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 PfWB ab-machen (Bd. 1, Sp. 55)   PfWB ab-raumen (Bd. 1, Sp. 66)   PfWB ein-wickeln (Bd. 2, Sp. 842) 
   ab-machen schw. u. st.:
I. trans.
1. etwas a.
a. 'wegmachen, entfernen'; 's Schloß abmache, an de Schuh de Dreck a. [allg.]. RA.: Die Buckse

[Bd. 1, Sp. 56]
'Hosen' abmache 'die Notdurft verrichten' [ HB-Rheinh]; dafür andernortes: Die Hosse wenne (s. u. PfWB wenden). Übertr.: eni a. 'eine (Ohrfeige) herunterhauen' [Pirmas, vor allem in den unteren Berufsgruppen der jüngeren Generation, Otterstetter 224]. —
b. 'schneidend abtrennen'.
α. das Gras einer Wiese, das Getreide eines Ackers a., ehedem 'mit der Sichel abschneiden', jetzt zumeist 'mit der Sense, mit der Mähmaschine abmähen'; vgl. PfWB abgrasen 1, PfWB absicheln. Er macht sein Korn ab [allg.], macht sein Wiß ab [Frankth]. De abgemacht Hawwer muß rooze 'rösten' [WPf]. a. Ende 16. Jh. (Abschr.): bisz dasz heu ab- und ufgemacht werde [Grimm Weist. V 603 (NW-Erph)]. Leute, die mit Abmachen beschäftigt sind, grüßt man: Machen ehr ab? Werd abgemach(t)? Abmache? [ NW-Ellstdt LU-Böhl SP-Heiligst LA-Ilbh]. —
β. ein Glied des menschlichen Körpers a. 'amputieren'. Er kriet e Been abgemach [ KU-Herschw/Petth ZW-Battw]; vgl. auch PfWB abnehmen I 3 e. De Grutze (die Gorjel, de Kopp) a. 'die Kehle durchschneiden' [verbr.]; vgl. PfWB abschneiden I 2 b. —
c. Obst a. 'die Früchte eines Baumes bis auf den letzten abpflücken' [verbr.]. RA.: Gell, du machscht die Eppl gleich for zwäi Johr ab? Zuruf an einen, der beim Obstabmachen Tragästchen abbricht [ KU-Schmittw/O]. Der stoppelt Äppl, wo noch kää abgemacht sin, scherzhaft, wenn einer beim Obststehlen ertappt wird [VPf]. Der macht widder Quetsche ab, wer in der Nase bohrt [ PS-Zesbg]. — 's Bäämche (Baamche) abmache 'den Christbaum seines Schmuckes entkleiden' [verbr.]; vgl. PfWB abkolten 1 b, PfWB -krönen, PfWB -leeren, PfWB -putzen 3, PfWB -räumen, PfWB -zieren, PfWB schütteln. In manchen Häusern in Kaislt wird einem alten Brauch zufolge nach dem Abmachen das Astwerk des Weihnachtsbaumes mit Ausnahme der Krone abgehackt und der Baum in dieser Gestalt im Keller aufbewahrt. Er wird erst verbrannt, wenn nach den nächsten Weihnachten der Stamm des neuen Weihnachtsbaumes an seine Stelle tritt. Nach einem Volksglauben soll der Stamm des Weihnachtsbaumes Glück bringen. —
d. übertr.
α. '(eine Sache) gütlich erledigen'. Des machschde mit finf Mark ab[NPf, verbr.]. —
β. 'eine Vereinbarung treffen' [allg.]; vgl. PfWB abreden, PfWB -sprechen 1. Wenn eine Vereinbarung, Verabredung getroffen wurde, sagt der eine Beteiligte: Abgemacht! [allg.]. —
γ. 'quitt sein'. Mer sin abgemacht [ GH-Freisb]. Syn. s. PfWB quitt
2. einen a. 'außer Spiel setzen' bes. beim Klickerspiel. Du bisch abgemach(t) [SOPf]. Syn. s. PfWB abgewinnen. —
3. sich a. 'sich entfernen', bes. in der Aufforderung Mach dich ab! [NPf WPf (einschl. PS) LA-Rohrb Siebdgn Kl'fischling Birkw]. Syn. s. PfWB weggehen. RA.: Mach dich ab, kannscht hääße wie de witt, scherzhafte Antwort auf den Ausruf

