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 PfWB Adams-apfel (Bd. 1, Sp. 133)   PfWB Schnitz (Bd. 5, Sp. 1346) 
   Adams-apfel m.: 'hervorstehender Kehlkopfknorpel', Adamsappel [ FR-Bockh LU-Oggh LA-Wollmh]; dafür auch PfWB Adamsgrutzen, PfWB -knopf, PfWB Gurgelknopf. RhWB Rhein. I 56; Saarbr. 3; ElsWB Els. I 58; Bad. I 24.

 

   Schnitz m. (f.):
1.
a. 'frisches, meistens aber getrocknetes (gedörrtes) Stück (Spalte, Scheibe)

[Bd. 5, Sp. 1347]
von Obst (Apfel, Birne); gedörrtes Backobst (Zwetschgen)', Schnitz (nids) [verbr., Christmann Kaulb 88 Mang 97 Krämer Gal 190], Schnutz (nuds) [KU-Ulm HB-Utw ZW-Wattw KL-Nanzdzw BZ-Stein Wilgws GH-Vollmw Weingt, Bertram § 85 Heeger Tiere II 13 Schmitt Billh. 148 Lambert Penns 138], Gen. f.: Schnitz [FR-Tiefth BZ-Dernb, Schandein Ged. 249], Schnutz [ KU-Godhs]; Pl. Schnitz (nids) [BZ-Dernb, Heeger Tiere II 13 Schandein Ged. 249 Beam Penns 95 Lambert Penns 138 Gal-Dornf], Schnitze [RO-Unkb Pirmas LA-Impfl, Krämer Gal 190 Albrecht 112]; Dim. Pl. Schnitzelcher (nidsəlχər) [ HB-Höch]; vgl. PfWB Hutzel 1, PfWB Hutzelbirne 1, PfWB Schnitzel 2; Zs.: PfWB Apfel-, Pfaffen-, PfWB Pfirsich-, PfWB Birnen-, Heidelbeer-, Kohlraben-, Quetschenschnitze(n, -chen); derre Schnitz Pl. 'gedörrtes Obst' [KU-Bedb Umg. von FR-Grünstdt (Wilde 20)]; roure (rote) Schnitzen [ BZ-Dernb]; Schnitz abkoche 'Trockenobst kochen' [Beam Penns 95]; Schnitz derre 'Birnenstücke dörren' [ ZW-Battw]; in Schnitz schneide [Land]; Schnitz un Hutzel [NWPf]; Hutzele und Schnitze [ Gal-Josbg]. RA.: die Schnitz kriege 'den Preis gewinnen' [Beam Penns 95], and. Bed. 'sich blamieren' [Beam Penns 95]. Der will Knöpfle un Schnitze esse 'Der will alles Gute auf einmal' [ BZ-Dernb]. Ich brauch nix, ich hab Schnitz im Sack 'Ich habe keinen Hunger' [Fogel Prov. Penns 1546]. Vk.: Zubereitung der Schnitze: Das zum Dörren bestimmte Obst wird, in Schnitze geschnitten, auf Horden gelegt und im Backofen gedörrt; als Schnitze oder Hutzle wird das fertige Dörrobst im Hutzelkorb oder Schnitzenbozen aufbewahrt [ LU-Böhl]. Schnitz un Knepp 'Dörrobst und Kartoffelklöße', ein beliebtes Freitagsessen in der WPf [Seebach Essen 94, KB-Kerzh]; vgl. PfWB Schnitzenknopf. Var.: Dampknöpp (Dampfknopf) un derre Schnitz 'Mehlspeise aus gedünstetem Hefeteig mit Dörrobst' [ PS-Erfw, BZ-Albw]; Wollmesemer Dampfknebb mit Schnitz orrer gederrte Quetsche [ LA-Wollmh]. KR.: Änne, männe ditze, / mein Mudder, die kocht Schnitze; / geh ich dran lecke, / kummt se mit d'm Stecke; / geh ich zum Babbe 'Vater', / kummt 'r mit d'm Schlappe; / geh ich zu de Määd, / schlacht se mer uf d' Schnääk 'Mund'; / geh ich zum Knecht, / demm esch alles recht [ LA-Edh]. Mein Mudder kocht Schnitz. / Derf ich dran legge? / Kummt se mit 'm Stegge. / Spring ich zu de Magd, / Do wer ich ausgelacht. / Spring ich zum Knecht, / Das war recht [GH-Weingt (Wilde 10)]. Die Mudder kocht Schnitzelcher; / geh' ich dran lecke, / kommt se mit dem Stecke; / geh' ich bei die Mahd, / die schlagt mer an de Bart; / lauf ich zum Knecht, / der gibt mer am Sonntag wieder recht [ HB-Höch]; Var. s. PfWB Dutzel 3 d, PfWB Mutter 1 a,

