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 PfWB ab-ziehen (Bd. 1, Sp. 115)   PfWB wetzen (Bd. 6, Sp. 1295) 
   ab-ziehen st.:
I. trans.
1. etwas a.
a. etwas von etwas anderem, von einem weg-, herunterziehen.
α. 'm Has 's Fell abziehe 'den Hasen enthäuten' [allg.]; vgl. PfWB abbalgen, PfWB -decken, PfWB -puffen, PfWB -strüpfen. Saftlösereim: Peifche viehfahn! Zieh de Katz ehr Haut ab! Über un üwer Schwanz, Bleibt main Peifche immer ganz [FR-N'leinig (Wilde 258)]. RA.: Em's Fell (die Kutt, 's Lerre 'Leder') a. (auch: ... iwwer die Ohre ziehe) 'einen zu hohen Preis verlangen' [verbr.]. —
β. die Kapp, de Hut a. 'als Zeichen des Grußes, der Ehrerbietung die Kappe, den Hut abnehmen' [allg.]; vgl. PfWB abnehmen I 1 a. RA.: Vor dem zieh ich kä Kapp meh ab, Ausdruck der Verachtung [verbr.]. —
γ. Mischt a. 'mit dem Mistkrapfen Dünger vom Wagen herunterziehen' [ HB-Brenschb Gers]. —
δ. Wei(n), Moscht a. 'abfließen lassen' [VPf]; e Schoppe (oder kurz ene) a. 'einen Schoppen trinken' [ KU-Wahnwg Breitb RO-Als]. Syn. s. PfWB trinken. —
ε. die Hand von einem a. 'ihm die bisher gewährte Gunst entziehen', nach dem Schd. Er hot sei Hand vunnem abgezo(che) [allg.]. —
ζ. 'subtrahieren'. Do musch(d)e noch drei Mark abziehe(n) [allg.]. —
b. die Haajfuhr a. 'abrechen' [ RO-Schiersf]; 's Messer a. 'durch Ziehen auf einem Stahl, Wetzstein oder Streichriemen fein nachschleifen' [allg.]; vgl. PfWB abschleifen 1. —
c. de(n) Hahne (Hohn) a. 'den Schuß lösen' [allg.]. a. 1597: Aber wan ihnen erlaubt ... abzuzigen, so sollen sie die hocken 'Hakenbüchse' inß felt vnschedlich abschissen [SpeyKrM A. 636]. —
d. 'durch einen Ort, eine Gegend ziehen'. a. 1563/64: ... bin ich Tilemannus Stella ... aus Zweybrücken geritten, in obgemelte Ämpter, dieselbigen abzuziehen, zu besichtigen vnd zu beschreiben [ZweibrKirkBeschr.]. —
2. einen a. 'verhauen'; auch: eni (oder: e paar) a. 'herunterhauen' [verbr. bes. WPf]; nach Otterstetter 223 in Pirmas in den gehobenen Berufen vorherrschend. Syn. s. PfWB verhauen. Heit zieh'n mer eich awwer ab 'besiegen wir euch', Knabenspr. [Kaislt, verbr.]. —
II. intrans.
1. persönl. 'sich entfernen'.
a. milit. 'abmarschieren'. Do han se (die Bauern) endlich Schluß gemacht Un sin e halwi Stunn deno Im diefschte Friede abgezo [Münch Weltgesch. 138]. —
b. spöttisch in Wendungen wie Er is mit langer Nas abgezo(che) 'hat sich beschämt entfernt' [verbr.]. Syn. s. PfWB weggehen. —
2. sachl. 's Wasser

[Bd. 1, Sp. 116]
zieht ab 'verläuft sich allmählich' [verbr.]. — ElsWB Els. II 897; Bad. I 21.

