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 PfWB ab-machen (Bd. 1, Sp. 55)   PfWB Weihnachts-baum (Bd. 6, Sp. 1177) 
   ab-machen schw. u. st.:
I. trans.
1. etwas a.
a. 'wegmachen, entfernen'; 's Schloß abmache, an de Schuh de Dreck a. [allg.]. RA.: Die Buckse

[Bd. 1, Sp. 56]
'Hosen' abmache 'die Notdurft verrichten' [ HB-Rheinh]; dafür andernortes: Die Hosse wenne (s. u. PfWB wenden). Übertr.: eni a. 'eine (Ohrfeige) herunterhauen' [Pirmas, vor allem in den unteren Berufsgruppen der jüngeren Generation, Otterstetter 224]. —
b. 'schneidend abtrennen'.
α. das Gras einer Wiese, das Getreide eines Ackers a., ehedem 'mit der Sichel abschneiden', jetzt zumeist 'mit der Sense, mit der Mähmaschine abmähen'; vgl. PfWB abgrasen 1, PfWB absicheln. Er macht sein Korn ab [allg.], macht sein Wiß ab [Frankth]. De abgemacht Hawwer muß rooze 'rösten' [WPf]. a. Ende 16. Jh. (Abschr.): bisz dasz heu ab- und ufgemacht werde [Grimm Weist. V 603 (NW-Erph)]. Leute, die mit Abmachen beschäftigt sind, grüßt man: Machen ehr ab? Werd abgemach(t)? Abmache? [ NW-Ellstdt LU-Böhl SP-Heiligst LA-Ilbh]. —
β. ein Glied des menschlichen Körpers a. 'amputieren'. Er kriet e Been abgemach [ KU-Herschw/Petth ZW-Battw]; vgl. auch PfWB abnehmen I 3 e. De Grutze (die Gorjel, de Kopp) a. 'die Kehle durchschneiden' [verbr.]; vgl. PfWB abschneiden I 2 b. —
c. Obst a. 'die Früchte eines Baumes bis auf den letzten abpflücken' [verbr.]. RA.: Gell, du machscht die Eppl gleich for zwäi Johr ab? Zuruf an einen, der beim Obstabmachen Tragästchen abbricht [ KU-Schmittw/O]. Der stoppelt Äppl, wo noch kää abgemacht sin, scherzhaft, wenn einer beim Obststehlen ertappt wird [VPf]. Der macht widder Quetsche ab, wer in der Nase bohrt [ PS-Zesbg]. — 's Bäämche (Baamche) abmache 'den Christbaum seines Schmuckes entkleiden' [verbr.]; vgl. PfWB abkolten 1 b, PfWB -krönen, PfWB -leeren, PfWB -putzen 3, PfWB -räumen, PfWB -zieren, PfWB schütteln. In manchen Häusern in Kaislt wird einem alten Brauch zufolge nach dem Abmachen das Astwerk des Weihnachtsbaumes mit Ausnahme der Krone abgehackt und der Baum in dieser Gestalt im Keller aufbewahrt. Er wird erst verbrannt, wenn nach den nächsten Weihnachten der Stamm des neuen Weihnachtsbaumes an seine Stelle tritt. Nach einem Volksglauben soll der Stamm des Weihnachtsbaumes Glück bringen. —
d. übertr.
α. '(eine Sache) gütlich erledigen'. Des machschde mit finf Mark ab[NPf, verbr.]. —
β. 'eine Vereinbarung treffen' [allg.]; vgl. PfWB abreden, PfWB -sprechen 1. Wenn eine Vereinbarung, Verabredung getroffen wurde, sagt der eine Beteiligte: Abgemacht! [allg.]. —
γ. 'quitt sein'. Mer sin abgemacht [ GH-Freisb]. Syn. s. PfWB quitt
2. einen a. 'außer Spiel setzen' bes. beim Klickerspiel. Du bisch abgemach(t) [SOPf]. Syn. s. PfWB abgewinnen. —
3. sich a. 'sich entfernen', bes. in der Aufforderung Mach dich ab! [NPf WPf (einschl. PS) LA-Rohrb Siebdgn Kl'fischling Birkw]. Syn. s. PfWB weggehen. RA.: Mach dich ab, kannscht hääße wie de witt, scherzhafte Antwort auf den Ausruf