[Bd. 5, Sp. 1348]
PfWB Schnitzel 3. VR.: Proscht Neijohr! E Schissel voll Hoor, e Schissel voll Schnitz, gun Morche, Fritz! [ LA-Kl'fischl]. Fritz, was git's? Schnitz! [ BZ-Billh]. Sprachneckerei mit einem Kind: Saa (Sage) Äppel un kee Schnitz! Richtige Antwort: Äppel [Krämer Gal 190]. Var.: Saa Hutzele un net Schnitz [ Gal-Dornf]. Das elfte Gebot soll angeblich heißen: Loß dich net verwische!, wobei oft noch scherzh. dazugesetzt wird: an de derre Schnitze [ KU-Kaulb]. Antworten auf die Frage: Was gebbt's dann heit se esse? lauten: Schnitz mit Hoor (Haar 3c) dran [Kaislt]; Schnitz unn Hoor [Pirmas (Kieffer 72)]; Sch. un Hoor, nix dehinner un nix devor [ KU-Diedk Kreimb]. Antwort auf die Frage eines Kindes, wenn es aus Langeweile fragt, was es tun solle: Schnitz iwwich Wedderhaife setze 'Schnitze über Wetterhäufen setzen', eine sinnlose, weil nicht machbare Tätigkeit [ BZ-Nd'ottb]. Verwünschung: Geh zum Deiwel un be'll Schnitz! 'Scher Dich zum Teufel und bettele bei ihm um Apfelstücke' [ LA-Nußd]. a. 1751: Ahn Zwetschen Schnitz und Hutzel [SSp Von der Leyen Fasz. 100 (BZ-Wernbg)]. a. 1782: 3 Simren 1 Immel Schnitz 1 1/2 Simren Hutzel [SSp Von der Leyen Fasz. 100 (BZ-Wernbg)]. —
b. 'Stücke von Kartoffeln', Schnitz [Schandein Ged. 249]; Zs.: Grundbirnen-, Kellerschnitze(n); Schnitz un Knepp 'ein Gericht aus Kartoffelstücken und Mehlklößen' [ ZW-Battw]; vgl. PfWB Herr 4 b. Wie sell ich die Krummbeere schneire? fragt das Mädchen. Zu Schnitz, es gibt saure Bohne dezu! antwortet die Mutter [ PS-Erfw]. Ja fallt der Wei'wachs raulich (reulich) aus, / Die Grumber dut gerore; / Mer mache Schnitz' un' Stampes draus, / Dun quelle, dun aa brore [Schandein Ged. 108]. —
2. übertr.
a. 'eine Kleinigkeit von etwas, Winzigkeit'. RA.: kein Sch. wisse 'wenig oder nichts mehr wissen' [ KU-Schmittw/O]. Ich wääß ken Schnitz (Schnutz) mehr 'Ich habe alles vergessen' [Wilde 8]. Do wäiß ich käin Schnitz mien devun [ KU-Schmittw/O]. Er vesteht käin Schnitz devun 'Er versteht gar nichts von dieser Sache' [KU-Schmittw/O SOPf, Wilde 19]. Das geht dich e Schnitz an 'Kümmere Dich nicht darum' [KU-Schmittw/O, Wilde 19]. Do devun vedien ich kän Schnitz 'Davon werde ich nichts haben' [ KU-Kaulb]. Sunscht nix wie Schnitze? 'Ist das etwa alles?' [Pirmas]. —
b. 'Schwindel, kleine Unwahrheit, Aufschneiderei', Schnutz [Lambert Penns 138]; Pl. Schnitz [Lambert Penns 138]; vgl. PfWB schnitzen 2. RA.: Schnutz mache 'schwindeln, flunkern' [Lambert Penns 138]. Mach' ken Schnitzen [ BZ-Dernb]. —
c. 'Neckerei, Unsinn, Spaß, Posse, Schwank', Schnetz [ KU-Brück]; Pl. Schnitze [LA-Venn, Becker Vk. 170, 175 Kühn Hamet 134]; Syn. s. PfWB Schnakes2 1. So machen Eich, Ehr »Pälzer Schnitze«, / Naun uff die Wannerschaft enaus [Kühn Schnitze I S. IV]. Un de

[Bd. 5, Sp. 1349]
Hanfilb eß de Auter 'Anstifter', / Reißt sein Schnitze un sein Schpäß. / Wie e Zobbelbeijaß schpringt 'r / Alsfart um die Annere rum [Kühn Schnitze I 53]. Waß! Pälzer Schnitze? Nore nett brumme! [Kühn Schnitze II 1]. RA.: Schnitz reiße [RO-Lettw KB-Dannfs und Umg.]. Er macht Schnitz [ ZW-L'wied]. Der hot Schnitzen im Kopp [ BZ-Dernb]. —
3. Neckname für die Bewohner von GH-Scheibhdt, Schnitz [Seebach Neckn. 26]. — Mhd. sniz 'Schnitt, abgeschnittenes Stück' ( Lexer Lexer II 1040/41). — Südhess. V 645/46; RhWB Rhein. VII 1635 Schnitz II; LothWB Lothr. 460 Schnetz, 461 Schnitz; ElsWB Els. II 511/12; Schwäb. V 1078/79; Hess.-Nass. III 331 Schnätze, 370 Schnitze; Kluge-Seebold22 648; DWB DWb. IX 1358 ff.; Frankf. V 2799.