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 PfWB ab-schlagen (Bd. 1, Sp. 80)   PfWB ab-schmieren (Bd. 1, Sp. 84)   PfWB ab-filzen (Bd. 1, Sp. 29) 
   ab-schlagen st.:
I. trans.
1. etwas a.
a. gegenst.
α. 'etwas herunterschlagen'; Niß, Beere 'Birnen' Äppel abschlaa [WPf NPf], abschlaan [vorn. westl. WPf], abschlache [vorn. mittl. u. südl. VPf], abschlage, -schlagge [vorn. mittl. u. nördl. VPf]. a. 1600: ...das sie (die Kinder) niemandts Obs oder Eichelln abschlagen oder vffleßen [Friedel 178 (KL-Hoheck)]. 'm Hinkel de Kopp a. 'abhacken' [verbr.]. In Drohungen: Ich schla(ch) d'r die Bään (Baan) 'Beine' (am Aarsch) ab!, wenn das Kind sich unerlaubt entfernt [verbr.]. Ich schla(ch) d'r die Finger ab! [verbr.]. 's Maul geheert d'r abg(e)schlaa, für einen, der durch Reden

[Bd. 1, Sp. 81]
Unheil gestiftet hat [ KU-Lohnw RO-Alsbn Kaislt]. KR.: ('s Kind) hot Gagl en de Hond, mäicht's gärn esse, hot awwer kään Messer; fällt e Messer owwe rab, schlacht 'm Kinnl 's Händl ab; 's Kinnl geht ins Dokderhaus, 's isch kens dehääm als Katz un Maus [ BZ-Billh LA-Hainf]. a. 1492: dem soll man den kopf abschlan, und soll das gut den herren sein [Grimm Weist. V 578 (NW-Haßl)]. —
β. 'etwas auseinandernehmen, um es fortzuschaffen'; vgl. PfWB abreißen 1. 's Gerischt a., die Kerwe (die für die Kirbe aufgestellten Stände) a., wenn die Kirbe vorbei ist [verbr.]; de Schank 'Schrank' a. [ PS-Erfw]. Han Steen gesetzt un Speis getra', Gerischte uf- un abgeschla' [Münch Weltgesch. 38]. —
γ. (mit Vertauschung des Objektes) die Wiß (Wies) a. 'unter großer Kraftanwendung (mit ungeschärfter Sense) abmähen' [verbr.]; vgl. PfWB abschlägeln. —
δ. (mit Vertauschung des Objektes) die Bach a. 'den Bach ableiten' (damit das Bett gereinigt werden kann) [verbr.]. Hiervon auch: 's Wasser a. 'urinieren' [allg., mehr in der Sprache der ält. Gener.]. Syn. s. PfWB pissen. Volksgl.: Wer sein Wasser abschlägt, und nicht dabey dreymahl ausspeyt und gegen Hexereyen schändet, der wird behext, wenn eine Hexe an dem Urin vorbey kommt [Journ. 1790, S. 142/43]. —
ε. 'austreiben', vom Vieh. a. 1609: Der wäidstrich mit rindern und pferdten solle 14 tage vor Georgi (23. April) abgeschlagen und die stoppelen besambt vff- und zugethan werden [PfWeist. I 103 (Bergz)]. Vgl. die ros abe sla(he)n 'auf die Weide treiben', Lexer Lexer I 5. —
b. übertr. 'verweigern'; die Bitt a. [allg.]. Der kann nix a. 'nichts versagen' [allg.]. RA. auf eine Liederliche: Die kann nix abschlache als ihr Wasser [ LU-Opp]. —
2. einen a.
a. gegenst.
α. 'verhauen' [Kus]; dafür häufiger PfWB verschlagen. Syn. s. PfWB verhauen. —
β. durch Schlagen entfernen; im Nachlaufspiel de Dritt a., wie schd. [verbr.]. Die Stut schla(ch)t de Hengscht ab (durch Ausschlagen mit den Hinterbeinen) [allg.], auch mit Weglassung des Objektes. —
b. übertr. 'abweisen'. Die (das Mädchen) hot'n (den Freier) abg(e)schla(che) [verbr.]. Syn. s. PfWB abweisen. —
II. intrans.
1. gegenst.
a. 'sich schnell entfernen'. Schlaa ab! [ KU-A'glan]; vgl. PfWB abhauen 2. Syn. s. PfWB weggehen. —
b. mit Vertauschung des Subj. De Zug schla(ch)t ab 'das Läutewerk signalisiert die Abfahrt des Zuges', durch die ganze Pfalz, solange an den Bahnstationen und -übergängen Läutewerke angebracht waren; vgl. PfWB abpfeifen 1. —
2. übertr. 'im Preis fallen'; 's Brot schlaa(ch)t ab [allg.]; vgl. PfWB Abschlag 3. a. 1590: je nachdem die Frucht auf- oder abschlegt [ZweibrUrkb. S. 135]. RA. (scherzhaft): De Schnaps schlät ab, wenn ein Trinker stirbt [ KU-Schmittw/O]. 's schlaat ab! wird gerufen, wenn jemandem Geld auf den Boden fällt [Kaislt]. Von hier auch die scherzhafte

