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| PfWB ab-machen (Bd. 1, Sp. 55) | PfWB scheren1 (Bd. 5, Sp. 934) | |||||||||||||||||||||||||||
I. trans. 1. etwas a. a. 'wegmachen, entfernen'; 's Schloß abmache, an de Schuh de Dreck a. [allg.]. RA.: Die Buckse [Bd. 1, Sp. 56] 'Hosen' abmache 'die Notdurft verrichten' [ HB-Rheinh]; dafür andernortes: Die Hosse wenne (s. u. PfWB wenden). Übertr.: eni a. 'eine (Ohrfeige) herunterhauen' [Pirmas, vor allem in den unteren Berufsgruppen der jüngeren Generation, Otterstetter 224]. — b. 'schneidend abtrennen'. α. das Gras einer Wiese, das Getreide eines Ackers a., ehedem 'mit der Sichel abschneiden', jetzt zumeist 'mit der Sense, mit der Mähmaschine abmähen'; vgl. PfWB abgrasen 1, PfWB absicheln. Er macht sein Korn ab [allg.], macht sein Wiß ab [Frankth]. De abgemacht Hawwer muß rooze 'rösten' [WPf]. a. Ende 16. Jh. (Abschr.): bisz dasz heu ab- und ufgemacht werde [Grimm Weist. V 603 (NW-Erph)]. Leute, die mit Abmachen beschäftigt sind, grüßt man: Machen ehr ab? Werd abgemach(t)? Abmache? [ NW-Ellstdt LU-Böhl SP-Heiligst LA-Ilbh]. — β. ein Glied des menschlichen Körpers a. 'amputieren'. Er kriet e Been abgemach [ KU-Herschw/Petth ZW-Battw]; vgl. auch PfWB abnehmen I 3 e. De Grutze (die Gorjel, de Kopp) a. 'die Kehle durchschneiden' [verbr.]; vgl. PfWB abschneiden I 2 b. — c. Obst a. 'die Früchte eines Baumes bis auf den letzten abpflücken' [verbr.]. RA.: Gell, du machscht die Eppl gleich for zwäi Johr ab? Zuruf an einen, der beim Obstabmachen Tragästchen abbricht [ KU-Schmittw/O]. Der stoppelt Äppl, wo noch kää abgemacht sin, scherzhaft, wenn einer beim Obststehlen ertappt wird [VPf]. Der macht widder Quetsche ab, wer in der Nase bohrt [ PS-Zesbg]. — 's Bäämche (Baamche) abmache 'den Christbaum seines Schmuckes entkleiden' [verbr.]; vgl. PfWB abkolten 1 b, PfWB -krönen, PfWB -leeren, PfWB -putzen 3, PfWB -räumen, PfWB -zieren, PfWB schütteln. In manchen Häusern in Kaislt wird einem alten Brauch zufolge nach dem Abmachen das Astwerk des Weihnachtsbaumes mit Ausnahme der Krone abgehackt und der Baum in dieser Gestalt im Keller aufbewahrt. Er wird erst verbrannt, wenn nach den nächsten Weihnachten der Stamm des neuen Weihnachtsbaumes an seine Stelle tritt. Nach einem Volksglauben soll der Stamm des Weihnachtsbaumes Glück bringen. — d. übertr. α. '(eine Sache) gütlich erledigen'. Des machschde mit finf Mark ab[NPf, verbr.]. — β. 'eine Vereinbarung treffen' [allg.]; vgl. PfWB abreden, PfWB -sprechen 1. Wenn eine Vereinbarung, Verabredung getroffen wurde, sagt der eine Beteiligte: Abgemacht! [allg.]. — γ. 'quitt sein'. Mer sin abgemacht [ GH-Freisb]. Syn. s. PfWB quitt — 2. einen a. 'außer Spiel setzen' bes. beim Klickerspiel. Du bisch abgemach(t) [SOPf]. Syn. s. PfWB abgewinnen. — 3. sich a. 'sich entfernen', bes. in der Aufforderung Mach dich ab! [NPf WPf (einschl. PS) LA-Rohrb Siebdgn Kl'fischling Birkw]. Syn. s. PfWB weggehen. RA.: Mach dich ab, kannscht hääße wie de witt, scherzhafte Antwort auf den Ausruf [Bd. 1, Sp. 57] des Verkäufers von gerösteten Kastanien: Heiße Maroni!, doppelsinnig gedeutet als: (ich) heiße Maroni [Kaislt vor 1930]. — II. intrans. 1. persönl. a. 'erschöpft sein'. Er hot abgemach(t) [verbr. bes. VPf]. Bei Wettkämpfen, sportlichen Übungen: Er hot abgemach(t) 'Er hat aufgegeben' (weil seine Kräfte erschöpft waren). — b. 'im Sterben liegen'. Er macht ball ab [ ZW-Battw Rockhs], is am Abmache [ LU-Limbghf], hot abgemacht 'ist gestorben' [ NW-Hardbg]. Syn. s. PfWB sterben. — c. 'Bankerott machen' [ RO-Winnw PS-Claus]. — 2. sachl. 'unbrauchbar werden'. Die Kläärer mache(n) ab 'sind abgetragen' [ KL-Lind]; vgl. PfWB abgehen 2f. — RhWB Rhein. V 675; Saarbr. 135; LothWB Lothr. 2; ElsWB Els. I 642; Bad. I 12. Vgl. auch Wolf [19] (abmecken).
