. a. 1553: ... ob sie alle da sein [ABlieskst 99]. Er hot se nimme (nemme) all (die Sinne) 'Er ist verrückt' [verbr. WPf NPf]. —
3. prädik.
a. als Aussage: alles: Des isch noch lang nit alles [mittl. VPf, allg.]. —
b. als Aussageelipse 'zu Ende sein', 's Geld es all [westl. WPf, allg.]. Jetz is dei Suppche allall, Ammensprache [WPf, allg.]. —
II. als Beisatz gew. all. Die Leit sein heit all ufm Feld [NPf, verbr.]; ... alli ... [ PS-Schönau Hirschth]. —
III. Adv. als (< mhd. allez) 'immer, manchmal, einstweilen', s. PfWB als,
IV. Subst. Alles, s. d. — F.: al Pl. alə [verbr.], ḁl Pl. ḁlə [verbr. vorn. westl. NPf nördl. WPf SOPf]. — RhWB Rhein. I 95 ff.; Saarbr. 5; Bad. I 30.

 

[Bd. 1, Sp. 164]
   alle-gar unbest. Num.: 'ganz und gar alle, alle miteinander, ausnahmslos'. Das Verbreitungsgebiet dieses Ausdruckes, mit dem die Vorderpfälzer die Westpfälzer hänseln, reichte 1932 von Westen her bis zur Linie HB-Brenschb ZW-Battw KL-Landstl Kaislt KL-Alsbrück RO-H'stätt Duchr/O'hs. Östlich davon wurde er für folgende Orte gemeldet: PS-Glashtt Geisbg Busbg Erfw KL-Trippstdt LA-Edk Freimh NW-Lambr KB-Rams Eisbg Dannfs Standbl Gauersh Mauchh FR-Albsh. Dieser Stand dürfte, Stichproben nach zu urteilen, auch für 1962 gelten. Journ. 3. Jg. (1786), 7.-12. Stück, S. 235: allegar. Er eßt die Äppel a. Am Sonndag hammer Kerb, do soullner allegare komme [ WD-Niedkch]. Grußformel beim Eintritt ins Haus: G'n Dach allegar [ KU-Godhs KL-Hütschhs]. Die Haiser allegar bin 'sind' frischgeweißt [Schandein Ged. 182]. Scherzhafter Brauchspruch zur Tröstung eines Kindes, das irgendeinen Schmerz hat, unter Streicheln der schmerzenden Stelle: Hääle, hääle Määsekar 'Meisenkäfig', die Määse peife allegar, die schwarze wie die weiße, 's derf unserm X (Name) kää druf peife [ KL-Niedkch]. — F.: s. bei PfWB all u. gar. Betonung: ˈaləgār.RhWB Rhein. I 115; Saarbr. 5; LothWB Lothr. 6; Nass. 41.