[Bd. 1, Sp. 82]
Rede, wenn ein Junge oder Mädchen stolpert und hinfällt: Die Buwe (Die Määd) schlaan ab [ KU-Kaulb Kreimb KL-Hirschhn]. — RhWB Rhein. VII 1206; ElsWB Els. II 457; Bad. I 16.

 

  ab-schmieren schw.:
1. die Ufgab abschmiere [VPf], -schmeere [NPf WPf] 'Hausübungen abschreiben', mehr verächtlich, Schülerspr. [allg.]. Syn. s. PfWB abschreiben. —
2. 'tüchtig prügeln'; en(e) a., auch: de Buckel a. [allg., ohne pfälz. Auswanderer des 18. Jahrhunderts, die das Wort in dieser Bedeutung ohne ab- gebrauchen]. Er hat 'n hauptmännisch abgeschmeert [verbr. westl. WPf]. VR.: Ho, ho, ho! Der Küwelmann is do! Er schreit das Gäßlein auf und ab: Ihr Weiwer kaaft mer Küwel ab, sunscht schmeer ich eich de Buckel ab! [Feierowend 1950 Nr. 5 S. 2]. a. 1577: wan Ime der hirt noch ein mahl erscheine, wolle Ine noch einmahl abschmieren [StArch. Saarbrücken, Gerichtsprotokoll S. 88]. Diese Bed. erklärt sich nach Kluge-Mitzka17 aus dem schlagenden Auftragen von Schmiermitteln, vgl. PfWB wichsen. Syn. s. PfWB verhauen. Die Syn. mit absind im neueren Pfälzisch sehr beliebt, vgl.: PfWB abbalgen, PfWB -biegen 1, PfWB -binden 1 b, PfWB -bleien 4, PfWB -bleuen, PfWB -boßen 1 b, PfWB -dachteln, PfWB -drehen I 3, PfWB -dreschen 2, PfWB -dudeln 2, PfWB -dulfen,

[Bd. 1, Sp. 85]
PfWB -filzen 2, PfWB -fitzen, PfWB -flappchen, PfWB -flatschen, PfWB -flohen 3, PfWB -fludern, PfWB -flügeln, PfWB -füttern 3, PfWB -karbatschen, PfWB -kehren 2, PfWB -klabastern 1, PfWB -ledern, PfWB -meißeln 2, PfWB -pritschen 1, PfWB -rahmen 2 b, PfWB -reiben 5, PfWB -reiteln, PfWB -scheren 3, PfWB -schlagen I 2 a, PfWB -schnetzen, PfWB -schöpfen, PfWB -schwarten 2, PfWB -senkeln 2, PfWB -sohlen, -spekken 2, PfWB -streichen 2, PfWB -strüpfen 2, PfWB -trückeln 3, PfWB -trudeln 4, PfWB -tun 2 b, PfWB -veiolen, PfWB -wackeln, PfWB -walken, PfWB -weichen, PfWB -wickeln 2, PfWB -wischen 1 a, PfWB -ziehen I 2; vgl. auch PfWB abfallen, PfWB -fangen, PfWB -fassen 5, PfWB -geben 1 d, PfWB -setzen.RhWB Rhein. VII 1492; ElsWB Els. II 486; Bad. I 16; Nass. 35.

 

  ab-filzen schw.:
1. Speis 'Mörtel' abfilse 'mit der Reibschale, die mit Filz überzogen ist, abreiben, glätten', Sprache der Maurer [verbr. Krebs 47]. —
2. 'Schläge geben', eigentl. 'mit dem Filz schlagen' (Weigand I 531). Den hab (häb) ich aanstännich abgfilzt [VPf]. Syn. s. PfWB verhauen.