 

   wetzen schw.:
1.
a. 'scharf oder spitz machen; schärfen durch Schleifen an einem Stein, Stahl o. ä.', wetze (wedsə, wędsə) [allg., Andre 159 Castleman Zwbr. 31 Christmann Kaulb 9 Karch Gimmdg/

[Bd. 6, Sp. 1296]
Muttstdt 38 Mang 87 Müller Dietschw 71 Schnekkenburger 45 Lambert Penns 178 Krämer Gal 242], watze (wadsə) [ RO-Rehborn]; vgl. PfWB abschärfen, PfWB abschleifen1 1, PfWB abziehen I 1 b, PfWB billen1, PfWB dengeln 1, PfWB verschleifen1, PfWB gerben 1 c, PfWB schärfen1 1 a, PfWB schleifen1 1; Zs.: PfWB auswetzen; 's Messer w. [vereinzelt, Bernhard 188]; de Schnawwel w. [vereinzelt]. Hoorscherf gedengelt un gewetzt [Burgey Keschte 49]. RA.: de Verstand w. 'intensiv nachdenken' [ GH-Schwegh]; die Zung (die Gusch, 's Göschel, 's Maul, de Schnawwel) w. 'frech sein, bereit sein für bissige Bemerkungen oder Worte' [KU-A'glan LU-Alsh/Gr NW-Hardbg LA-Maik BZ-Dernb Schandein Sprachsch. 95 Don-Schowe Steinmetz]; en gewetzt Mailche 'Plappermäulchen eines Kindes' [ LU-Alsh], en gewetzter Kerl 'durchtriebener Kerl' [ LU-Alsh/Gr]. Soll ich derr (dir) d' Ääche w.? 'Guck genauer hin, pass besser auf' [ GH-Zeisk]. Schdella voor, wollde ma die Zicheijner e falscher Debbich vakaafe, awwer froo nidd, ich honne gewetzd! [Glass 130]. Uf das (e neiji Sackuhr) hun ich gewetzt 'Darauf habe ich gewartet; das will ich haben' [KU-Bedb Hundh RO-Messbhf Steinmetz]. Uf den hun ich gewetzt! 'Auf den habe ich Wut; der wird was erleben', Drohung [verbr., Bernhard 188 Juner 104 Otterstetter 261]. For denn (demm) haww ich gewetzt, dass. [IB-Ballw Biesing Eschring LU-Opp]. Isch hännsem (hannem) gewetzt, dass. [Hussong Kirkel 170, WD-Niedkch]. SprW.: Gut gewetzt is halb gemäht (geschafft) [Krieger 47, vereinzelt, Fogel Prov. Penns 152 Horne Penns 99]. Wer gut w. kann, dem schneidt 's gut [ ZW-Gr'bundb KL-Reichb]. Ee Messer wetzt's anner [Fogel Prov. Penns 152]. KR.: Metzjer, wetz dein Metzelmesser (Zungenbrecher) [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'an etwas hin- und herreiben oder scheuern' [mancherorts]; vgl. PfWB aufstoßen 3, PfWB verkitschen2, PfWB verschabetschen, PfWB knöcheln 1 b, PfWB ribbschen, PfWB schäken, PfWB schäkern1, PfWB schärren 1 h; Zs.: PfWB ab- 1, PfWB auf-, PfWB durch-, PfWB ver-, PfWB kniewetzen; Syn. s. PfWB scheuern; die Knechel (Knöchel) w. [ZW-Stamb]; mit de Lefze w. 'die Lippen aneinander reiben' [ BZ-Nd'horb]. Der wetzt die Schuh 'reibt die Schuhe an den Knöcheln aneinander' [ KL-Spesb]. —
c. 'die Zähne blecken'. Der Hund wetzt die Zähn 'bleckt die Zähne, droht' [vereinzelt]. Der hot die Zähn gewetzt 'Er ist unter allen Umständen bereit für eine (gewinnbringende) Sache' [ FR-Bockh, KB-Kriegsf]. —
2. 'rennen, eilen, hasten' [verbr., Hussong Kirkel 170 Juner 104 Otterstetter 211/12 Thielen 122 Krämer Gal 242]; Zs.: PfWB ab- 2, PfWB an-, PfWB herüberwetzen; Syn. s. PfWB laufen 1 a, PfWB springen 2. Do ischer awwer gewetzt! [Bernhard 188]. Wetze dabber, ihr Bube [Kraus Unser Babbe 35]. —
3. 'dafür gesorgt haben, daß Geld im Beutel ist', nur im Part. Perf. Hosche orndlich gewetzt? [ KL-Stelzbg]. Du hoscht gewetzt [ LU-Friesh Lu'haf NW-Kallstdt Wachh]. Emol muß mer weise, daß im Geldbeidel gewetzt isch ... Korz

[Bd. 6, Sp. 1297]
un gut, do war gewetzt! [Kunnrädel 24/25]. — RhWB Rhein. IX 467/68; ElsWB Els. II 887.