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 PfWB ab-wünschen (Bd. 1, Sp. 113)   PfWB wünschen (Bd. 6, Sp. 1476)   PfWB Ofen-platte (Bd. 5, Sp. 229) 
   ab-wünschen schw., st.: 'im Wünschen zuvorkommen'. Er hot 'm 's Neijohr abgewinscht [RO-Ebbg Sippf LU-Friesh], -gewunsch [ KB-Kriegsf], -gewunsche [ NW-Frankeck]; vgl. PfWB abgewinnen 2.

 

   wünschen schw., st.:
1. 'für sich oder andere erhoffen, begehren', winsche (winə) [verbr., Christmann Kaulb 22 Müller Dietschw 72 Otterstetter 66 Lambert Penns 180 Krämer Gal 245], wensche (wenə) [ KU-Dennw WD-Niedkch], winche (winχə) [ KL-Siegb]; Part. Perf. gewinscht [verbr. WPf vereinzelt VPf, Lambert Penns 180], gewenscht [ KU-Altkch WD-Niedkch ZW-Schmitshs], gewunscht [ IB-Aßw Zweibr KL-O'arnb], gewunsche [verbr. VPf, Sommer Hausapothek 53], gewunsch [mancherorts NOPf vereinzelt WPf, Don-Schowe Torscha]; vgl. K. 405; Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB ver-, PfWB fort-, PfWB herbei-, PfWB her-, PfWB hin-, PfWB wegwünschen; eem ebbes Beeses w. [ KU-Bedb]. Er derf sich ebbes w. [ LA-Gommh]. Ich hätt's em gewunsche [ LU-Friesh]. Mer wollen hoffe un winsche, daß mer's ferdichbringen [ KL-H'spey]. Ich winsch mer nix als Gesundheit [ RO-Dielkch]. Wie ich mer schun bei Leweszeite / So sehnlich des gewunsche hab [Sommer Hausapothek 53]. RA.: Ääm e Unglick an de Hals winsche 'Verwünschungen aussprechen' [ LU-Opp]; 's Verrecke w., dass. [ WD-Niedkch]; jemanden zum Deiwel (ins Binger Loch) w. [KU-Schmittw/O, verbr.]; de Schlagg an de Hals w. [Kröher Lyoner 115]; wie gewunsche kumme [ LU-Alsh]. Dem winsch ich e Kopp voll Lais un se korze Ärm for se kratze [Land]. SprW.: Mer soll nimmand nix Beeses w. [ KU-Roth]. Volksgl.: Wann d' nachts e Sternschnupp siehscht, muscht der was w., des geht dann in Erfillung [ LU-Dannstdt, LA-Birkw]. Was du winscht uf de erscht Stann (Stern) as du sehnscht werd wahr [Fogel Beliefs Penns Nr. 352]. Wammer ebbes eßt, as mer sell Johr noch net gesse hot g'hat, soll mer druf w., was mer winscht, werd wohr [Fogel Beliefs Penns Nr. 387]. —
2. 'zu einem bestimmten Anlaß eine Wunschformel sprechen' [verbr.]; (gure, gude) Abeditt w. [ KU-Schmittw/O]; gesegnete Mahlzeit w. [ GH-Schwegh]; Glick (Besserung) w. [ LA-Ilbh]; e guri Rees (Reise) w. [ KU-Hinzw]. Gun Daach winsch ich, Begrüßungsformel [ BZ-Annw]. Ich wensche der, daß de noch hunnert Johr alt werscht, Geburtstagswunsch [ WD-Niedkch]. Ich winsch aa veel Glick im neie Johr, Neujahrsglückwunsch (s. auch VR.) [ KB-Bennhs], e glickselich neies Johr, dass. [ KL-Hütschhs]. Ich winsch eich veel Glick in de Ehstand, Hochzeitsglückwunsch [ GH-Nd'lustdt, Kand]. Ich winsch der Glick dezu, zu einem Vorhaben, einem Kauf, einem neuen Lebensabschnitt

[Bd. 6, Sp. 1477]

[ GH-Kand, mancherorts]. Ich ... hab dem Mann vergniechde Feierdaa gewunsch [Kröher Lyoner 76]. Oschdere werd nore schriftlich gewinscht 'Zu Ostern wird nur eine Grußkarte geschickt' [ KB-Gauh]. RA.: Bei uns huckt's wie's Winsche am Neijohr 'Etwas findet sich in großer Anzahl, Menge vor' [JKurpf. 1926 46]. Volksgl.: De Obschtbeem winscht mer Neijohr, noo trage si besser [Fogel Beliefs Penns Nr. 1043]. Sprechen zwei Personen an einem Freitag gleichzeitig denselben Gedanken aus, so sagen sie: Mer derfen uns was w. [ LU-Friesh]. VR.: (Neujahrssprüche) Gu Morje im neie Johr, / soll der besser gehe wie voriches Johr. / Ich winsch der e Lebkuche wie e Scheierdor [ KU-Herschw/Petth]. Ich winsch der e glickselich neies Johr un en Frää

[Bd. 6, Sp. 1478]
(Mann) mit rore Hoor un siwwe rore Kinner [ PS-Erfw]. Ich winsch un winsch un weeß net was, / greif in de Sack un gebb mer was. / Gebb mer Äppel, gebb mer Niß, / daß ich deiner net vergiß [ Gal-Dornf]. Ich winsch eich e goldener Disch, / an jedem Eck e gebackener Fisch, / in de Mitt e Fläschche Wein, / solln ehr mitnanner frehlich sein [ Gal-Brotschk]; weitere VR. s. PfWB Brezel 1, PfWB Lebkuchen, PfWB Leben 2 a, PfWB Neujahr, PfWB Ofenplatte, -rohr, PfWB prosit, PfWB rot, PfWB Scheuertor, PfWB schwarz. a. 1657: Ihnen hat dann E. Er. Rath und Gemeindt hierzu Glück gewunschen [Küchler 225]. — RhWB Rhein. IX 649; LothWB Lothr. 544; ElsWB Els. II 841.

 

  -platte f.:
1. 'gußeiserne (meist verzierte), senkrecht angebrachte Ofenplatte zur Abstrahlung der Wärme', veraltet, vgl. Abb. 72, -platt (-blad) [mancherorts]. —
2. 'waagerechte eiserne Platte über dem Feuer, auf die man die

Töpfe stellt' [verbr.]; vgl. PfWB Herdplatte. Scherzhafter Rat bei Zahnweh: E Maul voll Wasser nemme un solang uf die O. setze, bis es Wasser im Maul kocht [ KL-Fischb]. Neujahrsspruch: E glickseliges Neijohr, / e Bretzel wie e Scheierdor, / e Lebkuche wie e O. / werre mer allminanner satt [ LA-Altd], Var. s. PfWB Brezel 1, PfWB prosit, PfWB Lebkuchen, PfWB Neujahr 1a, PfWB Ofenrohr. —
3. ehem. FlN, a. 1275: item Offeblatten tria iugera [OttbgUrkb. 141]. — Südhess. IV 1068; RhWB Rhein. VI 352; Lothr. 397. —