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 PfWB ab-sprießen (Bd. 1, Sp. 94)   DWB spriesze (Bd. 17, Sp. 73) 
  ab-sprießen schw.: 'abstützen'; die Mauer absprieße [verbr. vorn. NPf nördl. u. mittl. VPf]. Näheres s. K. 5 (abstreben). Mancherorts bedeutet absprießen vorn. das fachmännische Abstützen, gehört also mehr der Sprache der Maurer und Zimmerleute an [Krebs 54]. Syn. s. PfWB abstreben. — Zu mhd. spriuʒen 'stützen', Lexer Lexer II 1119, muß ein gleichbedeuten des schwaches Verb *sprieʒen als Faktitivum zu dem stark konjugierenden sprieʒen 'sprießen, emporwachsen', Lexer Lexer II 1116, angenommen werden. Vgl. DWB DWb. X, 2. 75/76RhWB Rhein. VIII 429; ElsWB Els. II 561; Bad. I 18.

 

 spriesze, f. , vgl. mhd. sprieʒ unter 1.
1) germen, wie sprosse, f.: man soll ihn (den hafer) aber fein dünne säen, dann wann er zu dick gesäet wird, so hindert eines das ander, dasz er vor dem andern nit wachsen kan und bleibet stecken und bekommt kleine sprissen. Coler (1680) 1, 151a. wol in einer angleichung an spreisze als ältere nebenform von spreize, f. (über den wirklichen etymologischen zusammenhang vgl. DWB sprieszen, verb.): dein weyb wirt sein eben als ein weinstock, der fruchtbar ist, doheim in deinem hausz, und deine kinder wie die junge spreissen werden umb deinen tisch herlauffen. Luther 9, 585, 10 Weim. ausg. im mhd. das im nhd. verloren gegangene masc. allgemeiner 'hervorschieszender strahl': des waʒʒers sprieʒ. Frauenlob 406, 12;

du gihst geperlt in spiegelsprieʒ. 155, 13.


2) fleckchen auf der haut. vgl. das entsprechende sprosse, f. und sommersprosse, f. theil 10, 1, 1557: eynem weyb in Sicilien, Himera, treümete, wie sie im himel were, und sehe eyn grossen starcken man bleych, geel gestalt, und mit vil sprissen under den augen. Agricola sprichw. 623; sprisse, leichdorn Hunziker 248.
3) spriesze, fulcrum, fulcimentum, wie oben spreize, mit dem es ursprünglich identisch ist, später aber an spriesze, f. germen, sprieszen, verb. angeglichen. die lautliche ähnlichkeit zwischen der älteren nebenform von spreize als spreusze und spreuszen, verb., älter neben sprieszen, verb. gab wol zu dieser analogischen angleichung den anlasz. doch vgl. auch das folgende sprieszel, m. und sprieszen, verb. 2, b. einen bau mit sprieszen stützen. spriesze, in Ostpreuszen eine stange, welche den sack oder wenter im wasser befestigt. Frischbier 2, 356b, wo aber auch die möglichkeit eines zusammenhanges mit spreisze, f. assula besteht, doch vgl. noch spriesze, sprosse einer leiter. spriesze, sprosse, zacke am geweih. Kehrein weidmannsspr. 278.