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| PfWB ab-schreiben (Bd. 1, Sp. 87) | PfWB schreiben (Bd. 5, Sp. 1438) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'eine Vorlage schreibend kopieren', im bes. 'in der Schule unerlaubt von einem andern a.', mancherorts nur vom Abschreiben von Hausübungen, abschreiwe [allg.]. Syn.: PfWB abgucken, PfWB -käsen, PfWB -kitschen, PfWB -schmieren, PfWB -spicken, PfWB -wichsen; alle Syn. s. PfWB spicken. Vgl. PfWB abluchsen, PfWB -spannen, PfWB -spitzen. — 2. 'durch Schreiben abnützen'; [Bd. 1, Sp. 88] de Griffel abschreiwe [allg.]. — 3. 'von einem bestimmten Betrag, von einem Besitz abziehen'. Das kemmer jo abschreiwe (von der Steuersumme) [allg.]; dafür oft auch PfWB absetzen. Das kannsche abschreiwe 'Das mußt du verlorengeben' [verbr.]. — 4. einem a. 'eine schriftliche Absage erteilen'. 's Liesche hot 'm Hannes abgschriwwe [VPf, allg.]. Syn. s. PfWB abweisen. RhWB Rhein. VII 1797; LothWB Lothr. 2; Bad. I 17.
| 1. a. 'etwas schriftlich aufzeichnen, niederschreiben', schreiwe (raiwə, rḁiwe) [verbr. (außer lothr. SWPf), Christmann Kaulb 89, 90 Heeger Südostpf. 26 Henn Mda.-Int. 100 Höh 80 Karch Gimmdg/Muttstdt 48 Müller Dietschw 67 PfId. 129 Lambert Penns 141 Krämer Gal 193], schriewe (rīwə) [lothr. SWPf, Glass 111]; Part. Perf. geschrieb [verbr. SWPf], g'schrieb [ HB-Kirrbg IB-Aßw Ballw ZW-Battw PS-Hengsbg Vinn], geschreeb [mittl. westl. WPf], geschrebb [verbr. NPf mittl. WPf, Christmann Kaulb 14 Henn Mda.-Int. 100 Höh 52, 107 Müller Dietschw 67], g'schrebb [vereinzelt mittl. WPf], geschribb [mancherorts mittl. SPf vereinzelt mittl. WPf NOPf], g'schribb [KU-Heinzhs Liebsth Nanzw RO-Hochst KL-Fischb Hoheck PS-Lu'wink Trulb FR-Hertlhs Merth, Schnekkenburger 59], geschriew [ KU-Dunzw], geschreew [ KU-Blaub Frohnhf Herchw Konk O'alb], g'schreww [Mang 98, 195], g'schriwwe [verbr. VPf (außer mittl. SOPf), Bertram § 87 Lambert Penns 141], geschriwwe [mancherorts VPf], g'schriewe [ LU-Fußgh Ruchh NW-Hardbg Niedkch LA-Kl'fischl O'hochstdt Wey BZ-Pleisw], geschriewe [ FR-N'lein NW-Bobh Frankeck GH-Freckf Sondh], g'schrewwe [mancherorts SOPf vereinzelt mittl. VPf, Bertram § 87 Heeger Südostpf. 9], geschrewwe [vereinzelt mittl. u. südl. VPf], g'schreewe [ PS-Erfw]; s. K. 340; Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB be-, PfWB darauf-, PfWB ein-, PfWB ver-, PfWB vor- 1, PfWB heraus-, PfWB hinein-, PfWB hin-, PfWB hinüber-, PfWB mit-, PfWB nach-, PfWB nieder-, PfWB rein-, PfWB über-, PfWB unter-, PfWB zusammenschreiben; PfWB Schönschreiben; scheen (schlecht, saumäßich) sch. [Kaislt, verbr.]; e Brief (Rechnung, Uffsatz) sch. [RO-Als, verbr.]; sich enanner sch. 'in Briefwechsel stehen' [ KU-Schmittw/O]; die Uffgawe sch. 'die schriftlichen Hausaufgaben erledigen' [ LU-Limbghf]; mei Sach sch., dass. [ LU-Neuhf]; e Strof schreibe 'eine schriftliche Strafarbeit erledigen' [ KB-Kerzh]; rechts un links schreiwe kenne 'mit der rechten und linken Hand schreiben können' [ KU-Schmittw/O]. Mer han Schreiwe 'Wir haben Schreiben (als Unterrichtsfach)' [ KU-Bedb]. Ich han em geschrebb [ RO-Mannw]. Er hot alles sauwer en sein Bichelche geschrebb [Feierowend 43/1955]. Schreiw als emol! [ KU-Schmittw/O]. Gescht (Gestern) hot mer unser Neschtquack (s. PfWB Nestquack 1 b) geschrebb [NPfGV 8/1934]. Er kann noo net sein Nome sch. [ KU-Schmittw/O]. Ferwas 'Warum' hoscht du mir net geschriwwe? [PennsDeitschEck 12. 4. 