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 PfWB ab-schlagen (Bd. 1, Sp. 80)   PfWB ab-hauen (Bd. 1, Sp. 39) 
   ab-schlagen st.:
I. trans.
1. etwas a.
a. gegenst.
α. 'etwas herunterschlagen'; Niß, Beere 'Birnen' Äppel abschlaa [WPf NPf], abschlaan [vorn. westl. WPf], abschlache [vorn. mittl. u. südl. VPf], abschlage, -schlagge [vorn. mittl. u. nördl. VPf]. a. 1600: ...das sie (die Kinder) niemandts Obs oder Eichelln abschlagen oder vffleßen [Friedel 178 (KL-Hoheck)]. 'm Hinkel de Kopp a. 'abhacken' [verbr.]. In Drohungen: Ich schla(ch) d'r die Bään (Baan) 'Beine' (am Aarsch) ab!, wenn das Kind sich unerlaubt entfernt [verbr.]. Ich schla(ch) d'r die Finger ab! [verbr.]. 's Maul geheert d'r abg(e)schlaa, für einen, der durch Reden

[Bd. 1, Sp. 81]
Unheil gestiftet hat [ KU-Lohnw RO-Alsbn Kaislt]. KR.: ('s Kind) hot Gagl en de Hond, mäicht's gärn esse, hot awwer kään Messer; fällt e Messer owwe rab, schlacht 'm Kinnl 's Händl ab; 's Kinnl geht ins Dokderhaus, 's isch kens dehääm als Katz un Maus [ BZ-Billh LA-Hainf]. a. 1492: dem soll man den kopf abschlan, und soll das gut den herren sein [Grimm Weist. V 578 (NW-Haßl)]. —
β. 'etwas auseinandernehmen, um es fortzuschaffen'; vgl. PfWB abreißen 1. 's Gerischt a., die Kerwe (die für die Kirbe aufgestellten Stände) a., wenn die Kirbe vorbei ist [verbr.]; de Schank 'Schrank' a. [ PS-Erfw]. Han Steen gesetzt un Speis getra', Gerischte uf- un abgeschla' [Münch Weltgesch. 38]. —
γ. (mit Vertauschung des Objektes) die Wiß (Wies) a. 'unter großer Kraftanwendung (mit ungeschärfter Sense) abmähen' [verbr.]; vgl. PfWB abschlägeln. —
δ. (mit Vertauschung des Objektes) die Bach a. 'den Bach ableiten' (damit das Bett gereinigt werden kann) [verbr.]. Hiervon auch: 's Wasser a. 'urinieren' [allg., mehr in der Sprache der ält. Gener.]. Syn. s. PfWB pissen. Volksgl.: Wer sein Wasser abschlägt, und nicht dabey dreymahl ausspeyt und gegen Hexereyen schändet, der wird behext, wenn eine Hexe an dem Urin vorbey kommt [Journ. 1790, S. 142/43]. —
ε. 'austreiben', vom Vieh. a. 1609: Der wäidstrich mit rindern und pferdten solle 14 tage vor Georgi (23. April) abgeschlagen und die stoppelen besambt vff- und zugethan werden [PfWeist. I 103 (Bergz)]. Vgl. die ros abe sla(he)n 'auf die Weide treiben', Lexer Lexer I 5. —
b. übertr. 'verweigern'; die Bitt a. [allg.]. Der kann nix a. 'nichts versagen' [allg.]. RA. auf eine Liederliche: Die kann nix abschlache als ihr Wasser [ LU-Opp]. —
2. einen a.
a. gegenst.
α. 'verhauen' [Kus]; dafür häufiger PfWB verschlagen. Syn. s. PfWB verhauen. —
β. durch Schlagen entfernen; im Nachlaufspiel de Dritt a., wie schd. [verbr.]. Die Stut schla(ch)t de Hengscht ab (durch Ausschlagen mit den Hinterbeinen) [allg.], auch mit Weglassung des Objektes. —
b. übertr. 'abweisen'. Die (das Mädchen) hot'n (den Freier) abg(e)schla(che) [verbr.]. Syn. s. PfWB abweisen. —
II. intrans.
1. gegenst.
a. 'sich schnell entfernen'. Schlaa ab! [ KU-A'glan]; vgl. PfWB abhauen 2. Syn. s. PfWB weggehen. —
b. mit Vertauschung des Subj. De Zug schla(ch)t ab 'das Läutewerk signalisiert die Abfahrt des Zuges', durch die ganze Pfalz, solange an den Bahnstationen und -übergängen Läutewerke angebracht waren; vgl. PfWB abpfeifen 1. —
2. übertr. 'im Preis fallen'; 's Brot schlaa(ch)t ab [allg.]; vgl. PfWB Abschlag 3. a. 1590: je nachdem die Frucht auf- oder abschlegt [ZweibrUrkb. S. 135]. RA. (scherzhaft): De Schnaps schlät ab, wenn ein Trinker stirbt [ KU-Schmittw/O]. 's schlaat ab! wird gerufen, wenn jemandem Geld auf den Boden fällt [Kaislt]. Von hier auch die scherzhafte

[Bd. 1, Sp. 82]
Rede, wenn ein Junge oder Mädchen stolpert und hinfällt: Die Buwe (Die Määd) schlaan ab [ KU-Kaulb Kreimb KL-Hirschhn]. — RhWB Rhein. VII 1206; ElsWB Els. II 457; Bad. I 16.

 

   ab-hauen st.:
1. etwas a. 'mit einem scharfen Gerät hauend abtrennen', einen Baum, ein Glied u. dgl., abhaae [vorn. NPf mittl. VPf], -haue [vorn. SWPf MPf], -hauwe [mittl. WPf], -hääe [vorn. südl. VPf NWPf], -haage -haache [nördl. VPf], -hääche [vorn. südl. SOPf]; vgl. PfWB abhakken. In der Sprache der Waldarbeiter: de Baam abhaue 'mit der Axt fällen', de Wald haue 'abholzen'. a. 1390: so sollent sie das holze nit hoeger abhauwen [Grimm Weist. V 615 (KB-Rams)]. 15. Jh.: ... vnd sol abhauwen mit eyner hepen [Pf-Weist. I 450 (NW-Erph)]. a. 1567: ..soll niemands ... baw- oder ander holz abhawen [PfWeist. I 319 (RO-Ebbg)]. Ihr Berke 'Birken', ich wollt, ihr wären Derke 'Türken'! Ich det mein Säbel raus und haut euch die Köpp ab [NW-Dürkh (Wilde 19)]. —
2. intrans. 'sich entfernen', verächtlich. Hau (haa usw.) ab! [allg.]. Hau ab un mach e Buckel! [ KU-Bedb]. Hau ab, dein Schatte stinkt! [ ZW-Ixh]; vgl. PfWB abfahren I 2 a, PfWB -gehen I 1 a α, PfWB -rücken 1, PfWB -schieben 1, PfWB -schlagen II 1 a, PfWB -tigern, PfWB -ziehen II 1. Syn. s. PfWB weglaufen. —
3. 'sterben' in derber Ausdrucksweise. Der haat (haut usw.) ball ab [verbr.]. Syn. s. PfWB sterben. — RhWB Rhein. III 318; Saarbr. 2; ElsWB Els. I 394 f.; Bad. I 9.