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 PfWB ab-graben (Bd. 1, Sp. 37)   PfWB ab-schlichten (Bd. 1, Sp. 83)   RhWB abreissen (Bd. 7, Sp. 335) 
   ab-graben st. u. schw. (s. PfWB graben):
1. des Wasser abgrawe 'ableiten' [allg.]; vgl. PfWB abreißen 1 b. In der RA. 'die Existenz gefährden' [allg.]. —
2. im bes. die Wiese a. 'durch Ausgleich zwischen trockenen höhergelegenen und nassen tiefergelegenen Stellen verbessern', vgl. PfWB abheben I 2 a. Dieses geschieht, indem man den Rasen auf höhergelegenen Stellen abhebt und die entblößten Stellen mit Klee- und Grassamen einsät. Der abgegrabene Rasen wird mit Dung kompostiert und nach der Heuernte auf die ganze Wiese verteilt. Eine auf diese Weise verbesserte Wiese wird abgegraweni Wiß genannt [ GH-Minf]. — RhWB Rhein. II 1333; Bad. I 9.

 

   ab-schlichten schw.: 'die Wingertreihe mit Schlichtern (Stäben) abstecken', abschlichde [ NW-Kallstdt]; vgl. PfWB abreißen 1 c.

 

 ab- reissen: 1. trans. a. in sinnl. Bed. etwas a., wie nhd., z. B. ein Blatt, das Ohr, dem Pferde die Hufeisen; ein Haus a. Allg.; en Haus warm a. anstecken, wobei vermutet wird, dass der Eigentümer es selbst getan hat. Nahe. RA.: Do kriet me den Hals afgeritten man wird ausgeschimpft Gummb. Rit mej märr nit den Kopp af! sei nicht so aufgebracht Klevld. Wammer äm de K. abgeriss hot, kammer'n äm nit meh ufsatze Simm-Horn. Nu han se dem et Eise och afgerossen er kommt zum Sterben Malm, Rhfrk, Mosfrk; der Parre hat schonn die Zehwen (Zehen) abgeriss die letzte Ölung gegeben Hunsr. — Die r. sich et Hemd van't Lif af so gebefreudig sind sie Klevld. — b. übertr. α. am Geding a. es

[Bd. 7, Sp. 336]
herabsetzen; se han ons widder abgeress; mer han w. abgeress kriet vom Lohn oder Geding abgezogen, in der Bergmspr. Saargeb. — β. ein derbes Stück Brot a., rasch, aber unordentl. abschneiden Allg. — γ. einen a., einen starken Furz fahren lassen Rip, Nfrk; de hät se afgerīəte Erk-Rath. RA: Me kann Kender met en Kleinigkeit en Freud make, sagg Tisse Pup, dor ret hei der ennen af Mörs-Rheinbg. Schnapptech, Lambertes, sät Vehlings Mänes, do riət he ene af MGladb. En Strang a. Dinsl-Aldenr. — Riss mer och für en Wes (Weste) af! ein Stück Tuch, weil das Furzen klingt wie das A. eines Tuches Dür. — δ. se a. eine Zote, Lüge lose aussprechen; aufschneiden; de kann se a., dat et dämp Rip, Allg.; ene Flok a. einen Fluch ausstossen Aach-Merkst; öne Bröll a. laut brüllen Bergh-Heppend; Krätzcher a. Witze reissen Köln-Niehl. — ε. eine Strecke a., von einem Ende zum andern ablaufen MülhRh. — ζ. eine Strafe a., im Gefängnis absitzen Allg. RA.: Dat (die Strafe) rit ich op ene Batz (Arschbacke) af! MGladb-Rheind; dat reisst de of änem Arschbacke af Kobl-Bend f. — η. he krit enen afgeritten Schimpfe, Schläge Berg, — se (en paar) afgeresse Rip, Allg; dei Vater werd dir e guden ofr. Mosfrk; änem en Schmess ofr. Koch-Laub. — 2. intrans. a. in sinnl. Bed.; der Faddem ris af, — es afgeresse wie nhd. Rip, Allg. — b. übertr.: de Ärbeit ritt ok den ganzen Dag nit af SNfrk, Allg.; met den Onglöcken riss et nich af hört nicht auf OBerg, Allg. — 3. Part. afgerösse abgenutzt, von Kleidern, schäbig gekleidet, wie nhd. Allg. — Abreisskalender (s. S.) nach dem Nhd. Allg. RA.: De micht en Gesicht wie en A. vum vorige Johr ein stumpfsinniges Gesicht Simm. Du hollscht zu (nimmst zu) wie der A. magerst ab Saarbr-Lauterb, Kreuzn-Bretzenh, Trier-Karths.