1941]. Was ich geschrebb hunn, bleibt geschrebb [ KU-Schmittw/O]. Nemm ich meischtens voll Pläsier, / e Bleischtift un e Blatt Babier / un fang ganz langsam o zu schreiwe - / kennt schtunnelang dort sitzebleiwe! [Bd. 5, Sp. 1439] ![]() [Bd. 5, Sp. 1441] [Damm Nawwel 71]. Ich horche, was die Stunne mir verzehle, / un schrejbe dodevon als e Gedicht [Kraus Putscheblum 38]. Weils schwarz uff weiß geschriwwe schteht, was um uns rum so vorsichgeht [Damm Dreifaltichkäät 51]. De Cäsar hat e Buch geschribb, / Das is gelo' un iwertribb / Un heeßt »de bello gallico« [Münch Werke I 51]. RA.: ebbes groß sch. 'auf etwas besonderen Wert legen; etwas als wichtig erachten' [Kaislt]; sich ebbes hinner die Ohre sch. 'sich etwas gut merken, einprägen' [Frankth, verbr.]; sich ebbes in de Kopp sch., dass. [ PS-Burgalb]; mit doppelder Kreid sch. 'eine überteuerte Rechnung ausstellen, übervorteilen, betrügen' [ LU-Opp, vereinzelt]. Des kannscht in de Schornschte sch.! 'Diese (finanzielle) Forderung kannst du als verloren ansehen; aus dieser Zusage, diesem Vorhaben wird nichts' [BZ-Annw, verbr.], häufig mit dem Zusatz: daß es die Hinkel net auskratze [ FR-Hettldh, mancherorts]. Schreiwen's an die Deer!, dass. [ KB-Kerzh]. Er schreibt wie en Notär 'deutlich, leserlich, schön' [ LU-Limbghf], wie g'stoche, dass. [ BZ-Dernb]. Er hot geschrebb wie e Sau 'unleserlich, unordentlich' [ KB-Kriegsf], wie en Apedeker, dass. [ BZ-Dernb]. Er hot geschrebb, daß es kein Sau lese kann [ KB-Kriegsf]. Der kann selbscht net lese, was er geschrebb hot [ KU-Schmittw/O]. Des steht (net) en de Stern (in den Sternen) geschrebb 'Das ist (nicht) sicher' [FR-Bockh RO-Sippf]. Des is keem uf die Stirn g'schrieb 'Das kann man keinem unmittelbar ansehen' [ Don-Gottlob]. Dem steht der Dod uf em Gesicht geschrebb 'Der ist dem Tode nahe' [ KU-A'glan]. Wo schreibt mer dann des hin?, Ausdruck der Verwunderung bei einem ungewöhnlichen Ereignis [ KU-Trahw]. Der is aa net vun Schreibsem, von einem Schreibfaulen (Wortspiel mit Bezug auf den Gleichlaut von »schreib's ihm« und einem fiktiven ON »Schreibsheim«, analog zu PfWB Gebsheim, PfWB Nimmsheim, PfWB Schaffsheim) [Kaislt Gal-Dornf]. SprW.: Wer schreibt, der bleibt, Ausspruch beim Kartenspiel in dem Sinne, daß derjenige, der die Punkte aufschreibt, gewöhnlich Glück hat [ KB-Bischh]. VR. s. PfWB Dotter 1, PfWB Schreiber. a. 1294: hir vor gescriuen stait [Corpus III 200 Nr. 1935 (Zweibr)]. a. 1327: alse hie nach geschrieben stet [Ottbg-Urkb. 360]. a. 1426: als hernach geschreben stet [Grimm Weist. V 602 (BZ-Rambg)]. a. 1522: vff geschreben vnd füregelesen ... wie hernach geschreben steet [GGA 55 i. (NW-Wachh)]. — b. '(durch Unterschrift) sich für jemanden oder etwas verbürgen' [vereinzelt]. Sein Frääi (Frau) hot geschrebb 'Seine Frau hat sich verbürgt' [ KU-Schmittw/O]. Er schreibt gut for mich 'Er verbürgt sich für mich' [ BZ-Dernb]. SprW.: Viel quer geschribb hat viel vum Haus vertribb 'Durch Unterschreiben von Wechseln haben schon viele ihr Haus verloren' [Krieger 62]. — 2. sich sch. [Bd. 5, Sp. 1442] '(mit Familiennamen) heißen' [verbr.]. Er schreibt sich Metzjer 'Er heißt mit Familiennamen Metzger' [KU-Schmittw/O, verbr.]. Wie schreibscht du dich? 'Wie ist dein Familienname?' [ KU-Bedb]. RA.: Do kennt er sich »von« schreiwe 'Wenn dies oder jenes einträte, dann könnte er stolz auf sich sein, dann wäre er etwas besonderes, dann ginge es ihm ausgezeichnet' [RO-Sippf, mancherorts]. De Geldbeidel schreibt sich leer 'Ich habe kein Geld' [ RO-Duchr/O'hs]. — Südhess. V 756 ff.; RhWB Rhein. VII 1793 ff.; LothWB Lothr. 466 schriwen; ElsWB Els. II 514 schriben.
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