[Bd. 1, Sp. 57]
des Verkäufers von gerösteten Kastanien: Heiße Maroni!, doppelsinnig gedeutet als: (ich) heiße Maroni [Kaislt vor 1930]. —
II. intrans.
1. persönl.
a. 'erschöpft sein'. Er hot abgemach(t) [verbr. bes. VPf]. Bei Wettkämpfen, sportlichen Übungen: Er hot abgemach(t) 'Er hat aufgegeben' (weil seine Kräfte erschöpft waren). —
b. 'im Sterben liegen'. Er macht ball ab [ ZW-Battw Rockhs], is am Abmache [ LU-Limbghf], hot abgemacht 'ist gestorben' [ NW-Hardbg]. Syn. s. PfWB sterben. —
c. 'Bankerott machen' [ RO-Winnw PS-Claus]. —
2. sachl. 'unbrauchbar werden'. Die Kläärer mache(n) ab 'sind abgetragen' [ KL-Lind]; vgl. PfWB abgehen 2f. — RhWB Rhein. V 675; Saarbr. 135; LothWB Lothr. 2; ElsWB Els. I 642; Bad. I 12. Vgl. auch Wolf [19] (abmecken).

 

  -baum m.: 'Christbaum', -baam, -boom, -bääm s. PfWB Baum [westl. NPf vereinzelt übrige Pf]; Dim. -baamche, -beemche, -bäämche [mancherorts WPf]; zu Sachkunde, Verbr. und Syn. s. K. 265 und PfWB Kristbaum; weitere Syn.: Paradies-, PfWB Tannenbaum 2, PfWB Holzstock, PfWB Kristtagsbaum; den W. schmücken Syn. s. K. 76 und PfWB putzen 3 a; weitere Syn.: PfWB krönen 2 b; den Schmuck abnehmen s. PfWB abkolten 1 b, PfWB abkrönen 2, PfWB ableeren, PfWB abputzen, PfWB abzieren, PfWB scheren 1 c, PfWB schütteln 2 a; Baumschmuck s. PfWB Eiszapfen 2 a, PfWB Engel 5, PfWB Engelsgeläute, PfWB Engelshaar, PfWB Vogel 2 d α, PfWB Glaskugel 2, PfWB Glassachen, PfWB Glasspieß, PfWB Glocke 2 c, PfWB Glockengeläute 1, PfWB Glockenkranz, PfWB Goldfäden, PfWB Kristbaumgutsel, PfWB -kerze, PfWB -licht, -spitze, PfWB Kristei, PfWB Kristkindchenslicht, PfWB Kristkindleinshaar, PfWB Kristkindleinslicht, PfWB Kristlicht, PfWB Krone 2 f β, PfWB Kugel 1 d, PfWB Licht 1 b β, PfWB Schelle 2 a, PfWB Schleier 2 b, PfWB Schnee 2, PfWB Schneeballen 4, PfWB Silberfaden, PfWB Spitze 3 b, PfWB Spritzkerze, PfWB Stern 2 c, Stern(en)schlager, -spritzer, -werfer, PfWB -kerze, PfWB Wachsfigur, PfWB Weihnachtsglocke, PfWB -kugel. 's Krischkinnel butzt 'schmückt' de W. [ LU-Alsh]. So 1550 bis 1600, saat mer, wär im Elsaß de Chrischtbaam als Woihnachtsbaam in die Haiser komm [Kröher Lyoner 134]. Weihnachtsbäämcher! - Bud an Bud [Sommer Hausapothek 44]. Die Weihnachtsbäämcher werren eweggebotzt 'gestohlen' [ KU-Bedb]. Rhein. IX 376; ElsWB Els. II 45 Wihnachtsbaum; Eichhoff WA I 45; Stoll 31/32, 174 ff. —