[Bd. 1, Sp. 57]
des Verkäufers von gerösteten Kastanien: Heiße Maroni!, doppelsinnig gedeutet als: (ich) heiße Maroni [Kaislt vor 1930]. —
II. intrans.
1. persönl.
a. 'erschöpft sein'. Er hot abgemach(t) [verbr. bes. VPf]. Bei Wettkämpfen, sportlichen Übungen: Er hot abgemach(t) 'Er hat aufgegeben' (weil seine Kräfte erschöpft waren). —
b. 'im Sterben liegen'. Er macht ball ab [ ZW-Battw Rockhs], is am Abmache [ LU-Limbghf], hot abgemacht 'ist gestorben' [ NW-Hardbg]. Syn. s. PfWB sterben. —
c. 'Bankerott machen' [ RO-Winnw PS-Claus]. —
2. sachl. 'unbrauchbar werden'. Die Kläärer mache(n) ab 'sind abgetragen' [ KL-Lind]; vgl. PfWB abgehen 2f. — RhWB Rhein. V 675; Saarbr. 135; LothWB Lothr. 2; ElsWB Els. I 642; Bad. I 12. Vgl. auch Wolf [19] (abmecken).

 

   ab-raumen, -räumenschw.: 'wegräumen', bes. vom Abtragen des Geschirrs und der Speisereste nach der Mahlzeit; de Disch abraume [verbr. bes. WPf u. NPf, teilw. auch SOPf], -raame [verbr. bes. NPf einschl. nördl. VPf], -roome [verbr. östl. NPf], -rääme [verbr. bes. mittl. u. südl. VPf]; raime [verbr., jüng. Gener., durch schriftspr. Einfluß]. Für dieses abraumen (abräumen) wird heute schon oft abdecken gebraucht; das Wort selbst gewinnt mehr die allgemeinere Bedeutung 'leer machen'. Scherzhafte Frage an einen, dem Geschirr aus den Händen gefallen ist: Hasche abgeraamt? [Kaislt]. a. 1578: .. haben abermals den alten Kummer 'Schutt' vnd estrich vom .. Speicher abgerumbt [WerschwSchR Bl. 120 r.]. — 's Bett abraame (-roome) 'das Bett (vor dem Schlafengehen) aufdecken', eigentlich 'Zierkissen und -decke wegräumen' [ Gal]; so auch in der scherzhaften Aufforderung an abendliche Gäste, sich zu entfernen: Mutter, room die Better ab, die Leit wollen schlofe geh [ Gal]. 's Chrisch(t)bämche a. 'den Christbaum seines Schmuckes entkleiden' [ LU-Opp LA-Gommh Roschb GH-Nd'lustdt Dierb]; vgl. PfWB abmachen I 1 c. Wingert abraame 'Reben roden' [ NW-Mußb]. — RhWB Rhein. VII 184; ElsWB Els. II 255; Bad. I 4.

 

  -wickeln schw.:
1. 'in etwas wickeln, einhüllen', einwick(e)le, in-, en- [allg.]; die Silwerleffel in Seidebabier einwickle [VPf, allg.]; vgl. PfWB einschlagen 2 f. Die wickelt sich immer in 'zieht viele Kleidungsstücke übereinander an, hüllt den Hals in warme Schals ein' [KU-Herschw/ Petth, verbr.]; vgl. PfWB einmummeln, PfWB verwikkeln. 's is kalt drauß, wickel dich norre gut in! [ KL-Reichb]. Geschter owend waren Se so oingewickelt, daß Se mich gar net gesieh han [Kaislt]. Die Mammi wickelt sich als glei in Hänsching (Handschuhe), Kapp un Wammes ei [Birmelin Penns Gezw. 131]. —
2. übertr.
a. = PfWB betrügen; ääm ääns inwickele [ KL-Lind]; vgl. PfWB einseifen 2 a. Loß dich vun dem net inwickele! [KL-Kindsb, verbr.]. Er kriegt's eingewickelt 'wird betrogen' [ LU-Muttstdt, KB-Kerzh]. Er hot die Gail in-

[Bd. 2, Sp. 843]
gewickelt kriet 'hat die Pferde zu teuer gekauft' [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'Hiebe versetzen'; aam e paar enwickele [ KB-Stett, KU-Adb A'glan IB-Nd'würzb KB-Kriegsf NW-Geinsh]; vgl. PfWB einreiben 2. —
c. 'einen über den Durst trinken'. Er hat sich ene engewickelt [KU-Erdb, verbr. NPf]; vgl. PfWB einbinden 3. —
d. s. PfWB Eingewickeltes. — Südhess. II 155/56; RhWB Rhein. IX 481; Bad. I 669. —