| 1. a. '(die Haare, die Wolle u. ä.) mit der Schere abschneiden, durch Schneiden kürzen; (jemanden, etwas) von den Haaren, von der Wolle u. ä. befreien', schere, schäre [verbr. (vgl. PfWB Schere)]; Part. Perf. g'schore [LU-Alsh/Gr GH-Kand, Lambert Penns 133], geschor [WPf NPf, Henn Mda.-Int. 99 Krämer Gal 184], geschort [ GH-Neubg], geschert [ KU-Herschw/Petth PS-Gersb], g'schore u. g'schert [ BZ-Dernb], g'schor u. g'schert [ Don-Schowe Torscha]; Zs.: PfWB abscheren 1; vgl. PfWB schüren2, PfWB Bockscheren; die Hoor sch. [ IB-Ensh]; de Bart sch. [ LU-Neuhf]; die Schof sch. [LU-Maud, verbr.]; die Bääm sch. 'beschneiden' [KU-O'staufb HB-Brenschb RO-O'mosch KL-Heilmosch]; sich sch. losse [Lu'haf]; e G'schorner 'ein Kahlköpfiger' [ LA-Birkw]; Spottname für den Bauern: Gescher- der [ KB-Kriegsf]. Er is g'schore worre [ LU-Alsh/Gr]. Schimpfw.: Du geschorner Hammel! [ FR-Höning]. RA.: sein Scheefche sch. 'seinen Vorteil wahren, sich bereichern' [KU-Schmittw/O, verbr.]; Beck un Schof sch. 'Gute und Schlechte trennen' [ PS-Geisbg]; alles iwwer ään Kamm sch. 'alles unterschiedslos, nach einem Maßstab beurteilen' [GH-Schwegh, verbr.]. Scherzh. Beteuerung: Des is so wohr, wie die Katz hot geschor [ Gal-Sap]. Volksgl.: En Kind werd net alt, wammer's schert, eb's en Johr alt is [Fogel Beliefs Penns Nr. 42]. En Weibsmensch soll ken Mann schere, oder sie nemmt em sein Krefte [ebd. Nr. 1831]. Schof schert mer in der Woog (im Sternbild der Waage), no krigge sie ken Lais [ebd. Nr. 1268]. VR.: Zuruf an einen Kahlgeschorenen: Blott geschor met siwwe Hoor [KU-Obw/ [Bd. 5, Sp. 935] ![]() [Bd. 5, Sp. 937] Tiefb Schmittw/O]. Korz geschor, hat 's Ohr verlor, hat's widder gefunn, hat's angebunn [Kus]. Weitere VR. s. PfWB blutt 2a, PfWB Bluttkopf 1a. — b. 'mit der Sichel schneiden, mähen, abernten', schere [RO-O'mosch (Eid 87), mancherorts NPf]; Äcker (Wiese) sch. [ KB-Marnh]; Hawwer schere [Gal-Beckersdorf (Krämer Gal 282)]. a. 1785: Doch behalt sich Petter Dietz die schohr auf dem acker zu schehren vor [SSp, Falkenstein A. 168 (KB-Ilbh)]. — c. '(den Christbaum) seines Schmuckes entkleiden'. 's Bäimche werd geschärt [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB abmachen I 1 c. — d. 'abgewinnen'; Zs.: PfWB abscheren 2. Sie han ne geschert 'ihm alle Klicker abgewonnen' [ KU-Herchw WD-Hoof]. — 2. +a. 'teilen, zuschneiden'. a. 1425: von einer lamperschen oder mächelschen eln tüchs zu schern [LeinArch. (Löhne)]; vgl. PfWB lombardisch, PfWB mechelsch. — b. s. die Zs. ab- 3, PfWB bescheren. — Südhess. V 256/57; RhWB Rhein. VII 1059; LothWB Lothr. 439; ElsWB Els. II 427, ALA II 68.
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