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 PfWB ab-ziehen (Bd. 1, Sp. 115)   PfWB weg-gehen (Bd. 6, Sp. 1136) 
   ab-ziehen st.:
I. trans.
1. etwas a.
a. etwas von etwas anderem, von einem weg-, herunterziehen.
α. 'm Has 's Fell abziehe 'den Hasen enthäuten' [allg.]; vgl. PfWB abbalgen, PfWB -decken, PfWB -puffen, PfWB -strüpfen. Saftlösereim: Peifche viehfahn! Zieh de Katz ehr Haut ab! Über un üwer Schwanz, Bleibt main Peifche immer ganz [FR-N'leinig (Wilde 258)]. RA.: Em's Fell (die Kutt, 's Lerre 'Leder') a. (auch: ... iwwer die Ohre ziehe) 'einen zu hohen Preis verlangen' [verbr.]. —
β. die Kapp, de Hut a. 'als Zeichen des Grußes, der Ehrerbietung die Kappe, den Hut abnehmen' [allg.]; vgl. PfWB abnehmen I 1 a. RA.: Vor dem zieh ich kä Kapp meh ab, Ausdruck der Verachtung [verbr.]. —
γ. Mischt a. 'mit dem Mistkrapfen Dünger vom Wagen herunterziehen' [ HB-Brenschb Gers]. —
δ. Wei(n), Moscht a. 'abfließen lassen' [VPf]; e Schoppe (oder kurz ene) a. 'einen Schoppen trinken' [ KU-Wahnwg Breitb RO-Als]. Syn. s. PfWB trinken. —
ε. die Hand von einem a. 'ihm die bisher gewährte Gunst entziehen', nach dem Schd. Er hot sei Hand vunnem abgezo(che) [allg.]. —
ζ. 'subtrahieren'. Do musch(d)e noch drei Mark abziehe(n) [allg.]. —
b. die Haajfuhr a. 'abrechen' [ RO-Schiersf]; 's Messer a. 'durch Ziehen auf einem Stahl, Wetzstein oder Streichriemen fein nachschleifen' [allg.]; vgl. PfWB abschleifen 1. —
c. de(n) Hahne (Hohn) a. 'den Schuß lösen' [allg.]. a. 1597: Aber wan ihnen erlaubt ... abzuzigen, so sollen sie die hocken 'Hakenbüchse' inß felt vnschedlich abschissen [SpeyKrM A. 636]. —
d. 'durch einen Ort, eine Gegend ziehen'. a. 1563/64: ... bin ich Tilemannus Stella ... aus Zweybrücken geritten, in obgemelte Ämpter, dieselbigen abzuziehen, zu besichtigen vnd zu beschreiben [ZweibrKirkBeschr.]. —
2. einen a. 'verhauen'; auch: eni (oder: e paar) a. 'herunterhauen' [verbr. bes. WPf]; nach Otterstetter 223 in Pirmas in den gehobenen Berufen vorherrschend. Syn. s. PfWB verhauen. Heit zieh'n mer eich awwer ab 'besiegen wir euch', Knabenspr. [Kaislt, verbr.]. —
II. intrans.
1. persönl. 'sich entfernen'.
a. milit. 'abmarschieren'. Do han se (die Bauern) endlich Schluß gemacht Un sin e halwi Stunn deno Im diefschte Friede abgezo [Münch Weltgesch. 138]. —
b. spöttisch in Wendungen wie Er is mit langer Nas abgezo(che) 'hat sich beschämt entfernt' [verbr.]. Syn. s. PfWB weggehen. —
2. sachl. 's Wasser

[Bd. 1, Sp. 116]
zieht ab 'verläuft sich allmählich' [verbr.]. — ElsWB Els. II 897; Bad. I 21.

