ab-stürzen schw.: 1. intrans. wie schd.; 's Iwwergewicht krie(ch)e un abstärze [allg.]. — 2. sich etwas a. 'sich durch Sturz etwas brechen'; sich 's Genick a. [verbr.]. — RhWB Rhein. VIII 956; ElsWB Els. II 616. | | PfWB ElsWB LothWB stürzen das Wort ist in zwei Anwendungen, je nach Geb. verschieden, mit Ausnahme von der mosfrk. Saar, Hochw, Mos von Trier bis Zell, Wittl, Berg n. Benr.-L. (nur Gummb-Stdt), Kref allg. verbr., u. zwar Rhfrk uNahe -ęăts-; Saarbr-Sulzb -ęrts-; sonst -ērts-, –ī-; Mosfrk -īă-, –ēă- [WEif Part. gətōrt]; Siegld -īə-; Rip -ȳə(r)ts- [Part. selten jətūərts, meist mit Umlaut]; [Neuw-Etschd, Köln-Stdt Worring, [Bd. 8, Sp. 956]
Geilk-Scherpenseel, Neuss -ts-]; nfrk. Gummb -ørt-, sonst aus dem nfrk. Berg keine Belege; Selfk, Erk-Doveren, MGladb-Helenabrunn Rheind -ǫtə, –o-; Erk-Elmpt, Kemp -(r)t- (Kref ohne Belege); Grevbr, Neuss, MGladb sonst -ȳərts-; Klevld -ǫ(r)t- [Rees --]; besondere Formen: -ū(r)ts- Kobl-Vallendar, May-Stdt, Neuw-NWamb Puderb, Altk-Neitersen, Daun-OEhe, Malm-Lommersw, Köln-Kendenich; -ȳrə Schleid-Gemünd; -ots- Jül-Barmen OMerz, Aach-Bardenbg Euchen; -ø- Mül-Inden, Aach-Gressenich Merkst schw.: 1. in dem Nhd. verwandten Bed. a. trans. α. eine Flüssigkeit stürzen, beim Gehen durch das unvorsichtige Schütteln des Gefässes etwas verschütten; nau sterz net! Bitb, Prüm, Malm, Dür-Stdt, Klevld. RA.: Häj (hast du) de Papp wer gestört? zu dem, der ein närrisches Gesicht macht Emmerich. — β. Kohlen st., abladen, in der Bergmspr. Saargeb. — γ. Stai st. den auf dem Abbau gesprengten Eisenstein auf die Rolle st., in der Bergmspr. Siegld, Altk. — δ. hastig trinken uMos; etwas erafst Bitb, Prüm. — ε. ein Gefäss st., umfüllen Köln-Stdt. — ζ. Porzellan udgl. st., spülen, d. h. die vorgespülten Gefässe umstürzen, damit das Wasser abläuft Bergh, Dür. — η. heben, vom Maulwurf; der Moll het gestörz Neuw-Etschd. — θ. eine Naht st., einschlagen; e gestirzt Noht Saarbr. — ι. Brot st., in den Backofen schiessen MülhRh-Refr. — b. intrans. α. hervorstürzen, von einer Flüssigkeit, überlaufen; et Water stott; et regent, dat et st. Klevld, Prüm-Reuth; et es am st., et stott eine Regenschauer fällt nieder Klevld, Malm-Lommersw; massenhaft hinabkollern, vom Obst; et sterzt Bernk-Braunebg; de Äppel st. heraver in Hopen Gummb-Stdt. — β. heftig fallen Klevld. — γ. ungestüm laufen; gestort komme; heran-, heraf-, herütgestort komme Klevld, SONeuw, Kobl, Nahe. RA.: Er kom gestirzt, als wenn et brenne dät Westerw. Er ist hinner'm hergesterzt wie e Blutvergēsser Kreuzn-Rüdesh. — Bed. 1 hat also vier geschlossene Verbreitungsgeb.: Nahe, uMos, WEif, Klevld; sonst steht 1 aα verschütten, schlabbern, für 1 b stratzen, stritzen, strützen u. schiessen, gitschen u. a. — 2.a. am verbreitetsten u. geschlossen ist diese Bed.: den Acker, das Stoppelfeld, den Kleedriesch im rohen zum ersten Male im Herbst leicht mit schmalem Riester pflügen, dann im Frühjahr stülpen, depbauen, opbauen, ackern, reihen breitschollig pflügen u. dann rühren (zer Soot bauen) Rhfrk, Koch, Kobl, May, Daun, Westerw, Siegld, Rip, OBerg, Elbf-Hahnerbg, SNfrk, Ess [Stoppele wiərden iərsch gereiht, dann gesturz un zer Soot gestölp; e Klistöck w. et iərsch gesturz, dann gereiht un et letz gestölp Köln-Widdersd]; das Feld erumst. Nahe; drüwerst. Altk. — b. Kartoffeln st., sie auspflügen; man bedient sich dazu häufig eines Riesters mit drei Zacken Sieg-Seelschd. — Abl.: die Stürzerei, dat Gestürz. |