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| PfWB ach (Bd. 1, Sp. 117) | PfWB Krache (Bd. 4, Sp. 517) | PfWB Kränke (Bd. 4, Sp. 542) | |||||||||||||||||||||||||
1. der Verwunderung. Ach, was du net saa(ch)scht [allg.]. Och, Oschdemaak 'Ostermarkt' is bei uns e ganz großes Fescht [ LU-Muttstdt]. Gesteigert in der Verdoppelung achach, bes. gegenüber einem kleinen Kind, das die ersten Gehversuche macht. — 2. des Bedauerns und des Schmerzes. Ach (Och), das dut mer awwer lääd (laad) 'leid'! ... dut mer de Zahn so weh! [allg.]. O du aarmes Weilerbach, vorre W(eh) un hinne Ach [MPf]. SprW.: Jedes Dach hot sein Ach [verbr.]. — 3. des Spottes (in Verb. mit Krach oder Weh). Mit Ach un Krach (Weh un Ach) hodder's geschafft [VPf, allg.]. — 4. ärgerlicher Verneinung, verdrießlicher Ablehnung. Ach was! Ach, loß mich geh! u. ä., auch in der Form: A was usw. (vgl. Wortartikel a) [allg.]. Oft mit gedehntem Selbstlaut: Ooch, ich han kän Luscht (den Auftrag auszuführen) [Kaislt., allg.]. — 5. des Schreckens. Ach Gott! Ach Gottachgott! Ach Herrjeß 'Herr Jesus'! [allg.]. Ach du liewer Alles! [verbr.]. Nan,denk ich bei m'r Achherrjeh, Waß werd dein Kathrin sa'e [Kühn Schnitze 23]. Scherzhaft: Ach Gottche, saat 's Lottche 'Lottchen', siwwe Kinner un kän Mann... [Kaislt u. Umg.]. — 6. des Verstehens. A(ch) so (war das gemeint)! [allg.]. — 7. der Bejahung. Ach (Och), es geht schun! [allg.]. — 8. des Wunsches. Ach (Och), wenn's doch alle Daach Sunndaach wär! [ NW-Gimmdg, allg.]. — F.: Die Formen mit -ch sind besonders bei 1, 2, 3, 5, 7, 8 gebräuchlich, die ohne -ch bei 4, 6. Normales a erscheint in allen Teilen der Pfalz, dunkles a (ḁ) bes. in NWPf u. SOPf, ǫ und vorn. in WPf NPf nördl. u. mittl. VPf. Gal. hat bei 1, 3, 4, 5, 6 u. 8 ax u. ǫx, bei 2 u. 7 nur ax; Lambert weist für Penns nur ax aus. — RhWB Rhein. I 30; Saarbr. 3; Lothr. 390; ElsWB Els. I 11; Bad. I 21.
| 1. 'unangenehme Überraschung, Malheur', Krach [mancherorts]. Du hoscht die K. 'die Strafe', wann du häämkummscht! [ RO-Feilbg]. Do hosch die K.! [ Gal-Obl]. — 2. = PfWB Kränke 1. Verwünschung: Krie die K.! [ KU-Kaulb, mancherorts]. Ausruf der Verwunderung: Krie die K. Offenbach! (Gemeint ist der Ort Offenbach bei KU-Hundh) [ RO-O'mosch]. Un wanns die K. kriet! 'Dennoch tue ich es!' [ KU-Kaulb]. — Südhess. III 1712 ff.; RhWB Rhein. IV 1312.
| 1. 'schwere Krankheit, bes. Epilepsie', Kränk (gręŋg, -e-) [verbr.]; vgl. PfWB Teufels-, PfWB Hahnen-, PfWB Höllen-, PfWB Millionenkränke; PfWB Krankheit, PfWB Kramm(en)not; PfWB Einmaleins. Krie die K.! [KB-Kerzh, verbr., Lambert Penns 70 Don Gal Buch]. Do kennt mer die K. krien, vor Ärger [LU-Oggh, verbr.]. a. 1590: ein Mann so die schwer Krenck hat [LeyArch. A. 2730 (LA-Burrw)]. a. 1597: einem so zu der schwehren Krenckh gehaischen [ebd.]. — 2. 'Unheil, Verderben'. a. 'gesundheitlicher Ruin, Tod'. Er hot die K. 'Er ist tot' [ LA-Mörzh, mancherorts]. Der kriet die K. 'ärgert sich zu Tode über etwas' [ Gal-Josbg]. Mer määnt, de Kopp mißt die K. krie'e 'müßte einem zerplatzen vor Schmerzen' [ ZW-Bechhf]. SprW.: Wann de Himmel ei(n)fallt, hunn alle Spatze die K. [Hebel 48]. — b. 'geschäftlicher Ruin'. Er hot die K. [NW-Kallstdt, verbr.]; vgl. PfWB blutt 6. RA.: 's ganz Gerschtel 'Besitztum' hot die K. [ KL-O'arnb]. — c. 'Verderb von Sachen'. Des Klääd hot die K. [NW-Neidfs, verbr.]. Bei dem Reenwerrer kriet de Grummet die K. [ KU-Schmittw/O]. RA.: Die ganz Butscher hot die K. 'Alles ist hin' [verbr. südl. VPf (Heeger Nachl.)]. BR.: Wann zwää Newwel ufenannerkumme, do hän die Wingert die K. [ NW-Ellstdt]. — 3. a. in Ausdrücken des Unwillens bei Mißerfolgen. Do kennt mer die K. krie [KB-Mauchh, verbr., auch Gal]. — b. in der Verurteilung böser Mitmenschen. Der hot die K. im Leib (im Bussem) [LU-Oggh, verbr.]. Die hot die 99 Kränk im Bauch, von einer bösen Frau [Krieger 42]. Er hot die K. in 'Dem ist nicht zu trauen, er hat es hinter den Ohren' [ ZW-O'hs]. SprW.: Rore Hoor hän die K. 'Menschen mit roten Haaren ist nicht zu trauen' [ NW-Geinsh, mancherorts]. — 4. in Ausdrücken der Überraschung. Kriech die K., dich hab ich schun e Ewichkeit nimmi gesehne!, Ausdruck übersprudelnder Begrüßung [LA-Mörzh, verbr.]. O hättschde die 99 Kränk!, Ausruf [Bd. 4, Sp. 543] bei einer Uzerei, einem guten Witz [ RO-Obd, mancherorts]. Der hot die Millione K., als Lobeswort für gute Arbeit [Schandein handschriftl. Notizen]. — Südhess. III 1754 ff.; RhWB Rhein. IV 1374/75; LothWB Lothr. 309; ElsWB Els. I 521.
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