 

  -gehen st.: 'fortgehen, sich entfernen, verschwinden', -gehe, -gihn s. PfWB gehen [verbr., Lambert Penns 174]; Syn.: PfWB abfahren I 2 a, PfWB abgehen I 1 a α, PfWB abhauen 2, PfWB abkommen 1, PfWB abkratzen, PfWB abmachen I 3, PfWB abrücken 1, PfWB abschaffen 1 b, PfWB abschieben 1, PfWB abschlagen, PfWB abtigern, PfWB abtreten 2 a, PfWB abziehen II 1 b, PfWB aufpacken 2, PfWB ausfahren I 4 c, PfWB parti, PfWB putzen 5 c, PfWB davonfahren, PfWB davonhakeln, PfWB trossen 1 b βαα, PfWB durchziehen 2 c, PfWB verkratzen 3, PfWB verlaufen 2 b, PfWB verputzen 4, PfWB verrollen, PfWB vertrollen, PfWB verziehen, PfWB Flatter, PfWB flattern 2 a, PfWB fortgehen I 1 a, PfWB fortkommen 2 a, PfWB fortmachen 1 b, PfWB fortpacken, PfWB fortträppeln, PfWB forttrossen, PfWB forttrotteln, PfWB heben I 2 f β, PfWB hinausbrunzen, PfWB hinauslaufen 1, PfWB hinauspurren, PfWB hinausrankeln, PfWB hinausschaffen 2, PfWB hinausschleichen, PfWB hinausschlupfen, PfWB hinaustappen, PfWB hinausturmeln, PfWB losgehen 1 a, PfWB loskommen 2, PfWB losmachen 2, PfWB lospacken 3, PfWB losrennen 2, PfWB losschieben 2, PfWB lostippeln, PfWB losziehen 1, PfWB loszittern, PfWB loszuckeln, PfWB mitgehen, PfWB mithulchen, PfWB mitkommen 1, PfWB mitmachen 2, PfWB mitnehmen 1 b, PfWB sippen. Die Sunn geht eweg 'geht unter, wird von einer Wolke verdeckt' [mancherorts]. RA.: Geh weg! [mancherorts]; Geh wegger! [ KU-Godhs RO-Hochst Ruppeck KL-Drehthhf NW-Weish/S]; Geh wag! [ GH-Wörth]; Gihn awak! [ RO-Rehborn]; Geh (mer) eweg! 'Mach mir Platz! Hör auf damit! Laß mich damit in Ruhe!', auch als Zuruf an ein Tier [mancherorts]. Wärsche eweg gang!, Höflichkeitsformel zur Entschuldigung, wenn man jemanden angestoßen hat [ PS-Geisbg]. 's esch nit eweggange, noot horrer's mitgenumme 'gestohlen' [ BZ-Nd'horb]. Das geht weg wie frische Weck

[Bd. 6, Sp. 1137]
(warme Semmel) 'verkauft sich gut' [ FR-Bockh, auch Gal]. Dem sein Mäle sin eweggange wie die Weck uf'm Lare 'Seine Töchter haben rasch geheiratet' [ BZ-Dernb]. Geh mer eweg mit deim stinkische Gaulsflääsch! (deim häße Kaffee!) [ NW-Freinsh, LU-Friesh]. Gehsche vorne weg, hinnenunner, scherzh. für den Frack mit langen Rockschößen [Kaislt]; vgl. PfWB Gehstduwegdahinten, PfWB Gehwegdahinten. Geh mer eweg, ich brauch dich net!, scherzhafte Deutung des Fauchens einer Lokomotive [Spey]. BR.: Fallt de Schnee in de Dreck, gehrer net so bal eweg [mancherorts]. Volksgl.: Man zieht einem Kind Ohrringe an, damit die wehe Ääche weggehn [ LA-Herxh]. En Waarz reibt mer mit me kleene Stee un schmeißt ihn no iwwer die links Schulder, awwer mer darf nix schwätze, no geht sie weg [Fogel Beliefs Penns Nr. 1682]. Gwächs, druf spautze var dem Esse; / Do geht's eweg, is bal vergesse [Birmelin Penns Gezw. 69]. KR.: Eens, zwee, drei / Hicka, hocka, hei / Zucker uf der Brei / Salz uf der Speck / Hahne geh weg! [Horne Penns 119, Donnersberg Jahrbuch 1981 167]; Var. s. PfWB Schnee 1. Heischelieder: Steht e Mädche an de Wand, har e Säckelche in de Hand, Eier orrer Speck, sunscht geh ich net vor de Deer eweg [KL-Reichb, ZW-Bechhf Krieger 41]; Var. s. PfWB Quack 1 a. Rhein. IX 346 Z. 53.