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 PfWB ab-gewinnen (Bd. 1, Sp. 35)   PfWB scheren1 (Bd. 5, Sp. 934) 
  ab-gewinnen st.:
1. 'im Spiel abnehmen'. Ich hannem 'habe ihm' zehn Mark abgewunn(e) [allg.]. Syn., bes. für 'Klicker abgewinnen': PfWB abdrehen, PfWB -frickeln, PfWB -klickern, PfWB -knäckern, PfWB -knäubeln, PfWB -knippen, PfWB -knöpfen, PfWB -lötzeln, PfWB -lotzen, PfWB -lümpeln, PfWB -mausen, PfWB -pitschen,

[Bd. 1, Sp. 36]
PfWB -pritschen, PfWB -säckeln, PfWB -scheren, PfWB -stoßen, PfWB -stratzen, PfWB -strenzen, PfWB -strossen, PfWB -trudeln; für 'im Spiel alles (alle Klicker) abnehmen' erscheinen in Verb. mit dem personalen Akk. (meist in der Perfektform, z. B. Mer hannen abgesäckelt, gepritscht, blott gemach u. entspr.) oder in passiver Wendung den Zustand bezeichnend (z. B. Der is abgesäckelt, is gepritscht, is blott gemach u. entspr.): PfWB abbinden, PfWB -flohen, PfWB -lausen, PfWB -machen, PfWB -mausen, PfWB -pritschen, PfWB -säckeln, PfWB -stratzen, PfWB -tun, PfWB ausduddern, PfWB -melken, -neckeln, PfWB -säckeln, PfWB -ziehen, PfWB beuteln, plundern, PfWB bluttern, PfWB pritschen, PfWB putzen, PfWB flohen, PfWB fracken, PfWB haaren, PfWB lausen, PfWB laxen, PfWB luchsen, lümpeln, PfWB rupfen, PfWB säckeln, PfWB scheren, PfWB schlauchen, PfWB schnackeln, PfWB strenzen, PfWB strüpfen, PfWB strossen, PfWB versäckeln, PfWB papp machen, beet machen, blutt machen, pritsch machen, flügge machen, säcklicht machen. —
2. 's Neijohr abgewinne '(einem) mit dem Neujahrswunsch zuvorkommen' [verbr.]; vgl. PfWB abfangen 2 b, PfWB abwünschen. Wer dem andern das Neujahr abgewann, hatte einen Schoppen Wein gewonnen [BZ-Dernb (1930)]. Bad. I 8; Schwäb. I 29.

 

   scheren1 st., schw.:
1.
a. '(die Haare, die Wolle u. ä.) mit der Schere abschneiden, durch Schneiden kürzen; (jemanden, etwas) von den Haaren, von der Wolle u. ä. befreien', schere, schäre [verbr. (vgl. PfWB Schere)]; Part. Perf. g'schore [LU-Alsh/Gr GH-Kand, Lambert Penns 133], geschor [WPf NPf, Henn Mda.-Int. 99 Krämer Gal 184], geschort [ GH-Neubg], geschert [ KU-Herschw/Petth PS-Gersb], g'schore u. g'schert [ BZ-Dernb], g'schor u. g'schert [ Don-Schowe Torscha]; Zs.: PfWB abscheren 1; vgl. PfWB schüren2, PfWB Bockscheren; die Hoor sch. [ IB-Ensh]; de Bart sch. [ LU-Neuhf]; die Schof sch. [LU-Maud, verbr.]; die Bääm sch. 'beschneiden' [KU-O'staufb HB-Brenschb RO-O'mosch KL-Heilmosch]; sich sch. losse [Lu'haf]; e G'schorner 'ein Kahlköpfiger' [ LA-Birkw]; Spottname für den Bauern: Gescher- der [ KB-Kriegsf]. Er is g'schore worre [ LU-Alsh/Gr]. Schimpfw.: Du geschorner Hammel! [ FR-Höning]. RA.: sein Scheefche sch. 'seinen Vorteil wahren, sich bereichern' [KU-Schmittw/O, verbr.]; Beck un Schof sch. 'Gute und Schlechte trennen' [ PS-Geisbg]; alles iwwer ään Kamm sch. 'alles unterschiedslos, nach einem Maßstab beurteilen' [GH-Schwegh, verbr.]. Scherzh. Beteuerung: Des is so wohr, wie die Katz hot geschor [ Gal-Sap]. Volksgl.: En Kind werd net alt, wammer's schert, eb's en Johr alt is [Fogel Beliefs Penns Nr. 42]. En Weibsmensch soll ken Mann schere, oder sie nemmt em sein Krefte [ebd. Nr. 1831]. Schof schert mer in der Woog (im Sternbild der Waage), no krigge sie ken Lais [ebd. Nr. 1268]. VR.: Zuruf an einen Kahlgeschorenen: Blott geschor met siwwe Hoor [KU-Obw/

[Bd. 5, Sp. 935]

[Bd. 5, Sp. 937]
Tiefb Schmittw/O]. Korz geschor, hat 's Ohr verlor, hat's widder gefunn, hat's angebunn [Kus]. Weitere VR. s. PfWB blutt 2a, PfWB Bluttkopf 1a. —
b. 'mit der Sichel schneiden, mähen, abernten', schere [RO-O'mosch (Eid 87), mancherorts NPf]; Äcker (Wiese) sch. [ KB-Marnh]; Hawwer schere [Gal-Beckersdorf (Krämer Gal 282)]. a. 1785: Doch behalt sich Petter Dietz die schohr auf dem acker zu schehren vor [SSp, Falkenstein A. 168 (KB-Ilbh)]. —
c. '(den Christbaum) seines Schmuckes entkleiden'. 's Bäimche werd geschärt [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB abmachen I 1 c. —
d. 'abgewinnen'; Zs.: PfWB abscheren 2. Sie han ne geschert 'ihm alle Klicker abgewonnen' [ KU-Herchw WD-Hoof]. —
2.
+a. 'teilen, zuschneiden'. a. 1425: von einer lamperschen oder mächelschen eln tüchs zu schern [LeinArch. (Löhne)]; vgl. PfWB lombardisch, PfWB mechelsch. —
b. s. die Zs. ab- 3, PfWB bescheren. Südhess. V 256/57; RhWB Rhein. VII 1059; LothWB Lothr. 439; ElsWB Els. II 427, ALA II 68.